szmmctag

  • Sticky Eisloch

    Eisloch

    Es ist kälter geworden am Eisloch
    auch der Himmel hat die Farbe der Kälte
    Die Eingeweide der ausgenommenen Fische
    frieren in den vollen Eimern

    Nur wer die Zeit mitgebracht hat
    findet diesen Winter sein Glück im See

    Im Blick auf das Loch wechseln die Schatten
    es schlafen nicht die Fische nicht die Menschen
    Es ist kälter geworden am Eisloch
    auch der Himmel hat die Farbe der Kälte

    Die Weiden trauern am Rand des Sees
    dort steht ein Dichter im Schneegestöber
    er rezitiert den Faust über den See
    die Fische verziehen sich tiefer vor Schmerz

    Wie viel Faust können Fische im eiskalten Wasser ertragen
    Wie viel Kälte speichert ein gefrorener See
    Einsamkeit auf der Eisfläche voller Ekel vor der Welt
    auch der Himmel hat die Farbe der Kälte

    Gedicht erschienen in der Zeitschrift OSTRAGEHEGE
    und

    im Gedichtband: Gedichte Alles aus einer Hand
    Engelsdorfer Verlag ISBN 3-86703-469-9

    © 2005 MANFRED H. FREUDE

  • Keiner weiß

    Keiner weiß etwas, einige meinen etwas zu wissen, Sokrates (Laches/Theatet/Menon) wie er nicht weiß, so meint er auch nicht. Ich weiß es nicht, darum meine ich auch nicht. Die Frage lautet, gibt es das Identische im Vielen? Ja? Wo? Ort? In der Sprache, indem wir die Frage stellen. Es ist der Zusammenhang von Sprache und dem Allgemeinen.

  • Manfrede H. Freude

    Seine Gedichte sind eine motivische Darstellung der Einsamkeit, des Vergänglichen, sowie ein melancholischer Sprachduktus in der Tradition pessimistischer Literatur. F. gebraucht seine Lyrik in einer stark verschlüsselten, dichten, meist ungereimten Sprache von großer Eindringlichkeit. F. versucht, die Stellung der Lyrik neu, modern zu justieren. In der Gegenwart verankert seine poetische Sprache deutliche Dichtkunst. Die Verwendung eines lakonischen, bisweilen philosophisch, fragmentarischen Stils, heben beständig die Korrespondenz zwischen Inhalt und Aufbau hervor.

  • Mein Junkmailordner ist so leer. Von Manfred H. Freude

    Mein Junkmailordner ist so leer.
    So leer.
    Schreib mir doch einmal eine Mail.
    Das finde ich so geil.
    Ich weiß nicht kommen nun noch mehr.
    Neue Mails
    Mein Junkmailordner ist so leer.
    So leer.
    Wo krieg ich neue Emails denn her.
    Mein Posteingang in allen Ehren.
    Den muss ich stets von Junkmails leeren.
    Sie sind alle nun gelöscht.
    Mein Junkmailordner ist so leer.
    So leer.
    Ungelesen glaub es hackte
    Ungesehene Kontakte
    Mein Junkmailordner ist so leer.
    So leer.
    Mag die Mails nicht mehr.

    Freitag, 10. Oktober 2014
    © Manfred H. Freude

  • Antiengel

    Antiengel:
    Du bist alleine, für Dich alleine, da ist keiner auch kein Engel. Da ist niemand draußen. Nur drinnen ist nichts das Du finden kannst und doch ist dort etwas, das Platon die Ideen nannte und spätere Philosophen einen Gottesbeweis und Kant nannte es Vernunft oder auch transzendentale Vernunft.

    Alle Engel sind schrecklich. Rilke stellt dem Menschen die „Gegenbilder" von Tier und Engel gegenüber. Engel und Tier sind frei von Widersprüchen des menschlichen Bewusstseins. „Der »Engel« der Elegien hat nichts mit dem Engel des christlichen Himmels zu tun... Der Engel der Elegien ist dasjenige Geschöpf, in dem die Verwandlung des Sichtbaren in Unsichtbares, die wir leisten, schon vollzogen erscheint. Für den Engel der Elegien sind alle vergangenen Türme und Paläste existent, weil längst unsichtbar, und die noch bestehenden Türme und Brücken unseres Daseins schon unsichtbar, obwohl noch (für uns) körperhaft dauernd. Der Engel der Elegien ist dasjenige Wesen, das dafür einsteht, im Unsichtbaren einen höheren Rang der Realität zu erkennen. Daher »schrecklich« für uns, weil wir, seine Liebenden und Verwandler, doch noch am Sichtbaren hängen.“

    Diese zwei Dinge "Metapher und Religion“. Jede Religion interpretiert ihre Metaphern in der gleichen Weise zu einem bestimmten Modell. Solche Unterschiede sind tendenziell weitgehend entfernt davon, von dogmatischen Prinzipien einer bestimmten Religion grundlegend bestimmt zu werden. Es stellt einen sprachlosen Beitrag dar, Standpunkte aus den drei großen Religionen innerhalb des Monotheismus darzustellen: dem Judentum, Christentum und Islam. Das Fassungsvermögen fasst eine breite Palette von theologischen Themen aus Mystik und Religion. Sie enthält Fallstudien, die die Methodik der heutigen Gelehrten oder Metaphern verwendet. Das Volumen große Herausforderungen zu Mainstream Metaphorologie. Es stellt eine bedeutende Reihe von Entdeckungen, Instanzen und neue Deutungsmuster dar. Tatsache ist, es sind die Mythen, die weitererzählt und immer weitererzählt werden, die gehört und immer wieder gehört werden, nur das macht sie glaubwürdig. Nicht diese wissenschaftlichen historischen Nachweise und Fakten. Die Tatsache über einen Kaiser, der Rom niederbrannte, einen Kaiser der alle Neugeborenen eines Stammes töten ließ, und dann diese Schreckensherrscher und Massenmörder, deren wahre Geschichte, vor dem Hintergrund der Erzählungen romantisiert werden, sie verwischen zu sauberen Erzählungen. Wessen Tatsache? Der Historiker oder die Tatsache der Tatsache? Widersprüche und endlose Regresse.

  • Fest der Liebe

    Das Fest der Liebe wird aber von den Menschen nicht wahrgenommen; anderenfalls würden sie ihm die größten Heiligtümer und Altäre errichten und die größten Opfer darbringen.

    Vorher hatten die Menschen kugelförmige Rümpfe sowie vier Hände und Füße und zwei Gesichter mit je zwei Ohren auf einem Kopf, den ein kreisrunder Hals trug. Die Gesichter blickten in entgegengesetzte Richtungen. Mit ihren acht Gliedmaßen konnten sich die Kugelmenschen schnell fortbewegen, nicht nur aufrecht, sondern auch so wie ein Turner, der ein Rad schlägt. Es gab nicht nur zwei Geschlechter, sondern drei: Manche Kugelmenschen waren rein männlich, andere rein weiblich, wiederum andere – die Androgynen hatten eine männliche und eine weibliche Hälfte.

    Aber der Mensch wurde aus Lehm erschaffen, danach wurde ihm der Lebensatem eingehaucht. Er gab den Tieren Namen, fand aber kein zweisames Gegenüber. Schließlich fiel er in einen tiefen Schlaf, ihm fehlte nun eine Rippe. Wurde immer von „dem Menschen“ gesprochen, erkennt Adam in der Begegnung mit dem neuen Wesen in sich den Mann und in seinem Gegenüber die Frau.

    Maria war unbefleckt in anderen Umständen. Aus diesem Grund begibt sich Josef mit seiner hochschwangeren Verlobten Maria nach Betlehem. Als sie dort ankommen, kommt Maria in die Wehen und bringt ihren ersten Sohn zur Welt.
    Verfolgt von König Herodes, befiehlt der, in Erfüllung des Prophetenwortes den Kindermord zu Betlehem, vor dem sich Maria und Joseph mit dem Kind, von einem Engel gewarnt, in Ägypten in Sicherheit bringen können. Nach Herodes’ Tod gehen sie nach Palästina zurück und siedeln sich in Nazaret an.

    Liebe ist ein mächtiges Gefühl und mehr noch eine innere Haltung positiver, inniger und tiefer Verbundenheit zu einer Person, die den reinen Zweck oder Nutzwert einer zwischenmenschlichen Beziehung übersteigt und sich in der Regel durch eine tätige Zuwendung zum anderen ausdrückt. Auch wenn Liebe kein bewusster oder rationaler Entschluss der Liebenden ist, muss sie deswegen nicht als irrational betrachtet werden. Die moralische Grundierung unterscheidet Liebe daher auch vom reinen Trieb. Also, die Frage lautet doch, was treiben wir da eigentlich?

  • Menschen lügen

    Alle Menschen lügen immer, und das Sprechen ist eine Lüge weil es auch die Wahrheit (Blut, Geist) verschweigt. Die Lüge der meisten ist die Lüge als Methode, sie lügen meist unbewusst und dies ist wohl die schlimmste Lüge, da es so ist, wenn man weiß dass man lügt, kann man seine Lüge ändern.

    Leopold Sacher-Masoch/ Don Juan von Kolomea:
    Überhaupt, mein Bester, haben Sie schon bemerkt, wie eigentlich jeder Mensch ein Lügner ist? Nur gibt es zwei Arten, und danach kann man die Menschen einteilen, in solche, welche andere belügen, das sind die materiellen Menschen, von denen man so in den Büchern liest, und dann die Idealisten, wie die Deutschen sie nennen - die sich selbst belügen.

    Lüge.
    Meine Lügen gehören mir nicht alleine. Weiß, ich nicht, dass ich lüge. Nie waren meine Lügen, meine Lügen. Glaube mir nicht. Dies ist keine Lüge. Denn ich lüge immer. Was eine Lüge ist von meinem Verschwinden, trat hinter unserer Wahrheit hervor. Dies nur einmal erwähnt, als eine Lüge. Müssen wir uns nur unserer gespaltenen Zungen, sicher sein. Lügen – bedeutet weniger. Wozu, Schweigen? Erzähle mir Liebe: Belüge mich jetzt. Zähle mich zu Deinen Lügen. Töte mich. Damit ich glaube an Deine Leere: Lügen. Belüge mich jetzt: Erzähle mir Liebe. Töte mich. Zähle mich zu Deinen Lügen. Lügen. Damit ich glaube an Deine Leere.
    Dunkle, abgrundtiefe Gedichte voller Schweigen. Einsamen des Einsamen, immer auf Suche nach Letztem. Sprachspiele, intellektueller und tiefer Gedanken. Wirken mit Verschweigen.

    Die Wahrheit lügen.
    Wir müssen die Wahrheit lügen. Anders können wir den Begriff der Wahrheit nicht erfassen. Sprachlich können wir belügen, darin der Sprache immer unsere Gedanken verbergen. Gerade dies aber öffnet uns das Denken. Das Erkennen von Sprache und Schrift ist stets ein Versuch von Bedeutung. Wir lieben das, was wir versprechen. Gerade diese Liebe macht uns blind. Blind für jede Wahrheit. Auch der wahre Text wird durch ein Wort verraten. Damit fällt die Wahrheit. Wird Opfer. Das Opfer wird zum Neubeginn. Durch Lüge und Verrat wird die Wahrheit so zur heiligen Märtyrerin. Dies könnte man für einen erotischen Vorgang der Dichtung halten. Wir entfernen uns von der Wirklichkeit. Gerade die Lügen öffnen unseren Blick auf Wahrheit, die erscheint. Wenn die Wahrheit besiegt und der Verräter gefasst ist, beweist sich die Wahrheit in ihrer Stärke. Sprache als die Wahrheit, steht im Verrat zwischen Judas und Petrus. Die Welt ist alles, was die Lüge ist. Wenn wir die Fenster schließen, schließen wir auch unsere Augen vor der Wahrheit. Wir bleiben mit unseren Lügen im Haus. Die Schwierigkeit, heute Wahrheit zu beschreiben, liegt bei unserem Verlust der Naivität. Bei unseren Bildern und Texten wird die Wirklichkeit zur Lüge und zur alltäglichen Sprache. Wer die Wahrheit nicht für sich selbst erkennt, hat diese nicht verdient. Die Dinge sind nicht das was sie zu sein scheinen. Eine Kathedrale ist kein Bauwerk. Wer das glaubt, ist ein Ignorant. Wer ohne Interessen ist, zerstört alle Werke durch sein Bloßes anschauen. So werden Kathedralen auch nicht von Architekten gebaut, sondern von Dichtern . Alles, was eine Lüge ist, lenkt nur von einer Wahrheit ab. Die Lüge hat keine Wahrheitsbedingung, denn sie ist bedingungslos wahr. Jeder Richter, versucht nur Lügen zu erkennen. An Wahrheit verschwendet er nicht im entferntesten Gedanken. An Wahrheit kann man höchstens glauben. Aber man sollte den Irrtum vermeiden. Der Philosoph liebt die Wahrheit und kennt ihre Probleme. Wenn er sie wüsste, wäre die Philosophie am Ende. Doch schon die Dichter wussten, was die Götter taten. Lügen, stehlen, ehebrechen, und sich gegenseitig betrügen. Das waren Homer und Hesiod, dass nur des Menschen Schimpf und Schande, das was Lüge und Wahrheit ist, nur abstrakte Werte sind. So zeigt die Logik bei Xenophanes, dass die Lüge schön ist, denn wenn der Dichter sie verkündet, ist es nicht mehr die Wahrheit. Nur wer die Wahrheit sagt, aus seinem Standpunkt, der hat bereits gelogen. Er lügt die Wahrheit, weil er selbst nicht weiß, was er verschweigt. Der Mensch spielt mit der Lüge gegen die Natur. Er entfremdet sich bei allem Fortschritt. Statistisch ist er asozial. Er sagt: Wir alle sagen die Wahrheit, darum müssen die anderen Lügen. Das ist die große Lüge. Wer lügt, der denkt. Wir fühlen dass, wer sich der Wahrheit verpflichtet, sich selbst belügt. Dass man die Wahrheit erkennt, ist Bewusstsein und Erfahrung. Das Erkannte ist das Bewusstsein von Nichts. Den Irrtum zu vermeiden, ist der Glaube der Wahrheit. Die Lüge ist das Material, aus dem die Welt ist. Ist weder Geist noch Materie. Die Lüge ist der Tod der Wahrheit. Sie schafft die Wahrheit beiseite und somit Platz für eine neue Wahrheit. Die Wahrheit wird nicht nur meist verschwiegen. Bei der allgemeinen Wahrheit fehlen einem die Worte. Ich weiß, nicht warum Wissenschaftler unbeirrt versuchen, ihre Arbeit zu erklären. Das könnten die Dichter und die Philosophen besser. Erklären ist eine Gebühr für die Philosophie. Wissenschaftler und Künstler arbeiten nicht beide kreativ. Es entsteht durch die Masse eine Harmonie durch das Gleiche, Fehlerhafte. Der Wissenschaftler als Erfinder erfindet, weil er kreativ sein will. Darum glaubt der wissenschaftliche Wissenschaftler, der nur forscht, er wäre auch kreativ. Wer erinnert und glaubt, den wahren Vorgang zu rekonstruieren, lügt. Was ich essen soll, ist alles Lüge. Keine Wahrheit. Keine Natur in Lebensmitteln. Von Handelsketten zu den Etiketten. Alles wahre Lügen. Diese Widersprüche sind sämtlich Ausdruck einer Gier. Unser Verstand differenziert nicht zwischen Natur und Kultur. Sie können nicht zusammen, denn es herrscht Inzestverbot. Für den Glauben der Wahrheit steht nun die Präsenz der Lüge. Statt eines Zentrums gibt es nur noch die Funktion. Statt des festen Ortes, nur noch den Nichtort. Durch die Abwesenheit des Zentrums wird alles zum Diskurs. In Wahrheit aber wissen wir nichts, und nicht mal das wissen wir wirklich. Alles was wir wissen ist Lüge. Auch der Glaube, die Nichtexistenz Gottes sei wissenschaftlich erwiesen. Wahrheit und Lüge vom Blut. Jedoch die Lüge und die Wahrheit wären fruchtlos. Wahnsinn und Vernunft scheinen keine gegensätzlichen Begriffe. Wahrheit kann man nur wahr vertreten. Wer nicht seine eigene Wahrheit glaubt, lebt im Widerspruch mit sich und sollte lieber schweigen. Wer die Wahrheit besitzt, der kennt die Lüge nicht, doch wer lügt, weiß, was wahr ist. Bereits die frühen Mönche kopierten die Lügen ihrer Vorgänger. Heute werden die Lügen schneller im Internet verbreitet. Dieses, was wir zwischen Wahrheit und Lüge denken, ist als eine Idee des Geistes, der Grund aller Dinge. Schauspieler sind Diebe und Lügner, denn ob sie gut oder schlecht spielen, es wurde ihr Lohn bereits vorher an der Kasse bezahlt und sie stellten nicht den Text vor, vielmehr stellt das Publikum den Text nach. Wer nicht die Wahrheit lügt, sagt nicht die Wahrheit. Der Mund redet anders als das Auge. Ich denke man muss Wahrheit lügen; nur durch diese Zusammenführung. Den Kontrapunkt einer Fuge oder dem Escape als Wende zwischen Wahrheit und Lüge. Gleichgültigkeit als ein Escape, eine Flucht vor Ethik und Moral, einer verlogenen Welt, der wahren Macht. Man darf nicht glauben. Kein Glaube. Keine Ideale. Die Werte zählen nicht, denn was zählt ändert sich. Wir wissen zu wenig über die Wahrheit und Lüge. Wer als Vorbild bleibt, bleibt unter der Oberfläche. Jenseits von Geld (wenn man's hat) nur die Formen der Unwahrheit. Aber auch die Lüge hat längst die Grenze der Wahrheit weit überschritten. Sein oder nicht Sein, das ist keine Frage, das ist eine Lüge. Nur die Texte sind wahr. Die Realität ist eine Lüge. Doch ist der Traum mir das Realste und für mich das Wahrste. Wahrheit scheint ein Geschmacksurteil und das Böse bleibt eine Stilfrage. Warum tragen wir ständig diese Lügen mit uns? Diese Geldscheine, von denen wir nur den Schein kennen, und diese Wertpapiere, von denen wir wissen, dass ihr Wert nicht mal das Papier wert sein kann. Selbst diese gültigen Zahlungsmittel von Münzen sind selten aus dem Wertstoff, den sie repräsentieren. In Wahrheit sind wir die Angeschmierten. Wahrheit und Lüge, und wir, mit dem Interesse, dem dazwischensein, vereint im Chor, am Kontrapunkt vor der Fuge, der Flucht. Wir entziehen uns der Wahrheit der Lüge. Werden wie Kinder bei der Frage, ob wir unsere Hände gewaschen haben. Immer mehr wird man im Alter zu Bekenntnissen gedrängt. Es gibt keine wahre Antwort. Lügen immer. Weil wir an die Wahrheit glauben, lügen wir die Wahrheit. Wir können die Wahrheit von der Lüge nicht mehr unterscheiden. Wenn wir sie durchs Fernrohr oder im Mikroskop betrachten. Es geht nicht darum, ob jemand lügt oder die Wahrheit sagt. Das scheint mir unwichtig. Belanglos. Ich kann jemanden nicht dazu bringen, das zu sagen, was ich gehört haben will. Ich muss selbst erkennen, was ich als Wahrheit oder Lüge für mich erkennen will. Alles Andere hieße, nur mich selbst zu belügen. Das kann mir jeden Tag passieren. Wenn die Verpackung oder der Umschlag vielversprechender war als sein Inhalt. Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Die Wahrheit zu sagen und zu wissen, dass man lügt, oder die Wahrheit zu sagen und nicht zu wissen, dass man lügt. Die Lüge in der unteren Arbeitswelt heißt entweder du beutest die Arbeit aus, oder die Arbeit beutet dich aus.

    Alle lügen
    Alle lügen, alles Schweine
    auch Du
    Du und ich, wir
    Lügner? Vielleicht
    nur noch NICHT
    oben, ohne Gelegenheit
    wie alle auf dem Gipfel
    tut mir leid, was?
    noch nicht oben, oder
    das ich noch nicht lüge?

    Alles Lügen
    Den ganzen Tag umgeben von Lügen:

    Abends auf meinem Kopfkissen
    schön verpackt: Lügen
    „schreibe nicht, arbeite, sagt man mir,
    ..da ist ein Mann, schwer gearbeitet,
    schwer reich geworden.“

    wieder diese Lügen,
    lege mich schlafen:
    träumt schön weiter
    Diese Lügen vom Leben
    Diese
    Bin ich, so traurig
    Verschwindenden Landschaften
    Vorbei
    Für eine Melodie
    Für ein Dankeschön
    Ziehenden Drähten vorsingend
    Vorbei
    Vorbei und Vorbei

    Ich bin so traurig
    Nach diesen Lügen vom Leben
    Diesen Wolken oben dunkelschwer
    Tragen viele von Leidenstropfen
    Neben den Schienen hohen Mauern

    Alles ist vorbestimmt
    In der Mitte Türme und Schüsse
    Vorbei
    Vorbei und Vorbei

    Ich bin so traurig
    Nach diesen Lügen vom Leben
    Lügen

    Meine Lügen und deine Lügen
    lassen mich nachdenken
    Alle Wahrheiten
    sind hell wie des Tages Licht

    Worte brechen sich an den Zähnen
    Unworte liegen sanft auf der Zunge
    Mit der Hand schließe ich den Mund
    nach dem Aussprechen der Wahrheit

    Lügt mein Mund
    während mein Herz Wahrheit bewahrt
    Ist es Lüge oder wahr
    lassen mich die Lügen nachdenken

    Gleiche ( isjos )
    Lyrik fragt und Lyrik lügt

    Lyrik fragt!
    Das wir das nur meinen
    In aller Wissenschaft:
    Was ist Wissen? Wichtig!
    Motiv ist Wahrheitsforschung -

    Fragen nach dem Sinn
    Das kann die Wissenschaft nicht klären
    Aber die Lyrik

    Sie weiß nicht; Sie erklärt nicht -
    Ist da ohne Interesse
    Das wir dass nur meinen
    In aller Wissenschaft

    Alles sprechende Worte
    Vielsagende Verse
    Nicht wissend – fragend
    darum
    Lyrik fragt

    Lyrik lügt!
    Von ihren Sockeln wahrgenommen
    Werden: Dieses - ich liebe Dich, ja ja ja -
    Keime aus den Furchen
    Welches schaffst du schon

    Gedankenlose Stimmungen von Sonnen
    Aufgängen und Untergängen betrachten
    Sterbendschönes

    Lügen: alles Verlachen: alles Vergnügen
    Stoffe aus grobem Gewebe
    Nur die Fröhliche ist Verhärtet
    Nichts will der Fremde

    Wenn der Landmann pflügt
    Und wendet sich von Reihe zu Zeile
    Zum Vers

    Dichterlüge? Lügt der Dichter?
    Kann ein Dichten lügen?
    Diese Frage nach der Moral wird seit jeher Dichtern vorgeworfen. In der Presse: Es gibt nichts mehr zu berichten, was Schlagzeile machen könnte, bisher aus einem machen könnte. Schon gar nicht die Wahrheit ist für den Leser interessant. Es müssen Lügen sein, erfundene Schlagzeilen. Nur über das was nicht sein kann, was nicht sein darf wird Interesse geweckt. Jeder Mensch ist Dichter und dichtet sich seine Welt zu Recht. Am Morgen liest er seine Zeitung. Die darin enthaltene Story hörte er bereits im Radio. Am Vorabend berichtete man darüber im Fernsehen. Wer nun denkt er wäre Erstleser dieses Zeitungstextes, ich meine, wer denkt er ginge völlig ohne Vorwissen an diesen Text, ohne dieses Vorwissen, würde man seinen Verstand ausschalten, der irrt. Was aus der Zeitung spricht ist nur subjektiv. Oder genauer, es ist objektiv, wird aber nur subjektiv wahrgenommen. Es ist sehr einfach. Begegnet uns ein Chinese, und spricht uns in seiner Landessprache zu, so verstehen wir seine Sprache nicht, aber immerhin werden wir etwas verstehen. Im einfachsten Fall verstehen wir Nichts, wir verstehen, dass wir nichts verstanden haben, also haben wir etwas verstanden. Nämlich das, wenn einer zu uns in einer uns unverständlichen Sprache spricht wir nichts verstehen. Hätte er allerdings geschwiegen, so hätte er in jedem Fall zu uns gesprochen, das hieße, wir hätten verstanden, das ist ein Chinese, dessen Sprache verstehen wir nicht. Was ist das Schweigen? Das Schweigen ist kein Verschweigen, weder Absichtliches noch ein Unabsichtliches. Man schweigt von etwas, das man nicht weiß dass man etwas verschweigt. Man sagt, aber man sagt etwas nicht. Man sagt nichts, was man denkt und verschweigt. Oder da ist nichts, man weiß nichts. Kann also auch nichts sagen, denn über nichts kann man auch nichts sagen. Da ist aber etwas, man versucht darüber zu reden. Man beginnt darüber zu reden. Alexander von Humboldt begegnet dem Urwald, er ist beeindruckt von seiner Größe und der Artenvielfalt. Er erkennt, dass er alles wohl niemals erfassen wird. Er beginnt mit dem ersten Blatt das er zeichnet dass er sorgfältig zwischen zwei Seiten presst. Mit diesem Darstellen des ersten Blattes, verschweigt er gleichzeitig die unendliche Artenvielfalt. Über bestimmte Themen will man nicht reden, darum palavert man über belanglose Dinge. Es geht aber nun darum, das man grundsätzlich verschweigt und zwar Dinge die man nicht ausdenkt, die man nicht aus formuliert die man nicht ausformulieren kann. Mit jedem Aussprechen, der Historiker und der Archäologe können nicht erkennen, das sie mit der Sprache nicht die Vergangenheit erklären sondern die Vergangenheit verschweigen. Alle Dichter und Denker beschäftigte dieses Thema auf der einen oder anderen Weise. Auch wenn ihnen nicht einmal die Frage bewusst war, was mehr spricht, die Rede oder das Schweigen. Welche Rede und welches Schweigen hätte ihre Frage heißen müssen. Des gleicht der Frage nach Ebbe und Flut. Man kommt zu dem Ergebnis, das die Flut immer wieder zurückkommt. Es ist aber das Wasser, das bei Ebbe zurück geht. Fußnote, wir zitieren einen Satz zum Thema Fußnote: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Dann geben wir die Fußnote an: aus § 1 Grundgesetz. Ein sehr guter, richtiger Satz. Wahrer, schöner, bedeutender Satz. Sicher dies alles. Aber spricht der Satz auch aus sich? Der gleiche Satz bei einer Beerdigungsfeier, in einem Glückskeks, der Satz auf einer Plakatwand oder einer Todesanzeige. Er besitzt Referenz und Objekt. Ist also ein richtiger Satz. Wer spricht an, wer ist angesprochen? Das Volk ist angesprochen, weiß das es angesprochen ist. Woher? Aus dem Schweigen, aus dem nicht gesagten. Aus dem Wissen. Es spricht die Bundesregierung, sie spricht an. Sie zitiert das Grundgesetz. Sie verweist auf das Grundgesetz. Ohne nachzudenken erkenne ich den Sinn aus meinem Unterbewusstsein. Ich weiß, dass ich angesprochen bin. Kann ich mir die Situation der Anwendung dieses Satzes vorstellen, so habe ich mich von diesem Satz bereits entfernt. Der Satz ist nicht meine Vorstellung. Wie bei den Speisen, muss ich die einzelnen Komponente nachvollziehen, schmecken. Gibt es einen Grund für die Regierung mir diesen Satz nun vorzustellen? Zwischen meinen Vorstellungen und denen der Regierung diesen Satz vorzustellen, sind Welten, die erst erarbeitet werden müssen. Welten die der Fall sind und entfernt von diesem Satz liegen. Die auch nicht aus diesem Satz hervorgehen. Die außerhalb der Bedeutung dieses Satzes liegen. Was bedeutet hier: Grundgesetz als Fußnote? Im öffentlichen Verkehrsmittel greift ein in jeder Hinsicht minderbemittelter Mann eine andere Person an. Wir fahren dazwischen: bitte lassen sie diesen Mann in Ruhe. Wir tun unsere Pflicht. Wir sind stolz, wir haben sehr recht, das Gesetz ist hinter uns. Wir verheimlichen uns selbst gegenüber, das wir keinen Gedanken verschwenden, aus welchen sozialen Problemen und Brennstoffen der Angreifer einer solchen Handlung fähig war. Wenn wir etwas schönes sehen, verheimlichen wir das hässliche, wenn wir etwas böses sehen, verheimlichen wir das Gute. Mit jedem Wort, mit jedem Satz, verheimlichen wir. Mit der Fußnote unterstellen wir. Wir unterstellen, mit dem Aufstellen der Fußnote, dass der Leser nicht weiß, dass der Satz aus dem Grundgesetz ist und nicht aus der Methode. Platon wünschte die Dichter aus dem Staat. Er wollte ihnen nicht erlauben in einem gut regierten Staat zu leben, bewies, dass alleine die Götter alleine schon mehr wert waren, als die mit Schauspielern geehrt sein wollten (Gottesstaat II 14).

  • Stadtsurfer

    ERZÄHLUNG

    Stadtsurfer von Manfred H. Freude
    Hoch oben auf der Spitze der Eisen- und Stahlkonstruktion der Burtscheider Brücke stehe ich.
    Den Süden im Rücken - den Norden im Blick. Unter mir Autos, darunter die Züge.
    Nach Osten führt sie die Schienen ins Land, Richtung Alte Welt.
    Nach und aus Westen rumpelt der Käsetransport.
    Schräg gegen Südwesten, bergauf lotsen die Direktionen Warschau- via Brüssel-Paris die Richtung Belgikistan.

    Surfe im Flug. Flying in the Wind hoch oben über den Drähten der Oberleitungen auf den Stahlkonstruktionen, dem Brückenbogen.
    Wo wir als Kinder trotz aller Verbote öfter gespielt. Mutproben nannten wir das.
    Vor mir im Norden die Silhouette von Lousberg mit Salvatorberg.
    Davor die Stadt mit Dom als Korn und die Türme des Rathauses als Kimme.
    Schussfahrt und mit Schwung im Aufwind der Silhouettenberge hinauf ins Weltall.

    Unter mir musizieren fluchen, gewittern und klirren die Züge.
    Mit konstanter Verspätung. Stolz tragen sie ihr Emblem - die Bahn, keck auf ihren Nasen.
    Stromlinienförmige Schienenraketen.
    Aus der Zukunft, auf Gleisen in die Vergangenheit, unaufhaltbar. Aus Futurum ins Perfektum.
    Geisterzüge ohne Rauch.
    Den Rauch, den wir als Kinder so tief einatmeten. Noch eine Lunge voll. Oh, das war der Duft von Ferne, von Sehnsucht nach der fernen großen weiten Welt, von Fernweh, Sucht nach der Entfernung nach der Distanz.
    Surfabenteuer, wo surfen noch lange nicht ausgedacht war.

    Wie hält man sich, wie ist der Wind?
    Ein Bein vor dem Anderen, das Standbein belasten und die Arme horizontal ausgebreitet.
    Die Stadt liegt mir zu Füßen. Die Stadt, so ruhig, beschaulich, friedvoll, idyllisch so verschlafen.
    Wer ahnt schon da unten, welch gewagtes, akrobatisches Stück ihm hier oben geboten wird? So etwas zu sehen fahren manche nach Las Vegas.
    Doch mir fällt ein, es gibt noch eine Familie, die zwischen Türmen, oder über Flüsse, auf einem dünnen Seil gehen.
    Ja das ist fantastisch das, ja genau das ist es, es muss im Blut sein.
    Zwischen den Häuserfluchten bewegt sich der Verkehr.
    Rabengeschwader und Taubenkompanien umkreisen ihre Innenstadt-Reviere.
    Sie kennen die besten Aufwinde und die attraktivsten Landeplätze.

    Zur Rechten zeigt mir eine aufwendige High-Tec-Kugelkonstruktion auf dem Hochhaus, am Bahnhofsvorplatz das Wetter an.
    Bestes Surfwetter. Steigende Temperaturen. Sonne.
    Über der Stadt klarer blauer Himmel und beste Sicht.

    Die Segel sind gesetzt. Hier oben weht eine leichte, kühle Brise.
    Das Meer ist nicht zu sehen, wahrscheinlich auch die falsche Richtung. Aber der Wind
    Erzählt von der Nordsee, von Küsten, von der Salzluft. Er hat einige kleine Wolkenstreifen mitgebracht, die heiter und ausgelassen vor der Brücke hertanzen.
    Sie rufen: „Komm, segele uns hinterher“.

    Leicht gehe ich etwas in die Beuge, balanciere mit ausgebreiteten Armen. Dabei ziehe ich einmal die rechte Hand, und abwechselnd den linken Arm vor meinen Körper und schaue über die Stadt. (Wie de Caprio auf der Titanic) wie Leonardo di Caprio auf der Titanic. „Ich bin der Herr der Welt“, rufe ich. Todesmutig.
    Der Herr des Windes, der Robby Nash, weltbester Surfer, ich bin der Robby Nash von der Brücke. Von meiner Brücke, der Burtscheider Brücke.
    Ein Bild von Surfer! Ein Motiv für Bahnbrecher, für Lebenskünstler, für Optimisten. Bildende Künstler hätten mich so in Bronze gegossen und in den Marmor geschlagen.
    Aber tief.
    Eine gefährliche, waghalsige Geschichte ohne Frage, aber wer nicht wagt, der erhält nicht den Kick.
    Für den Kick geht es schließlich hier in der Höhe, für den Kick und für den Augenblick,
    Für den Moment, wenn die Arme ausgebreitet sind und sich der blaue Himmel öffnet.
    Es kann nur einen geben.
    Dagegen ist Bunjee-Springen wirklich Seniorensport.
    So stehe ich dort an der Spitze des Brückenbogens und lasse mir den Wind um die Nase musizieren.
    Der Wind, ja ich kann ihn spüren, direkt spüren, es wird mir kalt.
    Plötzlich ein lauter Knall, Glassplitter, das Fenster zum Schlafzimmer ist aufgeflogen.
    Ich wache auf und sehe aus dem offenen Fenster die Stadt, die so ruhig daliegt,
    Den Lousberg, den Salvatorberg und die schwarzen Raben, die ihren Landeplatz suchen.

  • Weinet nicht

    Weinet nicht
    Verliert nicht den Glauben.
    Stellt Euch vor, Ihr spielt das Spiel: Ich sehe was, was du nicht siehst.
    Ihr greift die Zeitung.
    Die Stellenanzeigen.
    Und seht, Mensch, die meinen ja Dich.
    Abitur, Studium, Professur, Administrator, Betriebswirtschaftsstudium,
    Magier, Magister, Manager,
    Abschluss in Philosophie, Wirtschaftswissenschaft, Medizin,
    Mathematik, Ingenieur.
    Nicht älter als 24 Jahre, langjährige Erfahrung, hervorragende Sprachkenntnisse.

    Mensch. Klasse. Hasste ja alles, kannste ja alles.
    Kerl die meinen ja Dich.
    Toll.
    Da fällt Dir plötzlich ein. Irgendwo muss da ein Haken sein.
    Richtig.

    Richtig. Der Haken: Die wollen nichts bezahlen.
    Von leistungsgerechter Entlohnung,
    Branchenüblicher Bezahlung ist die Sprache
    In Klammer steht: Lohn über dem Landesdurchschnitt.
    Von welchem Land?
    Aha, da steht es ja.
    Klein gedruckt: Kinder bevorzugt.

    © 2003 Manfred H. FREUDE

    Manfred H. Freude
    20.09.2003

    ***** Autoreninfo ******
    Manfred Hubert Freude (* geb. in Aachen NRW)
    Kunst-, Musik- und Lyrik,
    *****************

  • Schwaigen&Nichtsz

    //Dieses Buch wendet sich an Sprachphilosophen, Geisteswissenschaftler, Philosophen, Lyriker, Autoren und alle Interessierten, die Theorie und Sprache als Dialog verstehen. Diese These beleuchtet ein philosophisches Konzept und eine artikulierte Praxis einer sozialen Technik. Alle Sprachphilosophie ist unmoralisch! Der Sprache generell zu diktieren, ob sie wahr oder falsch sein muss, zeigt von einer niederen Gesinnung.
    Einfach Sprechen, so lautet der poetische Diskurs. Bedingung eines Glückens von Sprechakten, ohne Wahrheit oder Aufrichtigkeit zu bedenken. Interesselos und verantwortungslos. Lügen, so wie diese Wissenschaftler, die behaupten, entweder mein Traktat ist das Ende des Diskurs oder wir Schweigen. Man spricht eben so oder so. Während Platon meint, man könne nur aufrichtig sprechen (das ist doch sehr persönlich). Die alten Griechen waren verantwortungslos, zu Recht. Das bekam Sokrates zu spüren. Zu Hause wird Wein getrunken, im Gefängnis aber wird Schierling getrunken; also bitte schön getrennt. Die Wahrheit ist eine Hure. Sie verkauft sich dem Nächsten, Besten.
    Schwaigen verwendet viel philosophischen Scharfsinn darauf, eine Lücke in der Sprachphilosophie von Wittgenstein zu Derrida und von Austin zu Heidegger erkenntnistheoretisch zu deduzieren. Sprache als naives Wohlgefallen, immer mit einem Interesse. Aber welchem Interesse? Diese Frage wäre zuerst zu klären. Sprache als eine Zweckmäßigkeit ohne einen Zweck. Welche Funktion des Sprechens hier vorliegt, spielt keine Rolle. Auch wenn die Form (eine wissenschaftliche) eine mehr oder weniger wichtige Bedeutung vorstellen sollte. Wir reden zu viel. Wer zu viel redet, ist der Sprache nicht mächtig. Oft tritt ein Gerede an die Stelle, wo eher ein Schweigen angebracht wäre. //

  • Wissen ist:

    Wissen
    Griech. episteme, lat. cognitio , engl. knowledge: Wissen gehört zu den Bedingungen, unter denen etwas erklärt werden kann oder auch nicht. Wissen ist erstens dieses, was man kennt, weil man es sehen kann, gesehen hat oder zeigen kann. Also ich zeige: Dies ist ein Buch, oder: Dies ist ein Auto. Also Kennen, man kennt etwas, hat es schon einmal gesehen. Man sieht und findet bestätigt, weil man es sieht. Die zweite Form von Wissen ist das Können. Man kann eine Fertigkeit, also nicht nur vom Sehen, sondern man kann es auch. Man hat nicht nur einen Angler angeln gesehen, sondern man kann es auch. Man kann es auch zeigen: siehe her, so geht das. Der Bäckermeister, der seinem Lehrling zeigt: Schau her, so mache ich das. Der Lehrling kennt es, weil er es gesehen hat, der Meister kann es, weil er es kann. Dies war auch bei den Griechen zur Zeit des Sokrates so. Aber der Bäckermeister hat das Problem er kann sein Können, ohne es zu zeigen nicht erklären. Er kann sein Können nur zeigen, sieh her. Man muss Philosophieren vom nicht sinnlich wahrnehmbaren Seienden (Sein), das in den Bereich der Physis, der Natur, transzendiert. Also man muss lehren können, Metaphysik betreiben, erklären können, wie man angelt, ein Auto baut, Brot backt.
    © Manfred H. Freude

  • Ophelia Wasserleiche

    Ophelia
    In der Tradition der Wasserleichenpoesie
    Ophelia und die Wasserleichen:
    und die Rimbaudrezeption im deutschen Expressionismus
    Shakespeares Hamlet- Ophelia
    Ophelia is a fictional character in the play Hamlet by William Shakespeare. She is a young noblewoman of Denmark, the daughter of Polonius, sister of Laertes, and potential wife of Prince Hamlet.
    Rimbaud Rimbauds Gedicht "Ophélie", genauer gesagt Karl Klammers Übertragung löste bei den deutschen Expressionisten eine wahre "Schwemme" sogenannter "Wasserleichenpoesie" aus:
    Georg Heym Gedicht "Die Tote im Wasser"
    als Beispiel expressionistischer Wasserleichenpoesie
    Die bedeutendsten Werke aus diesem Kontext sind von Georg Heym "Die Tote im Wasser" (1910) , "Ophelia" (1910) und "Tod der Liebenden im Meer" (in zwei Fassungen) Georg Heyms "Die Tote im Wasser" ist das früheste und gleichzeitig ein charakteristisches Beispiel der expressionistischen "Wasserleichenpoesie".
    Gottfried Benn "Schöne Jugend" (1912) aus dem Morgue-Zyklus, von Paul Zech "Wasserleiche", von Armin T. Wegener "Die Ertrunkenen" (1917), bei Georg Trakl findet man Anlehnungen an das Motiv in "Wind, weiße Stimme" und in "Westliche Dämmerung" (1911).
    Bertolt Brecht kann sicherlich nicht mehr zu den Expressionisten gerechnet werden. Aber, weil bei keinem Autor die "Wasserleiche" so zahlreiche Bearbeitungen erfahren hat: "Ballade vom Liebestod", "Gesang aus dem Aquarium", "Dunkel im Weidengrund" und die "Legende der Dirne Evlyn Roe",
    Sein Gedicht "Vom ertrunkenen Mädchen" (1920) hat das Bild um neue Blickwinkel bereichert, den Motivkreis damit auch abrundet.
    Manfred H. Freude „Ophelias Brust“ (30.05.2010) ein Gedicht nach einer wahren Tat: Im Comersee bei Laglio, wo der US-Schauspieler George Clooney lebt, ist eine tote Frau entdeckt worden. Sie wurde Opfer eines Verbrechens. Auch sein Gedicht „Ophelia“ von 23.09.2006 über den Tod einer Welpenhündin.
    Walter Jens und „Die rote Rosa" Berühmte Wasserleichen (weiblich) Rosa Luxemburg, Landwehrkanal Ophelia am Landwehrkanal Als aber das Wasser Monate später, es -war Frühling geworden, den Leichnam, ihn ausspeiend, preisgab, erkannten die Freunde sie nicht, denn ihre Augen waren zu Höhlen geworden, ihre Wangen glichen riesigen Dellen, der Mund wuchs in die Nase hinein, drei Zähne standen wie Spieße hervor, und sie war schwarz und nackt. . .
    Paul Celan In dem Band Atemwende von 1967 steht das folgende Gedicht: COAGULA// Auch deine / Wunde, Rosa.

    Gedichtbeispiele

    "OPHELIA" -

    William Shakespeare (1564-1616)
    Hamlet III, 5 (0)

    Personen:
    Gertrude, Königin von Dänemark und Hamlets Mutter
    Polonius, Oberkämmerer und Vater Ophelias
    Hamlet, Sohn des vorherigen und Neffe des jetzigen Königs

    Königin. Habt Ihr mich ganz vergessen?
    Hamlet. Nein beim Kreuz!
    Ihr seid die Königin, Weib Eures Mannes Bruders,
    Und – wär` es doch nicht so! – seid meine Mutter.
    Königin. Gut, andre sollen zur Vernunft Euch bringen.
    Hamlet.
    Kommt, setzt Euch nieder; Ihr sollt nicht vom Platz,
    Nicht gehen, bis ich Euch einen Spiegel zeige,
    Worin Ihr Euer Innerstes erblickt.
    Königin.
    Was willst du tun? Du willst mich nicht ermorden?
    He, Hilfe! Hilfe!
    Polonius (hinter dem Vorhang). Hilfe! he! herbei!
    Hamlet. Wie? was? eine Ratte? (Er zieht)
    Tot! Für ´nen Dukaten, tot!
    (er tötet Polonius mit einem Stoß durch den Vorhang).
    Polonius (hinter dem Vorhang).
    O ich bin umgebracht!
    Königin. Weh mir! Was tatest du?
    Hamlet. Fürwahr, ich weiß es nicht: ist es der König?

    William Shakespeare (1564-1616)
    Hamlet IV, 7 (0)

    Königin. Es neigt ein Weidenbaum sich übern Bach
    Und zeigt im klaren Strom sein graues Laub,
    Mit welchem sie phantastisch Kränze wand
    Von Hahnfuß, Nesseln, Maßlieb, Kuckucksblumen,
    Die lose Schäfer gröblicher benennen,
    Doch zücht'ge Jungfraun tote Mannesfinger;
    Dort, als sie aufklomm, um ihr Laubgewinde
    An den gesenkten Ästen aufzuhängen,
    Zerbrach ein falscher Zweig, und nieder fielen
    Die rankenden Trophäen und sie selbst
    Ins weinende Gewässer. Ihre Kleider
    Verbreiteten sich weit und trugen sie
    Sirenen gleich ein Weilchen noch empor,
    Indes sie Stellen alter Hymnen sang,
    Als ob sie nicht die eigne Not begriffe,
    Wie ein Geschöpf, geboren und begabt
    Für dieses Element. Doch lange währt' es nicht,
    Bis ihre Kleider, die sich schwer getrunken,
    Das arme Kind von ihren Melodien
    Hinunterzogen in den schlamm‘gen Tod.
    ...

    Arthur Rimbaud (1854 - 1891) (Übertragung von Karl Klammer)
    Ophelia (1) (2)

    I.
    Auf stiller, dunkler Flut, im Widerschein der Sterne,
    geschmiegt in ihre Schleier, schwimmt Ophelia bleich,
    sehr langsam, einer großen weißen Lilie gleich.
    Jagdrufe hört man aus dem Wald verklingen ferne.
    Schon mehr als tausend Jahre sind es,
    dass sie, ein bleich Phantom, die schwarze Flut hinzieht,
    und mehr als tausend Jahre flüstert schon sein Lied
    ihr sanfter Wahnsinn in den Hauch des Abendwindes.
    Die Lüfte küssen ihre Brüste sacht und bauschen
    zu Blüten ihre Schleier, die das Wasser wiegt.
    Es weint das Schilf, das sich auf ihre Schulter biegt.
    Die Weiden über ihrer hohen Stirne rauschen.
    Im Schlummer einer Erle weckt sie hin und wieder
    Ein Nest, aus dem ein kleines Flügelflattern schlägt.
    Die Wasserrosen seufzen, wenn sie sie bewegt.
    Ein Weiheklang fällt von den goldnen Sternen nieder.
    II.
    Ophelia, bleiche Jungfrau, wie der Schnee so schön,
    die du, ein Kind noch, starbst in Wassers tiefem Grunde:
    weil dir von rauer Freiheit ihre leise Kunde
    die Stürme gaben, die von Norwegs Gletschern wehn.
    Weil fremd ein Föhn, der dir die Haare peitschte, kam
    Und Wundermär in deinen Träumersinn getragen;
    weil in dem Seufzerlaut der Bäume und im Klagen
    der Nacht dein Herz die Stimme der Natur vernahm.
    Weil wie ein ungeheures Röcheln deinen Sinn,
    den süßen Kindersinn, des Meeres Schrei gebrochen;
    weil schön und bleich ein Prinz, der nicht ein Wort gesprochen,
    im Mai, ein armer Narr, dir saß zu deinen Knien.
    Von Liebe träumtest du, von Freiheit, Seligkeit;
    du gingst in ihnen auf wie leichter Schnee im Feuer.
    Dein Wort erwürgten deiner Träume Ungeheuer.
    Dein blaues Auge löschte die Unendlichkeit.
    III.
    Nun sagt der Dichter, dass im Schoß der Nacht du bleich
    die Blumen, die du pflücktest, suchst, in deine Schleier
    gehüllt, dahinziehst auf dem dunklen, stillen Weiher,
    im Schein der Sterne, einer großen Lilie gleich.

    Georg Heym (1887 - 1912)
    Die Tote im Wasser (1) (2)

    Die Masten ragen an dem grauen Wall
    Wie ein verbrannter Wald ins frühe Rot,
    So schwarz wie Schlacke. Wo das Wasser tot
    Zu Speichern stiert, die morsch und im Verfall.
    Dumpf tönt der Schall, da wiederkehrt die Flut,
    Den Kai entlang. Der Stadtnacht Spülicht treibt
    Wie eine weiße Haut im Strom und reibt
    Sich an dem Dampfer, der im Docke ruht.
    Staub, Obst, Papier, in einer dicken Schicht,
    So treibt der Kot aus seinen Röhren ganz.
    Ein weißes Tanzkleid kommt, in fettem Glanz
    Ein nackter Hals und bleiweiß ein Gesicht.
    Die Leiche wälzt sich ganz heraus. Es bläht
    Das Kleid sich wie ein weißes Schiff im Wind.
    Die toten Augen starren groß und blind
    Zum Himmel, der voll rosa Wolken steht.
    Das lila Wasser bebt von kleiner Welle.
    - Der Wasserratten Fährte, die bemannen
    Das weiße Schiff. Nun treibt es stolz von dannen,
    Voll grauer Köpfe und voll schwarzer Felle.
    Die Tote segelt froh hinaus, gerissen
    Von Wind und Flut. Ihr dicker Bauch entragt
    Dem Wasser groß, zerhöhlt und fast zernagt.
    Wie eine Grotte dröhnt er von den Bissen.
    Sie treibt ins Meer. Ihr salutiert Neptun
    Von einem Wrack, da sie das Meer verschlingt,
    Darinnen sie zur grünen Tiefe sinkt,
    Im Arm der feisten Kraken auszuruhn.

    Georg Heym (1887 – 1912)
    Ophelia (1) (2)

    Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten,
    Und die beringten Hände auf der Flut
    Wie Flossen, also treibt sie durch den Schatten
    Des großen Urwalds, der im Wasser ruht.
    Die letzte Sonne, die im Dunkel irrt,
    Versenkt sich tief in ihres Hirnes Schrein.
    Warum sie starb? Warum sie so allein
    Im Wasser treibt, das Farn und Kraut verwirrt?
    Im dichten Röhricht steht der Wind. Er scheucht
    Wie ein Hand die Fledermäuse auf.
    Mit dunklem Fittich, von dem Wasser feucht
    Stehn sie wie Rauch im dunklen Wasserlauf,
    Wie Nachtgewölk. Ein langer, weißer Aal
    Schlüpft über ihre Brust. Ein Glühwurm scheint
    Auf ihrer Stirn. Und eine Weide weint
    Das Laub auf sie und ihre stumme Qual.

    Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß.
    Der Felder gelbe Winde schlafen still.
    Sie kommt, ein Vogel, der entschlafen will.
    Der Schwäne Fittich überdacht sie weiß.
    Die blauen Lider schatten sanft herab.
    Und bei der Sensen blanken Melodien
    Träumt sie von eines Kusses Karmoisin
    Den ewigen Traum in ihrem ewigen Grab.
    Vorbei, vorbei. Wo an das Ufer dröhnt
    Der Schall der Städte. Wo durch Dämme zwingt
    Der weiße Strom. Der Widerhall erklingt
    Mit weitem Echo. Wo herunter tönt
    Hall voller Straßen. Glocken und Geläut.
    Maschinenkreischen. Kampf. Wo westlich droht
    In blinden Scheiben dumpfes Abendrot,
    In dem ein Kran mit Riesenarmen dräut,
    Mit schwarzer Stirn, ein mächtiger Tyrann,
    Ein Moloch, drum die schwarzen Knechte knien.
    Last schwerer Brücken, die darüber ziehn
    Wie Ketten auf dem Strom, und harter Bann.

    Unsichtbar schwimmt sie in der Flut Geleit,
    Doch wo sie treibt, jagt weit der Menschenschwarm
    Mit großem Fittich auf ein dunkler Harm,
    Der schattet über beide Ufer breit.
    Vorbei, vorbei. Da sich dem Dunkel weiht
    Der westlich hohe Tag des Sommers spät.
    Wo in dem Dunkelgrün der Wiesen steht
    Des fernen Abends zarte Müdigkeit.
    Der Strom trägt weit sie fort, die untertaucht,
    Durch manchen Winters trauervollen Port.
    Die Zeit hinab. Durch Ewigkeiten fort,
    Davon der Horizont wie Feuer raucht.

    Gottfried Benn(1886 – 1956)
    Schöne Jugend (1)

    Der Mund eines Mädchens, das lange im Schilf gelegen hatte,
    sah so angeknabbert aus.
    Als man die Brust aufbrach, war die Speiseröhre so löcherig.
    Schließlich in einer Laube unter dem Zwerchfell
    fand man ein Nest von jungen Ratten.
    Ein kleines Schwesterchen lag tot.
    Die andern lebten von Leber und Niere,
    tranken das kalte Blut und hatten
    hier eine schöne Jugend verlebt.
    Und schön und schnell kam auch ihr Tod:
    Man warf sie allesamt ins Wasser.
    Ach, wie die kleinen Schnauzen quietschten!

    Bertolt Brecht (1898 – 1956)
    Vom ertrunkenen Mädchen (1)

    Als sie ertrunken war und hinunterschwamm,
    von den Bächen in die größeren Flüsse,
    schien der Opal des Himmels sehr wundersam,
    als ob er die Leiche begütigen müsse.
    Tang und Algen hielten sich an ihr ein,
    so dass sie langsam viel schwerer ward.
    Kühl die Fische schwammen an ihrem Bein.
    Pflanzen und Tiere beschwerten noch ihre letzte Fahrt.
    Und der Himmel ward abends dunkel wie Rauch
    und hielt nachts mit den Sternen das Licht in der Schwebe.
    Aber früh ward es hell, dass es auch
    noch für sie Morgen und Abend gebe.
    Als ihr bleicher Leib im Wasser verfaulet war,
    geschah es (sehr langsam), dass Gott sie allmählich vergaß.
    Erst ihr Gesicht, dann die Hände und zuletzt erst ihr Haar.
    Dann ward sie Aas in den Flüssen mit vielem Aas.

    Peter Huchel (1903 - 1981)
    Ophelia (1)

    Später, am Morgen
    Gegen die weiße Dämmerung hin
    Das Waten von Stiefeln
    Im seichten Gewässer,
    Das Stoßen von Stangen,
    Ein raues Kommando,
    sie heben die schlammige
    Stacheldrahtreuse.
    Kein Königreich,
    Ophelia,
    wo ein Schrei
    das Wasser höhlt,
    ein Zauber
    die Kugel
    am Weidenblatt zersplittern lässt.

    Weitere Gedichte oder Dichter zum Thema:

    Christoph Meckel: Ophelia
    Bei Walter Hinck:Vom Tod in der Stacheldrahtreuse

    Quellenangaben:
    (0)
    William Shakespeare: Hamlet, Prinz von Dänemark. Reclam Verlag Ditzingen 1969.

    Die Gedichte sind folgenden im Internet veröffentlichten Arbeiten zum Thema als Zitat entnommen:
    (1)
    Mag. Brigitte Poppernitsch (BRG Spittal / Drau): Expressionismus. Vergänglichkeit und Verfall.
    URL: http://vdeutsch.eduhi.at/literatur3/ex_verfall_vtfg.htm#Shakespeare
    (Abruf am 11.03.2009).
    (2)
    Barbara Glöckler: Ophelia und die Wasserleichen. Die Rimbaud-Rezeption im deutschen Expressionismus.
    URL:http://www.erlangerliste.de/express/expres3.html#T3___##0##___ (Abruf am 11.03.2009).

    Mit den gewählten Großzitaten aus den oben genannten Arbeiten werden keinerlei kommerziellen Zwecke verfolgt und sie dienen einzig dazu auf eben diese Arbeiten und die darin zitierten Dichter hinzuweisen. Sollte ich wider Erwarten Rechte von Verlagen oder Autoren verletzen, werden die entsprechenden Inhalte sofort von dieser Seite genommen werden.

    Ophelias Brust
    Im Comersee bei Laglio, wo der US-Schauspieler George Clooney lebt, ist eine tote Frau entdeckt worden. Sie wurde Opfer eines Verbrechens.
    Der Abend der noch früh begann
    Noch ehe die Nacht zum Zuge kam
    Lag unterm Nest der Schilfrohrdommel
    Ein Körper grausig war sein Fund.

    Er treibt mit halb durchtrenntem Hals
    Vorm Küchenfenster: Gesicht nach unten.
    Ein makelloser Körper. Sehr fein und sehr gepflegt.
    Lange Beine. Schöne Figur. Wie die eines Stars.
    Sie war nur mit einem weissen T-Shirt
    Und einem schwarzen Slip bekleidet.

    Ein Identifikationsversuch mittels Fingerabdrücken verlief negativ:
    Die Frau war nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten.
    Das tote Mädchen trug Dessous. Einen schwarzen Slip.
    Das Spitzenhemdchen hat man ihr
    Über ihren üppigen Busen bis unters Kinn geschoben.
    Der Anblick erschüttert mich zutiefst,

    Der Gerichtsmediziner stellt laut „Pathologen Blick“ fest,
    Dass das Opfer Geschlechtsverkehr hatte,
    Als ihm der Hals durchtrennt wurde.
    Offenbar benutzte der Mörder dazu ein Beil.

    Bei der Toten handelte es sich um eine junge Frau
    Sie wurde bereits seit Wochen vermisst.

    Oberhalb ihres Busens befand sich zudem ein kleines Tatoo
    Zwei Tätowierungen zeichnen den Körper:
    Ein kleiner Liebesgott auf ihrer rechten Brust,
    Auf der rechten Schulter ein Sonnen-Motiv.

    Die Polizei geht davon aus,
    Dass die Leiche seit Tagen im Wasser trieb
    Die unbekannte Frau war wahrscheinlich Opfer
    Eines Sexualdeliktes geworden.

    Sie hatte sich einer Brustvergrösserung unterzogen,
    Wie die Autopsie ergab. Die Polizei geht davon aus,
    Dass die Frau einen Schlag an den Kopf erhielt,
    Bevor man ihr den Hals aufschlitzte.
    Anschliessend wurde sie in den See geworfen.
    Zur letzten Reise auf dem stillen See.

    © Manfred H. Freude
    Aachen, 2010-05-30

    ***** Autoreninfo ******
    Manfred H. Freude geb. Aachen
    Escapistenlyrik, Liebe, Tod, Das Leben, Erfahrungen, Aktuelles, Trauer & Verzweiflung, Wut, Sehnsucht, Klartext, Kritisches, Gedanken, Allgemein, Nachdenkliches, Gefühle
    © 2010 MANFRED H. FREUDE

    Ophelia

    Von der Straße beim Nachhauseweg
    Fing man jenen kleinen Welpen
    Den man tief im Keller im Verlies
    Füttert und zu trinken gibt um Jahre
    Lehrt die Hündin Männchenmachen
    Hand und Schnauze abzulecken
    Bis der liebe Gott vergaß-:
    Nicht das arme Hundetierchen
    Auf den Knien menschlichweich
    Brach einzig weiches Kinderherz
    Weint vom Keller den Beton
    Als die Hündin schwamm hinaus
    Sich der Fänger nahm sein Leben

    Aachen, 2006-09-23
    © 2006 MANFRED H. FREUDE
    www.myblog.de/freude

    Ophelia 2010
    Einen ausnehmend eiskalten Winter zwanzigzehn. Lediglich die Beine der Leiche schauten aus der Schneewehe, und die steifgefrorene, veilchenblaue Leiche schrie stumm, zahnlos in den nachtkalten Sehnsuchtshimmel. Ich bin tot. Du killtest mich nur mit Deinem Herzen. Jetzt möchte ich zum Selbstmord, aber wann werde ich gehen? Mir ist so klirrendkalt, dort ist so viel Herzschmerz. Ich will nicht noch einmal ihren Namen hören. Mehr anzeigen, immer mehr anzeigen. Stoppt die Lügen, und ich sage euch goodbye, für immer goodbye.

    © Manfred H. Freude
    Aachen, 2010-05-31
    © 2010 MANFRED H. FREUDE

    Die Wasserleiche.
    Zur Identifizierung eines Unbekannten.
    Bitte um Mithilfe an die Öffentlichkeit.

    In Höhe des Kraftwerks Lichterfelde zog die
    Wasserschutzpolizei
    Den Körper aus dem Teltowkanal.
    Passanten hatten eine im Wasser treibende Leiche entdeckt.
    Anhaltspunkte für Fremdverschulden
    Ergaben sich bei der Ermittlung nicht.

    Groß und schlank, dunkelblonde, graumelierte Haare,
    Buschige Augenbrauen, blaugrüne Augen und unrasiert.

    An der rechten Hand fehlten,
    Am Zeige- und am Mittelfinger
    Das Fingerendglied, am Ringfinger das halbe Endglied.

    grau-blau kariertes Sakko der Marke „New fast“, Größe 24, ein beigefarbenes Oberhemd der Marke „Schiesser“, Größe 39, ein weißes Unterhemd der Marke „Basic concept“, Größe M 5, einen Herrenslip derselben Marke, Größe M 5, ein Paar weiße Socken, eine graue Stoffhose, der Marke „Finnegan“, Comfort stretch“, Größe 24, mit schwarzem Ledergürtel und braune Schuhe der Marke „Groß H.L.Blak“, Größe 41.

    In den Sarg legte man einen Strauß Agapanthus.

    © Manfred H. Freude, Nr. von Manfred H. Freude
    Aachen, 2010-11-14

    ***** Autoreninfo ******
    Manfred H. Freude geb. Aachen
    Escapistenlyrik, Liebe, Tod, Das Leben, Erfahrungen, Aktuelles, Trauer & Verzweiflung, Wut, Sehnsucht, Klartext, Kritisches, Gedanken, Allgemein, Nachdenkliches, Gefühle
    © 2010 MANFRED H. FREUDE

  • Dvorak D Moll

    DVORAK Messe in D

    Vom Kyrie Eleison bis Pacem
    klagen wir betrübt das Göttliche
    in die blühenden Töne

    Weiterblättern zwischen Dornen
    Schöpfen den Fluss
    die harten Balken zu tränken
    Wie schön die alte Orgel erblüht.

    Im Segen des Gesangs steigen die Töne
    Zwischen den Zeilen
    Es fließt ein Bächlein zum rasenden Strom
    Lasst noch einmal klingen MOLL

    Wenn aber die Glocken läuten
    in den Himmeln des Agnus Dei
    Fallen Menschen auf die Knie.
    Wie Engelschweben

    Es ist kein Ton zuviel im Raum
    Klagen wir betrübt das Göttliche
    in die blühenden Töne.

    © Manfred H. Freude

  • Senf

    Senf - Moutarde

    Als die Erde wahr und klar,
    Rein noch, wie ein Senfkorn war.

    Knackt ein Korn einmal im Mund,
    Schmeckt wie lecker, wie gesund.

    In des Lebens Kürze.
    Ist am wichtigsten die Würze.

    Wer des Lebens Senf nicht schmeckt.
    Hat noch nicht am Dessert geleckt.

    Nehmen wir den Senf im Fass.
    Greifen wir den richtigen Spaß.

    Ist er erst mal auf der Zunge,
    Greift er Atem und auch Lunge.

    Er gebiert auch auf dem Gaumen,
    Was Gehirn uns zeigt in Träumen.

    Senf. Das zählt zum Hochgenuss.
    Gibt dem Leben noch mal Schuss.

    Senf. Das gibt dir echte Wärme.
    Räumt den Magen und die Därme.

    Und beim Essen ist stets vorn,
    Was beim Weizen ist das Korn.

    Drum verpasse nicht dem Leben.
    Deinen Senf dazuzugeben.

    Manfred H. Freude 8.8.2003 Aachen
    © 2003 Manfred H. FREUDE

  • Tiefblaues Ledersofa

    Tiefblaues Ledersofa

    Tiefblau felsengleich steht das Ledersofa, Tiefblau
    liegt es im Meer des Raums
    tritt aus der Wand, trat und stand, kaiserblau
    schön und schön
    hatte so viel ertragen, vertragen soviel
    und still, schweigsam im Raum, Enzianblau
    gleich und Ausgleich steht dort
    im Raum das Ledersofa und schweigt
    von der Haut der gefalteten und
    getragen die Häute, die Nackten
    getragen, den Schweiß, den Schweiß ertragen vertragen
    und Haut und Stängel und Knospen
    und von den Mündern den Vielen
    oder allen Zungen, den Zungen
    war stark und stand, war stark
    trug alle Schwachen und Schatten der Schwachen
    und lagen und träumten mit Räuschen
    und tiefblau liegt es felsengleich, kaiserblau
    Enzianblau gleich und Ausgleich geliebt
    von allen Nichtgeliebten, gleich
    Kaiserblau, schön und schön
    hatte so viel ertragen, so viel

    Aachen, 2006-04-24
    © 2006 MANFRED H. FREUDE

  • Das Experiment

    Das Experiment
    von Manfred H. Freude

    als er das Messer nahm, das kalte, stille, glatte, abgehärtete, silberne Messer aus Solinger Qualitätsedelstahl eisgehärtet; wusste er noch nicht wie sich das nackte, kahle, offene, schiere Fleisch verhalten würde, das Fleisch das er tagelang in der geheimen, ja sagen wir einmal geheimnisvollen geheimen, seiner vertraulichen Brühe, die er über Jahre entwickelt und ausgebrütet hatte, in dieser Brühe hatte er das Fleisch eingelegt und es war so geworden, wie er sich dieses Fleisch vorgestellt hatte. So rosig rosarot, so zart und weich, so saftig und jung, so jung wie eben nur junges Fleisch sein konnte und das war sein Ziel, junges Fleisch zu kreieren. Ja, altes Fleisch formen, aufpeppen, auffrischen mit Botox hinterspritzen, mit Silikon hinterspritzen, mit Hormonen behandeln, das alles konnten Sie, aber seine neue
    Erfindung, sein Geheimnis, seine neueste Erkenntnis, an der er schon Jahre herumgearbeitet hatte, herumgedoktert, entwickelt, gebildet, experimentiert hatte, nein, das konnten Sie nicht, das wussten Sie nicht. Keiner wusste sein Geheimnis. Und dieses Experiment heute sollte den Durchbruch bringen, mit diesem Experiment heute würde er den Durchbruch schaffen. Keiner
    würde dahinterkommen, wie er das geschafft hatte, keiner würde hinter sein gehütetes Geheimnis kommen, denn er hatte dieses Geheimnis gespeichert auf seinem Rechner, den er nun startete und ... ERROR alle Daten waren gelöscht.

  • Das Schultertuch Teil II

    Das Schultertuch Teil II

    Hommage an George Simenon-
    Von Manfred H. Freude
    2003-11-03

    ...Es war ein Jahr vergangen.
    Nichts hatte sich wesentlich verändert. Nicht im Viertel, nicht in der Straße und schon gar nicht bei den Duron´s.
    Das Viertel war nur noch etwas schmutziger, die Häuser noch etwas heruntergekommener, ja sogar der Himmel schien sich dem anzupassen und war noch etwas düsterer, feuchter.
    Es wurde weiter in der gleichen Tonart gejammert, wie seit Jahren,
    denn das Leben war schwer, hart und schwer.
    Die Wasserkannen, die täglich treppauf und treppab geschleppt wurden, schienen auch immer schwerer zu werden,
    aber noch mehr schien das Herz schwerer zu werden.
    Herzen, schwer wie Blei, oder schwer wie Stein? Wie konnte Marie Duron das sagen? Es kann wohl niemand selber erklären, dessen Herz schwer ist wie.. ja, wie schwer?

    Wie schwer kann doch so ein Herz werden, wenn der Körper dabei immer schwächer wurde.
    Sicher reichte das Geld nicht mehr. Weder vorne und hinten, besonders wenn der Monat zu Ende ging.
    Hungern musste man nicht, aber immer das Gleiche essen, wer mag das schon, und wer konnte dabei gesund bleiben.
    Im Übrigen musste Frau Duron oft soviel arbeiten, das zum Essen gar keine Zeit blieb, ja sie so müde war, dass sie keinen Hunger verspürte.
    „Iss du nur sagte sie dann immer wieder zu ihrem Mann“.

    Seit dieser „dummen Geschichte“ war Marie Duron ihrem Mann noch ergebener.
    Schuldgefühle hatten sich tief in ihr Herz gebohrt.
    Warum, so fragte sie sich immer wieder hast du dich so dumm angestellt.
    Was hast du nur falsch gemacht?
    Niemals würde sie eine Antwort finden, weil sie immer dort suchte,
    wo nie eine andere Antwort zu finden war.
    Wie schämte sie sich, wenn Frau Cassieux ihr auf der Straße begegnete.

    Immer glaubte sie ein Lächeln, ja sogar ein inneres Lachen in Frau Cassieux Gesicht zu sehen. Sie sah, wie Frau Cassieux ihren rechten Mundwinkel zusammenzog, ihr rechter Nasenflügel bebte, wie wenn einer lachen oder weinen wollte. Und ihre Unterlippe schob sich vor, fas unmerklich, aber weit genug, dass man eine gewisse Herablassung bemerken konnte, gerade so als käme jeden Augenblick ein gezischtes ...phhfff... aus den Lippen.
    Abfällig, so als würde sie denken, so dumm kann doch keiner sein.

    Seitdem Frau Cassieux nun Witwe war und das Erbe ihres Mannes angetreten hatte, war sie nun auch noch viel eleganter gekleidet und stolzierte wie ein Mannequin, na ja, sagen wir wie eine Straßenschönheit die Straße entlang.

    Es war ja kaum ein Jahr vergangen und wie hatte sich Frau Cassieux doch äußerlich verändert.
    Sie trug ein schwarzes Kleid, aber.. und das bemerkte sicher nicht nur Frau Duron, das Kleid war um diese Zentimeter über dem Knie zu kurz, bei denen man sagte, das es unanständig, ja man konnte auch sagen schamlos aussah.
    Und dem war lange nicht genug.
    Frau Cassieux trug zuweilen zu diesem schwarzen Kleid eine pinkfarbene Jacke. Natürlich war der nicht hier aus Lüttich, nein direkt aus Paris, das wusste jeder in der Straße. Schließlich hatte es Frau Cassieux oft genug wiederholt, beim Metzger, beim Bäcker und im Käsegeschäft.
    Dazu trug sie bei Regen und Sonne ein pinkfarbenes Stockschirmchen und ihre Lippen waren ständig knallfarbenpink geschminkt. Was nicht nur Herrn Duron schon aufgefallen war: „Hast du gesehen“ sagte er zu seiner Frau.
    Aber sicher hatte sie gesehen, selbstverständlich hatte sie gesehen.
    Das war doch wohl kaum zu übersehen.
    Wie konnte sie es nur wagen. Diese Person. Kannte sie denn kein Schamgefühl.
    Der arme Herr Cassieux, das hatte er wirklich nicht verdient, wenn er dies nur einmal sehen konnte.
    Frau Duron hatte immer mehr Mitleid mit Herrn Cassieux und fand immer mehr gute Eigenschaften an dem Toten, der ja nun nur noch ein Häufchen Asche war.

    Und mehr noch verabscheute sie diese Person dieses Frauenzimmer, wie sie von ihr sprach.
    Sie schämte sich vor Frau Cassieux, der sie häufig ungewollt, beide wohnten schließlich in der gleichen Straße, auf dem Trottoire, begegnete. Doch wenn sie ihr begegnete, war wieder dieses demütigende Gefühl.
    Frau Duron schämte sich ehrlich.
    Ja, da sie auch nicht, wenn sie der Frau Cassieux begegnete, auf die andere Straßenseite gehen wollte, würde sie am liebsten in den Erdboden versinken.
    Ja, sie würde am liebsten in den Erdboden versinken und dann hinter Frau Duron wieder aus der Erde herauskommen. Und ohne sich umzusehen weitergehen.

    Diese aufgetakelte Person dachte sie.
    Während sie, „die arme Frau Duron“, so bezeichnete sie sich auch häufiger selbst, noch immer das schäbige Schultertuch trug.

    Aber sauber, das musste man wohl sagen, sauber war es, auch wenn es öfter nach Pommes frites roch, oder nach Zigarren und Kneipenrauch.
    Wenn sie öfter für ihren Mann die Fritten holen, oder in der
    Stammkneipe ihrem Mann einen Humpen Bier holen musste.
    Und wenn die anderen dann fragten: „Na Frau Duron, wie geht’s ihrem Mann?“ „Immer noch keine Arbeit“ „Warum kommt er nicht selber mal vorbei?“
    „Bestellen sie ihm doch schöne Grüße“.

    Und dabei gab es so schöne neue Schultertücher.
    Selten ging sie in der Etalage des großen Kaufhauses nachsehen, ob dort noch das schöne neue bunte Schultertuch hing, das ihr so gut gefiel. So eines hätte sie sich gerne gewünscht.
    Nur leisten konnte sie es sich nicht, wer sollte das denn bezahlen können.
    Daran war ja nicht einmal Weihnachten zu denken.
    Das alles brauchte Frau Cassieux sich nicht zu fragen.

    Wie gut musste es ihr wohl gehen? Neid kam wieder auf.
    Oft kamen die Gedanken von Neid in ihr auf.
    Und es vergingen kaum Stunden oder Tage, an denen sie nicht daran denken musste, wie dumm und gedemütigt sie sich gefühlt hatte und wie schlau doch Frau Cassieux sich angestellt hatte.

    Sie hätte gerne mit Frau Cassieux getauscht.
    Sicher, vorher, bevor Frau Cassieux ihren eigenen Mann umbrachte, ging es Frau Cassieux auch gut, aber heute?
    Heute ging es ihr doch noch viel besser. Heute konnte sie tun und lassen, was sie wollte.
    Und sie brauchte nur zu schnipsen und jeder Wunsch wurde ihr erfüllt.

    Ganz zu schweigen von Wassereimern heraufschleppen, oder in die verrauchten Kneipen zu gehen, wo alle wussten und tuschelten und guckten.

    Der feine Herr saß ja zu Hause und war zu feige alleine in die Kneipe zu gehen.
    Hier saßen ja meist nur Arbeiter und Taugenichtse und dafür war der feine Herr Bankangestellter ja zu fein.

    Es konnte ja auch sein, das einer der Leute fragte, was ist mit meinem Geld, das er auf der Bank, in der ihr Mann angestellt war, gelassen hatte.
    Und ohnehin konnte sie nicht verstehen, warum die Bank bankrott gemacht hatten und warum der feine Herr Direktor im Gefängnis saß. Dieser feine Herr.
    Er war immer so nett und freundlich gewesen.
    Und wie war das, als die Bank geschlossen hatte und ihr Mann mit seinen Kollegen um den Küchentisch saßen und alles beredeten.
    Wie war das, als sie alle bedienen musste.
    Fritten und trinken.

    Alle sagten da – ich hab doch nichts getan -.
    Was soll das nun wieder heißen. Ich hab doch nichts getan.
    Wenn keiner etwas getan hatte,
    Dann musste die Bank ja Konkurs machen. Keiner was getan.
    Genau wie heute.
    Der Mann sitzt zuhause, wenn er nicht gerade das Arbeitslosengeld abholt.
    „Habe nichts getan, das sagen Sie alle“, sagte sie wieder leise vor sich hin, als sie bepackt mit einem großen Korb vom Marche, kam.

    Aber, wie kann ich jammern, wie kann ich klagen, wie kann ich mich beschweren? Dachte Marie Dudon.
    Bin ich doch selber am meisten Schuld.
    Schuld am kläglichen Schicksal der Familie.
    Wie könnte es uns allen heute besser gehen.
    Vielleicht mit einem feinen Häuschen, und wenn nicht in der Stadt, so doch auf dem Land, wo uns keiner kennt.
    Und mit so einem kleinen Startkapital und etwas Ansehen steigen auch die Möglichkeiten, für den Mann, wieder eine ihm gefällige Arbeit zu bekommen.
    Aber ich habe ja wieder einmal alles vermasselt.

    Ein Glück, das ich ihm niemals etwas davon erzählt habe, dachte sie noch.
    Wer weiß, dann würde er noch mehr sich bedienen lassen und es sie richtig spüren lassen, das sie nie einen ordentliche Arbeit und besonders nie so eine
    schöne Tätigkeit, wie ein Angestellter einer Bank, hatte.
    Damals, ja damals, da hatte Sie ihn angehimmelt, und die Eltern hatten noch zu ihr gesagt: „Nimm den Duron, der hat eine gute Stelle, eine solide Stelle, der ist bei der Bank, da kann einem nichts passieren, da hat man ausgesorgt.“
    Bei der Bank, ja bei der Bank.. und so weiter.
    Man hat gar nicht mehr aufgehört ihr die Ohren Vollzututen, das ihr schließlich
    nichts anderes Übriglieb, als den Duron zu nehmen.

    Dabei gab es damals noch jemanden.
    Jemanden der die Straße fegte.
    Sicher, da sagten alle, was willst du denn mit dem.
    Aber er sah gut aus. Nicht so schmächtig wie ein Bankangestellter und er war auch immer ein guter Tänzer. Sie trafen sich immer sonntags, als am Maasufer der Marche anfing bei Stella Artois zum Tanz.

    Und heute. Manchmal trifft sie ihn auf der Straße. Er sieht noch immer sehr gut aus. Ist noch immer bei der Stadtreinigung. Aber er ist auch gleichzeitig bei der Stadt angestellt, mit allem Pipapo und was sonst noch dazugehört.
    Also sagen wir einmal: sichere Position, gutes Gehalt. Kurz, aus heutiger Sicht wäre er klar die bessere Partie.

    Das Schicksal hat es eben so eingerichtet, dass sie alles falsch machte.
    Alles, was sie anpackte, ging schief.

    Und als sie so weiterging und nachdachte, lief sie einem älteren Mann in die Hacken, der geradestehen geblieben war.
    Einem Mann der sich auf seinen
    Stock stützte und dem sie genau auf den Absatz seines rechten Schuhs trat, sodass er dort nur in seiner Wollsocke stand.

    Der Mann drehte sich um und sie erschrak und stand wie versteinert da.
    Ihr Mund war weit geöffnet.
    Der Unterkiefer hing locker als hätte ihr Zahnarzt gefragt, öffnen sie einmal den Mund.
    Alle Farbe war, wie man erkennen, konnte aus ihrem Gesicht gewichen und sie war unfähig irgendein Glied ihres Körpers und wäre es nur der kleine Finger, zu bewegen.
    Nur ihre Augen verrieten, dass sie nicht gestorben war, obwohl sie nur geradeaus starrten und sie blickte geradewegs ins Gesicht von Herrn Cassieux
    der mit seinem Stock auf sie zeigte und fragte:
    „Sie sind doch Frau Duron aus der Rue de la Constitution.“

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  • Religion und Moral

    Religion und Moral
    Zu sagen: Philosophie beschäftigt sich immer mit Moral ist doch Bullshit. Der Philosoph, der beginnt die Gräuel der Welt und die Kriegshandlungen und Massaker aufzuzählen, hat doch nichts von Moral verstanden. Diese Terroristen haben doch ebenfalls eine Moral. Ihre Moral heißt auch, die Ungläubigen zu töten. Sokrates rät doch nicht zu klären, was alles die Moral beweist, sondern vielmehr erstmal zu sagen was Moral denn eigentlich ist? Hierfür gibt es keine Erklärung. Es gibt auch nur unsere Moral, weil es diese Moral der Anderen gibt. Die Art und Weise, wie das Problem formuliert wird, ist bereits irreführend. Alles was täuscht, wie dieses Wort Moral im Munde der Unmoral, muss von den wahren Philosophen, Sokratikern und Dichtern benannt werden. Diese Moral, die man von dir anfordert, von denen die selbst die Unmoral verschuldet haben. Du fühlst dich schuldig, und gleichzeitig bietet man dich für die Moral dein Statement (deinen Senf) abzugeben. Doch die wahren Ursachen bleiben unangetastet und die Planungen der Unmoralischen laufen weiter, bereits unter deiner Einbeziehung und Veränderung der Weltmoral. Bedenke erst, das du nicht der Moralapostel der Welt bist und statt deine Moralkeule zu schwingen, erst prüfst ob die Bilder und Texte die dir zugeführt werden, deiner Wahrheit entsprechen. Also denke erst.

  • Nichtsz

    Nichtsz
    Aus dem Nichts kann nichts entstehen, (also nicht dieses oder jenes, sondern beides. Man nennt dies in der Physik auch den Quantensprung) aber alles, was entsteht, ist aus dem Nichts entstanden, denn woher sollte es sonst entstehen? Wenn etwas aus etwas ist, so ist es nicht entstanden, denn es kann nur etwas entstehen, welches aus dem Nichts kommt, aus dem Unbewussten einer Idee zum Beispiel.
    Es muss immer mehr produziert werden. Dieser Gedanke trat bereits bei Adorno und Heidegger in den 60er Jahren auf. Die Technik ist heute das eigene Wesen als Gespenst. Nicht nur dass es aus dem Nichts schafft, es benötigt den Menschen fast nicht mehr; Sie stellt auch das Nichts her. Ein Getränk, das nichts beinhaltet, keinen Zucker, keine Energie, keine Kalorien, nur flüssiger Geschmack ohne Inhalt. Wir stellen allerdings diese Mittel selbst her, sind also Schöpfer des Nichts und gleichzeitig Konsument. Wir sind also zurück in die Höhle und negieren die Wirklichkeit und verkonsumieren die Schatten als Realität. In der Wissenschaft besteht nur der Spezialist, dasselbe monotone Nichtwissen von Welt, welches auch die Person am Fließband hat. Der Chirurg ist ein Künstler, aber er arbeitet nur den gleichen Vorgang nach Diagnosen und Materialien, die ihm vorgeliefert werden. Lässt sich kein sichtbarer Defekt am Körper feststellen, wird die Diagnose auf alles andere im Körper ausgedehnt. Also, (Beispiel) man stellt im Orchester einen Lampenputzer als Flötenspieler ein. Jeder Musiker sagt, dass der nicht Flötenspielen kann. Der Generalmusikdirektor (Oberarzt) sagt, dass man dies feststellen wird. Erst beginnt man nach drei Monaten mit einem Termin beim Klavierexperten, der feststellt, dass er nicht Klavier spielen kann, dann beim Geigeexperten, dann sämtliche Musikinstrumente durch, die man also alle ausschließen kann. Er kann also alle diese Instrumente nicht spielen, darum muss er Flöte spielen können, davon muss man ausgehen. So arbeitet die modernen hoch spezialisierten Universitätskliniken. Vernunft wird hier zum Werkzeug.

    Grund die Menschheit zu retten vor ihren Worten.

  • Universität

    Wir lernen heute an den Universitäten, so wie wir das Autofahren lernen. Mehr brauchen wir nicht zu wissen, um Autofahren zu können. Das ein Auto Räder hat und einen Motor und was das bedeutet (zählt zur Geisteswissenschaft) und interessiert durchaus nicht. Wir benutzen das Auto, denn es ist bereits da. So entsteht auch nicht mehr diese Frage nach der Vernunft. Denn seit Kant ist diese bereits da. Alles was wir sonst brauchen, finden wir bei Google. © Manfred H. Freude

  • Krieg&Frieden

    Krieg&Frieden

    Es macht mir nichts.
    Es gibt nur diese Deadline.
    Man spricht über Kriege?
    Damit hat man den Frieden
    bereits zerstört.

    © Manfred H. Freude
    18. August 2014
    25.07.2014

  • Hinter allen Kriegen ist Ruh

    Hinter allen Kriegen ist Ruh
    Unter allen Toten spürest Du
    Kaum einen Hauch
    Im Frieden schweigen die Waffen
    Schlafend verschweige auch Du.

    © Manfred H. Freude
    Sonntag, 17. August 2014

  • Aktualität des tödlichen Friedens

    Diese Aktualität. Das ständig auf dieser Welt etwas passieren kann. Das Menschen gegen Andersgläubige ihre Waffen richten. Das Krankheiten, plötzlich vom Himmel fallen. Alles ist Unmachbar. Darauf hin weist das Gedicht:

    TÖDLICHER FRIEDEN

    Tödlicher Frieden der tauben Panzer
    Die rollen und rollen
    Nicht wissend wohin noch woher

    Und in den Straßen
    Und auf den Plätzen
    Spielen die Kinder der Landser
    Mit Holzpferden und Steinkreuzen

    Die Armen und die Doofen sind geblieben
    Die Anderen zog es zum Meer
    Wo man den Horizont noch sieht
    Den Horizont, der einem so fehlt

    Ihr Lacher lacht noch lächerlicher
    Glaubt weil ihr im Blut gebadet
    Ganz getaucht in schwarzem Blut
    Ihr wäret unverwundbar wunderbar

    Hört ihr nicht die Wellen, rufen singend
    Seht ihr nicht die Wälder, brennen fressend
    Warum schweiget ihr noch
    Die Natur wird’s richten meint ihr hinrichten

    ****** Autoreninfo *******
    Manfred H. Freude geb. in Aachen
    Aachen, 2004-01-07

    Krieg & Frieden, Gedanken, Escapistenlyrik, Allgemein, Nachdenkliches, Gefühle, Trauer + Verzweiflung, Weltpolitik

    Tödlicher Frieden ISBN: 3-86703-111-8 D 15,00 €
    Tödlicher Frieden - Gedichte - Poesie der Ruinen - Nur die Zukunft sehen
    ISBN: 3-86703-111-8
    1. Auflage 2006_09 bei Engelsdorfer Verlag
    Preis: 15,00 EUR
    © 2004 MANFRED H. FREUDE

    Tödlicher Frieden
    Zur Interpretation
    Was alles jederzeit und überall passieren kann.
    Oft verwechselt alleine mit Kriegen. Aber Kriege sind immer, jederzeit, überall. Ständig, überall, immer. Die ständig, immerwieder irgendwo und überall stattfinden. Das Gedicht mit allen Kriegen verwechselt, wohl wegen der Panzer, die taub zu sein scheinen? Taub, wodurch? Taub, wogegen? Ständig wird gewarnt. Von allen Seiten. Wovor? Wofür? Wieder das Vergessen? Wieder das Vergessene? Gibt es Krieg? Gibt es Streit? Gibt es endlich Frieden? Das Gedicht beginnt mit etwas, das unveränderlich fortbesteht. Sind die Kriege und die Frieden menschlich, Artefakte? Oder sind sie natürliche Erscheinungen? Wie Unwetter oder Dürren? Alles Fragen. Alles unbeantwortet. Und das Gedicht? Unbeantwortet stellt es die Frage „was kann geschehen? Immer. Jetzt.“ Der intelligente Mensch versagt. Da gibt es nichts wissenschaftlich zu interpretieren. Er steht vor seinem Urteil. Einem Oxymoron. Widersprüchlich, different, paradox. Er spricht aus Angst. Wie der große Dompteur. Wissend, dass der Tiger niemals beißt, dass er immer spielen will. Historisch rollen die tauben Panzer immer. Ab und an löst sich ein Schuß, mitten im Frieden. Ein Attentäter, ein Amokläufer ein Verrückter. Was soll da noch erklären? Der Mensch könnte an seinem Mörder im stillen Tunnel vorbeigehen. Der Mensch erkennt, wenn der Strand ins Meer zurückgeht, ist Gefahr. Es ist nicht mehr schön. Die Kinder sind mit der Geschichte geboren und aufgewachsen. Sie spielen, doch glauben alle an die Unverwundbarkeit. Ihnen wird an diesem Ort nichts geschehen. Tödlicher Frieden. Aber was geschieht? Sie wurden gebadet wie Siegfried im Blut der scheinbaren Unverwundbarkeit. Aber niemand ist unverwundbar. An irgendeiner Stelle klebte das Pflaster der Unverwundbarkeit. Dort ist man verwundbar. Die Natur ruft ihre grausamen Kräfte herbei. Der Mensch, der in der Wüste, lernte seine Häuser nicht mitten in die Oase zu bauen, um diese nicht zu zerstören. Nun baut er seine Villen mitten in die Wälder. Wälder brennen immer. Das ist ihre Natur. Der Mensch wird sich nicht ändern. Das ist seine Natur. Er versucht, die Natur zu ändern. Hinzurichten auf eine neue Schöpfung. Das Gedicht tödlicher Frieden (welches auch dem gleichnamigen Buch seinen Titel gab), wird fast ausnahmslos falsch interpretiert. Man schwankt, bei der Interpretation, zwischen Krieg und Frieden. Das ist falsch! Dies passiert auch berufsmäßigen und geübten Kritikern, Lesern, Poetologe, Sprachphilosophen. Auch wenn das Gedicht, stellenweise von Landsern, Panzern spricht, so handelt es bei genauerem Hinsehen, Hinhören und Betrachten, um diese alltägliche Situation einer Katastrophe, gleich welcher Art, die jedem von uns, zu jeder Sekunde treffen kann. Auch am ruhigsten Urlaubsort kann uns eine explodierende Bombe treffen, sowie eine tödliche Monsterwelle. Das Haus, in dem wir uns gerade befinden, kann sich selber in ein tiefes Erdloch stürzen. Es kann sich zu jeder Zeit die Erde öffnen von Vulkanen oder Erdbeben. Der Regen kann uns, ganze Häuser und Autos wegspülen. Immer und überall kann etwas passieren. Immer und überall kann plötzlich das Friedliche ins Tödliche umschlagen. Die Idylle zur Ruine werden. Das ist Sinn des Gedichtes Tödlicher Frieden. Der Tödliche Frieden. Hier wird immer Krieg angenommen. Dass der Krieg tödlich ist, ist wohl schwer zu bezweifeln. Aber es geht hier um Frieden. Nur der Frieden kann tödlich sein; der Krieg ist per se tödlich (nur tödlich und niemals untödlich). Der Frieden hat an sich friedlich zu sein, doch dies täuscht. Frieden ist so wenig friedlich wie Krieg tödlich ist. Attentate, Naturkatastrophen, Mitte, Dunkel, Dämmerung, Leere, innen, unsichtbare Tornados, Wellen, Wüsten, Tsunami, Feuer, Brandung, Vulkane, Erdbeben, Explosionen, Straßenkämpfe, Schüler, Hacker, Terroristen, was noch? Unsere eigenen menschlichen Aggressionen, ob als vermeintliche Friedensstifter oder als Krawallmacher. Das friedliche Nebeneinander, unsere aufgezwungene freundliche Toleranz, schamlos ausgenutzt, wie die Natur, der wir arglos begegnen an Traumstränden von urplötzlichen Wellen, Erdbeben oder Vulkanausbrüchen überrascht. Begegnen wir unserem Leviathan. Begegnen wir auf der Stille der Friedhöfe nur unseren Toten. Die Sekunden der Stille vor der Atemwende des Todes. Zu dem Gedichtband geht mehrdeutig der Beweggrund hervor. Zunächst zu dem Text, dieser Anlass, dass verstärkt berichtet wurde, dass die gebräunte Gesellschaft sich nun aufmachte, diesen Tag wieder in ihre Reihen zu bekommen und Aufmerksamkeit zu fordern, die sie auch in jedem Fall wieder erreichte, weil sie ständig zu allen unpassenden Gelegenheiten präsent ist. Solange keine Gegenbewegung erfolgt, bekommt diese haarlose Gesellschaft ihre Plattform, ob negativ oder positiv, sie kommen leider in die Schlagzeilen. Zu seinen Gedichten, die Freude zu diesem Thema geschrieben hat. Da erübrigt sich auch ein Kommentar, was den Dichter hier bewogen hat. Das bewegt gewisse Herren in der Schweiz, in Lichtenstein und am Gardasee sicher nicht. Es gehört aber immer wieder aufgetischt und verstärkt in die Aufmerksamkeit. Das Thema wird leider viel zu sehr, so einfach hingenommen. Zu dem Gedicht Auslandeinsatz ist zu sagen, dass es bei dem ersten Auslandseinsatz, der Abstimmung im Bundestag geschrieben wurde. Wie weit wir heute mit unseren Auslandseinsätzen sind, ist bekannt. Fuß um Fuß, bewegen wir uns weiter in die Kriegsgebiete, und schaffen es, dass wir in fremden Weltmeeren, nun mit riesigen Kriegsschiffen kleine aber umso schnellere Piratenboote jagen. Kapitän Hook lässt grüßen und von den Kriegsgebieten kommen die Särge und die Öffentlichkeit nimmt nichts war, oder heißt es wahr? Bei allen Themen von Tod und Frieden geht es um Berichterstattung und um das Wegsehen. Wir sind doch blind für die Dinge, die geschehen. Selbst bei Amokläufern sehen wir nicht hin, sondern suchen uns Begründungen, die unser Gewissen beruhigen; mit denen wir leben können. Den wahren Grund wollen wir doch nicht sehen. Der ist bei blindwütigen Mördern, Terroristen und totalitären Personen gleich. Wir aber trennen fein. Beim Trennen in grüne, weiße und braune Flaschen, bleiben es doch immer Flaschen. Wir sehen aber nur die Farbe. Dies ist hoffentlich eine kleine Einführung in eine Interpretation, das reicht fürs Erste als Erklärung. Weiteres ergibt sich aus seiner kompletten Arbeit. Im Übrigen hat er einen einzelnen Band herausgebracht, mit dem Titel: tödlicher Frieden. Hier geht es darum, dass es im Allgemeinen, keine Sicherheit gibt. Auch nicht in der Natur. Leider werden der Titel und auch einige Gedichte, wie das Gedicht Tödlicher Frieden, oft als einen Text, alleine wider den Krieg oder wider das Vergessen, angesehen. Es geht aber darum, dass wir zu keiner Zeit, zu keiner Sekunde sicher sein können, weder vor Krieg noch vor Erdbeben noch vor Amokläufern noch vor Hauseinstürzen. Wir leben einfach gefährlich. Na, wenn das keine neue Botschaft eines Dichters ist. Wir leben in gefährlichen Zeiten; der Lachende hat die furchtbare Nachricht nur noch nicht empfangen … der dort ruhig über die Straße geht ist wohl nicht mehr erreichbar für seine Freunde, die in Not sind? Aber nun spricht das Gedicht von den Armen und den Doofen, die noch geblieben sind. Dies war immer schon so. Die Reichen gingen ständig fort. In der dunklen Zeit nannten Sie sich Emigranten (Brecht, Brand, Mendelssohn, Thomas und Klaus Mann). Andere mussten bleiben und aushalten. In Zeiten der Finanzkrise verschwand das Geld mit den Menschen auf Traumboote, Traumschiffe und Trauminseln. Im Vorwort zu seinem Buch Tanz der Heuschrecken Einige dieser Bekannten sitzen heute im Gefängnis oder residieren in Luxusorten an der Cote d Azur, auf den Bahamas oder in der Schweiz. Es scheint auch schlimme Ereignisse zu geben, die uns als Katastrophen erscheinen wie der plötzliche Unfall oder Tod eines Prominenten?

    Meteoriteneinschlag
    Hat ein Meteorit eine ausreichende Größe und Geschwindigkeit, wird bei seinem Einschlag eine so große Menge des Meteoriten- und Erdgesteins als feine Partikel in die Atmosphäre geschleudert, dass sich eine Staubschicht um die Erde legt, die fast jede Fotosynthese und damit letztlich fast alles Leben auf der Erde unmöglich macht. Für das Massenaussterben am Ende der Kreide gilt ein Meteoriteneinschlag als Ursache für äußerst wahrscheinlich (Kreide-tertiär-Grenze), für die übrigen steht ein solcher Beleg noch aus.
    Vulkanismus
    Starker Vulkanismus kann durch die in die Atmosphäre geblasene Asche die Sonneneinstrahlung behindern und zu einer Eiszeit führen. Andererseits können durch Vulkanismus auch ausgestoßene Treibhausgase (z. B. Kohlendioxid) eine globale Erwärmung verursachen, die ihrerseits weitere Treibhausgase freisetzen kann (z. B. Methan aus Methanhydrat durch einen deutlichen Temperaturanstieg in den Ozeanen). Eine derartige Entwicklung hin zu einem gigantischen Treibhauseffekt wird als Ursache für das Massensterben am Ende des Perm vermutet.
    Klimawandel
    Durch einen abrupten Klimawandel, insbesondere durch eine Eiszeit, kann großflächig Lebensraum verschwinden.

    Luftangriff auf einen Markt in Syrien, Anschlag auf einen Gottesdienst im Irak, Selbstmordattentat in Afghanistan, Raketen auf Israel, Explosion in Südrussland
    Katastrophen (Umsturz) und Geschichten mit anderer Einstellung zur Wirklichkeit. Die Pranke der Natur, die Natur die Einfluss hat.
    Vesuv Ausbruch, 365 Tsunami westlich von Kreta, Erdbeben nahe Byzans, Pest Justitianpest, Julian Apostata 363 J.n.Chr., Finanzkatastrophen (wie Jesus Brot wird Geld vermehrt) 1.Jh. vor Chr. Mikradatis brachte Rom ins Wanken erst Finanzkrise, dann Diktatur, der dicke Plinius war zu nah am Vesuv, 79 nach Chr. brannte der Vesuv, und Rom brannte unter Nero, Persepolis 930 n.Chr. Das Unerwartete. Feuersbrunst Crassus reichster Mann Roms Feuerwehr,

    Erdbeben von Lissabon das Erdbeben von Lissabon am 1. November 1755 zerstörte zusammen mit einem Großbrand und einem Tsunami die portugiesische Hauptstadt Lissabon fast vollständig. Adorno sah eine Analogie zwischen dem Erdbeben von 1755 und dem Holocaust; beide Katastrophen seien so groß gewesen, dass sie die europäische Kultur und Philosophie zu transformieren vermochten.
    Die Brücke am Tay Theodor Fontanes Ballade Die Brück' am Tay handelt vom Einsturz der Firth-of-Tay-Brücke in Schottland am 28. Dezember 1879, der mit einem Eisenbahnzug 75 Menschen in den Tod riss. Choleraepidemie in Haiti ab 2010.
    2014 Ukraine,
    Gaza,
    Gräuel in Syrien,
    Ebola,
    IS Massaker im Irak
    Mord und Totschlag in der Ukraine
    Boko-Haran Bluttat in Nigeria

  • Wie fühlen sie sich?

    Wer ist Wir? Der Professor ausdrucksvoll,: Wenn wir, wir sagen, dann meinen wir, Uns.//

    Was machen wir mit dem Defizit. (diese weltweite Problemfrage der Politiker) Aber dieses Defizit ist in ihren Köpfen. © Manfred H. Freude//

    Medien drücken die Angelegenheit der Eliten aus. Bezahlt von den Lesern, werden sie finanziert von den Werbeanzeigen der Großkonzerne. Widersprüche und Spiegelungen sind nur Fehlinformationen. Wenn man irregeführt wird, ist man dumm. In Deutschland, wenn du in den Spiegel siehst, begehrst du den Narzisst. Wer Geld hat, bekommt was er will. Wer in den Spiegel sieht, bleibt bei sich mittellos.© Manfred H. Freude//

    In der Mitte der Gesellschaft heißt, wir rücken nach rechts. Politisch, wirtschaftlich und sozial befinden wir uns in der Scheiße. Wir ändern nicht die Gesellschaft, wir verändern den Einzelnen. Wir verbieten jede Droge (Vergnügen) und dann geben wir gezielt Drogen durch Therapeuten (Heiler). © Manfred H. Freude

    Es regieren die Herren der Welt, die Könige des Kommerz. Ich liebe Deutschland nicht, ich liebe seine Menschen. Die Aufklärung besagt, dass man Meinungen vertritt, auch diese, die man ablehnt. Sonst ist man bei Hitler und Stalin. (Sartre: nie waren wir so frei wie während der Besatzung. (Man durfte alles sagen, nur nichts gegen Hitler).) © Manfred H. Freude

    14. August 2014
    Wie fühlen sie sich?
    Ich fühle mich genötigt zur eigenen Reflexion.
    Ich fühle mich eigentlich. Also persönlich, gut. Aber wenn sie fragen in Bezug zur Welt, zur Gesellschaft, fühle ich mich beschissen, also doppelt. Einmal beschissen und zum anderen von der Gesellschaft. © Manfred H. Freude

  • Das Nichtszgedicht

    Das Nichtsgedicht (Das Nichtsz).
    Einfach Nichtsz und Null Komma Nichtsz während das Nächste was ich noch höre, dass schweigende Schwaigen der Schmetterlinge und ihrer Raupenkinder ist, schweigend von Vogelkindern mit Kopfnicken verspeist. Es ist Frühling, denn es ist kalt, und der vergessene Schnee des Winters wartet auf den Sommer. Während der Baum mir Halt gibt, greift mein böses Händchen den Zweig, den ich drücke hinab bis zum Fluss. Mit dem letzten Auge erkenne ich meine Unschuld. Ich brauche nicht diese Welt, die sich in meinem Bewusstsein spiegelt. Mein kalter Blick stört diesen Himmel, den ich berühre und dessen graue Wolken, die mich mit Verachtung strafen, bis zum Boden, auf dem wiederum die Zweige und Zapfen der vergangenen Jahrzehnte verrotten. Mich schaudert diese Welt, die ich nicht begreifen kann, wie diesen Bereich den ich meide, und der mich nicht begreifen kann, da ich weder zu ihm noch dieser zu mir gehört. Ich mache mir meine Sprache alleine. Ich komme von dieser Welt, aber diese Welt scheint nur meine Welt, dass sie von mir und meinen Worten redet. Alle anderen Welten draußen tragen ihren Unsinn nur in die Abgründe, die entstanden sind aus den Bergen, die sie auftürmen. Sie reden, während sie schweigen von ihren Erfolgen. Während die Welt sich dreht, bewegen wir uns nicht von der Stelle. Wir bleiben stets auf dem gleichen Fleck. Und ihre Biografien lesen sich wie die Personenregister längstvergangener Zeiten. Die Plätze, auf denen sie reden, sind längst Wolkenkratzern gewichen und ihre Orte des Treibens hat man in ihre Untergründe verlegt. Mich hat der Samen mehr geliebt als diesen Wald, den der saure Regen gequält hat wie diesen toten See. Kein Tropfen ruht nicht im kalten See. Betrachte ich meine Welt mit dem inneren Auge, das ich begraben habe unter dem verregneten Becken so sehe ich mein tiefgründigstes Inneres. Noch hatten die Pilze trotz des giftigen Regens nicht ihre ganze Stärke vom Gift einer Klapperschlange gespeichert. Wenn nur keine Kinder kommen würden, wird alles heller. Kinder können grausam sein. Mir bleibt allerdings hier nichts zu sagen, außer sie mit ihrer Lust bei der Hand zu nehmen. Nichts ist einfach nur die Sehnsucht des Themas, welches clever und gefährlich von virtuellen Welten innerlich am Abgrund bleibt. Gehören mir diese Geschichten? So folge ich einer Fährte von Worten spurlos auf einer Reise zum Mittelpunkt einer Differenz. Denn jeder folgt dem eigenen, inneren Weg. Angestachelt vom Glauben an verlorene Bedeutungen. Nichts als Laute meines Schweigens aus dem Netz nach dem Fang. Hast du nur das spiegelnde Wasser erfahren, was ich nur denken kann von ganz großen Worten. Von der Fremde und der Nähe, weder fremd noch vertraut werden unsere Herzen miteinander verbunden. Eine Reise bis an das Ende unserer Träume.

    Montag, 8. April 2013
    © Manfred H. Freude

  • Wie man dichtet

    Dichten in heutiger Zeit:
    Wie ich dichte ist wie man dichtet.
    Der Weg ist das Ziel.
    Dichten ist das Ziel, nicht das Gedicht
    Das Wort bleibt.
    Dichten heute.
    Man dichtet mit Freude
    © Manfred H. Freude

    1. Fragen zur Dichtung
    2. Gedichte kann man nicht aus einem Wort formen
    3. Das Gedicht, Ausdruck zwischen den Welten
    4. Ausdruck und Suche nach dem Symbol
    5. Zum Ursprung des Kunstwerks Martin Heidegger
    6. Worte
    7. Gedicht beurteilen
    8. Was ich von schlechter Lyrik finde

    1) Fragen zur Dichtung
    Woran man ein gutes Gedicht erkennt?
    Eine sehr einfache Frage. Gedichte sind zunächst Sprache. Eine Sprache ist einfach und vielseitig Es gibt viele Arten: Zeichen, Worte und Sätze zu verwenden. Das Sprechen einer Sprache ist eine Lebensform. Die Art aber, wie wir eine Sprache verstehen, heißt, eine Technik beherrschen. Wir folgen der Regel die wir verstehen, wie wir ein Spiel spielen und dessen Regeln und Gebräuche verstehen. Ein Gedicht verstehen, heißt somit, eine Sprache, ein Spiel verstehen. Ein Gedicht verstehen heißt eine Technik beherrschen. Die Probleme der Literatur und der Dichtung ist die Sprache, für die es Regeln gibt. Diese Regeln sind auch auf die Dichtung, Lyrik, die Poesie anwendbar.
    Das Ästhetische Verständnis von Gedichten ist immer jenes Aufblitzen „was schön ist“ und sofort verschwindet. Es ist das Unbestimmte, bleibt unbestimmbares. Naturschönes ist wie Musik somit Mathematik. Das schlechte Gedicht spricht aus in einer Sprache aus dem Herzen. Ein Gedicht ahmt nicht das Natürliche nach aber das Naturschöne. Etwas als etwas, das Anders ist als es selbst, unerschöpflich. Einem Gedicht das als schlecht bezeichnet wird fehlt der bleibende Wert. Der Wert den man einer Münze beimisst. Die Prägung die eine Medaille zur Münze macht. Die Medaille ist schön, die Münze hat über eine Zeit Wert. Wahrheit zeigt sich in den Leerstellen, ästhetisch oder Poetologisch. Verdichtung setzt das Wahre um, die Wahrheit wird nicht durch die Dichtung ersetzt. Zuerst müssen wir feststellen, welche Begriffe im Gedicht verwendet wurden, welche Bezeichnungen uns in unseren Vorstellungen die Dinge abstrakt, symbolisch, abbilden.

    2) Gedichte kann man nicht aus einem Wort formen.
    Ein Satz, vielleicht. Fangen wir an.
    Bauen wir uns aus einigen Worten einen Satz. Aus zwei Worten. Lebst du, oder vielleicht, wohnst du? Dies ist eine Frage, aber ein Gedicht? Welche Bedeutung wird ihm zugeschrieben. Der Frage fehlt die Antwort. Lebst du in diesem Gedicht wohnst du in diesem Gedicht?
    Da entstehen schon ernste Gedanken. Beginnen wir so:
    Du, in diesem Gedicht / wo du wohnst / wo du lebst / wo du lebst und wohnst / in diesem Gedicht / lebst und wohnst du / Du, in diesem Gedicht. Ja, das wäre schon ein Gedicht.

    3) Das Gedicht, Ausdruck zwischen den Welten
    Die Entwicklung, das Produkt ist mit seiner Herstellung dem Verfall preisgegeben. Das Gedicht bleibt zwischen den Welten stehen.
    Denkt das zu Denkende mit. Verachtet, und doch sich Selbst erkennend. Was ist wichtig? Was bleibt?

    Warum sollte ich hinausgehen? Die gingen, davonliefen oder suchen um was zu finden? Ich bleibe hier und öffne Fenster und schau in den Himmel. Wieder kommen die Zugvögel zurück und bringen nichts mit. Kein Erinnern. Eher Vergessen bis zum nächsten Jahr
    Immer Neu. Zwischen Geburt und Tod – Doch noch geboren – Wir kommen nicht von Goethe. Wir nehmen ihn auch nicht mit. Er beeinflusst uns wie das Wetter an seinem Todestag.

    Wirklichkeit oder Schönheit. Welche Wirklichkeit? Welche Schönheit ohne alles Interesse? Das Denkende denkt sich selbst ohne Interesse ohne Reflexion. Was bleibt ist der Spaß. Spielerische Freude. Gedichtet für mehr. Für das Erhabene im Wort, im Satz.

    Kalt liegen die Erdschichten der Geschichte. Eiskalt Schicht um Schicht nachzulesen. Schädel und Steine. Jeder ein Herz und Schichten verkohlte Erde. Seele Gleichnis Nachvollziehen Gottes.

    Weltbildnis globale Poesie. Raumfahrt und Kunst bringen uns nicht weiter aber die Escapistenlyrik. Symbol globaler Welt; trudelt im Raum. Naturerlebnis, Katastrophen. Abschluss oder Zurückwerfen zum Beginn
    - der Zivilisation des Denkens
    - mit dem Handy sprechen wir um die ganze Welt aber das Volk hat sich geistig nicht weiterentwickelt
    - Der Atomphysiker ist nicht in der Lage sich selber eine Suppe zu kochen.

    4 ) Ausdruck und Suche nach dem Symbol.
    Katharsis in der dionysischen Tragödiendichtung
    Die Dionysosfeste waren fromm, heiter und altmodisch gedacht als Erholung für die tägliche Mühe.
    Heute steigt der Biedermann hinter der Maske über seine Grenzen. Hier ist der Mensch, der nicht aus seiner Haut kommt. Dort die Ekstase, die Verwandlung, das Ausgelassene.
    Nach Nietzsche ist das Individuum selbst der Grund alles Leidens. Der Mensch schließt sich ein, kapselt sich ab. Zerstört von sicherem Ort aus die Natur. Die Helferinnen des Gottes ( Bakchen ) lösen die Spannung zwischen Mensch – Mensch und Mensch – Natur.
    Die Maske demaskiert, sie verbirgt das Gesicht, entblößt das Wesen, das aus sich heraustritt; das Eigene nach Außen trägt: Die Wahrheit. Nicht das Andere tritt zu Tage – Das Wahre!
    Wer dem Taumel des inneren Wahnsinns widersteht unterdrückt die eigene Natur. Ekstatische Handlung hat das Ziel die Seele zu reinigen. So wie es Aristoteles von der Tragödie verlangt. Das Heilige, göttliche das den Menschen befällt ist heilend. Ausdruck des Aufstandes gegen die Technik, dem Gehorsam, die Fesseln von Ordnung, Zwängen und Gesetzen. Wie musste ein autoritärer Staat gegen die irrationalen Rebellionen reagieren? Pantheus reagierte mit Gewalt.
    Das Fremde treibt Unzucht. F. Nietzsche erwähnt noch einmal die „Geburt der Tragödie“. Wir warten auf paradiesische Zustände, auf das neue Paradies. Frieden und Zutrauen des Wildes; Spendende Erde; Tanzende Berge. Dionysisch eins mit der Natur. Urfrieden. Aber Störung des Friedens mit Gewalt endet mit Gewalt. Die Natur denken ist das Leben denken.

    Es gibt eine andere Macht außer der Ordnung, Zucht, Vernünftig Handeln. Nämlich Emotionen und Triebe. Gerade in der Emotion der Triebe ist der Mensch Opfer. Schmerzensmann, Leidensmann. Pantheus. Keine Gnade, keine Einsicht. Dionysos mit der Macht der Natur. Badestrände während der Tsunami. Geistiges Verlangen nach dionysischer Erfahrung wie über Kokain. Die aber das Verlangen für sich und andere verweigern. Gegenüber Schuldigen und Unschuldigen und darüber hinweg. Es gibt Gerechtigkeit und Mitleid. Aber kein Erbarmen für die Gerechtigkeit der Natur: Tsunami, Erdbeben, Waldbrände, Überschwemmungen. Spannung zwischen Rationalem und Irrationalem

    Freude – Schrecken
    Ruhe – Lärm
    Einsicht – Wahnsinn
    Fröhlich – Grausam
    Alles ist gleichwertig.

    Zu Martin Heidegger
    Ursprung des Kunstwerks
    Texte über das Dichten:

    Sprache bestimmt dem Menschen, was er Denken und nicht Denken kann.

    Der Dichter ist der Ursprung des Gedichtes
    Das Gedicht ist der Ursprung des Dichters

    Das Ästhetische ist das Dinghafte am Kunstwerk
    Das Laute ist im Sprachwerk
    Das Dichtende ist im Dichtwerk,
    ist im Gedicht, ist im Wörtlichen

    Der Dichter verbraucht das Wort
    aber nicht so wie die gewöhnlich Redenden und Schreibenden die Worte verbrauchen müssen; und so, dass das Wort erst wahrhaft ein Wort wird und bleibt.

    Zur Dichtung gehört alles was zur Welt gehört
    wie der Zusammenhang der Wörter.

    Wahrheit als die Lichtung und Verbergung des Seienden geschieht um den sie gedichtet wird.

    Aus dem dichtenden Wesen der Kunst geschieht es, das sie inmitten des Seienden eine offene Stelle aufschlägt in deren Offenheit alles Andere ist als sonst

    Was die Dichtung als lichtender Entwurf an Unverborgenheit auseinanderfaltet und in den Rest der Gestalt voraus wirft ist das Offene das sie geschehen lässt dergestalt, das jetzt das Offene erst inmitten des Seienden dieses zum Leuchten und Klingen bringt

    Aber die Poesie ist nur eine Weise des lichtenden Entwerfens der Wahrheit d.h. des Dichtens in diesem weiteren Sinne

    Das Sprachwerk – die Dichtung im engeren Sinne – eine ausgezeichnete Stellung im Ganzen der Künste

    Das entwerfende Sagen ist Dichtung
    Das Wesen der Kunst ist Dichtung
    Das Wesen der Dichtung ist die Stiftung der Wahrheit der Einzigartigkeit
    Stiften ist dreifach:
    Schenken, Gründen, Anfangen

    9. Worte
    Worte werden in den Raum geworfen
    schweben hoch, wie Seifenblasen,
    als Nebel, oder steigen als Wolken zur Decke,
    sinken wie Tau zur Erde und klatschen an Wände aus Glas.
    Worte ersticken im Mund,
    werden geschluckt oder bleiben im Halse stecken.
    rinnen überflüssig wie Sabber über Unterlippen
    und tropfen übers Kinn, auf speckige Krawattenknoten.
    Worte reihen sich aneinander
    ungeordnet, zufällig, ohne Sinn.
    aus Wörterbüchern, Verzeichnissen.
    Ein schönes, hässliches Wort. Kunstpause. Alles klatscht.
    Worte stehen auf Schildern an den Pulten.
    Auf Türen: Damen, Herren, Notausgang.
    Eintritt, Verboten. Das richtige Wort
    am falschen Ort, alle notieren, keiner zählt.
    Worte zählen als Tropfen. An den Scheiben wie Tau,
    triefen sie herunter, um sich zu sammeln,
    in Rinnen und Abflüssen.
    Bis sich alle Worte treffen, im Meer.
    Hab nichts gesagt. Bin sprachlos sanft.
    Ihr, hört mich immer Kuschen, sagen,: doch.
    Hinter Schweigen, wohin ihr mich gebracht,
    hört ihr euch selber faseln, schreien. Seid selber ausgesperrt.
    Seid nur weiter nett, wie immer.
    Wollt das Beste für die Schöpfung.
    Will nicht von euren Knochen leben,
    Noch für euch die Meute spielen. Den Gefallen: tu ich nicht.
    Werde kein Wort weiterreden. Weiß das ihr mein Wort gebraucht und, wenn ihrs habt, für euch benutzt.
    Verrecken werden wir zusammen. Ihr reißt immer alle mit.
    Doch ihr wart zu nett zu mir. Eure Liebe will ich nicht.
    Leichte Worte schwerfertig weggeworfen
    ausgespuckt ins Gras am Hundebaum;
    mussten raus und schliefen tief im Gehirn,
    geliebt gehasst verwünscht und weg!
    Wollte nie mehr hören: musst sie damit sehen
    sie liegen so wo sie hingerotzt
    schade, waren noch irgendwie unschuldig
    dazu irgendwann später brauchbar
    Jetzt werde ich sie aufheben entflecken reinigen
    Wie das Blatt auf dem sie sich geprägt
    Gelegt zum schlafen, ruhen gleich
    Das Wort wieder gut für irgendwann
    Worte schweben wie Seifenblasen,
    steigen zur Decke, sinken zur Erde, klatschen an Glaswände.
    Worte ersticken, bleiben stecken im Hals.
    Rinnen wie Sabber übers Kinn, auf die Krawattenknoten.
    Worte aneinander ohne Sinn.
    aus Wörterbüchern. Ein Wort. Alles klatscht.
    Worte auf Schildern. Damen, Herren, Notausgang, Eintritt, Verboten. Das richtige Wort am falschen Ort.
    Alle notieren, keiner zählt.
    Worte als Tropfen. An Scheiben, triefen herunter,
    in Rinnen und Abflüssen.
    Bis alle Worte sich treffen, im Meer.
    Siehst Du: die ganzen Jahre
    in denen wir versuchten gemeinsam
    Schritt zu halten mit den übrigen Menschen
    Haben wir kein Wort gewechselt
    Kein Wort: jedenfalls kein solches Wort
    was nicht führte zu einem weiteren Schritt,
    der uns weiterführte weiter in Gedanken
    und in den Pfaden die vor uns
    Eingetreten von den Menschentieren
    die uns vorangingen und die noch Wussten –
    Die noch die Regeln kannten vom Wissen
    das schon lange verbrannt in Alexandria in Peking
    Unwiederbringlich verloren, so verloren wie wir
    wenn wir nicht bald den Schritt finden
    der uns weiterführt. Nur ein Schritt
    der uns weiterführt, warte noch, mache nicht den
    nächsten Schritt: in den Abgrund
    Wir kranken an den ständig hinfälligen Worten
    die uns zufließen in nie endendem Strom der Medien
    die wie Treibsand unsere neuen Gedanken zuschütten
    Wir lassen uns nicht retten von den neuen Schriftstellern
    die uns die Wahrheit von der Wirklichkeit sauber trennen
    und schmackhaft zubereiten auf den weißen Tellern
    Wir erlösen uns von den zwanghaften Bräuchen
    die Zukunft nur nach unseren Vergangenheiten zu beurteilen
    und leben die Gegenwart im Rausch der vergänglichen Zeit
    Wir kommen nicht mehr an die Stätten unserer Vorfahren
    noch an die Anstalten die uns in die Zukunft trieben
    in den leeren Räumen spielen wir die neuen Zeitvertreibe
    Wir geben uns der Ahnung an das Jüngste Gericht
    und pflegen die Rosensträucher angesichts der Stacheln
    und fallen gemeinsam auf die Knie wenn sie brennen
    Fliege kleines Wort fliege hinauf in die Lüfte
    Man will dich verwenden für ein Gedicht,
    einbauen in einen Reim oder Vers
    Hinter den weißen Wolken findet man dich nicht
    Fliege kleines Wort fliege hinauf in die Lüfte
    Wort du bist wie ein Schmetterling so klein
    und schön und zart und weich
    und flatterst wie ein Blatt in die Höhe
    schwebst einer Daunenfeder gleich
    Du gewinnst die Freiheit in hoher Luft
    bist dem greifbaren schnell entschwunden
    auch wenn der Poet weiter nach dir ruft
    hat er doch nichts außer Luft gefunden
    Fliege Wort flieg und einen schönen Gruß
    Sei dir ein besseres Los beschieden
    als in einem erbärmlichen Gedicht
    für den Rest deines Lebens dahingeschieden.
    Worte fliegen im Fluss abwärts sehe sie nicht
    Im dichten Schilf schwimmen sie in grünen Auen
    Meine Ohren können sie nicht finden deine Worte
    liegen am Steg treffen sich am Ufer zur Paarung
    Meine Worte gehorchen dem Strom
    Ist das Leben spontan nicht phantastischer
    als jedes Wort, jeder Satz?
    Besonders ist, bei der Sturmworte,
    böenartig fallend im Astral Worttürme,
    babylonisch leuchtend in Sandworte
    verwehtes Wortpuzzle zerfallen
    Ist das Leben spontan nicht fantastischer
    als jedes Wort, jeder Satz?
    Windgepeitschte Sätze feucht wie die Samen,
    Die Nahrung aller Wesen ist doch jedes Wort nur Schein
    im Strudelrausch der Intuition.
    Ich weiß nicht ob die Texte wachsen
    Ich weiß nicht ob die Blätter nachgeboren werden,
    gerade aus der Pflanze wachsen
    wie leer ist doch ein Blatt und aderlos
    Im Schriftraum steht der Text. Auf einem Fensterbrett.
    Und wie am Brunnen treibt der Text mir aus dem Ohr
    Der Akt des Schreibens ist mir manchmal peinlich
    Wenn mir so nackt und ohne Wort vor leerem Blatt
    das ich so bilderlos beschreibe. Es fehlt.
    Es reicht nicht an das heilige Wort heran
    vor dem die Heiden niederknien, erstaunt.
    Im Spiegel bist du mir so nah wie unberührbar
    höre ich dich nicht und kann dich nicht verstehen
    Nur meinen Text im Spiegelbild. Der bleibt.

    6) Gedicht beurteilen:

    Gattungen

    Gedichttexte: (Lyrik)
    1 . Chorlyrik 2. Ode 3. Elegie 4. Kreuzlied 5. Marienlied 6. Sonett 7. Kanzone
    8. Erlebnisgedichte 9. symbolische Lyrik 10. expressionistische Lyrik 11. Lehrgedicht 12. Spruchdichtung

    Form: von den Worten
    die Dichter fügen ihre Wortsammlungen zusammen zu endlosen Romanen. Romane, weil diese mehr gefragt und besser bezahlt werden.
    Gelesen. Ja mit dem Lesen ist das so eine Sache.
    Sie wollen mehr gelesen sein. Ein schönes Goethe Wort. Wollen wir geistig weiterfliegen oder wollen wir nur die Zeit totschlagen. Die ewige Langeweile. Fliehen vor der Realität.
    Aber ist das was der Dichter schreibt nicht Realität. Geht der Leser nicht davon aus, das der Dichter die Wahrheit schreibt. Verbreitet der Leser nicht das Wort: „Es steht geschrieben.“
    Was steht nicht alles geschrieben: Thesen und Gegenthesen.
    Und all die schönen Einbände. Wer braucht da noch schöne Worte?

    Und der Poet, der Große, mit seinen langen Balladen und seinen ewiglangen Elegien.
    Alles für die Bücherwand. Wunderschöne Exemplare in Golddruck.

    Und das kurze Gedicht, diese schönen Worte? Ja es gibt sie aber sie sind so schnell gelesen
    und so schnell vergessen, sie fliehen und fliegen.

    8) Was ich von schlechter Lyrik finde

    Fragen zum Dichten

    Arbeit Handwerk Techné
    Ausdruck zwischen den Welten
    Bedichten
    Das Schöne Gedicht
    Dichten der Dichter
    Dichten heute
    Dichten in heutiger Zeit
    Gedichte kann man nicht aus einem Wort formen
    Heidegger Dichten Ursprung des Kunstwerks
    Heidegger Hölderlins dichten und denken
    Riechrezeption
    Schiller was es heißt und zu welchem Ende
    Sprachenge
    Viel und wenig dichten
    Was Dichter zum Dichten treibt
    Was ist ein Gedicht?
    Was ist ein Schönes Gedicht
    Wie man dichten sollte

    Dichten in heutiger Zeit:
    Der Weg ist das Ziel.
    Dichten ist das Ziel, nicht das Gedicht

    Das Wort bleibt

    Fragen zur Dichtung

    Woran man ein gutes Gedicht erkennt?

    Eine sehr einfache Frage. Gedichte sind zunächst Sprache. Eine Sprache ist einfach und vielseitig Es gibt viele Arten: Zeichen, Worte und Sätze zu verwenden. Das Sprechen einer Sprache ist eine Lebensform. Die Art aber, wie wir eine Sprache verstehen, heißt, eine Technik beherrschen. Wir folgen der Regel die wir verstehen, wie wir ein Spiel spielen und dessen Regeln und Gebräuche verstehen. Ein Gedicht verstehen, heißt somit, eine Sprache, ein Spiel verstehen. Ein Gedicht verstehen heißt eine Technik beherrschen. Die Probleme der Literatur und der Dichtung ist die Sprache, für die es Regeln gibt. Diese Regeln sind auch auf die Dichtung, Lyrik, die Poesie anwendbar.
    Das Ästhetische Verständnis von Gedichten ist immer jenes Aufblitzen „was schön ist“ und sofort verschwindet. Es ist das unbestimmte, bleibt unbestimmbares. Naturschönes ist wie Musik somit Mathematik. Das schlechte Gedicht spricht aus in einer Sprache aus dem Herzen. Ein Gedicht amt nicht das Natürliche nach aber das Naturschöne. Etwas als etwas, das Anders ist als es selbst, unerschöpflich. Einem Gedicht das als schlecht bezeichnet wird fehlt der bleibende Wert. Der Wert den man einer Münze beimisst. Die Prägung die eine Medaille zur Münze macht. Die Medaille ist schön, die Münze hat über eine Zeit Wert. Wahrheit zeigt sich in den Leerstellen, ästhetisch oder Poethologisch. Verdichtung setzt das Wahre um, die Wahrheit wird nicht durch die Dichtung ersetzt. Zuerst müssen wir feststellen, welche Begriffe im Gedicht verwendet wurden, welche Bezeichnungen uns in unseren Vorstellungen die Dinge abstrakt, symbolisch, abbilden.

    Gedichte kann man nicht aus einem Wort formen.
    Ein Satz, vielleicht. Fangen wir an.
    Bauen wir uns aus einigen Worten einen Satz. Aus zwei Worten. Lebst du, oder vielleicht, wohnst du?
    Dies ist eine Frage, aber ein Gedicht? Welche Bedeutung wird ihm zugeschrieben.
    Der Frage fehlt die Antwort. Lebst du in diesem Gedicht wohnst du in diesem Gedicht?
    Da entstehen schon ernste Gedanken.
    Beginnen wir so:
    Du, in diesem Gedicht / wo du wohnst / wo du lebst / wo du lebst und wohnst / in diesem Gedicht / lebst und wohnst du / Du, in diesem Gedicht.
    Ja, das wäre schon ein Gedicht.

    Das Gedicht, Ausdruck zwischen den Welten

    Die Entwicklung, das Produkt ist mit seiner Herstellung dem Verfall preisgegeben. Das Gedicht bleibt zwischen den Welten stehen.
    Denkt das zu Denkende mit. Verachtet, und doch sich Selbst erkennend. Was ist wichtig? Was bleibt?

    Warum sollte ich hinausgehen? Die gingen, davonliefen oder suchen um was zu finden? Ich bleibe hier und öffne Fenster und schau in den Himmel. Wieder kommen die Zugvögel zurück und bringen nichts mit. Kein Erinnern. Eher Vergessen bis zum nächsten Jahr
    Immer Neu. Zwischen Geburt und Tod – Doch noch geboren – Wir kommen nicht von Goethe. Wir nehmen ihn auch nicht mit. Er beeinflusst uns wie das Wetter an seinem Todestag.

    Wirklichkeit oder Schönheit. Welche Wirklichkeit? Welche Schönheit ohne alles Interesse? Das Denkende denkt sich selbst ohne Interesse ohne Reflexion. Was bleibt ist der Spaß. Spielerische Freude. Gedichtet für mehr. Für das Erhabene im Wort, im Satz.

    Kalt liegen die Erdschichten der Geschichte. Eiskalt Schicht um schicht nachzulesen. Schädel und Steine. Jeder ein Herz und Schichten verkohlte Erde. Seele Gleichnis Nachvollziehen Gottes.

    Weltbildnis globale Poesie. Raumfahrt und Kunst bringen uns nicht weiter aber die Eskapistenlyrik. Symbol globaler Welt; trudelt im Raum. Naturerlebnis, Katastrophen. Abschluss oder Zurückwerfen zum Beginn
    der Zivilisation des Denkens
    mit dem Handy sprechen wir um die ganze Welt aber das Volk hat sich geistig nicht weiterentwickelt
    Der Atomphysiker ist nicht in der Lage sich selber eine Suppe zu kochen

    Ausdruck und Suche nach dem Symbol

    Katharsis in der dionysischen Tragödiendichtung
    Die Dionysosfeste waren fromm, heiter und altmodisch gedacht als Erholung für die tägliche Mühe.
    Heute steigt der Biedermann hinter der Maske über seine Grenzen. Hier ist der Mensch, der nicht aus seiner Haut kommt. Dort die Ekstase, die Verwandlung, das Ausgelassene.
    Nach Nietzsche ist das Individuum selbst der Grund alles Leidens. Der Mensch schließt sich ein, kapselt sich ab. Zerstört von sicherem Ort aus die Natur. Die Helferinnen des Gottes ( Bakchen ) lösen die Spannung zwischen Mensch – Mensch und Mensch – Natur.
    Die Maske demaskiert, sie verbirgt das Gesicht, entblößt das Wesen, das aus sich heraustritt; das Eigene nach Außen trägt: Die Wahrheit. Nicht das Andere tritt zu Tage – Das Wahre!
    Wer dem Taumel des inneren Wahnsinns widersteht unterdrückt die eigene Natur. Ekstatische Handlung hat das Ziel die Seele zu reinigen. So wie es Aristoteles von der Tragödie verlangt. Das Heilige, göttliche das den Menschen befällt ist heilend. Ausdruck des Aufstandes gegen die Technik, dem Gehorsam, die Fesseln von Ordnung, Zwängen und Gesetzen. Wie musste ein autoritärer Staat gegen die irrationalen Rebellionen reagieren? Pantheus reagierte mit Gewalt.
    Das Fremde treibt Unzucht. F. Nietzsche erwähnt noch einmal die „Geburt der Tragödie“. Wir warten auf paradiesische Zustände, auf das neue Paradies. Frieden und Zutrauen des Wildes; Spendende Erde; Tanzende Berge. Dionysisch eins mit der Natur. Urfrieden. Aber Störung des Friedens mit Gewalt endet mit Gewalt. Die Natur denken ist das Leben denken.

    Es gibt eine andere Macht außer der Ordnung, Zucht, Vernünftig Handeln. Nämlich Emotionen und Triebe. Gerade in der Emotion der Triebe ist der Mensch Opfer. Schmerzensmann, Leidensmann. Pantheus. Keine Gnade, keine Einsicht. Dionysos mit der Macht der Natur. Badestrände während der Tsunami. Geistiges Verlangen nach dionysischer Erfahrung wie über Kokain. Die aber das Verlangen für sich und andere verweigern. Gegenüber Schuldigen und Unschuldigen und darüber hinweg. Es gibt Gerechtigkeit und Mitleid. Aber kein Erbarmen für die Gerechtigkeit der Natur: Tsunami, Erdbeben, Waldbrände, Überschwemmungen. Spannung zwischen Rationalem und Irrationalem

    Freude – Schrecken
    Ruhe – Lärm
    Einsicht – Wahnsinn
    Fröhlich – Grausam
    Alles ist gleichwertig.

    Worte

    Worte werden in den Raum geworfen
    schweben hoch, wie Seifenblasen,
    als Nebel, oder steigen als Wolken zur Decke,
    sinken wie Tau zur Erde und klatschen an Wände aus Glas.
    Worte ersticken im Mund,
    werden geschluckt oder bleiben im Halse stecken.
    rinnen überflüssig wie Sabber über Unterlippen
    und tropfen übers Kinn, auf speckige Krawattenknoten.
    Worte reihen sich aneinander
    ungeordnet, zufällig, ohne Sinn.
    aus Wörterbüchern, Verzeichnissen.
    Ein schönes, hässliches Wort. Kunstpause. Alles klatscht.
    Worte stehen auf Schildern an den Pulten.
    Auf Türen: Damen, Herren, Notausgang.
    Eintritt, Verboten. Das richtige Wort
    am falschen Ort, alle notieren, keiner zählt.
    Worte zählen als Tropfen. An den Scheiben wie Tau,
    triefen sie herunter, um sich zu sammeln,
    in Rinnen und Abflüssen.
    Bis sich alle Worte treffen, im Meer.
    Hab nichts gesagt. Bin sprachlos sanft.
    Ihr, hört mich immer Kuschen, sagen,: doch.
    Hinter Schweigen, wohin ihr mich gebracht,
    hört ihr euch selber faseln, schreien. Seid selber ausgesperrt.
    Seid nur weiter nett, wie immer.
    Wollt das Beste für die Schöpfung.
    Will nicht von euren Knochen leben,
    Noch für euch die Meute spielen. Den Gefallen: tu ich nicht.
    Werde kein Wort weiterreden. Weiß das ihr mein Wort gebraucht und, wenn ihrs habt, für euch benutzt.
    Verrecken werden wir zusammen. Ihr reißt immer alle mit.
    Doch ihr wart zu nett zu mir. Eure Liebe will ich nicht.
    Leichte Worte schwerfertig weggeworfen
    ausgespuckt ins Gras am Hundebaum;
    mussten raus und schliefen tief im Gehirn,
    geliebt gehasst verwünscht und weg!
    Wollte nie mehr hören: musst sie damit sehen
    sie liegen so wo sie hingerotzt
    schade, waren noch irgendwie unschuldig
    dazu irgendwann später brauchbar
    Jetzt werde ich sie aufheben entflecken reinigen
    Wie das Blatt auf dem sie sich geprägt
    Gelegt zum schlafen, ruhen gleich
    Das Wort wieder gut für irgendwann
    Worte schweben wie Seifenblasen,
    steigen zur Decke, sinken zur Erde, klatschen an Glaswände.
    Worte ersticken, bleiben stecken im Hals.
    Rinnen wie Sabber übers Kinn, auf die Krawattenknoten.
    Worte aneinander ohne Sinn.
    aus Wörterbüchern. Ein Wort. Alles klatscht.
    Worte auf Schildern. Damen, Herren, Notausgang, Eintritt, Verboten. Das richtige Wort am falschen Ort.
    Alle notieren, keiner zählt.
    Worte als Tropfen. An Scheiben, triefen herunter,
    in Rinnen und Abflüssen.
    Bis alle Worte sich treffen, im Meer.
    Siehst Du: die ganzen Jahre
    in denen wir versuchten gemeinsam
    Schritt zu halten mit den übrigen Menschen
    Haben wir kein Wort gewechselt
    Kein Wort: jedenfalls kein solches Wort
    was nicht führte zu einem weiteren Schritt,
    der uns weiterführte weiter in Gedanken
    und in den Pfaden die vor uns
    Eingetreten von den Menschentieren
    die uns vorangingen und die noch Wussten –
    Die noch die Regeln kannten vom Wissen
    das schon lange verbrannt in Alexandria in Peking
    Unwiederbringlich verloren, so verloren wie wir
    wenn wir nicht bald den Schritt finden
    der uns weiterführt. Nur ein Schritt
    der uns weiterführt, warte noch, mache nicht den
    nächsten Schritt: in den Abgrund
    Wir kranken an den ständig hinfälligen Worten
    die uns zufließen in nie endendem Strom der Medien
    die wie Treibsand unsere neuen Gedanken zuschütten
    Wir lassen uns nicht retten von den neuen Schriftstellern
    die uns die Wahrheit von der Wirklichkeit sauber trennen
    und schmackhaft zubereiten auf den weißen Tellern
    Wir erlösen uns von den zwanghaften Bräuchen
    die Zukunft nur nach unseren Vergangenheiten zu beurteilen
    und leben die Gegenwart im Rausch der vergänglichen Zeit
    Wir kommen nicht mehr an die Stätten unserer Vorfahren
    noch an die Anstalten die uns in die Zukunft trieben
    in den leeren Räumen spielen wir die neuen Zeitvertreibe
    Wir geben uns der Ahnung an das Jüngste Gericht
    und pflegen die Rosensträucher angesichts der Stacheln
    und fallen gemeinsam auf die Knie wenn sie brennen
    Fliege kleines Wort fliege hinauf in die Lüfte
    Man will dich verwenden für ein Gedicht,
    einbauen in einen Reim oder Vers
    Hinter den weißen Wolken findet man dich nicht
    Fliege kleines Wort fliege hinauf in die Lüfte
    Wort du bist wie ein Schmetterling so klein
    und schön und zart und weich
    und flatterst wie ein Blatt in die Höhe
    schwebst einer Daunenfeder gleich
    Du gewinnst die Freiheit in hoher Luft
    bist dem greifbaren schnell entschwunden
    auch wenn der Poet weiter nach dir ruft
    hat er doch nichts außer Luft gefunden
    Fliege Wort flieg und einen schönen Gruß
    Sei dir ein besseres Los beschieden
    als in einem erbärmlichen Gedicht
    für den Rest deines Lebens dahingeschieden.
    Worte fliegen im Fluss abwärts sehe sie nicht
    Im dichten Schilf schwimmen sie in grünen Auen
    Meine Ohren können sie nicht finden deine Worte
    liegen am Steg treffen sich am Ufer zur Paarung
    Meine Worte gehorchen dem Strom
    Ist das Leben spontan nicht fantastischer
    als jedes Wort, jeder Satz?
    Besonders ist, bei der Sturmworte,
    böenartig fallend im Astral Worttürme,
    babylonisch leuchtend in Sandworte
    verwehtes Wortpuzzle zerfallen
    Ist das Leben spontan nicht fantastischer
    als jedes Wort, jeder Satz?
    Windgepeitschte Sätze feucht wie die Samen,
    Die Nahrung aller Wesen ist doch jedes Wort nur Schein
    im Strudelrausch der Intuition.
    Ich weiß nicht ob die Texte wachsen
    Ich weiß nicht ob die Blätter nachgeboren werden,
    gerade aus der Pflanze wachsen
    wie leer ist doch ein Blatt und aderlos
    Im Schriftraum steht der Text. Auf einem Fensterbrett.
    Und wie am Brunnen treibt der Text mir aus dem Ohr
    Der Akt des Schreibens ist mir manchmal peinlich
    Wenn mir so nackt und ohne Wort vor leerem Blatt
    das ich so bilderlos beschreibe. Es fehlt.
    Es reicht nicht an das heilige Wort heran
    vor dem die Heiden niederknien, erstaunt.
    Im Spiegel bist du mir so nah wie unberührbar
    höre ich dich nicht und kann dich nicht verstehen
    Nur meinen Text im Spiegelbild. Der bleibt.

    Gedicht beurteilen:

    Gattungen

    Gedichttexte: (Lyrik)
    1 . Chorlyrik 2. Ode 3. Elegie 4. Kreuzlied 5. Marienlied 6. Sonett 7. Kanzone
    8. Erlebnisgedichte 9. symbolische Lyrik 10. expressionistische Lyrik 11. Lehrgedicht 12. Spruchdichtung

    Form:
    von den Worten

    die Dichter fügen ihre Wortsammlungen zusammen zu endlosen Romanen. Romane, weil diese mehr gefragt und besser bezahlt werden.
    Gelesen. Ja mit dem Lesen ist das so eine Sache.
    Sie wollen mehr gelesen sein. Ein schönes Goethe Wort. Wollen wir geistig weiterfliegen oder wollen wir nur die Zeit totschlagen. Die ewige Langeweile. Fliehen vor der Realität.
    Aber ist das was der Dichter schreibt nicht Realität. Geht der Leser nicht davon aus, das der Dichter die Wahrheit schreibt. Verbreitet der Leser nicht das Wort: „Es steht geschrieben.“
    Was steht nicht alles geschrieben: Thesen und Gegenthesen.
    Und all die schönen Einbände. Wer braucht da noch schöne Worte?

    Und der Poet, der Große, mit seinen langen Balladen und seinen ewiglangen Elegien.
    Alles für die Bücherwand. Wunderschöne Exemplare in Golddruck.

    Und das kurze Gedicht, diese schönen Worte? Ja es gibt sie aber sie sind so schnell gelesen
    und so schnell vergessen, sie fliehen und fliegen.

    Was ich von schlechter Lyrik finde

    Kleinschreibung

    Dichten in heutiger Zeit:
    Der Weg ist das Ziel.
    Dichten ist das Ziel, nicht das Gedicht
    Das Wort bleibt
    Manfred H. Freude

    Worte werden in den Raum geworfen
    schweben hoch, wie Seifenblasen,
    als Nebel, oder steigen als Wolken zur Decke,
    sinken wie Tau zur Erde und klatschen an Wände aus Glas.

    Worte ersticken im Mund,
    werden geschluckt oder bleiben im Halse stecken.
    rinnen überflüssig wie Sabber über Unterlippen
    und tropfen übers Kinn, auf speckige Krawattenknoten.

    Worte reihen sich aneinander
    ungeordnet, zufällig, ohne Sinn.
    aus Wörterbüchern, Verzeichnissen.
    Ein schönes, hässliches Wort. Kunstpause. Alles klatscht.

    Worte stehen auf Schildern an den Pulten.
    Auf Türen: Damen, Herren, Notausgang.
    Eintritt, Verboten. Das richtige Wort
    am falschen Ort, alle notieren, keiner zählt.

    Worte zählen als Tropfen. An den Scheiben wie Tau,
    triefen sie herunter, um sich zu sammeln,
    in Rinnen und Abflüssen.
    Bis sich alle Worte treffen, im Meer.

    Hab nichts gesagt. Bin sprachlos sanft.
    Ihr, hört mich immer Kuschen, sagen,: doch.
    Hinter Schweigen, wohin ihr mich gebracht,
    hört ihr euch selber faseln, schreien. Seid selber ausgesperrt.

    Seid nur weiter nett, wie immer.
    Wollt das Beste für die Schöpfung.
    Will nicht von euren Knochen leben,
    Noch für euch die Meute spielen. Den Gefallen: tu ich nicht.

    Werde kein Wort weiterreden. Weiß das ihr mein Wort gebraucht und, wenn ihrs habt, für euch benutzt.
    Verrecken werden wir zusammen. Ihr reißt immer alle mit.
    Doch ihr wart zu nett zu mir. Eure Liebe will ich nicht.

    Leichte Worte schwerfertig weggeworfen
    ausgespuckt ins Gras am Hundebaum;
    mussten raus und schliefen tief im Gehirn,
    geliebt gehasst verwünscht und weg!

    Wollte nie mehr hören: musst sie damit sehen
    sie liegen so wo sie hingerotzt
    schade, waren noch irgendwie unschuldig
    dazu irgendwann später brauchbar

    Jetzt werde ich sie aufheben entflecken reinigen
    Wie das Blatt auf dem sie sich geprägt
    Gelegt zum schlafen, ruhen gleich
    Das Wort wieder gut für irgendwann

    Worte schweben wie Seifenblasen,
    steigen zur Decke, sinken zur Erde, klatschen an Glaswände.
    Worte ersticken, bleiben stecken im Hals.
    Rinnen wie Sabber übers Kinn, auf die Krawattenknoten.

    Worte aneinander ohne Sinn.
    aus Wörterbüchern. Ein Wort. Alles klatscht.
    Worte auf Schildern. Damen, Herren, Notausgang, Eintritt, Verboten. Das richtige Wort am falschen Ort.

    Alle notieren, keiner zählt.
    Worte als Tropfen. An Scheiben, triefen herunter,
    in Rinnen und Abflüssen.
    Bis alle Worte sich treffen, im Meer.

    Siehst Du: die ganzen Jahre
    in denen wir versuchten gemeinsam
    Schritt zu halten mit den übrigen Menschen
    Haben wir kein Wort gewechselt

    Kein Wort: jedenfalls kein solches Wort
    was nicht führte zu einem weiteren Schritt,
    der uns weiterführte weiter in Gedanken
    und in den Pfaden die vor uns

    Eingetreten von den Menschentieren
    die uns vorangingen und die noch Wussten –
    Die noch die Regeln kannten vom Wissen
    das schon lange verbrannt in Alexandria in Peking

    Unwiederbringlich verloren, so verloren wie wir
    wenn wir nicht bald den Schritt finden
    der uns weiterführt. Nur ein Schritt
    der uns weiterführt, warte noch, mache nicht den
    nächsten Schritt: in den Abgrund

    Wir kranken an den ständig hinfälligen Worten
    die uns zufließen in nie endendem Strom der Medien
    die wie Treibsand unsere neuen Gedanken zuschütten
    Wir lassen uns nicht retten von den neuen Schriftstellern

    die uns die Wahrheit von der Wirklichkeit sauber trennen
    und schmackhaft zubereiten auf den weißen Tellern
    Wir erlösen uns von den zwanghaften Bräuchen
    die Zukunft nur nach unseren Vergangenheiten zu beurteilen

    und leben die Gegenwart im Rausch der vergänglichen Zeit
    Wir kommen nicht mehr an die Stätten unserer Vorfahren
    noch an die Anstalten die uns in die Zukunft trieben
    in den leeren Räumen spielen wir die neuen Zeitvertreibe

    Wir geben uns der Ahnung an das Jüngste Gericht
    und pflegen die Rosensträucher angesichts der Stacheln
    und fallen gemeinsam auf die Knie wenn sie brennen
    Fliege kleines Wort fliege hinauf in die Lüfte

    Man will dich verwenden für ein Gedicht,
    einbauen in einen Reim oder Vers
    Hinter den weißen Wolken findet man dich nicht
    Fliege kleines Wort fliege hinauf in die Lüfte

    Wort du bist wie ein Schmetterling so klein
    und schön und zart und weich
    und flatterst wie ein Blatt in die Höhe
    schwebst einer Daunenfeder gleich

    Du gewinnst die Freiheit in hoher Luft
    bist dem greifbaren schnell entschwunden
    auch wenn der Poet weiter nach dir ruft
    hat er doch nichts außer Luft gefunden

    Fliege Wort flieg und einen schönen Gruß
    Sei dir ein besseres Los beschieden
    als in einem erbärmlichen Gedicht
    für den Rest deines Lebens dahingeschieden.

    Worte fliegen im Fluss abwärts sehe sie nicht
    Im dichten Schilf schwimmen sie in grünen Auen
    Meine Ohren können sie nicht finden deine Worte
    liegen am Steg treffen sich am Ufer zur Paarung
    Meine Worte gehorchen dem Strom

    Ist das Leben spontan nicht phantastischer
    als jedes Wort, jeder Satz?

    Besonders ist, bei der Sturmworte,
    boenartig fallend im Astral Worttürme,
    babylonisch leuchtend in Sandworte
    verwehtes Wortpuzzle zerfallen

    Ist das Leben spontan nicht phantastischer
    als jedes Wort, jeder Satz?

    Windgepeitschte Sätze feucht wie die Samen,
    Die Nahrung aller Wesen ist doch jedes Wort nur Schein
    im Strudelrausch der Intuition.
    Ich weiß nicht ob die Texte wachsen

    Ich weiß nicht ob die Blätter nachgeboren werden,
    gerade aus der Pflanze wachsen
    wie leer ist doch ein Blatt und aderlos
    Im Schriftraum steht der Text. Auf einem Fensterbrett.

    Und wie am Brunnen treibt der Text mir aus dem Ohr
    Der Akt des Schreibens ist mir manchmal peinlich
    Wenn mir so nackt und ohne Wort vor leerem Blatt
    das ich so bilderlos beschreibe. Es fehlt.

    Es reicht nicht an das heilige Wort heran
    vor dem die Heiden niederknien, erstaunt.
    Im Spiegel bist du mir so nah wie unberührbar
    höre ich dich nicht und kann dich nicht verstehen
    Nur meinen Text im Spiegelbild. Der bleibt.

    Gedicht beurteilen:

    Gattungen

    Gedichttexte: (Lyrik)
    1 . Chorlyrik 2. Ode 3. Elegie 4. Kreuzlied 5. Marienlied 6. Sonett 7. Kanzone
    8. Erlebnisgedichte 9. symbolische Lyrik 10. expressionistische Lyrik 11. Lehrgedicht 12. Spruchdichtung

    Form:
    von den Worten

    die Dichter fügen ihre Wortsammlungen zusammen zu endlosen Romanen. Romane, weil diese mehr gefragt und besser bezahlt werden.
    Gelesen. Ja mit dem Lesen ist das so eine Sache.
    Sie wollen mehr gelesen sein. Ein schönes Goethe Wort. Wollen wir geistig weiterfliegen oder wollen wir nur die Zeit totschlagen. Die ewige Langeweile. Fliehen vor der Realität.
    Aber ist das was der Dichter schreibt nicht Realität. Geht der Leser nicht davon aus, das der Dichter die Wahrheit schreibt. Verbreitet der Leser nicht das Wort: „Es steht geschrieben.“
    Was steht nicht alles geschrieben: Thesen und Gegenthesen.
    Und all die schönen Einbände. Wer braucht da noch schöne Worte?

    Und der Poet, der Große, mit seinen langen Balladen und seinen ewiglangen Elegien.
    Alles für die Bücherwand. Wunderschöne Exemplare in Golddruck.

    Und das kurze Gedicht, diese schönen Worte? Ja es gibt sie aber sie sind so schnell gelesen
    und so schnell vergessen, sie fliehen und fliegen.

    Was ich von schlechter Lyrik finde

    Kleinschreibung

    Gedichte Bedichten

    angekettet suchen wir die Kraft der Sonne und steigen nach oben zum betrachten. Entgegen dem Höhlengleichnis. Wir wurden alle wissend.
    Doch es scheint wir wurden nicht schlauer. Unsere Dichter aber, die ins Schwarze der Seele schauen die das nur denkbare sehen und buchstabieren
    schreiben sich ein in unsere Mitten.

    Martin Heidegger Ursprung des Kunstwerks
    Texte über das Dichten:

    Sprache bestimmt dem Menschen, was er Denken und nicht Denken kann.

    Der Dichter ist der Ursprung des Gedichtes
    Das Gedicht ist der Ursprung des Dichters

    Das Ästhetische ist das Dinghafte am Kunstwerk
    Das Laute ist im Sprachwerk
    Das Dichtende ist im Dichtwerk, ist im Gedicht, ist im Wörtlichen

    Der Dichter verbraucht das Wort aber nicht so wie die gewöhnlich Redenden und Schreibenden
    die Worte verbrauchen müssen; und so, dass das Wort erst wahrhaft ein Wort wird und bleibt.

    Zur Dichtung gehört alles was zur Welt gehört
    wie der Zusammenhang der Wörter.

    Wahrheit als die Lichtung und Verbergung des Seienden geschieht um den sie gedichtet wird.

    Aus dem dichtenden Wesen der Kunst geschieht es, das sie inmitten des Seienden eine offene Stelle aufschlägt in deren Offenheit alles Andere ist als sonst

    Was die Dichtung als lichtender Entwurf an Unverborgenheit auseinanderfaltet und in den Rest der Gestalt voraus wirft ist das Offene das sie geschehen lässt dergestalt, das jetzt das Offene erst inmitten des Seienden dieses zum Leuchten und Klingen bringt

    Aber die Poesie ist nur eine Weise des lichtenden Entwerfens der Wahrheit d.h. des Dichtens in diesem weiteren Sinne

    Das Sprachwerk – die Dichtung im engeren Sinne – eine ausgezeichnete Stellung im Ganzen der Künste

    Das entwerfende Sagen ist Dichtung
    Das Wesen der Kunst ist Dichtung
    Das Wesen der Dichtung ist die Stiftung der Wahrheit
    Stiften ist 3fach: Schenken, Gründen, Anfangen

    Viel und wenig dichten

    Ernsthaftigkeit jenen die in der Woche nur ein Gedicht schreiben
    möchte ich nicht absprechen.
    Doch will ich sie in die Kategorie Gelegenheitsdichter
    oder Zufälligkeitsdichter vorerst einordnen.

    So schreibt schon Horaz ( der sich gegen Vielschreiber wie Lucilius aussprach )
    ... denn dass er viel schreibt, streit ich ihm nicht ab.
    Crispinus fordert mich heraus:
    Nimm , sagt er wenn du willst, ein Buch, Papier, ich auch;
    man geb` uns Ort und Stunde auf, und Wächter, und es wird sich zeigen, wer am meisten von uns beiden schreiben kann. ;....das Lucilius den Fehler hatte das er oft in einer Stund´ und (falls es eine Wette gegolten hätt) auf einem Beine stehend, zweihundert Verse wegdiktierte,..

    Meine Devise: presistence spells sucsess : Beharrlichkeit bringt Erfolg
    Nur wer sich täglich quält wird auch die Benn´schen fünf großen Gedichte hervorbringen.
    Eintagsfliegen, das ephimäre? Nein, keine großen Dichter ohne tägliche Übung.

    Das ständig fließende Wasser wird in größerem Maße den Stein höhlen
    als der wöchentliche Tropfen, wenn er auch immer auf gleicher Stelle wäre;
    die beständige Regelmäßigkeit lässt den Stein zerspringen..

    20. März
    Welttag des Gedichtes

    Was ist ein Gedicht?
    Zehn Thesen über die Lyrik / Von Manfred H. Freude

    Alles ist erdichtet? Alles ist erlogen Jedes Wort, jeder Buchstabe tritt aus seinem Symbol und ist mehrdeutig .Der Vers ist weder aus sich noch mit sich wahr.

    Kleine Verschiebungen, Verse über Osama Bin Laden? Oder doch noch einmal Gerichtstag zu halten über das eigene Ich? Heute ist der Welttag der Poesie, im Jahr 2000 eingeführt von der Unesco.

    Sechs Thesen, wie es weitergehen könnte mit der deutschsprachigen Lyrik.
    Eins
    Es geht um "ganz kleine Verschiebungen", hat Ernst Jandl einmal gesagt. Alles, was man als poetischer Nachgeborener erreichen könne, sei "ein Weniges ein wenig anders machen als es schon war". Nachdem die literaturrevolutionären Versuche der Avantgarde bis in die letzte Feineinstellung der lyrischen Artikulation hinein durchexerziert sind, bleibt der Jungen Lyrik des 21. Jahrhunderts nur noch die Arbeit der Verschiebung: Wenn es noch lyrische Virtuosen gibt, dann sind es Virtuosen der Übermalung, der traditionsbewussten Überschreibung der Tradition.
    Zwei
    Man darf es sich nicht so leicht machen wie Michael Lentz, der in seinen "Thesen zur Poesie" vom November 2004 der ganzen Gattung das komplette Fehlen von "Sprachüberraschungen" und "verqueren Inhalten" attestierte. Es herrsche, so Lentz, eine fürchterliche Bravheit, die sich im "Anschauen alter Postkarten" oder in der "Kumpanei mit der Antike" erschöpfe. Der Diagnose von Lentz kann man in einem Punkt folgen: Ja, die Anverwandlung der Tradition und die Reaktivierung alter Formmuster erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Auffällig ist die neue Begeisterung für das Sonett und den Sonettenkranz. Da braucht man sich nur mit den Gedichten des 1971 geborenen Jan Wagner zu beschäftigen, um sich an wunderschönen alten Postkarten zu erfreuen. Die freilich neu koloriert sind. Jan Wagner, erster Preisträger des Arno-Reinfrank-Preises der Stadt Speyer, hat aber eine schöne Antwort auf Lentz parat: "Fortschritt ist das, was man aus dem Rückgriff macht."
    Drei
    Was machen junge Lyriker aus dem Rückgriff? Nehmen wir die neuen Gedichte des 1973 geborenen Berliner Lyrikers Ron Winkler. In seinem Buch "Fragmentierte Gewässer" (Berlin Verlag) zelebriert Winkler genüsslich die ironische Entzauberung romantischer Naturpoesie, indem er den alten Naturstoff mit Fachsprachen vor allem aus der digitalen Welt konfrontiert. Die lyrische Aura von altehrwürdigen Wörtern wie "Regen", "Vogel" oder "Schnee" zitiert er in fast jedem seiner Gedichte - aber nur, um sie dann mit wissenschaftlichen Vokabel-Registern zu konterkarieren. Es geht aber auch anders. Das zeigen zum Beispiel die lyrischen Wahrnehmungs-Exerzitien des gefeierten Debütanten Nico Bleutge ("klare konturen", C.H. Beck), die um die Möglichkeiten und Grenzen sinnlicher Anschauung kreisen.
    Vier
    Man hat von einer "Sturm-und-Drang-Phase einer neuen deutschen Dichtung von internationalem Rang" (FAZ) gesprochen. Es gibt gute ästhetische Gründe für diesen Befund. Es gibt aber auch die Ausstrahlungskräfte eines außergewöhnlichen Lyrik-Verlags, des Kookbooks Verlags aus Berlin. Dort versammeln sich die Autoren, die sehr viel aus den "kleinen Verschiebungen" des lyrischen Sprechens gemacht haben. Ein Beispiel: Der Versuch des neuen lyrischen Götterlieblings Steffen Popp (Jahrgang 1978), ein lyrisches "Exzellenz-Gefühl" und die alten Bilder des Erhabenen für die Dichtung zu retten, aber sie gleichzeitig mit so viel ironischen Widerhaken und Brechungen zu versehen, dass nicht nur eine Bilderbuch-Version des Erhabenen zurückbleibt.
    Fünf
    Ein in Schimpf und Schande davon gejagtes Genre der Lyrik feiert ein erstaunliches Comeback: das politische Gedicht. In seinem soeben in Buchform publizierten Gedicht über den Top-Terroristen Osama Bin Ladin ("Im Innern der zerbrechenden Schale", kookbooks) betreibt der 1971 geborene Hendrik Jackson ein ironisches Vexierspiel mit einer von falschen Mythen und Ideologien zugestellten Figur des Bösen. Es ist der rasche Wechsel zwischen Ironie, Emphase und Kalauer, zwischen schnoddrigem Zitat und hymnischer Anrufung des Terroristen, die hier Irritationen auslöst. In einem großen Panorama-Schwenk über das 21. Jahrhundert schleudert der Schweizer Lyriker Armin Senser in seinem neuen Gedichtbuch "Kalte Kriege" (Hanser Verlag) problematische Erkenntnis-Blitze: "In Abu Ghraib prügeln die USA Namenlose weich. / Beim Foltern, Töten oder beten macht man höchstens schlapp, / oder wird gestoppt."
    Sechs
    Am genauesten hat es Henrik Ibsen schon an der Schwelle zum 20. Jahrhundert formuliert: "Dichten heißt Gerichtstag halten über das eigene Ich." Daran hat sich auch in der Ära der lyrischen Montage-Künstler und ihrer Medien-Zitate, raschen Blickwechsel und schnellen Schnitte nichts geändert. Aber eine verbindliche Poetik gibt es nicht mehr. "Ich weiß immer weniger, was das Gedicht ist", schreibt Harald Hartung soeben im Jubiläums-Jahrbuch der Lyrik (S.Fischer Verlag). Dem kann ich mich anschließen. Hoffen wir auf ganz kleine Verschiebungen. / Die Rheinpfalz 21.3.

    Dichten in heutiger Zeit:
    Der Weg ist das Ziel.
    Dichten ist das Ziel, nicht das Gedicht
    Das Wort bleibt
    Manfred H. Freude

    Worte werden in den Raum geworfen
    schweben hoch, wie Seifenblasen,
    als Nebel, oder steigen als Wolken zur Decke,
    sinken wie Tau zur Erde und klatschen an Wände aus Glas.

    Worte ersticken im Mund,
    werden geschluckt oder bleiben im Halse stecken.
    rinnen überflüssig wie Sabber über Unterlippen
    und tropfen übers Kinn, auf speckige Krawattenknoten.

    Worte reihen sich aneinander
    ungeordnet, zufällig, ohne Sinn.
    aus Wörterbüchern, Verzeichnissen.
    Ein schönes, hässliches Wort. Kunstpause. Alles klatscht.

    Worte stehen auf Schildern an den Pulten.
    Auf Türen: Damen, Herren, Notausgang.
    Eintritt, Verboten. Das richtige Wort
    am falschen Ort, alle notieren, keiner zählt.

    Worte zählen als Tropfen. An den Scheiben wie Tau,
    triefen sie herunter, um sich zu sammeln,
    in Rinnen und Abflüssen.
    Bis sich alle Worte treffen, im Meer.

    Hab nichts gesagt. Bin sprachlos sanft.
    Ihr, hört mich immer Kuschen, sagen,: doch.
    Hinter Schweigen, wohin ihr mich gebracht,
    hört ihr euch selber faseln, schreien. Seid selber ausgesperrt.

    Seid nur weiter nett, wie immer.
    Wollt das Beste für die Schöpfung.
    Will nicht von euren Knochen leben,
    Noch für euch die Meute spielen. Den Gefallen: tu ich nicht.

    Werde kein Wort weiterreden. Weiß das ihr mein Wort gebraucht und, wenn ihrs habt, für euch benutzt.
    Verrecken werden wir zusammen. Ihr reißt immer alle mit.
    Doch ihr wart zu nett zu mir. Eure Liebe will ich nicht.

    Leichte Worte schwerfertig weggeworfen
    ausgespuckt ins Gras am Hundebaum;
    mussten raus und schliefen tief im Gehirn,
    geliebt gehasst verwünscht und weg!

    Wollte nie mehr hören: musst sie damit sehen
    sie liegen so wo sie hingerotzt
    schade, waren noch irgendwie unschuldig
    dazu irgendwann später brauchbar

    Jetzt werde ich sie aufheben entflecken reinigen
    Wie das Blatt auf dem sie sich geprägt
    Gelegt zum schlafen, ruhen gleich
    Das Wort wieder gut für irgendwann

    Worte schweben wie Seifenblasen,
    steigen zur Decke, sinken zur Erde, klatschen an Glaswände.
    Worte ersticken, bleiben stecken im Hals.
    Rinnen wie Sabber übers Kinn, auf die Krawattenknoten.

    Worte aneinander ohne Sinn.
    aus Wörterbüchern. Ein Wort. Alles klatscht.
    Worte auf Schildern. Damen, Herren, Notausgang, Eintritt, Verboten. Das richtige Wort am falschen Ort.

    Alle notieren, keiner zählt.
    Worte als Tropfen. An Scheiben, triefen herunter,
    in Rinnen und Abflüssen.
    Bis alle Worte sich treffen, im Meer.

    Siehst Du: die ganzen Jahre
    in denen wir versuchten gemeinsam
    Schritt zu halten mit den übrigen Menschen
    Haben wir kein Wort gewechselt

    Kein Wort: jedenfalls kein solches Wort
    was nicht führte zu einem weiteren Schritt,
    der uns weiterführte weiter in Gedanken
    und in den Pfaden die vor uns

    Eingetreten von den Menschentieren
    die uns vorangingen und die noch Wussten –
    Die noch die Regeln kannten vom Wissen
    das schon lange verbrannt in Alexandria in Peking

    Unwiederbringlich verloren, so verloren wie wir
    wenn wir nicht bald den Schritt finden
    der uns weiterführt. Nur ein Schritt
    der uns weiterführt, warte noch, mache nicht den
    nächsten Schritt: in den Abgrund

    Wir kranken an den ständig hinfälligen Worten
    die uns zufließen in nie endendem Strom der Medien
    die wie Treibsand unsere neuen Gedanken zuschütten
    Wir lassen uns nicht retten von den neuen Schriftstellern

    die uns die Wahrheit von der Wirklichkeit sauber trennen
    und schmackhaft zubereiten auf den weißen Tellern
    Wir erlösen uns von den zwanghaften Bräuchen
    die Zukunft nur nach unseren Vergangenheiten zu beurteilen

    und leben die Gegenwart im Rausch der vergänglichen Zeit
    Wir kommen nicht mehr an die Stätten unserer Vorfahren
    noch an die Anstalten die uns in die Zukunft trieben
    in den leeren Räumen spielen wir die neuen Zeitvertreibe

    Wir geben uns der Ahnung an das Jüngste Gericht
    und pflegen die Rosensträucher angesichts der Stacheln
    und fallen gemeinsam auf die Knie wenn sie brennen
    Fliege kleines Wort fliege hinauf in die Lüfte

    Man will dich verwenden für ein Gedicht,
    einbauen in einen Reim oder Vers
    Hinter den weißen Wolken findet man dich nicht
    Fliege kleines Wort fliege hinauf in die Lüfte

    Wort du bist wie ein Schmetterling so klein
    und schön und zart und weich
    und flatterst wie ein Blatt in die Höhe
    schwebst einer Daunenfeder gleich

    Du gewinnst die Freiheit in hoher Luft
    bist dem greifbaren schnell entschwunden
    auch wenn der Poet weiter nach dir ruft
    hat er doch nichts außer Luft gefunden

    Fliege Wort flieg und einen schönen Gruß
    Sei dir ein besseres Los beschieden
    als in einem erbärmlichen Gedicht
    für den Rest deines Lebens dahingeschieden.

    Worte fliegen im Fluss abwärts sehe sie nicht
    Im dichten Schilf schwimmen sie in grünen Auen
    Meine Ohren können sie nicht finden deine Worte
    liegen am Steg treffen sich am Ufer zur Paarung
    Meine Worte gehorchen dem Strom

    Ist das Leben spontan nicht phantastischer
    als jedes Wort, jeder Satz?

    Besonders ist, bei der Sturmworte,
    boenartig fallend im Astral Worttürme,
    babylonisch leuchtend in Sandworte
    verwehtes Wortpuzzle zerfallen

    Ist das Leben spontan nicht phantastischer
    als jedes Wort, jeder Satz?

    Windgepeitschte Sätze feucht wie die Samen,
    Die Nahrung aller Wesen ist doch jedes Wort nur Schein
    im Strudelrausch der Intuition.
    Ich weiß nicht ob die Texte wachsen

    Ich weiß nicht ob die Blätter nachgeboren werden,
    gerade aus der Pflanze wachsen
    wie leer ist doch ein Blatt und aderlos
    Im Schriftraum steht der Text. Auf einem Fensterbrett.

    Und wie am Brunnen treibt der Text mir aus dem Ohr
    Der Akt des Schreibens ist mir manchmal peinlich
    Wenn mir so nackt und ohne Wort vor leerem Blatt
    das ich so bilderlos beschreibe. Es fehlt.

    Es reicht nicht an das heilige Wort heran
    vor dem die Heiden niederknien, erstaunt.
    Im Spiegel bist du mir so nah wie unberührbar
    höre ich dich nicht und kann dich nicht verstehen
    Nur meinen Text im Spiegelbild. Der bleibt.

    Aachen, 2004-09-30

    ***** Autoreninfo *****
    Manfred H. Freude *1948 in Aachen

    Lyrik, Philosophisches, Escapistenlyrik, Trauriges, Verzweiflung, Das Leben, Erfahrungen, Gedanken, Allgemein, Nachdenkliches, Gefühle, Gesellschaftskritisches
    © 2004 MANFRED H. FREUDE

    Gedicht beurteilen:

    Gattungen

    Gedichttexte: (Lyrik)
    1 . Chorlyrik 2. Ode 3. Elegie 4. Kreuzlied 5. Marienlied 6. Sonett 7. Kanzone
    8. Erlebnisgedichte 9. symbolische Lyrik 10. expressionistische Lyrik 11. Lehrgedicht 12. Spruchdichtung

    Form:
    von den Worten

    die Dichter fügen ihre Wortsammlungen zusammen zu endlosen Romanen. Romane, weil diese mehr gefragt und besser bezahlt werden.
    Gelesen. Ja mit dem Lesen ist das so eine Sache.
    Sie wollen mehr gelesen sein. Ein schönes Goethe Wort. Wollen wir geistig weiterfliegen oder wollen wir nur die Zeit totschlagen. Die ewige Langeweile. Fliehen vor der Realität.
    Aber ist das was der Dichter schreibt nicht Realität. Geht der Leser nicht davon aus, das der Dichter die Wahrheit schreibt. Verbreitet der Leser nicht das Wort: „Es steht geschrieben.“
    Was steht nicht alles geschrieben: Thesen und Gegenthesen.
    Und all die schönen Einbände. Wer braucht da noch schöne Worte?

    Und der Poet, der Große, mit seinen langen Balladen und seinen ewiglangen Elegien.
    Alles für die Bücherwand. Wunderschöne Exemplare in Golddruck.

    Und das kurze Gedicht, diese schönen Worte? Ja es gibt sie aber sie sind so schnell gelesen
    und so schnell vergessen, sie fliehen und fliegen.

    Was ich von schlechter Lyrik finde

    Kleinschreibung

    Aufbau einer Gedichtbeschreibung einer Interpretation

    Thema
    Dieses Gedicht.............
    Wahrscheinlich wollte der Dichter......................
    Das ist ein Gedicht.............
    Das Wort, Bild und Bedeutung im Gedicht ( Wortgebrauch, Bildlichkeit, Vieldeutigkeit ) sind....

    Hintergrund
    - Lebenslauf des Dichters, Personen, Klangfarben
    Stimmung: Was drückt er aus?
    Ort des Gedichtes in der Sprache (gesprochene Form)
    Ort des Gedichtes als Schrift (graphische Form)
    Wirklichkeitsbezug und Perspektive des Gedichts
    Das Gedicht in der Geschichte – die Geschichte im Gedicht

    Vordergrund
    - Was ist zu erkennen, zu hören?
    Was denken Sie, wird hier beschrieben?
    Was geht wohl in dem Gedicht vor?
    Die Form des Gedichtes ( Verhältnis zwischen Metrum, Rhythmus und Syntax)
    Metrische Grundform

    Beschreibung von Details
    - Symbole, Schema, Form, Gedanken, Gefühle
    Bezug zum Thema, Motiv, Inhalt
    Aufbau des Gedichtes
    Rand: Autor, Titel, Widmung, Motto, Datierung

    Abschluss
    - Was denken Sie darüber?

    Textbeschreibung

    Sieh dir den Text (Gedicht, Zeile. Wort, Syntax... ), den du beschreiben sollst genau an, ehe du mit der Beschreibung beginnst.
    Das Wesentliche, der Kern des Gedichtes, wird dir bald klar werden. Aber auch scheinbar Nebensächliches musst du beachten.
    Die Beschreibung, kannst du darin wie folgt aufbauen:

    - Einleitung (wie die Einleitung einer Inhaltsangabe) Art des Gedichtes (... Dichter (Name ... ), Gedichttitel, Gedichtinhalt in einem ersten Überblick.
    - Hauptteil Einzelheiten des Gedichtes in ihrer Beziehung zueinander und in einer sinnvollen Reihenfolge.

    Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder behandelst du zuerst den Kern ausführlich und gehst dann auf das weniger Wichtige ein, oder du gehst vom Nebensächlichen aus und arbeitest dich zielstrebig zum Wesentlichen vor. Bemühe dich (im eine klare Benennung der wesentlichen Textgehalte und bleibe nicht an Kleinigkeiten hängen, die für den Gesamteindruck völlig belanglos sind.

    Bei der Nennung der Einzelteile des Gedichtes ist es notwendig ihre Lage im Symbolischen anzugeben:
    oberer, unterer, rechter, linker Textrand
    obere, untere, rechte, linke Texthälfte
    Vordergrund, Mittelgrund, Hintergrund

    Wichtig ist auch, aus welcher Perspektive der Text dargestellt ist:
    - Vogelperspektive
    - Froschperspektive
    - Normalperspektive

    Die Sprache ist sachlich feststellend, ohne persönliche Empfindungen. Beim künstlerisch wertvollen Text kommt es darauf an, die Formen, Farben, Linien unter Berücksichtigung der Lichtverhältnisse zu erlassen. Deshalb wird bei einem solchen Topos der Sprache auch Eindrücke, Stimmungen, Wertungen enthalten. Die Textbeschreibung wird im Präsens geschrieben.

    Schluss:
    Bei einem realistischen Text kann dieser Teil fehlen.
    Bei einem künstlerischen Text enthält dieser Teil Aussagen zur Wirkung
    des Textes auf den Leser.
    Warum ist die Darstellung so und nicht anders?
    Welche Absicht hat der Dichter?
    Welche Wirkung hat der Text auf mich
    Welche Wirkung hat der Text vermutlich auf andere Menschen?

    Gedichte kann man nicht aus einem Wort formen. Ein Satz, vielleicht. Fangen wir an.
    Bauen wir uns aus einigen Worten einen Satz. Aus zwei Worten. Lebst du, oder, wohnst du?
    Dies ist eine Frage, aber ein Gedicht? Welche Bedeutung wird ihm zugeschrieben.
    Der Frage fehlt die Antwort. Lebst du in diesem Gedicht wohnst du in diesem Gedicht?
    Da entstehen schon ernste Gedanken.
    Beginnen wir so:
    Du, in diesem Gedicht / wo du wohnst / wo du lebst / wo du lebst und wohnst / in diesem Gedicht / lebst und wohnst du / Du, in diesem Gedicht.
    Ja, das wäre schon ein Gedicht.

    Das Zusammensein, diese Enge der Sprache, bezieht sich nicht auf begrenzte Kenntnisse und deren Gelegenheiten. Sie ist vielmehr auf Alltäglichkeit, auf von Einvernehmen geprägte Angewöhnung, Gewohnheiten und Beobachtungen zurückführen
    Das hermetische Gedicht des Dichters, des Lesers:
    enthalten in einer Glaskugel, einem Gefäß, einem Behälter.
    Das Gedicht befindet sich in einem Gewächshaus aus Glas, in einem Kristallpalast
    oder wie Proust schreibt in „A la Recherche du temps perdu „
    dem Salon des Granhotels einem Aquarium.

    Die Elite hält sich innerhalb der Abgeschlossenheit auf.
    Beobachtend? Sicher?
    Im Glashaus des schönen Lebens, geschlossen für das sich das Volk, dem Pöbel, der Masse
    die sich draußen zankt und an den Glasscheiben die Nase plattdrückt.

    Und immer gibt es die Chance des Eskape.
    Für die Draußen, für die Drinnen. Immer aus den unterschiedlichen Gründen.

    Draußen Sein!
    Drinnen Sein!
    Auf der globalen Glaskugel – die Globalität erleben.

    Kein Eskape des Panthers von Rainer Maria Rilke. Kein Eskape, Nein?
    Wer ist Drinnen, Wer ist Draußen?

    Die Gedichte liegen im Dornröschenschlaf
    Es ist keine Zeit für neue Gedichte
    Es ist die Zeit für das Aufarbeiten der alten Gedichte
    In neuen Formen der Rezitationen der Stars
    Liebt man Gedichte oder die Stars?
    Tausende von Gelegenheitsdichtern verlegen ihre eigenen Werke.
    Friedhöfe von Eigenverlagswerken schlafen bis zu ihrer Entdeckung
    Ja. Es werden aus ihnen die heute unerkannten Genies hervorgehen
    Wie ehedem die Werke des Kulturmenschen Goethe.
    Der unbekannt, dessen Kunst nicht gewürdigt wurde.
    Geliebt? Nur von wenigen, von sehr wenigen.
    Und die Anderen? In Armut und Elend gestorbenen Dichter?
    Und Heute. Wer weiß?
    Mit Sicherheit ein Genie unter den tausend ungenannten.
    Sicher liegt das besondere Gedicht bereits hermetisch eingeschlossen
    in einem gläsernen Sarg. Welche Vorstellung. Es war so
    unerfahren und hat in seinen Bemühungen um Anerkennung in den vergifteten Apfel gebissen. Bis irgendein Prinz in Form eines Verlegers es wach küsst.
    Und wo war es die ganze Zeit? Genau, bei den sieben Zwergen die nichts mit ihm anfangen konnten, im Kulturkreis:
    im Autorenkreis, im Feuilleton, im Wettbewerb, in Anthologien, im Lesezirkel, im Tagesheft, im Vortrag. Sieben Stück. Das Übliche eben.
    Wie viel Mühen werden aufgewandt nun in den alten Dichtern, stellvertretend Goethe.
    Soviel hineinzuinterpretieren und neu zu entdecken. Welche Mühen?
    Ja wo bleiben denn diese Energien für einen lebenden, einen neu zu entdeckenden Dichter.
    Wir können das doch alles nicht lesen sagen sie. Die Verleger, die Lektoren, die Agenten.
    Und womit beschäftigen sie sich täglich? Goethe, Schiller?
    Glaubt man denn nicht, das es wesentlich mehr zu entdecken gibt.
    Machen die Menschen es sich zu einfach oder ist es nur der Goethe der Angeber?
    Hinter unserem Mond liegen noch viele Sterne.
    Erzählen wir es den Pisajungen. Vielleicht haben die noch neuen Schwung.
    Ein „schönes“ Gedicht

    Anhand des Gedichtes Todtnauberg von Paul Celan
    werde ich Versuchen mein Verständnis
    von Philosophie, Lyrik, Ästhetik und Ethik zu erklären.

    Dies soll keine wissenschaftliche Bearbeitung des Textes werden, noch werde ich eine Interpretation des Textes liefern; ich bin hier an einer Meditation über den Text hinaus interessiert.

    Es geht hier um die Wahrnehmung des Gedichtes mit der dieser verbundenen Ethik
    und der Ästhetik dieses Gedichtes.

    Die Sprache eines Gedichtes ist auf die Wahrnehmung angewiesen.
    Wird ein Gedicht nur als eine Abweichung der Sprachnorm verstanden so verfehlt das spezifische der Dichtung seine Absicht.
    Im freien Spiel des Dichters gelingt eine menschliche Selbstüberschreitung.
    Ein Spiel kann wie im Kinderspiel heucheln, es kann andererseits aber auch zu lernen führen
    Wahrnehmung und Vernunft verändern hierbei ihr Verhältnis bei der Suche nach einer Ethik.
    Bereits aus ethischen Gründen verwarf Platon die Künstler, die Dichter.
    Kant: Die Natur ist die Grenze, der Ort der Krise. Die Freiheit ( Moral ) ist das Schöne das Erhabene. Der Mensch aber ist frei dank seiner Vernunft Theorie-Urteilskraft-Praxis. Kant forderte auf selbst zu denken:“ habe den Mut dich des eigenen Verstandes zu bedienen“.
    Wie sollte man dies besser beherzigen oder anwenden als bei einem Gedicht?

    Ein Gedicht zu lesen ( ein Gedichtsurteil ) ist ein ästhetisches Urteil.
    Die Bildung eines reinen Geschmacksurteils – ob ein Gedicht schön ist oder nicht; das Wohlgefallen ( Interesse ) das wir an einem Gedicht finden ist ohne alles Interesse.
    Wenn ich ein Gedicht herstellte, von dem ich wüsste, das es niemand liest oder wüsste, es gäbe gar keine Menschen die es lesen könnten, um hier zu sagen, das Gedicht sei schön, oder ich müsste meinen Geschmack beweisen; dies alles wäre nicht logisch.

    Dies bedeutet ich habe zunächst kein Interesse ein schönes Gedicht zu schreiben, noch hat mein Erstleser ein Interesse ein Geschmacksurteil zu bestimmen.
    Er steht dem Gedicht zunächst gleichgültig gegenüber.
    Das Gefühl einer Lust oder Unlust am Gedicht rein subjektiv ästhetisch ohne logische Erkenntnis über Sinn und Form und Inhalt.
    Es sieht schön aus, es scheint ein schönes Gedicht.

    Nirgendwo spricht ein Mensch so konzentriert wie in der Dichtung.
    Aller Ballast der allgemeinen Verständigungssprache ist entfernt.
    Das Gedicht ist auf seine Zeichen ( Ampel ) reduziert. Die sofort erkannt oder auch erst durch Nachforschungen.
    Hilfen sind hierzu das sprachliche klanghafte Zeichensystem, das über den Rhythmus, Bilder, Metaphern, Bedeutungen bis zu konstanten Mustern reicht.

    Unterschiede finden wir im Gedicht dessen Aussage wir gleich erkennen, wie den verrätselten, hermetischen Gedichten (Benn, Celan) die weitere Lektüren wie Lexiken, Pchyremble, Botanikbücher, etc. verlangen.

    Wichtig ist bereits beim dichten der Anfang: Karl Mickel: „Hier ist der erste Satz so wichtig wie die Startbahn für das Flugzeug: es erhebt sich dort. Dann aber hat es den Boden verlassen...“ Es startet in die verschiedenen Welten der Ideen.
    Jeder individuelle Leser interpretiert das Gedicht in seiner Welt.

    Einbildungskraft führt uns bei einem Gedicht weiter.
    Die Einbildungskraft besitzt eine ethisch Verpflichtung gegenüber dem Anderen.
    Produktive Einbildungskraft und sittliche Verantwortung sind keine Gegensätze.

    Wir erkennen die Form, die schöne Form, nicht beim ersten mal des Lesen oder hören und auch nicht die Struktur des Gedichtes.
    Die Einbildungskraft hilft uns weiter bei Wiedererkennen ( Mimesis) Sie stellt etwas her. Ein neues Gedicht
    Wir kommen den Dingen näher wenn wir näher und öfter und länger hinsehen
    apprehendieren - Wie ist der Gedanke des Dichters dargestellt? Durch die Einbildungskraft und einem sehen von bildhaften Flecken erkennen wir ein Schema.
    Dieses ist jedoch ebenso hart zu erarbeiten wie dem Dichter das Gedicht.

    Beispiel: Ein Urlaubskatalog, alles schön und schöne Bilder und schöne Beschreibungen sehr wahr, aber wenn ich dieses sehr wahre nicht ganz genau lese, habe ich ein großes Problem.

    Das gleiche gilt, wenn ich Platon oder Kant nicht sehr genau lese soweit dies überhaupt möglich ist.
    Dieses Problem habe ich bei den Dichtern.
    Es beginnt damit, wenn ich annehme, der Dichter meint mit diesem „ich“ sich selbst.

    Der Dichter ist kreativ und schöpferisch, nicht nach vorgegebenen sondern durch eigenen Genius schaffend.
    Kant: „ das Genie, das der Kunst die Regel gibt“.

    Die Form eines Gedichtes (als Begriff) vermag nicht der Einbildungskraft, der Sinnlichkeit zu entsprechen, wenn die Sprache nicht dem individuellen entflieht.

    Ist ein Gedicht zunächst schön, hässlich oder verwirrend – das ist nur ohne Interesse.
    Es verlangt der Reflexion
    der Einbildungskraft
    Ich muss zunächst lesen, sortieren – für Benn Gedichte benötige ich einen Pschyremple für andere ein Botaniklexikon usw. und dann vielleicht dann erkenne ich einige Bildflecken die ich zusammenführen kann zu etwas das mir Sinn zu geben erscheint.

    Den Zusammenhang von Ethik und Ästhetik verbürgt die „freie“ Tätigkeit der Einbildungskraft.
    Hierbei ist der Ästhetische Blick auch auf Dinge der äußeren Welt zu richten.
    Wechsel von Ich und Nicht-Ich, Subjekt und Objekt, Innere und Äußere Welt. Der Mensch, kraft seiner schöpferischen Einbildungskraft erzeugt eine Vielfalt durch die er zum Genie wird.

    Das Schöne an dem / einem Gedicht ist zunächst einmal die Abweichung.
    Abweichung die es von normaler Sprache abhebt – das hört sich gut an. – oder es erzeugt Verwirrung.
    Hier muss sich intensiv mit dem Gedicht befasst werden.
    Poetisches Sprechen ist unschuldig, frei pragmatisch.
    Deshalb kann der Dichter

  • Wie blöd? Prosa oder Lyrik?

    Wie blöd ist das denn? Ein Lesetipp vom Literaturkritiker. Also der angesprochene Leser ist zu blöd ein Buch auszusuchen. Der Romanleser lässt sich gerne ein Buch empfehlen. Das käme einem Raucher, Trinker, Lyriker, Wanderer, Gourmet nie in dem Sinn. Es gibt natürlich eine Menge Leute, die laufen dahin, wenn etwas In ist, wo alle hinlaufen. Der Romanleser kauft gerne das empfohlene Buch um bei der letzten Seite festzustellen, dass es nicht seine Lektüre war. Der Lyrikfreund und der Philosoph braucht ja nur einen Satz, ja er braucht das Buch nicht einmal zu kaufen und hat schon genügend Stoff um mindestens eine Woche darüber nachzudenken. Wer fragt da noch, ob Prosa oder Lyrik besser ist?

  • Krieg

    Wenn die Welt von Kriegen verdunkelt ist, wird die Irrationalität von Diskursen rational. Dass alles verdunkelt und keine Hoffnung besteht, dass einmal irgendwo und irgendwann wieder die Sonne aufgeht.
    Wir stürzen immer mehr in die Zukunft, und werden nur dadurch, durch den Sturz, schwerelos. Es geht ständig um das Stürzen. Die Kriege vernichten und die Überlebenden, als die Gestürzten, liegen am Boden oder richten sich wieder auf. Als ich noch klein war, redete man nur vom Krieg. Heute redet man in schöner Auseinandersetzung von Problemlösungen. Aber Krieg löst keine Probleme… (aber Frieden auch nicht). Die Frage an den Menschen lautet (und das verstehe ich unter Demokratie), wollen wir mit Troja um den Preis von Verliebten Krieg führen? Heute hieße diese Frage: Wollen wir mit Troja wegen einer Ölquelle Krieg führen? Oder wollen wir, weil sich ein Pärchen von Banken und Spekulanten, von Priestern und neuen Propheten zusammengetan hat, Krieg führen? Kriege sind wie der Frieden, sind immerzu anwesend. Krieg löst keine Probleme, aber Frieden auch nicht. Die Menschheit muss sich auflesen auf dem Acker der Wahrheit und nicht auf dem Feld des Geldes (Drittmittel, Religion, Krieg).

    © Manfred H. Freude

  • Hutziehen

    „Hutziehen“
    als Ritual einer Begrüßung oder das morgendliche Begrüßen im Büro ist ein Handeln, ein Tun, eine Performanz in einer visualisierten Welt. Dieser Automatismus eines Objektes und einem Ereignis, das ich als eine Veränderung identifiziere, womit ich die Grenze meiner formalen Wahrnehmung überschreite. Es bedeutet mir. Ich erfasse und identifiziere, was mir aus meiner Erfahrung bekannt ist. Diese Erfahrung wende ich an, um eventuelle Veränderung in stets wiederkehrendem Verhalten zu erkennen. Dies vollziehe ich ebenso mit Sprache. Wir sind uns in Rede und Gegenrede der Bedeutung unserer Worte bewusst. Worüber gesprochen wird ist nichts. Dies aber ist eine Beschreibung über den Inhalt der Sprache sondern über Nichts, über eine Abwesenheit von Inhalt. Wenn unter einem Bild steht: „ohne Titel“, so trägt es gerade diesen Titel. Was aber bleibt von performativen Handlungsunterschieden, sagen wir beim heben einer Hand, eines Arms? Zieht man die Tatsache ab, das alleine der Arm hochgeht, bleibt Nichts. So einfach macht es sich natürlich Wittgenstein:>> Eine Handlung ist eine Körperbewegung die unter eine Regel fällt. >> Wir erkennen aber eine Handlung die von einem Gefühl des Herstellers tatsächlich ausgedrückt ist. In meiner Theorie spiegelt sich also die Sprache. Ich halte dem bloßen Sprechen einen Spiegel vor. Der Spiegel ist nicht nur zufällig ein realer Spiegel, also ist hier nichts nachgeahmt, oder auch nur gespiegelt. Theorien die mich hierbei inspirierten, werden somit von meiner Theorie widerlegt. Ein Spiegel, sei nach der Kunst „ein der Natur vorgehaltener Spiegel“ (Shakespeares Hamlet III, 2).

  • Eigentlichkeit

    Sprache und der Kritik an dieser, diskutierte Adorno an den Personen und dies im Besonderen an Heidegger. Zumindest stellte sich Heidegger, mit seinem Schweigen, dem grundverschiedenen Schweigen Celans in Todtnauberg, während Adorno wie ein Torero oder Judokämpfer, sich einer Diskussion mit Celan entzog. Die Naivität zum Eigenen Adornos, sei wachsam geworden gegenüber allem Schwindel, den die Sprache befördert; auch darum habe er den Jargon der Eigentlichkeit geschrieben: „Weil ich Sprache als einem Konstituens des Gedanken soviel Gewicht beilege …, dränge ich sprachlich, auch im eigenen Denken, auf eine Disziplin, der die eingeschliffene Rede nur allzu gern entläuft.“ Die Angriffe die Adorno gegen Heidegger führte, waren polemisch und dazu kamen ihm die Verstrickung zum Nationalsozialismus gerade recht. Eigentlichkeit steht bei Heidegger für Wahrheitsorientierung und wahres Leben, im Gegensatz zur Uneigentlichkeit, worunter er Erscheinungsformen der Selbsttäuschung wie das „Verfallensein“ an „das Man“ und „das Gerede“ begreift. Während für Adorno Eigentlichkeit, sich gegen eine seinerzeit übliche, Umgangssprache wendet. Heute wiederum spricht man in der Politik und in den Medien eigentlich, vor allem um sich keine Klage einzuholen. Man redet nur eigentlich, um nicht mit verbotenen Thesen ins Gehege oder in Konflikt zu kommen. Seit Jahren besteht in unserer Gesellschaft eine heimliche Inquisition. Wer ein falsches Wort gebraucht ist bereits tot.

  • Demenz

    Vergessen
    Hab ein Kraut gefunden, gegen das Vergessen.
    Wie es heißt? Habe ich vergessen,
    Weiß ich nicht, - Vergissmeinnicht?
    Altersheimer oder so?
    Geh zur Tür, drehe mich um,
    Blicke stumm.
    Woher ich komm, wohin ich geh,
    Nenn´s Demenz
    Habe ich vergessen,
    Hab das Kraut vergessen.

    Hab ein Kraut gegessen, gegen das Vergessen.
    Wie es schmeckt? Hab ich schon vergessen.
    Hat mir den Geschmack versaut, schmeckte wohl
    Wie Maggikraut.
    Blicke auf den Teller, stumm,
    Dreh ihn um,
    Meißen oder Delft kenn ich nicht,
    Nenn´s Demenz
    Habe ich vergessen,
    Hab ein Kraut gegessen.

    Was hab ich gegessen, was hab ich vergessen?
    War´s ein Kraut, hab Kraut gegessen?
    Hab mich selbst vergessen.
    Nenn´s Demenz
    Kann mich nicht mehr finden.
    Lieg hier unter Linden,
    Auf dem Schild steht:
    Er aß Kraut, hat’s ihn umhaut,
    Such Dir selbst ein andres Kraut
    Und Du kannst vergessen.

    © Manfred H. Freude

  • Schwaigen I.

    Schwaigen I.
    Manfred H. Freude
    Ausgangspunkt des Werkes ist eine kritische Betrachtung der Sprachtheorien aus sprachpragmatischer Perspektive. Die Kombination von Philosophie und Dichtung. Wie bringt man etwas zur Sprache? Was sagt uns das Schweigen (Schwaigen)? Schließlich die sprachanalytischen Fragestellungen um eine wissenschaftliche Sicht auf unsere Sprachpraxis. Durch die sprachanalytische Vorgehensweise werden dagegen die Texte kontrastiert mit der »abendländischen« Philosophie mit den vorher aus sprachanalytischen Ansätzen gewonnenen Überlegungen. Beide Traditionslinien werden somit im Sinne einer kritischen Sprachphilosophie zusammengeführt.
    Unzweifelhaft scheint Sprache zu „sein“. Aber verstehen wir, was wir uns sagen oder was wir sagen wollen? Reden und Hören sind nur Teil eines Prozesses ohne den Verstand. Ein Verstehen muss erst aufgrund von Interesse gebildet werden. Eine Kompetenz, mit der wir Sprachregeln verwenden, sagt nichts über unser sprechen, vielmehr zeigt sich, dass wir verschiedene Spiele beherrschen. Sprechen ist natürlich und Sprachregeln sind unnatürlich für unser Sprechen. Nicht unser Sprechen für unser Denken. Wir reagieren beim Sprechen auf das, was gedacht wird, nicht auf theoretische Linguistik oder Grammatik.
    Über Sprache kann man gut reden, weil wir es mit einem vagen System zu tun haben. Jeder kann etwas sagen und jeder redet bezeugt im sprachlichen Urteil wahres Zeug. Aber wer urteilt? Sprecher oder Hörer? Ist nicht der Sprecher auch Hörer? Zwischen Sprechen und dem Hören ist „Nichts“. Sprachanalytik unterschlägt geflissentlich den gemeinen Umweg vom Ohr zum Gehirn: Unser Denken, wie Sprachliches urteilen, sind wichtig. Ob wir reden oder ob wir schweigen, bleibt für unser verstehen unbenommen. Aber sämtliche Wissenschaft kann nicht so viel Aufwand treiben und différance zwischen Sprache und Sprechen, Kompetenz und Performanz herstellen, ohne diese „differens“ zu erfassen, dass dieses „ens“ zwischen dem Diskurs und dem Ereignis nachträglich unterscheidet. Es ist also nicht ein Schweigen im Sinne von, nicht reden, vielmehr ein Reden hinter der Rede. Darum nenne ich es „schwaigen“. Wer redet, „schwaigt“ denn die „differens“ zwischen Reden und denken und hören und denken ist nicht damit erklärt, dass man eine Sprache internal oder external verwendet.

  • Internet

    Wörter sind Straßenköter von Jürgen Trabant 23.9.09 219/S. 13

    Der sprachliche Purismus wäre eigentlich das absolute Wort für den künftigen Gebrauch unserer Sprache. Purismus als Distinktion zu den gestylten Worten der Wissenschaft, Technik, Industrie der Universitäten und der Konzerne die ganze Wagenladungen von Straßenkötern von Sprachtheoretikern aufpimpen lassen. Es wird kein Wortmüll mehr gesprochen, es wird schlichtweg nur noch Unsinn, Schwachsinn geredet und geschrieben! Das wichtige hinter jedem Wort, Satz, Artikel oder Buch oder allem Gesprochenen ist der Eigene Gedanke. Der eigene Gedanke des Sprechers und der eigene Gedanke des Empfängers. Ich nenne das Schweigen. Wir reden, aber wir sagen nichts. Beim lesen eines Artikels können wir nur hinterfragen, was steckt dahinter, denn der Schreiber sagt nur was er sagen kann, er will auf etwas hinaus, wozu die Sprache generell nicht ausreicht. Wir Schweigen immer über das bedeutungsvolle.
    Nehmen wir in dem Artikel den Hinweis auf den Krieg Dafur und Kongo;der Hutus und Tutsis. Die Tutsis haben während des Konflikts die Hutufrauen vergewaltigt. Die Kinder leben nun in den Hutudörfern und haben das Aussehen von Tutsis. Weder die Mütter, noch die Hutubevölkerung, wagen darauf anzusprechen. Alles was aber gesprochen wird, trägt das Schweigen mit. Wir reden auch nur noch so. Wir erleben das nun im Wahlkampf. Die Sätze hören sich phantastisch an. Alles ist Scheingold, Tand. Wir sprechen Wörter wie Straßenköter, bellen uns an (aber wir verstehen doch!) Das Sprechen glückt nicht mehr so wie Austin es beschrieb. Und hier möchte ich Jürgen Trabant 1994 zitieren: Sprechakttheorie ist also mehr die Beschreibung einer sozialen Technik als eine Ethik des Diskurses, wobei sich glaube ich das soziale inzwischen erledigt hat.

    2. Jeder redet, jeder Quatscht allen Blödsinn. Das Internet ist voller Quatsch. Das ist ja auch das Wesen des Web. Es fängt auf, was der Wind so anweht. Wie ist es aber mit Büchern? Ich gehe in eine Megabücherei, es sind gerade Billigwochen und man erhält einen sehr guten Überblick, was so produziert, verlegt und verkauft wird. Seit fünf Billigaktionen auf Kilometern von Büchertischen war kaum ein Buch von Lyrik oder Philosophie (nur zum Beispiel). Wenn, wie behauptet wird Lyrik sich nicht verkauft, läge sie doch sicher als Erste auf dem Ramschtisch. Wie ist es mit den Zeitungen und Zeitschriften? Es ist so wie im Supermarkt, man empfiehlt die Frischware, aber was läuft ist die industrielle Fertigware, mit allen Zutaten (Wohltaten) angereichert (schönes Wort). Wie ist es mit den Reden, im Fernsehen, von Politikern, an unseren Universitäten, im Radio? Man hält sich auf Niveau. Die rasante Entwicklung der letzen Jahre hat zu einer Sprachkultur geführt, die der Gentechnologie in keinem nachsteht. Babylonisch ist hier geschmeichelt. Selbst bei Puristen werden Sätze formuliert die so intelligent klingen, das man oft Stunden braucht, ehe man merkt, man wurde „verarscht“. Die Sätze sind alles Blender. Schamlos über Hochglanz und Exelenzbegriffen verkauft man Messing für Echtgold. Wir kennen das von den Hochglanzprospekten der Finanzwelt und Immobilien und Reiseprospekten und Zeugnisbewerbungen. Sooft kann man gar nicht auf diese Worte, Sätze, Sprüche hereinfallen ehe man begreift. Die Zeiten haben sich geändert! Früher musste man aufpassen, dass kein Quatsch gesprochen wird. Heute wird nur noch Quatsch gesprochen und geschrieben und jeder hat selber die Aufgabe und Chance wieder selber zu DENKEN! Nun müssen wir, ob wir wollen oder nicht, die Kantische-, kopernikanische Wende volziehen. C Manfred H. Freude

  • zureichender Grund

    Zureichenden Grund; Widerspruch; unendlicher Regress; hermeneutischer Zirkel;

    Nichts geschieht ohne Grund
    Nichts geschieht ohne Grund.
    Warum nicht besser etwas ist, als nichts

    Widerspruch – Axiom – Grundsatz

    Natürlich (in der Natürlichkeit der Dinge) hatte Aristoteles damals recht mit seiner Theorie zum Widerspruch. Es hat sich inzwischen viel geändert, unberücksichtigt aller Rezeptionen. Früher gab es viele natürliche Wälder und auch noch Urwald. Es gab noch „natürliche“ Menschen, Tiere und Pflanzen. Das gibt es alles nicht mehr, nur noch kleine Gebiete für Pflanzen und Tiere aus Wohlwollen des Menschen. Das, was früher war und als wahr galt, hat heute keinen Wert. Nicht das empirische Phänomen, vielmehr das ewige apodiktische Sein hat Sinn. Also so wie diese Natur als das Natürliche verschwand, so verschwand ebenfalls die Wahrheit von dieser Theorie des Widerspruchs. Regen oder nicht Regen, das scheint nur eine Posse, ein Kuriosum. Was kann man denn selbst wissen? Und, wenn man selbst weiß, ob es regnet, weiß man es nur selbst. Also nur das Begründete, das zu Begründende liegt außerhalb unserer Wahrnehmungen. Unsere Erinnerungen trügen uns. (Lang ist die Zeit, es ereignet sich aber das Wahre). Es ereignet sich. Wir können nicht abschätzen, was kommt. Das konnte Aristoteles auch nicht wissen. Was also könnte unser Gehirn an objektiver Erkenntnis beitragen? Wir können keinen Widerspruch mehr akzeptieren, da wir theoretisch in Kauf nehmen müssen, dass wir nichts wissen. Das, was wirkt, das Erste, den Grund auf den wir zurückgreifen können ist nicht mehr vorhanden. Also kein Urwald und kein kurioser Widerspruch mehr. Bleiben wir doch bei einer unschuldigen, dunklen Dichtersprache. Diese braucht nicht wahr zu sein. Auch was letztendlich nach Aristoteles ein ernster Widerspruch bleibt, ist ebenfalls egal. Ein Veganer-Tierschützer erschießt einen Löwen. Bleibt dies für ihn ein Widerspruch? Nein, er konnte nicht anders handeln. Mit diesem Widerspruch muss er weiterleben. In der Schule ist die Meinung des Lehrers eine feste Meinung. Man bestreitet am besten nicht. Der Lehrmeister hat recht, oder widerspricht man? Die Lösung ist paradox, auch wenn der Lehrer Toleranz behauptet. Opus postumum, so heißt es, dass Spätere hebt das frühere auf.

    Nur der Zirkel führt zur unendlichen Ewigkeit. Der Widerspruch, der unendliche Regress, das Nichts sind ohne Ende. Diese Grundlosigkeit, dass lieber gar nichts sei als diese Welt. Der zureichende Grund für das grundlose Leben. Warum dieses lebenslange Leiden damit es seine Erlösung im Tod findet. Warum vom Leben erlöst werden, doch nur weil Leben Leiden ist. Der Sinn ist die Befreiung vom Lebensleiden. Müssen wir einsehen, dass es ein grundloses Leben ist. Das ist der zureichende Grund, warum nicht besser etwas sei, als nicht vielmehr nicht.

    Das Leben geschieht wie das Zusehen des Fernsehprogramms. Immer wieder diese eingeblendete Werbung … und das Leben? Immer wieder blendet regelmäßig das Leid ein, bis zum erlösenden Tod. Dieser zureichende Grund. Was ist besser? Gar kein Fernsehen oder dieses mit den Einblendungen der Werbung. Unsere Entscheidung träfen wir diese bewusst, wäre in jedem Fall unser Selbstmord.

    Nichts

    Philosoph Parmenides von Elea Über die Natur: „Wohlan, so will ich denn verkünden (Du aber nimm mein Wort zu Ohren), welche Wege der Forschung allein denkbar sind: der eine Weg, dass (das Seiende) ist und dass es unmöglich nicht sein kann, das ist der Weg der Überzeugung (denn er folgt der Wahrheit), der andere aber, dass es nicht ist und dass dies Nichtsein notwendig sei, dieser Pfad ist (so künde ich Dir) gänzlich unerforschbar. Denn das Nichtseiende kannst Du weder erkennen (es ist ja unausführbar) noch aussprechen.“

    Platon Die Idee der Verschiedenheit eröffnet die Möglichkeit des Nichtseins.
    Nach Kant ist „Nichts“ ist zu unterscheiden als
    1. Leerer Begriff ohne Gegenstand (ens rationis – Gedachtes etwas)
    2. Leerer Gegenstand eines Begriffs (nihil privativum – subjektives nichts)
    3. Leere Anschauung ohne Gegenstand (ens imaginarium – Fiktion)
    4. Leerer Gegenstand ohne Begriff (nihil negativum – Abwesenheit des Nichts)
    „„Man siehet, daß das Gedankending (n.1) von dem Unding (n4) dadurch unterschieden werde, dass jenes nicht unter die Möglichkeiten gezählet werden darf, weil es bloß Erdichtung (obzwar nicht widersprechende) ist, dieses aber der Möglichkeit entgegengesetzt ist, indem der Begriff sogar sich selbst aufhebt. Beide sind aber leere Begriffe. Dagegen sind das nihil privativum (n.2) und ens imaginarium (n.3) leere data zu Begriffen. Wenn das Licht nicht den Sinnen gegeben worden, so kann man auch keine Finsternis, und wenn nicht ausgedehnte Wesen wahrgenommen worden, keinen Raum vorstellen. Die Negation sowohl, als die bloße Form der Anschauung, sind, ohne ein Reales, keine Objekte.“– KrV B 348, AA III, 233

    Spinoza
    Leibniz Der Satz ist neben dem Satz vom Widerspruch nach Leibniz eines der beiden Prinzipien, auf die sich menschliche Vernunftschlüsse stützen.
    Schopenhauer
    Heidegger
    Derrida: „Nichts“ als Schweigen In seiner Kritik an Foucaults Deutung des descartischen „Cogito“ entwickelt Jacques Derrida (Cogito und die Geschichte des Wahnsinns. In: Die Schrift und die Differenz) auch eine Bestimmung von „Nichts“. „Nichts“ ist die wahnsinnige Unbestimmtheit jenseits der von ihr befreiten „cogito-Erfahrung“, welche als feste Basis Gewissheit über unsere eigene Existenz gibt, jedoch nicht über selbige hinaus. Aufgrund des Wesens des „Nichts“ kann über es nicht gesprochen werden, da die Sprache Ausdruck der Vernunft ist, welche dem „Nichts“ gegenübersteht und es in Schach hält. „Nichts“ offenbart sich also ausschließlich im Schweigen.

  • Es gibt kein richtiges Leben im falschen.

    Es gibt kein richtiges Leben im falschen. Richtiger Privat im Richtigen: Wie Adornos berühmtester Satz ursprünglich lautete. Dieser Satz hat sich mit den Hindernissen beschäftigt, sich in diesen modernen Zeiten irgendwo häuslich einzurichten. Adorno bekräftigt mit seinem Satz die Differenz von richtig und falsch und die Wichtigkeit, sich den Sinn für das Richtige nicht nehmen zu lassen. So Martin Mittelmeier: Es gibt kein richtiges Sich-Ausstrecken in der falschen Badewanne. Autonomie, die Bedingung aller Hellsicht, ist nach Adornos eigenen Prämissen in der "verwalteten Welt" ganz unmöglich? Aber wieso? Der Mensch als egoistisches, gieriges Wesen, das auch in der Gemeinschaft, auch Demokratie genannt, nur an sich denkt und nicht anders kann, denn wenn überhaupt, kann es nur sich lieben. Dichtung und Philosophie behandelt das, was sie thematisieren: als eine Komposition von Maximen, in der nichts so steht, wie es sich auf den ersten Blick liest. Hält das Leben uns nicht mehr bereit als Glück und Arbeit? Bestimmt doch die Gesellschaft, ob das Leben uns zu gefallen hat. Der Souverän als die Gesellschaft oder das Individuum, das ist hier die Frage. Die moderne Gesellschaft als eine Wachstumsgesellschaft produziert unter dem Mantel der Demokratie, so wie es ursprünglich von Platon gewünscht, das Leben und das Morden. Es ist unmöglich „so zu leben“ aber wir machen es möglich, indem die Mehrheit demokratisch dies so will. Der Flaschensammler ist ein Teil der Konsumgesellschaft und wird mit jeder Flasche weiter ausgestoßen von der Gesellschaft und doch weiß diese, das sie ihn damit am Leben erhält, nur was für ein Leben?

    © Manfred H. Freude

    Richtiger Privat im Richtigen: Wie Adornos berühmtester Satz ursprünglich lautete. Dieser Satz hat sich mit den Hindernissen beschäftigt, sich in diesen modernen Zeiten irgendwo häuslich einzurichten. Adorno bekräftigt mit seinem Satz die Differenz von richtig und falsch und die Wichtigkeit, sich den Sinn für das Richtige nicht nehmen zu lassen. So Martin Mittelmeier: Es gibt kein richtiges Sich-Ausstrecken in der falschen Badewanne. Autonomie, die Bedingung aller Hellsicht, ist nach Adornos eigenen Prämissen in der "verwalteten Welt" ganz unmöglich? Aber wieso? Der Mensch als egoistisches, gieriges Wesen, das auch in der Gemeinschaft, auch Demokratie genannt, nur an sich denkt und nicht anders kann, denn wenn überhaupt, kann es nur sich lieben. Dichtung und Philosophie behandelt das, was sie thematisieren: als eine Komposition von Maximen, in der nichts so steht, wie es sich auf den ersten Blick liest. Hält das Leben uns nicht mehr bereit als Glück und Arbeit? Bestimmt doch die Gesellschaft, ob das Leben uns zu gefallen hat. Der Souverän als die Gesellschaft oder das Individuum, das ist hier die Frage. Die moderne Gesellschaft als eine Wachstumsgesellschaft produziert unter dem Mantel der Demokratie, so wie es ursprünglich von Platon gewünscht, das Leben und das Morden. Es ist unmöglich „so zu leben“ aber wir machen es möglich, indem die Mehrheit demokratisch dies so will. Der Flaschensammler ist ein Teil der Konsumgesellschaft und wird mit jeder Flasche weiter ausgestoßen von der Gesellschaft und doch weiß diese, das sie ihn damit am Leben erhält, nur was für ein Leben?

    © Manfred H. Freude

  • Was bleibt ist Kritik.

    Durch Tausch wird unsere Gesellschaft zusammengehalten. Aber Tausch ist aufgrund ungleicher Interessen nicht fair.
    Der Tausch sollte Dinge wie Menschen gleich handeln.
    Aber wir können nicht mehr tauschen.
    Dafür benötigen wir den stillen Dritten, den stillen Teilhaber. Wir tauschen Äpfel gegen Birnen, Arbeit für Fernseher, aber ein unbekannter Dritter nimmt das Geld und verschwindet.
    Das menschliche Blut ist im Grunde kalt. Christus wartete vergebens auf Liebe und bekam die ganze Kälte der Menschheit zu spüren.
    Von Beginn an war das Falsche in der Welt,
    Aber die Erinnerung von Richtigem in der Kindheit, davon mischt sich das Falsche mit dem Richtigen.
    Wir haben Kraft verloren. Was bleibt ist Kritik.
    Wachstum heißt auch immer, dass Masse ausgebeutet wird.
    Die Masse Mensch, Pflanze, Tier oder Ware, das bleibt alles gleich.

  • Muttersöhnchen

    Muttersöhnchen. Mein kleiner Narr. Du sollst nicht lachen. Als Sohn der Mutter geboren und nicht umgekehrt. Wie hätte es auch anders sein können, warst Du jedoch selbst von einer Mutter geboren. Nicht einmal der Vater hat deine Mutter geboren. Es hat den Sohn durch die Mutter geboren. Hat ertragen die grundsätzliche Gier zum Leben der alleinige Wille zum Dasein, den Sohn aus dem Innersten in die Welt des Menschen geworfen. War die Frucht, Spross aus einer Knospe oder aus der Wurzel zart. Nicht geboren zu werden ist das Beste, sterben das Zweitbeste. Zwischen der Wahl zu sterben und dem Leben gibt es nur das Elend. Jede Mutter wünscht sich, ihrem Sohn ein langes Leben. Ist sie dafür eine schlechte Mutter? Sollte man sie deswegen verachten? Wie können wir sie für das Leben verantwortlich machen, dass sie sich selbst nicht ausdrückte? Ohne Leiden ist nun mal kein Leben zu haben. Nur sie kann alleine berichten vom Moment der Geburt. Sich selbst einen Sohn oder dem Vater einen Stammhalter gebären: Das sind eins. Den Tag der Geburt wird sie nie vergessen. Vom Vater sauber notiert und abgelegt, eingetragen ins Stammbuch wurde der Knabe der Menschheit zugeführt. War er vorher kein Mensch? Bei der Geburt im Kreißsaal wurden keine Spuren hinterlassen. Die Geburt war gestern. Schön war der Augenblick. Schön ist das Erinnern. Vergessen ist der Schmerz. Erinnern wir eine Spur, so gerät sie in den Abgrund, der sich dem Boden einprägt.

    © Manfred H. Freude
    20. September 2012

  • Stell Dir eine Welt vor.

    Stell dir eine Welt vor:
    Es regierte der Kapitalismus. Krise heißt diese Welt, (die es im Übrigen nicht gibt weil sie unendlich entfernte Grenzen hat) und sie wäre global.
    In der das Stehlen erlaubt ist. Lesen ist stehlen.
    Wer stiehlt, der nimmt und wer liest, der stiehlt. Wer lehrt, der bestiehlt das Leben und sagt: Nehmt, Du darfst. Das System ist korrupt und krank, die Gier des Einzelnen nur soweit es heißt: Nimm, Du darfst. Wo ein Lehrer auftritt, dort liegt bereits die Welt im Argen. Wo der Mensch nicht mehr am Leben lernt, sondern vielmehr anscheinend Nutzbringende und doch vordersinnig nutzlose Dinge, sozusagen eingetrichtert bekommt. Wir kennen dies bei asiatischen Kindern, die am Klavier oder an der Geige, Tag für Tag ihre Zeit verbringen, als Wunderkinder gepriesen werden, dabei besitzen sie nun, statt des fehlenden Talentes, die Perfektion der Übung. Sie beherrschen zwar ihr Instrument, allein es fehlt ihnen der Sinn. Meistens sind hierbei die Eltern als Vorbilder zu schwach.
    Es gibt das was wir kennen, aber nicht erkennen. Es gibt Gold (was wir kennen) aber wir erkennen nicht, das man uns Scheingold verkauft, das Nichtsz. Gold existiert, und Du weißt es. Die Erkenntnis der Realität sind unsere Sinnenseindrücke, unser Denken. Diese Realität zu leugnen, also zu denken man würde uns betrügen, obwohl darauf steht: Ja, du darfst, dies verlangt implizite Akzeptanz. Was wir erhalten ist was wir uns wünschen: Nichtsz. Eine Welt in der wir Nichtsz brauchen und das bekommen wir. Essen bis zum Umfallen und alles ohne Fett, Kalorien und ohne Zucker. Alles biologisch und soft. Stell dir vor du willst abnehmen und darfst soviel essen wie du willst. Erleichtert wird dein Portemonnaie. Das System ist das Wachstum. Wir sind vergnügt und verreisen oder sind bei Festen und Spielen glücklich. Auf der einen Seite Kriege, während wir fröhlich feiern. Brot und Spiele. Brot nicht zu fett, während die Sklaven der Spiele sich von Kakerlaken ernähren. Stell dir eine Welt vor wie im alten Rom. Man redet bis keiner mehr zuhört und geht dann ins Freudenhaus. Wo das Drama und die Tragödie uns zeigte, wie wir uns zu verhalten haben, zeigen uns nun Fiktionen und Avatare wie wir leben sollen. Unsere Vorstellung reicht nicht dorthin, was wir uns noch alles wünschen könnten. Daher ist dahinter erst das Nichtsz. Es muss erst erfasst, zu einer Idee versammelt werden. Die Welt und das Universum drehen sich ohnehin voraussehbar weiter. Ein Ende ist nicht absehbar. Aber für uns ist ein Ende vorstellbar. Stell dir eine Welt vor in der die Luft nicht mehr zum atmen reicht und nicht mehr genügend trinkbares Wasser vorhanden sind. Es ist das Nichtsz, welches in der Sprache spricht im Schwaigen.

    © Manfred H. Freude
    Mittwoch, 14. Mai 2014

  • Ich glaube an

    Manfred H. Freude
    Ich glaube an was mich zum dichten treibt im Fluss der Worte und Reime...

    Wie könnte ich je etwas sagen, wenn ich nicht davon dichten kann; sonst würde ich ja nur davon reden. Nur das gesprochene und das geschriebene Wort ist schlechter als das gedichtete Wort, aber das gedachte, das unausgesprochene Wort ist das stärkste! Meine Gedichte sind reich an Anspielungen auf Mythos, Kultur und Dichtung der Jahrtausende. Sie spiegeln eine aus den Fugen geratene Welt. Unter die Haut und auf der Haut und in die Haut gehen die Worte. Hautgefühle; Aufhellen, Nachdunkeln, Eincremen der Dichterhaut. Ich glaube an das was mich zum Dichten treibt, im Fluss der Worte und Reime... der Themen und Ideen. Es entsteht aus Vers und Rhythmus, aus Kadenz und Strophe das Gedicht. Jongliere mit Worten wie ein Straßenillusionist, der die Worte zum Himmel wirft und jongliert wie mit Seifenblasen, die zerplatzen und gleichzeitig neue gebären. Wie der Jongleur muss ich beim Dichten müde werden, damit meine Hände allein sein können.

    Sehen, hören, singen, lesen, spielen heißt für mich: ein gutes Bild (und gute Information) sehen, eine gute Musik hören, ein gutes Gedicht oder gute Zeitung lesen. Inspiration beim Schreiben/Erzählen: das Loslassen und das Festhalten. Wer nicht hören will, muss sehen / lesen.

    Ich sehe mich selbst als: Zeitkritiker, Postromantiker, mit Sehnsucht nach Frieden. Die Worte für ein gutes Gedicht suche ich täglich neu; in täglich neuen Versuchen und Übungen finde ich Worte, deren wahren Gehalt nur die Zeit bestätigen, bewähren kann! Ich glaube an das was mich zum Dichten treibt.
    Wenn man Gedichte liebt, so muss man als Dichterfreund nur anders interpretieren als klassisch psychoanalytisch.
    Mit Philosophiestudium erwerbe ich das Wissen vom Nichtwissen und mit dem Lyrikstudium erschließt sich meine kulturelle Kompetenz ihr Selbstverständnis und die Grundlagen zu Gedichten.
    Wie aber werden wir je davon erfahren, wenn nicht über das lyrische Ich des Gedichtes? Meine Gedichte sind reich an Anspielungen auf Mythos, Kultur und Dichtung der Jahrtausende. Sie spiegeln eine aus den Fugen geratene Welt.
    Unter die Haut und auf der Haut und in die Haut hinein gehen die Worte. Hautgefühle; Aufhellen, Nachdunkeln, Eincremen der Dichterhaut, der verletzten, der geschundenen, der gekränkten, der misshandelten Haut.
    Aus der Vogelperspektive betrachtet gleicht die Sprache meines Gehirns einem Labyrinth. Folgt man dem Ariadnefaden wie dem Wasser (von seiner Quelle über Auen mäandernd, durch Wasserfälle zum Meer aufsteigend, zu den Wolken, herunterregnend auf die Berge und absinkend in deren innerste Schichten). Nur der Leser, der es zum Meer schafft, taucht ein. Es sind heute nicht mehr die leichten, sanften Dichterflüsse mit ihren breiten Ufern. Wir bewegen uns heute in extremstem Wildwasser, ohne jede Sicherheiten. Wir sind Extremsportler. Kein Floß, keine Ufer. Nur wildestes Wasser und Strudel, ja gefährliche Strudel und keine Ufer. Nur zerklüftete enge Felsschluchten. Kommen wir jemals an in ruhigen Gewässern? Wen wollen wir mit einer netten Kahnfahrt noch erreichen? Wie bei einem Computerspiel, das man bis zum höchsten Level spielt und schafft, das ist das Ziel.
    Und die Gedichte sind das Wasser ( nicht die Quelle ist der Ursprung und nicht der Fluss der Lauf von den Worten ) nein die Gedichte sind der ständige Kreislauf des Wassers. Sie sind im Ursprung noch vor der Quelle tief im Grund der Berge und verdunsten zu den Wolken im Meer und regnen wieder ab über den Bergen. Ewiger Kreislauf.
    Der Dichter und sein Gedicht aber sind wie ein Baum, der tief mit seinen Wurzeln das Wasser aufsaugt.
    Die Dichter fügen ihre Wortsammlungen zusammen zu endlosen Romanen. Sie wollen mehr gelesen sein.
    Ein schönes Goethe-Wort. Wollen wir geistig weiterfliegen oder wollen wir nur die Zeit totschlagen? Die ewige Langeweile. Fliehen vor der Realität. Aber ist das, was der Dichter schreibt nicht Realität? Geht der Leser nicht davon aus, das der Dichter die Wahrheit schreibt? Verbreitet der Leser nicht das Wort: „Es steht geschrieben.“ Was steht nicht alles geschrieben: Thesen und Gegenthesen. Und all die schönen Einbände. Wer braucht da noch schöne Worte? Und der Poet, der Große, mit seinen langen Balladen und seinen ewig langen Elegien alles für die Bücherwand. Wunderschöne Exemplare in Golddruck. Und das kurze Gedicht, diese schönen Worte? Ja es gibt sie aber sie sind so schnell gelesen und so schnell vergessen, sie fliehen und fliegen. „Es sind keine Waffen denn diese Sprache“. So möchte ich das Verständnis für meine Gedichte ausgedrückt wissen. Diese Sprache jedoch wurzelt in der Erfahrung, in der Moral, in den Grundlagen meiner Selbstrefflektion.
    Wie könnte ich je etwas sagen, wenn ich nicht davon dichten kann; sonst würde ich ja nur davon reden.
    Nur das gesprochene und das geschriebene Wort ist schlechter als das gedichtete Wort. Aber das gedachte, das unausgesprochene Wort bleibt das stärkste!
    Wie aber werden wir je davon erfahren wenn nicht über das lyrische Ich der Dichter?

    Meine Lyrik ist kein Glück
    sondern sublimer Ekel.

    (Meine Lyrik = Suprematismus (= das Höchste): ist kein Glück; = sublimer Ekel (erhabener Ekel))
    Die Prosa wirft wie die Aristokratie in Frankreich am Anfang der Revolution „mit sublimem Ekel ihre Privilegien weg“ gibt Schritt für Schritt ihre herrschaftlichen Befugnisse ab.
    Was bleibt und was wird ist Erhaben sublim suprem das Höchste, besser, leichter, südlicher, sonnenhafter (Nietzsche). Prosa ist von der Natur, eine Macht, die über uns keine Gewalt hat, und so dynamisch erhaben ist, im Kantischen Sinn.
    Personen als Geschlechtsorgane. Ich sage ja: meine Lyrik ist das Höchste, ist Suprematismus „die Umwandlung des unbefriedigten Geschlechtstriebs in geistiger Leistung im echten Freudschen Sinne.

    Diese Gedichte fliehen und fliegen!

    Und das Gedicht, diese schönen Worte?
    Ja es gibt sie aber sie sind so schnell gelesen
    und so schnell vergessen, sie fliehen und fliegen.

    Schreibe über WORTE, über Gedanken, über Zeit und Zeiten,
    über Tod Abschied und Einsamkeit und den WEG, ...........
    Worte – Zeit – Abschied – SINN - Liebe – Kunst – Vergänglichkeit – Tod Singen – Politik – Hoffnung – Weg - Gedanken –Leben
    Schreibe über die Worte, die noch gebraucht und dahingeworfen
    (Worte brauchbar für später), die in Zeitungen zum Fischeinpacken stehen (Kluge Köpfe), nur ein Wort wird gebraucht. Leeres Gerede im Parlament (Worte schweben im Meer) und im Leben (Fließende Worte rinnen) (Gemeinsame Wortwechsel) (Ich trage schwere Worte)
    (Wortkrank) über die Dichter (die toten Dichter sprechen noch) (Literarischer Ort Dichtergasse) (Literaturkritiker) letzter Dichterspruch (Mehr Licht) Schreibe über die ewig fröhlichen, über die Zeit der aufgesetzten Fröhlichkeit (Bunte Fahnen), die kein Auge, kein Ohr für Frieden finden (Bunte Fahnen wehen) und greifen nach der bereits abgehackten Hand (FÜR FRIEDEN) und (FLIEHE ATEM) fliehe den Atem der das Land bedroht. Dabei ist (DIE ZUKUNFT) die eisigkalte Zukunft so nah, im Traum ist alles anders, wirklicher, nicht so hässlich, es kann doch nicht sein das es so ist wie es ist (Engel tanzen ) Licht der Finsternis (Bekümmerte Zeiten) (Blauer Himmel) (kein Interesse) (weiße Tauben) ich Schreibe über Abschied und Einsamkeit des Tangotänzers der nur das Licht im Saal lässt (TANGO), schreibe über Wege und Auswege (Auf den Landstraßen) und über Resignation über die Situation der Kunst (Augenblick) wie es drinnen und draußen aussieht (Des Lebens Freude) bis zum Ende der Vorführung (ENDE der Harmonien) (Morgen des Halbschlafs) über den Glauben die Religion (Im Namen des Vaters) schreibe vom Sinn und Weg und Ganzen von Weisheit und Mut (Bleib dem Weg) und schreibe für den der nicht weiß wohin (Wer nicht weiß) schreibe vom Sterben und Leben (Brennendes Wasser) über (Annäherung) über (Erderwärmung und schreibe über (..der kleine Schmetterling) der zwischen Leben und Tod über dem Fußballplatz schwebt, und schreibe über die Liebe (weiches Fleisch) die (Liebe schlag mir aus dem Kopf) (Ein Leben der Liebe) (herz) ich habe die Tulpen geliebt (Liebe die Leiden schafft) schreibe über Abstraktes über die Kunst die Utopie ( „als Picasso noch Astronaut war“ ) über ( Der Künstler/der Kunstkreis) schreib über (die leeren Blätter) die wir füllen (Die gefälschten Worte) (Jus de Orange bleu) (Stillleben) (Tapetenwechsel) schreibe über die Natur (Jahreszeiten), den Jahresanfang (das frische Jahr) (blinder Sylvesterhimmel) das Winterende (Frühling wartet noch) den Frühling (Frühlingswind) (der neue Frühling) (der Wind spielt mit den Vertikallamellen) den Sommer (noch und noch ist Sommerzeit), den Herbst (der laute Regen) (Hochwasser) den Winter (wo ist der Schnee) (Winterliebe) (Weißes Winterzauberkleid) (Dezember) (Winter Ende ehe er begann) über das Alter (Abendmüde) das (Aprilwetter am Dom) den (Armer Schmetterling, arme Raupe) (frühlingsreif) ( Geschöpfe Gottes) ( Hasenleben) (in vollem Gelb zur Osterzeit) (Nachtlicht eines schönen Abends) (Riesenroter Mond der aufstieg) (Schönheit des Wasserlaufs) (Wer hat den Baum getötet) (Wie treib ich mir den Winter aus dem Pelz) schreibe über die Vergänglichkeit (Die Zeit) die uns in Trab hält, (Vergessen) ein Kraut gewachsen (Brüder und Schwestern) verschwindet schnell (Keine Sorgen) alles ist wie es ist (Keine Zeit) dreht sich im Kreis, über wie es war (ja so war es) (Harmonische Glückseligkeit die mich tötet) (Kriegsbäume) (Schöne Kriegsbilder) (Windhauch und Luftgespinst) über den Tod und die Träume (Auf mein Grab) Gläser heben, (wenn du am offenen Grab) achte den Tod (Warum träumen wir) am Abgrund, (Was kann morgen schon geschehen) viel oder nichts (Der Wald ist totenstill) wo die Nacht nicht die Abendsonne findet (Blutende Leiden Passion) (kleine mädchen so zerbrochen in belgien) (Leben ohne Ende) (Täter in Madrid) (Todesanzeige) (Weder Leben noch sterben)
    über den Schrei (Geburt) Gehasste Liebe ( Nachgeburt) (Narben) schreibe über Lebensfreude und das Singen im Chor
    ( Badewannen Superstar) (Besinger) ( Bass) ( Chormusik ) (Der Chorleiter ) (Der Kirchenchor) (Der Chor hat sich nun aufgestellt) (reich mir den Blues) (Sinfonischer Chor Aachen)
    schreibe über die Politik - Arbeit - Sozial, ( Bauchtänzer )
    (Bitte zugreifen) (Demagoge an BB) (Lotterie mit Arbeitslos) fast fünf Millionen ( DU ) schon mal bessere Zeiten gesehen
    ( Gladiator) der Arbeitslose (Leere Kassen) Sozialstaat die Kassen sind leer (Landflucht der Grosstädter) (Nochmals im Preis gesenkt) über Aachen (Zapperdeus)schreibe über Trost und Hoffnung (Worte) treffen sich im Meer (Satt) genug der Worte, schreibe über das Leben, ( Sinn des Lebens ) der vergebens gesucht (The Lucky Punch der Boxer)

    Neologismus ist außerdem eine Kombination aus Denkmal und Schreibheft und ein Schriftmal wie Denkheft. Das Wichtige im Leben welches den Einzelnen ändert und ein wenig glücklicher machten kann, ist die Reflexion. Der Mensch der reflektiert, verändert. Sei es das er in der Kunst reflektiert, sei es in einer der Wissenschaften. Das Wesentliche im Leben des Menschen sind die Probleme der Nahrungsbeschaffung und der Wohnungsgestaltung, der Kampf um Pfändung und Verhungern. Weiteres hat ausnahmslos die Probleme des Menschen seit der Höhlen bis zu den Wolkenkratzern nicht verändert. Götter tauschen und dafür neue Katastrophen eintauschen. Der alte denkende Mensch veränderte nichts in allem Sprechen und Schreiben.
    Ein dichterisches Heft zum Gedenken und Bedenken des Wissens, ein besonderes Denkmal, geschriebenes Denkmal für notiertes Gedachtes. Gedanken in einem Denkmal ein Denkmal für Gedanken. Ein beschriebenes Denkmalheft.
    Vergänglichkeit im Treibsand versunken. Verloren im Treibsand. In den Sanduhren durchgereicht von einer
    Glaskugel in die andere (oder doch die Gleiche).
    Alles was war, was wert, was teuer.
    Nur einige Wenige, errettet von Lianen gereicht aus dem Nichts. Hochziehen vor dem Herabziehen. Herausziehen aus dem Vergessen.
    Dem Nihilismus, dem Pessimismus die rettende Liane gereicht, sich selber aus dem Treibsand ziehen, das ist die Lösung.

    Tödlicher Frieden zur Interpretation.
    Was geht ständig und überall vor sich? Oft verwechselt mit Kriegen. Die ständig, immer wieder irgendwo und überall stattfinden. Mit Kriegen verwechselt, wohl wegen der Panzer, die Taub scheinen? Taub, wodurch? Taub, wogegen? Ständig wird gewarnt. Von allen Seiten. Wovor? Wofür? Wieder das Vergessen? Wieder das Vergessene? Gibt es Krieg? Gibt es Streit? Gibt es endlich Frieden? Sind die Kriege und die Frieden menschlich, Artefakte? Oder sind sie natürliche Erscheinungen? Wie Unwetter oder Dürren? Alles Fragen. Alles unbeantwortet. Und das Gedicht? Unbeantwortet stellt es die Frage „was kann geschehen? Immer. Jetzt.“ Der intelligente Mensch versagt. Da gibt es nichts wissenschaftlich zu interpretieren. Er steht vor seinem Urteil. Einem Oxymoron. Widersprüchlich, different, paradox. Er spricht aus Angst. Wie der große Dompteur. Wissend, das der Tiger niemals beißt, das er immer spielen will. Historisch rollen die tauben Panzer immer. Ab und an löst sich ein Schuß mitten im Frieden. Ein Attentäter, ein Amokläufer ein Verrückter. Was soll da noch erklären? Der Mensch könnte an seinem Mörder im stillen Tunnel vorbeigehen. Der Mensch erkennt, wenn der Strand ins Meer zurückgeht, ist Gefahr. Es ist nicht mehr schön. Die Kinder sind mit der Geschichte geboren und aufgewachsen. Sie spielen, doch glauben alle an die Unverwundbarkeit. Ihnen wird an diesem Ort nichts geschehen. Tödlicher Frieden. Aber was geschieht? Sie wurden gebadet wie Siegfried im Blut der scheinbaren Unverwundbarkeit. Aber niemand ist unverwundbar. An irgendeiner Stelle klebte das Pflaster der Unverwundbarkeit. Dort ist man verwundbar. Die Natur ruft ihre grausamen Kräfte herbei. Der Mensch, der in der Wüste, lernte seine Häuser nicht mitten in die Oase zu bauen, um diese nicht zu zerstören. Nun baut er seine Villen mitten in die Wälder. Wälder brennen immer. Das ist ihre Natur. Der Mensch wird sich nicht ändern. Das ist seine Natur. Er versucht, die Natur zu ändern. Hinzurichten auf eine neue Schöpfung. Das Gedicht tödlicher Frieden (welches auch dem gleichnamigen Buch seinen Titel gab), wird fast ausnahmslos falsch interpretiert. Man schwankt, bei der Interpretation, zwischen Krieg und Frieden. Das ist falsch! Dies passiert auch berufsmäßigen und geübten Kritikern, Lesern, Poetologen, Sprachphilosophen. Auch wenn das Gedicht, stellenweise von Landsern, Panzern spricht, so handelt es bei genauerem Hinsehen, Hinhören und Betrachten, um diese alltägliche Situation einer Katastrophe, gleich welcher Art, die jedem von uns, zu jeder Sekunde treffen kann. Auch am ruhigsten Urlaubsort kann uns eine explodierende Bombe treffen, sowie eine tödliche Monsterwelle. Das Haus, in dem wir uns gerade befinden, kann sich selber in ein tiefes Erdloch stürzen. Es kann sich zu jeder Zeit die Erde öffnen von Vulkanen oder Erdbeben. Der Regen kann uns, ganze Häuser und Autos wegspülen. Immer und überall kann etwas passieren. Immer und überall kann plötzlich das Friedliche ins Tödliche umschlagen. Die Idylle zur Ruine werden. Das ist Sinn des Gedichtes Tödlicher Frieden. Der Tödliche Frieden. Hier wird immer Krieg angenommen. Das der Krieg tödlich ist, ist wohl schwer zu bezweifeln. Aber es geht hier um Frieden. Nur der Frieden kann tödlich sein; der Krieg ist per se tödlich (nur tödlich und niemals untödlich). Der Frieden hat an sich friedlich zu sein, doch dies täuscht. Frieden ist so wenig friedlich wie Krieg tödlich ist. Attentate, Naturkatastrophen, Mitte, Dunkel, Dämmerung, Leere, Innen, unsichtbare Tornados, Wellen, Wüsten, Tsunami, Feuer, Brandung, Vulkane, Erdbeben, Explosionen, Straßenkämpfe, Schüler, Hacker, Terroristen, was noch? Unsere eigenen menschlichen Aggressionen, ob als vermeintliche Friedensstifter oder als Krawallmacher. Das friedliche Nebeneinander, unsere aufgezwungene freundliche Toleranz, schamlos ausgenutzt, wie die Natur, der wir arglos begegnen an Traumstränden von urplötzlichen Wellen, Erdbeben oder Vulkanausbrüchen überrascht. Begegnen wir unserem Leviathan. Begegnen wir auf der Stille der Friedhöfe nur unseren Toten. Die Sekunden der Stille vor der Atemwende des Todes. Zu dem Gedichtband geht mehrdeutig der Beweggrund hervor. Zunächst zu dem Text, dieser Anlass, das verstärkt berichtet wurde, das die gebräunte Gesellschaft sich nun aufmachte, diesen Tag wieder in ihre Reihen zu bekommen und Aufmerksamkeit zu fordern, die sie auch in jedem Fall wieder erreichte, weil sie ständig zu allen unpassenden Gelegenheiten präsent ist. Solange keine Gegenbewegung erfolgt, bekommt diese haarlose Gesellschaft ihre Plattform, ob negativ oder positiv, sie kommen leider in die Schlagzeilen. Zu seinen Gedichten, die Freude zu diesem Thema geschrieben hat. Da erübrigt sich auch ein Kommentar, was den Dichter hier bewogen hat. Das bewegt gewisse Herren in der Schweiz, in Lichtenstein und am Gardasee sicher nicht. Es gehört aber immer wieder aufgetischt und verstärkt in die Aufmerksamkeit. Das Thema wird leider viel zu sehr, so einfach hingenommen. Zu dem Gedicht Auslandeinsatz ist zu sagen, dass es bei dem ersten Auslandseinsatz, der Abstimmung im Bundestag geschrieben wurde. Wie weit wir heute mit unseren Auslandseinsätzen sind, ist bekannt. Fuß um Fuß bewegen wir uns weiter in die Kriegsgebiete und schaffen es dass wir in fremden Weltmeeren nun mit riesigen Kriegsschiffen kleine aber umso schnellere Piratenboote jagen. Kapitän Hook lässt grüßen und von den Kriegsgebieten kommen die Särge und die Öffentlichkeit nimmt nichts war, oder heißt es wahr? Bei allen Themen von Tod und Frieden, geht es um Berichterstattung und um das Wegsehen. Wir sind doch blind für die Dinge, die geschehen. Selbst bei Amokläufern sehen wir nicht hin, sondern suchen uns Begründungen, die unser Gewissen beruhigen; mit denen wir leben können. Den wahren Grund wollen wir doch nicht sehen. Der ist bei blindwütigen Mördern, Terroristen und Totalitären Personen gleich. Wir aber trennen fein. Beim trennen in grüne, weiße und braune Flaschen, bleiben es doch immer Flaschen. Wir sehen aber nur die Farbe. Dies ist hoffentlich eine kleine Einführung in eine Interpretation, das reicht fürs erste als Erklärung. Weiteres ergibt sich aus seiner kompletten Arbeit. Im Übrigen hat er einen einzelnen Band herausgebracht, mit dem Titel: tödlicher Frieden. Hier geht es darum, dass es im Allgemeinen, keine Sicherheit gibt. Auch nicht in der Natur. Leider werden der Titel und auch einige Gedichte, wie das Gedicht Tödlicher Frieden, oft als einen Text, alleine Wider den Krieg, oder wider das Vergessen, angesehen. Es geht aber darum, dass wir zu keiner Zeit, zu keiner Sekunde sicher sein können, weder vor Krieg, noch vor Erdbeben, noch vor Amokläufern noch vor Hauseinstürzen. Wir leben einfach gefährlich. Na, wenn das keine neue Botschaft eines Dichters ist. Wir leben in gefährlichen Zeiten; der Lachende hat die furchtbare Nachricht nur noch nicht empfangen … der dort ruhig über die Straße geht ist wohl nicht mehr erreichbar für seine Freunde die in Not sind?

    Die Welt – ist eine Scheibe

    Je stärker es dahinter dunkelt
    spiegelst du dich, erkennst
    du deine Seele – im Gedicht!

    Mein Gedicht ist eine Scheibe

    Mein Gedicht ( als Welt )
    ist eine Scheibe ( aus Glas )
    Ich bedeute ( durch ) die Scheibe
    Man erkennt, glaubt, sieht ( Theorie, Wissen ) durch diese Scheibe.

    Mein Gedicht ( die Welt ) ist -
    - „das sich in dieser Scheibe Spiegelnde „
    ( Doxa, Meinung )

    Das Deutbare ist nicht Eindeutig, nicht Begrifflich.
    Lese meine Gedichte: Reflektiere, bilde die Ausnahme, empfinde, betone.

    Vom Hörensagen und Draufsätzen.
    1) Hörensagen ist ein unerklärliches Nachsagen
    2) Draufsätzen ist nicht das Du im Gedicht, nicht das Lyrische Du, nicht das Du des Lesers: es ist das noch nicht erkannte, mitgedachte ich, er, sie, es, wir, ihr, sie der Reflexion der Einbildungskraft

    Das Gedicht, dessen Sprache von Niemand kommt und zu niemandes Ohr gelangt ist wahr, weil es nicht lügt; ist wahr, weil es buchstäblich das Reale aus ihm sagt, ohne Interesse oder Wohlgefallen zu begehren. Von Hörensagen spricht das Gedicht zu jenem, der die Vorstellung von Unbestimmtem und Realitätsbewusstsein für das Realitätsfremde auf die Sätze Draufsätzen ohne diesem Gehorchen zu entfliehen. Diese Blume - dieses Gedicht -, täuscht Imagination, von einer imposanten Größe des Stils, der das Reale verschließt, vor der Induktion, auf die Schönheit, der Blüte. Im Gedicht leuchtet das Hören, von Hörensagen und seinem Draufsätzen, dichterisch. Nur die Wahl der Worte und ihr Aufrufen im Nebeneinanderstellen, erhebt sie zum Licht. Die helle, weiße Leere, des leeren Blattes hat ihre Leere angereichert mit Buchstaben, vom Draufsätzen, zum Punkt bringen. Das Setzen eines Punktes ist die Grenze des Satzes, der aber durch dieses Setzen bereits weiterführt, weiter das man schon erkennt vom Hörensagen. Es spricht in eines Sprache, der zu Niemandem spricht und von keinem her, der das Sagen herstellt, es erscheinen lässt. Aufgehen, Aufblitzen und vergehende Schrift für die Dauer eines Feuerwerks, eines Blitzes, eines Menetekels. Die Transzendenz einer solchen Erscheinung des Aufblitzens bewirkt und vernichtet in eins. Der Draufsatz ist das Gegenteil des Ausdrucks, von Hörensagen her, das Sprachlose der Dichtung. Es scheint das Das Gedicht redet und spricht: hier bin ich, ich bin das Gedicht. Doch ist im Gedicht kein Buchstabe der nicht ständig sieht, beobachtet. So ist das Gedicht, das, wie anfangs erwähnt, nicht lügt, subjektiv paradox; es sieht nicht nur, es erzeugt, produziert Blindes. Das Gedicht ist Ausdruck und ein sich selber Denken. Das hergestellt Blinde, das wovon wir immer behaupten, nicht zu wissen, was es ist, alles ist Ausdruck. Das Gedicht folgt blind, gestaltet somit sein Werden, wohin es von sich aus will und versucht diesem gerecht zu werden. Vom Hörensagen ist das Gedicht. Es trifft sich bei der Sprache die in ihm ist. Der Draufsatz der Schrift als Sprache trifft das Gedicht nur als Schrift. Ihr Hörensagen führt auf die Reflexion der Einbildungskraft. Das Gedicht ist ein Subjektives vom Hörensagen, objektiv erst durch das Draufsätzen des Lesers sowie sich selber erst herstellend in allen Momenten seines Machens. Es wird zu einem Wahren und Unwahren. Draufsätzen, einen Satz hinzufügen, zur Erkenntnis ist immer Sprache die erst in Gang gebracht das Gedicht zum Sprechen, zum Hörensagen zwingt und in sein Innerstes vordringt. Vom Hörensagen ändert das Gedicht, verändert indem es gelesen wird. Wir wissen nicht woher es kommt. Aus welchen Weiten, aus welchen Tiefen, noch wohin es führt. Es ist vom Hörensagen einer Schöpfung und vom Draufsetzen eines Schöpfers, es ist von weit über den Dingen, unerklärlich. Wenn jemand schreibt, er wisse beim Hören eines Gedichtes nicht genau was es bedeutet, so hat er das Wesentliche des Gedichtes schon erfasst. Das Gedicht ist wunderbar und unverständlich und doch fragt es den Leser wovon er weiß, betrachtet er sich im zerbrochenen Spiegel, von Angesicht zu Angesicht. Das Gedicht leistet die höhere sokratische Hebammenkunst aus Theaitetos: zum Entbinden zwingt das Gedicht als Schöpfer, zum Zeugen aber, zum selbst Draufsätzen, hat es dem Geschöpf verwehrt, oder versagt. Die Hybris aber ist: das der Leser zeugt und das Gedicht entbindet. Wovon das Gedicht spricht, gesprochen hat, von dem der Dichter noch nicht weiß, von dem der Leser Hörensagte und nicht weiß oder doch in einem anderen Sinne, in eines Anderen Sinne, vom Hörensagen, und es nicht erklären kann und noch eins Draufsätzen; woraus holt er es dann? Wer war der Schöpfer, wer hat gezeugt und wer hat entbunden und heraufgeholt? Das Gedicht ist weder Zeugung noch Abbildung. Nicht durch das Verleugnen wird das Gedicht wahr. Die Lüge es sei die Sprache bringt es nicht zum Hörensagen. Es entspringt in ihm das es nicht verschweigt. Das Gedicht ist abweichend vom Hörensagen. Es ist einerseits so, anderseits so und seine Klärung ist so. Die Sprache ist vom Draufsätzen, eines Hörensagens, des Gedanken, buchstäblich ist es gebrochen, bricht, in Verse.

    Diese Schrift ist ein Sprechen in das Denken des Abonnenten, zur Zeugung persönlicher Ideen.
    Gedichte sind Dialoge, deren Bescheidene sich dem ungeeigneten Leser nur schweigend eröffnen.
    So erkannt, erschließen sich dem Leser, der diese Gedichte mehrfach liest und um Verständnis fragt, immer neue Antworten…

    Das Wichtige im Leben welches den Einzelnen ändert und ein wenig glücklicher macht ist die Reflexion. Der Mensch der reflektiert, verändert. Sei es das er in der Kunst reflektiert, sei es in einer der Wissenschaften. Das wesentliche im Leben des Menschen sind die Probleme der Nahrungsbeschaffung und der Wohnungsgestaltung der Kampf um Pfändung und Verhungern. Weiteres hat ausnahmslos die Probleme des Menschen seit der Höhlen bis zu den Wolkenkratzern nicht verändert. Götter tauschen und dafür neue Katastrophen. Der alte denkende Mensch veränderte nichts in allem Sprechen und Schreiben.

    Ein dichterisches Heft zum Gedenken und Bedenken des Wissens

    Diesen Käfig bitte ich nur wohlwollend zu betreten. Die Anderen bitte ich diesen zu verlassen. Gehen sie wieder nach Hause, an ihre Tischrunde und öffnen sie ihre Fenster zur lärmenden Straße

    Dies sind keine Gedichte
    die als Gedichte kommen
    und wortlos gehen und spurlos verschwinden

    Schweigen zu meinen Texten.
    Zu meinen Texten werde ich schweigen, kann ich nicht sprechen. Sie sind eigenständige Wesen und müssen für sich selbst sprechen. Warum sollte ich auf jede Frage und Meinung antworten? Eine Frage, die bereits eine vorgefasste Meinung impliziert. Wer mehr wissen will, muss die Texte lesen, die Werke kaufen. Nur das bringt ihn näher zu meiner Dichtung. Die ständige Reflexion, das immerwiederlesen, das nachbeten, nur das führt den Leser zu irgendeiner Erkenntnis. Der Text eines Werkes zeigt Persönlichkeit. Diese ist zu respektieren. Diesem Text eine bloße Meinung gegenüberzustellen ist nicht angemessen. Zu den Texten ist zunächst NICHTS zu sagen. Sie erfordern ein Maß an Nachdenken. Worüber man nicht sprechen kann, darüber sollte man schweigen. Es geht in allen Texten immer um die X-Frage. Die Frage lautet: Was ist X? Dieses X ist uns zunächst nicht zugänglich. Es gibt zu den Texten weder eine Meinung, noch überhaupt Meinung, noch sind sie vergleichlich. Ein Text kann sich nur nach jahrelanger Liebe erschließen. Dem Leser, der wie der Wächter, zum Beginn der Orestie, der den Erfolg erkennt. Troja ist gefallen und er beginnt in der Orestie: Zu den Göttern fleh ich um Erlösung von der Pein jahrelangen Wächterdienstes … und an anderer Stelle heißt der gleiche Beginn: Die Götter bitte ich um eine Änderung, um ein Ende meiner Mühen, um ein Ende meines jahrelangen Wachdienstes ... Der Leser als Konsument, nun als Wächter. Er wartet auf Erkenntnis und bewacht gleichzeitig. Er hofft auf eine gute Nachricht. Seine Aufgabe erfüllt sich, sobald er die Nachricht überbringt. Solange über den Text nichts aussagbar ist, kommt es zu keinem Erkenntnisfortschritt. Darüber darf man nicht reden. Aber nach einem erfolgreichen Wächterdienst zeigt sich der Text. Das wahre eines Gedichtes bleibt uns als Menschen unzugänglich. Das ist sehr unbefriedigend.

    Persönliches:
    Wenn man Gedichte liebt, so muss man als Dichterfreund nun anders interpretieren als klassisch psychoanalytisch. Ein Dichter, Lyriker, ein Poetiker, ein Später Schreiber, nach getaner Arbeit. Umfangreich schreibt er Gedichte ( work in progress ). Unter den Poeten ist er ein Zehnkämpfer. Ab und zu muss ich mich auch an leichter Poesie des Alltags austoben, meint er. Schreibt leicht verständliche als auch hermetische Gedichte, Escapistenlyrik, Liebeslyrik, politische Gedichte, philosophische Lehrgedichte, Chormusikdichtung. Schreibt Reimlose Lyrik, in unregelmäßigen Rhythmen wie auch in strengen antiken Metren und Sonette. Er schreibt Essays, Dramen, philosophische Fragmente, Artistisch-konkrete und experimentelle Sprachmagie, Intertextuelle Interpretationen, Narrative Experimente und Dokumente von Selbstreflexion, Fragmentarische Erzählungen und Prosaminiaturen. Gedichte mit moralischem Anspruch, anspruchsvolle Gedichte für eine andere, bessere Gesellschaft; gegen Pseudorealisten gibt es keinen Star keine Diva, keine Konkurrenten oder Konkurrentinnen. Teilweise geheimnisvoll, schwer zugänglich, dunkel. Ich verstehe es nicht und du verstehst es nicht und ich verstehe es doch auf unserer eigenen Ebene und wir wissen das wir es nicht erklären können wovon es spricht und berührt. Es verweigert jede außerästhetische Bestimmung ein mitempfinden von Leser und Gedicht. Betrachte das schöne Gedicht aber steig nicht ein, verzichte, respektiere das Werk und seinen Schöpfer erhaben, nobel.
    Zum Dichter wurde Manfred H. Freude vom Kaufmann (Handwerker – Verkäufer - Bürokaufmann) Inneneinrichter, Gestalter bis zum – Geschmack ist erlernbar - Bauhaus Mit dem Kunststudium entdeckt er die Ästhetik. Als Kunstsammler die Werte. Mit Musik ( Lyrik ) - im Chor ist jeder grundverschieden, deviant, abweichend, hybrid, wie jeder Vers im Gedicht – eingedichtet - wie ein Chor. Mit Philosophiestudium erwirbt er das Wissen vom Nichtwissen und mit dem Lyrikstudium schließt sich seine kulturelle Kompetenz. Er sieht sich selber als: Zeitkritiker, Postromantiker, Sehnsucht nach Frieden. Seine Interessen: Gedichte, Kunst, Philosophie, Kultur, Musik. Die Worte für ein gutes Gedicht suchen wir täglich neu; und in täglich neuen Versuchen und Übungen finden wir die Worte, deren wahres Gehalt nur die Zeit bestätigt!

    Das Lied der Liebe.
    Die Liebe ist etwas Göttliches. Wobei Göttliches in meinem Wortkreis soviel heißt wie Unendliches, Ewiges. Darüber hinaus im Gegensatz, ist die Ehe etwas Menschliches, etwas Endliches, etwas Fremdes, etwas Unnahbares. Von der Liebe lässt sich besser dichten als von der Ehe. Denn die Liebe gehört ineinander, zusammen, während Ehe, eine Koexistenz, von miteinander gefügten Vorlieben, ist. Ehe als eine Zweckgemeinschaft von einem Nebeneinander, zeitlich aus unterschiedlichen Interessen begrenztem, Selbstlosem. Er pflegt sein Fahrzeug, sie pflegt ihren Körper. In der Liebe ist nichts Menschliches, nichts Schönes. Denn Menschliches und Schönes müssen sterben. Man kann begreifen, dass Menschen sich in einer Ehe zusammentun, aber würde man die Liebe begreifen, wäre es sicher keine Liebe. Ehe kann sinnlos sein, aber einen Zweck erfüllen, aber die Liebe erfüllt weder Sinn noch Zweck. Die Liebe ist, wie es in einem alten Schlager heißt: ein seltsames Spiel.

    Die schweigenden Fische sind still im Raum. Die Fangnetze der Fischerflotten haben immer recht. Armut schweigt und die Medien sprechen. Bücher schweigen in Bibliotheken. Auch Menschen haben ihre Stimme abgegeben. Keiner ändert sich. Sein Freund, der Bösewicht, entwendet sein Wort. Der Steckbrief, die Schlagzeile, sucht den schreienden Fisch. Vielleicht habe ich keine Lust? Verkrieche mich in Gedichten. Nimm jeden Atemzug, solange die Luft noch da. Die Farben der Münzen gaukeln noch Werte vor. Ich stehe am Ufer und rufe den Fischen zu: Bleibt bei Eurem Schweigen. Ohne zu erkennen, dass dieses Meer längst abgefischt wurde. Die Welt ernährt Dich, frisst Dich auf. Es bleibt am Meeresgrund ein Stein, ein Anker. Es lebten einst große Dichter im Meer. Noch sind die Legionen unterwegs und suchen nach dem Ahnungslosen. Die schweigenden Fische sind still im Raum.

    Unter Freude verstehe ich nicht eine Temperamentbegeisterung, vielmehr eine allerhöchste Erfüllung und Bereicherung, indem sich der allgemeinste Zustand eröffnet. Dort wo ich als Mensch ver-sage, wo sich meine weltliche Tragik erfüllt, dort geschieht das Größte, indem ich losgelöst vom eigenen Bewusstsein diese Empfindung des Absoluten erst möglich wird. Meine Grüße, diesen Gruß der ganzen Welt , als ein Funke der Apparition, die wie ein Blitz auftreten, der den barhäuptigen Dichter trifft. Entsprechen einer Trauer, die eine Wende zum Freudigsten erst möglich macht. Nur wer das Gedicht lernt, lernt sein Leben zu dichten. Wenn Du das Gedicht erkennst, erkennst Du auch Dein Leben.

    Kurze biografische Notiz von Faktoren der FREUDE. Es ist immer schwierig, in einer kurzen Geschichte eines Menschen, das Leben zusammenzufassen. Ein sehr komplexer Vorgang. Wenn wir stattdessen auf die Erfahrungen einer Person, die immer gewünscht hat, über die gemeinsamen Konventionen hinwegzugehen und eine menschliche Dimension aufzubauen, und ihrer völlig geistreich zu beschreiben, einmal diese Reise zu beginnen, dann wird es schwierig. Freude. Persönliche Interessen sind lebenswichtig: Ein Buch zu schreiben ist immer schwierig, insbesondere der Dichter, der nicht zum Ende kommt. ... Obwohl nicht zu leugnen ist, dass die Differenz von Unbestimmtem etwas zu tun hat, mit meiner Vergangenheit, ein "Übergang" für meine Gegenwart und noch weniger für meine Zukunft. Meine Absicht mit dieser kurzen Autobiografie und mit dieser persönlichen Geschichte ist eine genauere Beschreibung meines Denkens. Diese Möglichkeit zu bieten, mir zuzusehen, meiner Arbeit und was es bedeutet, für mich, zu einem Dichter und Schriftsteller zu werden. Es ist ein Stück des wirklichen Lebens, das von mir geht, mich auf dem Laufenden hält ... Ich habe versucht, nichts weglassen ... Frauen, Politik, Drogen und alles andere ... Nach allen diesen Jahren der Karriere- und Lebensplanung für alle diejenigen, die sich daran beteiligt haben, möchte ich danken ... mich weiter ... und weiterhin zu unterstützen ... Vielen Dank an alle!!!

    Vielen Dank für das Interview Herr Freude.

    Ich hörte Schweigen.
    In ihren Gesichtern
    Sah ich Worte auf ihren Lippen.
    Roch ihre Namen, die sie mir nannten.
    Lemma, Lemma. Wo sind ihre Zeichen?
    Liegt, liegt es in Deiner Hand?
    Soll es nicht scheuen - noch gescheut nicht.
    Schweigt noch das Haar.
    Vernehmlicher werden die Stimmen.

    Ich hörte schweigen. Ich hörte das Schweigen, das aus den Worten trat. Woher es kam? Ich weiß es nicht. Zu wem es kam? Ich weiß es nicht. Ich hörte plötzlich ein dazwischen. Fragt es sodann erneut und ohne eine Antwort. Dunkel ins Licht geschrien. Die Worte in zu langen Ketten. Was immer das auch heißen möge? Hört ein Schweigen aus den Glockentürmen und Glocken, tonlos rufen. Ohne ihre Glockenklöppel ein stilles Sprechen. In der Andacht der Priaposmesse im Stillen. Sagt aber nichts. Ich antworte erneut. Das war was mich daran erinnert. So und so. Der Wind, der über eine Wiese mähte. Und so, das nur gehört von irgendwem. Fragst Du, woher es kommt, das Schweigen? Egal. Dann hast Du wieder das gehört, was ist.

    Freude des Bösen.
    Wenn wir uns bewegen zwischen dem Guten und dem Bösen, dann werden wir erkennen, dass das Eine, nicht ohne dieses Andere zu erreichen ist. Aber unser heutiges Wissen bringt uns dazu, dass wir uns diesen Begriffen nicht ohne einen gewissen Schutz hingeben können. Geschützter Sex mit der Freude des Bösen. Wer Gut ist, besitzt nur die Freude, dass den Anderen dies nicht zugestanden ist, und wird auf diese Weise Böse. Dem Bösen fehlt etwas Gutes. Nur darum muss es böse sein. Das moralisch falsche Handeln, ist die Freude, dem Guten einen Widerspiegel vorzuhalten. Das Böse steht im Gegensatz zum Guten. Die Freude ist der Gegensatz zur Trauer. Es ist aber, dass dem Guten wie dem Bösen, gleichsam Freude und Trauer zugeschrieben werden sollen. Somit kann das Böse, wie das Gute, Freude und Trauer besitzen. Gegensätze können in ihren vagen Ursprüngen identisch sein. Dieser Gegensatz (Gegenstimme) der gesetzt wird vor dem Eskapismus (Flucht, Fuge).

    Dieses Buch wendet sich an alle Interessierten die Theorie und Sprache als Dialog verstehen. Diese These beleuchtet ein philosophisches Konzept und eine artikulierte Praxis einer sozialen, intertextuellen und intermedialen Technik, dass ein Text mehr besagt, als er eigentlich beschreibt.
    Dieses Buch will jedem Wissbegierigen, apriorisches, sprachliches Denken erschließen. Diese Theorie des Schwaigens braucht nur falsifiziert zu werden. Wie ich gezeigt habe, kann man an dieser These nicht diagnostizieren, ob sie falsch ist. Vielmehr müssen bestehende Theorien (Derrida, Luhmann, Mallarmé, Wittgenstein, Heidegger, Austin, Gadamer) damit überprüft werden, oder anhand eines Experimentes diese Theorie bewiesen werden. Sie ist gegenüber bestehenden Theorien völlig different. Die Sprache ist der unaufhörlich fließende Fluss, in den man nie zweimal steigt. Was ist das, Sprechen? Explikation ist das Wesen des Sprechens zwischen lexikalischem Sprechen und Alltagssprechen. Das unbewegte Ich fordert mit Wiedererinnern und sprachlichem Apriori die Wahrheit. Sprache ist fließend. Wir haben dahin gehend erkannt, dass wir denkend schauen, dass Dinge die wir sehen, eigentlich erst in unserem Kopf gebildet werden. Wir müssen nun umdenken das nicht, wie wir bisher zu beweisen versuchten, die Dinge in unserem Kopf in die Sprache abzubilden sind, sondern dass wir die Schrift und die Sprache durch Hören, über das Sehen denkend, erfassen werden. Es ist doch methodisch nicht nachzuvollziehen, das ein Wissenschaftler denkt, seine Sprache wäre präziser als die Aussage eines welken Blattes. Das ist die Erkenntnis der Poetik.
    Unzweifelhaft scheint Sprache zu „sein“. Aber verstehen wir, was wir uns sagen oder was wir sagen wollen? Reden und Hören sind nur Teil eines Prozesses ohne den Verstand. Ein Verstehen muss erst aufgrund von Interesse gebildet werden. Eine Kompetenz, mit der wir Sprachregeln verwenden, sagt nichts über unser sprechen, vielmehr zeigt sich, dass wir verschiedene Spiele beherrschen. Sprechen ist natürlich und Sprachregeln sind unnatürlich für unser sprechen. Nicht unser Sprechen für unser Denken. Wir reagieren beim Sprechen auf das, was gedacht wird, nicht auf theoretische Linguistik oder Grammatik.
    Über Sprache kann man gut reden, weil wir es mit einem vagen System zu tun haben. Jeder kann etwas sagen und jeder redet bezeugt im sprachlichen Urteil wahres Zeug. Aber wer urteilt? Sprecher oder Hörer? Ist nicht der Sprecher auch Hörer? Zwischen Sprechen und dem Hören ist „Nichts“. Sprachanalytik unterschlägt geflissentlich den gemeinen Umweg vom Ohr zum Gehirn: Unser Denken, wie Sprachliches urteilen, sind wichtig. Ob wir reden oder ob wir schweigen, bleibt für unser verstehen unbenommen. Aber sämtliche Wissenschaft kann nicht so viel Aufwand treiben und différance zwischen Sprache und Sprechen, Kompetenz und Performanz herstellen, ohne diese „differens“ zu erfassen, dass dieses „ens“ zwischen dem Diskurs und dem Ereignis nachträglich unterscheidet. Es ist also nicht ein Schweigen im Sinne von, nicht reden, vielmehr ein Reden hinter der Rede. Darum nenne ich es „schwaigen“. Wer redet, „schwaigt“ denn die „differens“ zwischen Reden und denken und hören und denken ist nicht damit erklärt, dass man eine Sprache internal oder external verwendet.

    Es ist immer schwierig, in einer kurzen Geschichte eines Menschen, das Leben zusammenzufassen. Ein sehr komplexer Vorgang.
    Wenn wir stattdessen auf die Erfahrungen einer Person, die immer gewünscht hat, über die gemeinsamen Konventionen hinwegzugehen und eine menschliche Dimension aufzubauen und ihrer völlig geistreich zu beschreiben, einmal diese Reise zu beginnen, dann wird es schwierig. Freude …
    Persönliche Interessen sind lebenswichtig: Ein Buch zu schreiben ist immer schwierig, insbesondere der Schriftsteller, der nicht zum Ende kommt.
    … Obwohl nicht zu leugnen ist, dass die Differenz von Unbestimmtem etwas zu tun hat, mit meiner Vergangenheit, ein „Übergang“ für meine Gegenwart und noch weniger für meine Zukunft. Die Eigenart meines dichterischen Denkens folgt aus der Eigenart meiner dichterischen Überzeugung.
    Diese Möglichkeit zu bieten, mir zuzusehen, meiner Arbeit und was es bedeutet, für mich, zu einem Dichter und Schriftsteller zu werden.
    Die Frage nach dem Sinn der Lyrik heißt bei mir:
    Wie kann man in einer bösen Welt glücklich sein?
    Diese Welt ist voller Angst, Schuld, Hass und Zorn. Wenn man Gedichte liebt, so muss man als Dichterfreund nun anders interpretieren als klassisch psychoanalytisch. Ein Dichter, Lyriker, ein Poetiker, ein später Schreiber, nach getaner Arbeit. Umfangreich schreibt er Gedichte (work in progress). Unter den Poeten ist er ein Zehnkämpfer. … ab und zu muss ich mich auch an leichter Poesie des Alltags austoben, nur so kann ich weiterkommen. Ich schreibe leicht verständliche als auch hermetische Gedichte, Eskapistenlyrik, Liebeslyrik, politische Gedichte, philosophische Lehrgedichte. Schreibe reimlose Lyrik, in unregelmäßigen Rhythmen, wie auch in strengen antiken Metren und Sonette. Ich bin Alleingänger und schreibe Essays, Dramen, philosophische Fragmente, artistisch-konkrete und experimentelle Sprachmagie, intertextuelle Interpretationen, narrative Experimente und Dokumente von Selbstreflexion, fragmentarische Erzählungen und Prosaminiaturen …

    Himmel und Hölle
    Der Lyriker Oswald Egger treibt Grundlagenforschung zu den Wechselwirkungen von Mathematik und Poesie: Er begreift beide Denkarten als Verwandte, und schlägt "mit heiterem Ernst" den Haken von einem Kinderspiel (Himmel-und-Hölle, Finger- und Hüpfspiele etc.) zu Musterbildungen in Geometrie und Manuskript. Sprunghaft und stetig parallel geschieht die Geschichte der Ideen. Das macht den Weg des Denkens nachvollziehbar, vom Volkslied, bis hin zur inneren Metrik von topologischen Räumen. (Übrigens Physiker und Mathematiker machen das häufiger) wir sagen: „In China wurde ein fliegendes Einhorn gesehen“. Wir können uns dieses vorstellen, einige Vorstellungen werden sich sehr ähneln.

    Wahrheit zur Freude.
    Wenn wir Wahrheit hören, fühlen wir uns wohl. Dies heißt, wir befinden uns im Konsens. Im Streit fühlen wir uns nicht wohl. Die Wahrheit im Konsens muss immer unsere eigene Wahrheit sein. Auch wenn wir uns nur auf eine Wahrheit geeinigt haben. Wir freuen uns, dass wir einig sind, dass wir einen Konsens haben. Auch wenn hierbei dieser Konsens eine Lüge bedeutet. Beim Streit besteht Diskussionsbedarf. Auch dieser kann Freude bedeuten. Anregung zu fruchtbringenden Gesprächen. Wahrheit zur Freude, (auch Lust) ist immer eine Lüge. Reklame verkündet uns Wahrheit und wirbt mit einer Lüge. Es bedarf einfach um Klarheiten, diese im Gegensatz zu religiösen Glaubensgewissheiten. Es benötigt eine Abkehr von allen scholastischen Wissenschaften. Wahrheit finden wir in der Hinwendung zur deutschen Mystik. Wir müssen die Widersprüche und Gegensätze wieder zusammenführen. Wir müssen begreifen, dass unsere Unterscheidungen von Verstand (Ratio) und der Vernunft (Intellekt) wieder zusammengehören. Das Problem zwischen der Wissenschaft und der Erkenntnistheorie liegt in der unterschiedlichen Verwendung der Logik. Wenn wir sprechen, so argumentieren wir. Diese Argumentation und Sprache liegen aber immer in der Fehlerhaftigkeit von Traditionen. Wahre Aussagen, sollen von nun an, von einer logischen Erkenntnistheorie betrachtet werden.
    Wer beginnt zu denken hat bereits mit einer Vorformulierung seiner Sprache begonnen. Der Fötus scheint in unseren Augen im tiefsten Dunkeln. Aus seiner Sicht ist alles hell und klar. Erst wenn er das Licht der Welt erblickt, beginnt er zu schreien. Dies ist der Moment, wo er dieser dunklen Welt begegnet, dem Unbekannten, dem Ungewissen dort wo er nichts mehr versteht. Seitdem Gott tot ist, haben wir nur noch die Wissenschaft, die Technik, und den Kommerz, an die wir uns halten können. Dies sind unsere Wahrheiten. Diese Wahrheiten können wir nur glauben. Damit können wir auch gut leben. Aber können wir damit auch leben? Können wir in Arbeitslosigkeit und Alter auch geistig überleben? Nur durch Logik und Metaphysik, verwendet durch Vernunft und Verstand, erreichen wir eine höhere, geistige Ebene, die uns aus der Masse hebt, und als Einzelnen wieder Mensch sein lässt. Weltweit sind Gemeinschaften nur in soweit erfolgreich, als diese sich weiterentwickeln. Schillers Idee war diese, das man als Mensch, mit einer ästhetischen Intention, den Dingen so begegnen müsse, dass man sie als eine Apparition von Freiheit erkennen soll. Aber diese zu erkennen würde nur durch geistige Metamorphose geschehen. Nicht einfach so, als würden wir in dem Ding an sich, bereits die Freiheit erkennen. Sondern eben darin: Freude schöner Götter Funke, also diese Apparition.
    Aus der Liebe zur Wahrheit, aus reiner Philosophie heraus, wird die Wahrheit zur Freude. Wahrheit ist nicht das was uns umgibt. Nicht das was wir sehen und was wir reden, vielmehr ist Wahrheit, was wir denken, was uns in dem Moment, in dem wir es erkennen, zur Freude wird. Dies ist uns weder zugänglich, noch können wir es ausdrücken, noch vermitteln, noch kann dies ein Anderer wissen.

    Eskapismus ist nicht dieser immer wieder beschriebene Elfenbeinturm, und wenn schon ein Hölderlinturm, dann ein schwimmender. Kein geistiger, noch ein körperlicher Turm der Abgeschiedenheit von dieser Welt. Es ist kein Ort der Utopie. Der Dichter flieht nicht, hin in etwas. Auch nicht wie die Mannen Kaiser Karls, die sich im Granusturm, mit nur einem unzugängigen Ein - und Ausgang, verschanzten. Dieser beschriebene Elfenbeinturm scheint doch immer ein geistiger zu sein. Dies stimmt aber mit dem Eskapismus nicht überein. Der Eskapist ist nicht von den Dingen fort. Im Gegenteil. Er fliegt über den Dingen. Er ist den Dingen entrückt in eine höhere Position. Bereits beim Stehen auf dem Tisch, erreicht man eine höhere Position. Man ist den Dingen nur entrückt. Dem Wissenschaftler gefällt diese höhere Position, die einem eingeschlossenen im Granusturm doch verwehrt ist.
    Die Frage nach der Tugend, nach dem „Du sollst, du musst“ auf dem Weg zur Elite, zum tapferen Helden, bewährt sich die Tugend als Sackgasse. Zwischen 1780 und 1970 hat sich die männliche Tugend zum Macho-Herren-Herrschergehabe entwickelt. Was ist nun, das den Menschen so einzigartig, vereinzelt und nicht zusammenkommen lässt? Auch in der Sprache kommen wir nicht zusammen. Die Sprache ist different, abweichend, stößt sich gegenseitig ab. Vielleicht kommt es zu gemeinsamen Abstimmungen aus Vernunft, wenn einer oder Beide nachgeben? Die Vernunft jedenfalls hat sich seit der Aufklärung fehlentwickelt. Die Formulation aber, in ihren Köpfen, kann nicht zur Deckung gebracht werden. Dem Druck, dem sie unterliegen, ist ihr Utilitarismus (mein Grund, warum ich dichten muss). Der Utilitarismus, macht sie zu Hamstern, die ständig ihr Rad bewegen müssen. Er macht sie zu einzelnen Helden die alleine getrieben vom Zorn gegen eine ganze Armee von Menschen ankämpfen und sich anschließend wieder in die Reihen einreihen. Der Utilitarismus ist das, was Robinson Crusoe von sich und seinem Freitag fordert (den ihm Freitag aber verweigert, weil sein Denken nicht christlich geprägt war.). Die Frage bei der Begegnung von Menschen ist eine Frage des Utilitarismus. Menschen, die nichts von anderen Menschen brauchen, ziehen wieder auf eine einsame Insel der Freiheit. In der Sprache sucht der Mensch den, der in seinem Sprachspiel ist. Die Frage ist nicht, was kann ich tun, sondern die, was kann ich für mich tun und warum? Das ist die Frage der Ehe. Es gibt hier signalisierte und nicht signalisierte Formen von Utilitarismus. Eine Frage bleibt, ob dieser Utilitarismus angelernt oder angeboren ist? Sicher ist er auch anerzogen. Anerzogen auch auf kulturellen Bedingungen die eine solche Anpassung erfordern. Wenn wir als kulturelle Wesen für Andere in den Krieg ziehen, erhalten wir für diese Tat der Tötung noch einen Orden. Für Menschen die eine Diktatur im Untergrund bekämpften und ihr Leben riskierten, war das schwieriger. Man muss sich nun fragen, ob sie denn auch aus Utilitarismus handelten? So ist auch eine Frage offen, aus welcher Sicht man den Utilitarismus betrachtet? Von allen Seiten meinen wir, denn wie schon am Anfang erwähnt, handelt wohl jeder Mensch aus Utilitarismus, auch wenn er das völlig von sich weist.

  • Meine Generation

    Generation 1948
    Noch nie hat es in Deutschland eine Generation gegeben, der es so gut ging wie der Generation 1948, den heute über 60jährigen. Doch man weiß noch wenig über sie, man redet nicht über sie - eine heimliche Generation. Jetzt beginnen sie langsam zu reden, nach langen Jahren des Schweigens und der Stille. Sie haben den Bombenkrieg nicht mehr miterlebt, keine Vertreibung, ihre Väter waren im Feld, in Gefangenschaft oder sie sind gefallen, während die Sprösslinge in den Trümmern spielten. Diese Erinnerungen haben sie bislang in sich verschlossen gehalten, sie trösteten sich mit der Einstellung: "Andere haben es noch viel schlimmer gehabt als wir." So wurde eine ganze Generation geprägt: Man funktionierte, baute auf, fragte wenig, jammerte nie, wollte vom Krieg nichts hören - und man konnte kein Brot wegwerfen. Nein, Brot konnte man nicht wegwerfen, dafür wurde alles weggeschluckt. Eine Generation die das hassen verdrängte. Man wollte, man konnte nicht mehr hassen, nicht mal sich selbst. Neue Versuche statt der männliche Tötungsnatur zu steigern bevorzugte man die weibliche Sexualnatur (vom Kindchenschema bis zur Haushaltsführung). Anpassung durch Vermännlichung der Frauen bis zur Verweiblichung der Männer, weitestgehend bis hin zum gemeinsamen Kinderkriegen. Statt Eroberungskriegen – Kinderkriegen.

  • Sprachspiel

    Nachtrag:

    Sprachspiel Dichtung
    Dichtung ist, so wie normale Sprache, eine Ansammlung von Lauten die keiner versteht, keiner verstehen kann. Dass der Dichtung Sinnlosigkeit angedichtet wird, ist ihr mit der normalen Sprache gleich. Dass wir Begriffe in der Dichtung, wie auch in der privaten Sprache, richtig wieder erkennen, daher den Begriff richtig anwenden können, selbst das zog Wittgenstein in Zweifel. Während Wittgenstein einer wissenschaftlichen Sprache eine Abfuhr erteilt (sollte er dies auch einer dichterischen Sprache?), nahm er dies in seinem Spätwerk teilweise zurück und unterstellte eine gesellschaftlich erlernte Funktion. Dieses Lernen kann man auch einem Dichter, einem Leser und einem Gedicht unterstellen. Mittels der Sprache versuchen wir Menschen, uns zu verstehen. Ob der Rezipient den Sprecher wirklich versteht, kann dieser nur ahnen. Für Wittgenstein bedeutete Sprache das Lernen von Regeln. Mir scheint das Lernen von Gedichten als ein Lernen von Regeln der Dichtung. Einem Sprachspiel, das dem Lernen einer musikalischen Partitur ähnelt. Das Gedicht als Sprechendes ist in seiner Sprache innerhalb seiner Verwendungssituation als lyrischer Text, während seiner Verwendung innerhalb eines Sprachspiels, eine Verwendung mit besonderen Regeln. Wittgenstein: „Der Begriff ‚Spiel’ ist ein Begriff mit verschwommenen Rändern“, also ein vager Begriff, gleich einer Wolke oder einem Heuhaufen. Die Dichtung als eine besondere Spielart eines vagen Begriffs, dessen Unschärfe doch klar und deutlich die verschiedenen Strukturen darstellt. Bis heute weiß man nicht, was eine Wolke und erst recht nicht, was ist ein Gedicht, obwohl bereits viele behaupteten und noch behaupten, dass Sie dies sehr wohl wüssten. Die Dichtung ist demnach nicht bloß eine besondere Spielart der Lyrik sonder muss als ein besonderes Sprachspiel mit besonderen Regeln betrachtet werden. Im Gedicht stellt sich Sprache im besonderen Maße selbst dar. Im Gegensatz zu mathematischen Sätzen sind Gedichte bipolar, das heißt, wir haben die Ordnung der Zeichen gelernt, während das erlernt in der Mathematik feststeht. Ausgangspunkt der Sprache ist die Regel, die im Sprachspiel das meist nach Regeln gespielt wird, im Gedicht verändert, und dessen Normen bewusst oder unbewusst variiert oder verwandelt werden.

    All dasjenige, wovon man schweigen muss:
    • Die Welt (zumal sub specie aeterni betrachtet): Es bleibt nur Staunen über die Existenz der Welt.
    • die Logik;
    • die allgemeine Satzform;
    • das Subjekt qua ”Ich“: Ruhen in der Existenz der Seele. • die Ethik: s.u.
    • die Ästhetik;
    • das Mystische;
    und (vor allem in den Tagebüchern: )
    • Gott: Furcht angesichts der Existenz Gottes.

    Wittgenstein war offensichtlich kein autistischer Mathematiker, sondern schätzte Kunst und Poesie. So sagte er: Das Uhlandsche Gedicht ist wirklich großartig. Und es ist so: Wenn man sich nicht bemüht das Unaussprechliche auszusprechen, so geht nichts verloren. Sondern das Unaussprechliche ist, — unaussprechlich
    — in dem Ausgesprochenen enthalten!
    Der dem Traktatus zugrunde liegende Unterschied zwischen Sagbarem und nur Zeigbarem wird konsequent aufrechterhalten:
    2.19 Das logische Bild kann die Welt abbilden.
    2.221 Was das Bild darstellt, ist sein Sinn.
    3 Das logische Bild der Tatsachen ist der Gedanke.
    3.1 Im Satz drückt sich der Gedanke sinnlich wahrnehmbar aus.
    3.221 Die Gegenstände kann ich nur nennen. Zeichen vertreten sie. Ich kann nur von ihnen sprechen, sie aussprechen kann ich nicht. Ein Satz kann nur sagen, wie ein Ding ist, nicht was es ist.
    Und:
    3.3 Nur der Satz hat Sinn; nur im Zusammenhang des Satzes hat ein Name Bedeutung.
    Der ”echte“ Name hat also Bedeutung und nur Bedeutung, niemals aber Sinn.
    3.5 Das angewandte, gedachte Satzzeichen ist der Gedanke.
    4 Der Gedanke ist der sinnvolle Satz.
    4.001 Die Gesamtheit der Sätze ist die Sprache.
    Das Abbilden der Welt geschieht insofern immer in einer Sprache, und diese Sprache bestimmt auch das Denken des Sprechers.
    4.01 Der Satz ist ein Bild der Wirklichkeit.
    Der Satz ist ein Modell der Wirklichkeit, so wie wir sie uns denken.
    .1212 Was gezeigt werden kann, kann nicht gesagt werden.
    4.0312 Die Möglichkeit des Satzes beruht auf dem Prinzip der Vertretung von Gegenständen durch Zeichen.
    6.421 Es ist klar, dass sich die Ethik nicht aussprechen lässt.
    Die Ethik ist transzendental.
    (Ethik und Ästhetik sind Eins.)
    6.5 Zu einer Antwort, die man nicht aussprechen kann, kann man auch die Frage nicht aussprechen.
    Das Rätsel gibt es nicht.
    Wenn sich eine Frage überhaupt stellen lässt, so kann sie auch beantwortet werden.
    6.521 Die Lösung des Problems des Lebens merkt man am Verschwinden dieses Problems.
    6.54 Meine Sätze erläutern sich dadurch, dass sie der, welcher mich versteht, am Ende als unsinnig erkennt, wenn er durch sie — auf ihnen — über sie hinausgestiegen ist. (Er muss sozusagen die Leiter wegwerfen, nachdem er auf ihr hinaufgestiegen ist.)
    Er muss diese Sätze überwinden, dann sieht er die Welt richtig.

    Dichtung im Sprachspiel.
    Das Sprachspiel erklärt, an verstehbaren Beispielen (wie sie Wittgenstein anführt) sich als ein Spiel, so wie auch Kleinkinder ihre Muttersprache lernen. Dies ist nur in diesem Sinne für Dichtung anzuwenden, als diese einen wesentlich höheren Anspruch an den Sprachschatz des Autors sowie des Rezipienten, stellt. Das Sprachspiel in der Dichtung, muss nur in sofern einen verständlichen, kommunikativen Zweck erfüllen, als der Leser, den Gebrauch der Worte, unter verschiedenen Verwendungsregeln der Ausdrücke, für sich beansprucht. Dies in einem besonders persönlichen Sinn. Das gute Gedicht kann somit, aufgrund verschiedener Lesarten und Betonungen, einen völlig anderen Sinn erhalten. Insofern könnte es schon der Kindersprache ähneln, indem das Kind Mama sagt, (warum eigentlich nicht Papa?) wenn die Mutter da ist, und ein anderes Mal Mama sagt, wenn die Mutter kommen soll. In der Verwendung der Sprache ist es leicht zu erkennen, das wir,im Grunde gonommen doch alle das Gleiche meinen. Dies aber wird immer weniger deutlich, indem wir uns in immer mehr Worten verlieren. Das heißt ein Buch darüber schreiben. Oder eine Vorlesung halten. Ein Sinn wird doch erst deutlicher, und klarer, wenn er zu einem lexikalischen Begriff zusammengefasst wird. Es ist die gleiche Position bei allen Reden, sei es diese Frage nach dem Sein oder Nichtsein oder eine ja und nein Fragestellung oder, ob eine Aussage wahr oder falsch ist. Die erste zu klärende Frage bei einem Text ist diese, ob dieser aus Verstand und Vernunft besteht, oder beidem? Das Wichtige in der Bedeutung eines Satzes scheint mir doch zu sein, dass ein Satz in der richtigen Situation ausgesprochen wird. Das heißt zu einem gesprochenen (geschriebenen) Satz gehört auch der richtige Zuhörer sowie der richtige Ort und der richtige Zeitpunkt. Dies gilt im Besonderen für ein Gedicht. In sofern sind jedoch Gedichte oder Bücher oder Theaterstücke anders, als der Rezipient sich in die Lage des Textes herein versetzt ohne das sie ihn selbst jedoch berührt. Dieses Berührtsein scheint mir hier wichtig, denn es macht im Kontext einen Unterschied, wenn ich sage: in China fällt ein Sack Reis um, oder wenn ich den Satz so verwende, zu sagen, gleich fällt hier ein Sack Reis um. Wenn also ein sprachlicher Ausdruck etwas ist, das verschiedene Bedeutungen haben kann, so kann es für diese Sprache auch keine Spielregeln geben. Es macht auch keinen Sinn für die Sprache, den Satz oder die Regel, wenn ich den dahinterstehenden Gedanken nicht verstehe. Es kommt nicht darauf an ob ein Satz gut oder schlecht ist, oder ob er richtig oder falsch ist. Vielmehr ist es für die Verwendung des Satzes wichtig, wie er verwendet wurde. Hier um die beabsichtigte Wirkung zu erzielen. Die Regel scheint also hier zu sein, ob ein Satz das erreichte Ziel hat. Also, ob der Satz einen Punkt gemacht hat.

  • Manfrede H. Freude

    Manfred H. Freude
    Ich glaube an was mich zum dichten treibt im Fluss der Worte und Reime...

    Wie könnte ich je etwas sagen, wenn ich nicht davon dichten kann; sonst würde ich ja nur davon reden. Nur das gesprochene und das geschriebene Wort ist schlechter als das gedichtete Wort, aber das gedachte, das unausgesprochene Wort ist das stärkste! Meine Gedichte sind reich an Anspielungen auf Mythos, Kultur und Dichtung der Jahrtausende. Sie spiegeln eine aus den Fugen geratene Welt. Unter die Haut und auf der Haut und in die Haut gehen die Worte. Hautgefühle; Aufhellen, Nachdunkeln, Eincremen der Dichterhaut. Ich glaube an das was mich zum Dichten treibt, im Fluss der Worte und Reime... der Themen und Ideen. Es entsteht aus Vers und Rhythmus, aus Kadenz und Strophe das Gedicht. Jongliere mit Worten wie ein Straßenillusionist, der die Worte zum Himmel wirft und jongliert wie mit Seifenblasen, die zerplatzen und gleichzeitig neue gebären. Wie der Jongleur muss ich beim Dichten müde werden, damit meine Hände allein sein können.

    Sehen, hören, singen, lesen, spielen heißt für mich: ein gutes Bild (und gute Information) sehen, eine gute Musik hören, ein gutes Gedicht oder gute Zeitung lesen. Inspiration beim Schreiben/Erzählen: das Loslassen und das Festhalten. Wer nicht hören will, muss sehen / lesen.

    Ich sehe mich selbst als: Zeitkritiker, Postromantiker, mit Sehnsucht nach Frieden. Die Worte für ein gutes Gedicht suche ich täglich neu; in täglich neuen Versuchen und Übungen finde ich Worte, deren wahren Gehalt nur die Zeit bestätigen, bewähren kann! Ich glaube an das was mich zum Dichten treibt.
    Wenn man Gedichte liebt, so muss man als Dichterfreund nur anders interpretieren als klassisch psychoanalytisch.
    Mit Philosophiestudium erwerbe ich das Wissen vom Nichtwissen und mit dem Lyrikstudium erschließt sich meine kulturelle Kompetenz ihr Selbstverständnis und die Grundlagen zu Gedichten.
    Wie aber werden wir je davon erfahren, wenn nicht über das lyrische Ich des Gedichtes? Meine Gedichte sind reich an Anspielungen auf Mythos, Kultur und Dichtung der Jahrtausende. Sie spiegeln eine aus den Fugen geratene Welt.
    Unter die Haut und auf der Haut und in die Haut hinein gehen die Worte. Hautgefühle; Aufhellen, Nachdunkeln, Eincremen der Dichterhaut, der verletzten, der geschundenen, der gekränkten, der misshandelten Haut.
    Aus der Vogelperspektive betrachtet gleicht die Sprache meines Gehirns einem Labyrinth. Folgt man dem Ariadnefaden wie dem Wasser (von seiner Quelle über Auen mäandernd, durch Wasserfälle zum Meer aufsteigend, zu den Wolken, herunterregnend auf die Berge und absinkend in deren innerste Schichten). Nur der Leser, der es zum Meer schafft, taucht ein. Es sind heute nicht mehr die leichten, sanften Dichterflüsse mit ihren breiten Ufern. Wir bewegen uns heute in extremstem Wildwasser, ohne jede Sicherheiten. Wir sind Extremsportler. Kein Floß, keine Ufer. Nur wildestes Wasser und Strudel, ja gefährliche Strudel und keine Ufer. Nur zerklüftete enge Felsschluchten. Kommen wir jemals an in ruhigen Gewässern? Wen wollen wir mit einer netten Kahnfahrt noch erreichen? Wie bei einem Computerspiel, das man bis zum höchsten Level spielt und schafft, das ist das Ziel.
    Und die Gedichte sind das Wasser ( nicht die Quelle ist der Ursprung und nicht der Fluss der Lauf von den Worten ) nein die Gedichte sind der ständige Kreislauf des Wassers. Sie sind im Ursprung noch vor der Quelle tief im Grund der Berge und verdunsten zu den Wolken im Meer und regnen wieder ab über den Bergen. Ewiger Kreislauf.
    Der Dichter und sein Gedicht aber sind wie ein Baum, der tief mit seinen Wurzeln das Wasser aufsaugt.
    Die Dichter fügen ihre Wortsammlungen zusammen zu endlosen Romanen. Sie wollen mehr gelesen sein.
    Ein schönes Goethe-Wort. Wollen wir geistig weiterfliegen oder wollen wir nur die Zeit totschlagen? Die ewige Langeweile. Fliehen vor der Realität. Aber ist das, was der Dichter schreibt nicht Realität? Geht der Leser nicht davon aus, das der Dichter die Wahrheit schreibt? Verbreitet der Leser nicht das Wort: „Es steht geschrieben.“ Was steht nicht alles geschrieben: Thesen und Gegenthesen. Und all die schönen Einbände. Wer braucht da noch schöne Worte? Und der Poet, der Große, mit seinen langen Balladen und seinen ewig langen Elegien alles für die Bücherwand. Wunderschöne Exemplare in Golddruck. Und das kurze Gedicht, diese schönen Worte? Ja es gibt sie aber sie sind so schnell gelesen und so schnell vergessen, sie fliehen und fliegen. „Es sind keine Waffen denn diese Sprache“. So möchte ich das Verständnis für meine Gedichte ausgedrückt wissen. Diese Sprache jedoch wurzelt in der Erfahrung, in der Moral, in den Grundlagen meiner Selbstrefflektion.
    Wie könnte ich je etwas sagen, wenn ich nicht davon dichten kann; sonst würde ich ja nur davon reden.
    Nur das gesprochene und das geschriebene Wort ist schlechter als das gedichtete Wort. Aber das gedachte, das unausgesprochene Wort bleibt das stärkste!
    Wie aber werden wir je davon erfahren wenn nicht über das lyrische Ich der Dichter?

    Meine Lyrik ist kein Glück
    sondern sublimer Ekel.

    (Meine Lyrik = Suprematismus (= das Höchste): ist kein Glück; = sublimer Ekel (erhabener Ekel))
    Die Prosa wirft wie die Aristokratie in Frankreich am Anfang der Revolution „mit sublimem Ekel ihre Privilegien weg“ gibt Schritt für Schritt ihre herrschaftlichen Befugnisse ab.
    Was bleibt und was wird ist Erhaben sublim suprem das Höchste, besser, leichter, südlicher, sonnenhafter (Nietzsche). Prosa ist von der Natur, eine Macht, die über uns keine Gewalt hat, und so dynamisch erhaben ist, im Kantischen Sinn.
    Personen als Geschlechtsorgane. Ich sage ja: meine Lyrik ist das Höchste, ist Suprematismus „die Umwandlung des unbefriedigten Geschlechtstriebs in geistiger Leistung im echten Freudschen Sinne.

    Diese Gedichte fliehen und fliegen!

    Und das Gedicht, diese schönen Worte?
    Ja es gibt sie aber sie sind so schnell gelesen
    und so schnell vergessen, sie fliehen und fliegen.

    Schreibe über WORTE, über Gedanken, über Zeit und Zeiten,
    über Tod Abschied und Einsamkeit und den WEG, ...........
    Worte – Zeit – Abschied – SINN - Liebe – Kunst – Vergänglichkeit – Tod Singen – Politik – Hoffnung – Weg - Gedanken –Leben
    Schreibe über die Worte, die noch gebraucht und dahingeworfen
    (Worte brauchbar für später), die in Zeitungen zum Fischeinpacken stehen (Kluge Köpfe), nur ein Wort wird gebraucht. Leeres Gerede im Parlament (Worte schweben im Meer) und im Leben (Fließende Worte rinnen) (Gemeinsame Wortwechsel) (Ich trage schwere Worte)
    (Wortkrank) über die Dichter (die toten Dichter sprechen noch) (Literarischer Ort Dichtergasse) (Literaturkritiker) letzter Dichterspruch (Mehr Licht) Schreibe über die ewig fröhlichen, über die Zeit der aufgesetzten Fröhlichkeit (Bunte Fahnen), die kein Auge, kein Ohr für Frieden finden (Bunte Fahnen wehen) und greifen nach der bereits abgehackten Hand (FÜR FRIEDEN) und (FLIEHE ATEM) fliehe den Atem der das Land bedroht. Dabei ist (DIE ZUKUNFT) die eisigkalte Zukunft so nah, im Traum ist alles anders, wirklicher, nicht so hässlich, es kann doch nicht sein das es so ist wie es ist (Engel tanzen ) Licht der Finsternis (Bekümmerte Zeiten) (Blauer Himmel) (kein Interesse) (weiße Tauben) ich Schreibe über Abschied und Einsamkeit des Tangotänzers der nur das Licht im Saal lässt (TANGO), schreibe über Wege und Auswege (Auf den Landstraßen) und über Resignation über die Situation der Kunst (Augenblick) wie es drinnen und draußen aussieht (Des Lebens Freude) bis zum Ende der Vorführung (ENDE der Harmonien) (Morgen des Halbschlafs) über den Glauben die Religion (Im Namen des Vaters) schreibe vom Sinn und Weg und Ganzen von Weisheit und Mut (Bleib dem Weg) und schreibe für den der nicht weiß wohin (Wer nicht weiß) schreibe vom Sterben und Leben (Brennendes Wasser) über (Annäherung) über (Erderwärmung und schreibe über (..der kleine Schmetterling) der zwischen Leben und Tod über dem Fußballplatz schwebt, und schreibe über die Liebe (weiches Fleisch) die (Liebe schlag mir aus dem Kopf) (Ein Leben der Liebe) (herz) ich habe die Tulpen geliebt (Liebe die Leiden schafft) schreibe über Abstraktes über die Kunst die Utopie ( „als Picasso noch Astronaut war“ ) über ( Der Künstler/der Kunstkreis) schreib über (die leeren Blätter) die wir füllen (Die gefälschten Worte) (Jus de Orange bleu) (Stillleben) (Tapetenwechsel) schreibe über die Natur (Jahreszeiten), den Jahresanfang (das frische Jahr) (blinder Sylvesterhimmel) das Winterende (Frühling wartet noch) den Frühling (Frühlingswind) (der neue Frühling) (der Wind spielt mit den Vertikallamellen) den Sommer (noch und noch ist Sommerzeit), den Herbst (der laute Regen) (Hochwasser) den Winter (wo ist der Schnee) (Winterliebe) (Weißes Winterzauberkleid) (Dezember) (Winter Ende ehe er begann) über das Alter (Abendmüde) das (Aprilwetter am Dom) den (Armer Schmetterling, arme Raupe) (frühlingsreif) ( Geschöpfe Gottes) ( Hasenleben) (in vollem Gelb zur Osterzeit) (Nachtlicht eines schönen Abends) (Riesenroter Mond der aufstieg) (Schönheit des Wasserlaufs) (Wer hat den Baum getötet) (Wie treib ich mir den Winter aus dem Pelz) schreibe über die Vergänglichkeit (Die Zeit) die uns in Trab hält, (Vergessen) ein Kraut gewachsen (Brüder und Schwestern) verschwindet schnell (Keine Sorgen) alles ist wie es ist (Keine Zeit) dreht sich im Kreis, über wie es war (ja so war es) (Harmonische Glückseligkeit die mich tötet) (Kriegsbäume) (Schöne Kriegsbilder) (Windhauch und Luftgespinst) über den Tod und die Träume (Auf mein Grab) Gläser heben, (wenn du am offenen Grab) achte den Tod (Warum träumen wir) am Abgrund, (Was kann morgen schon geschehen) viel oder nichts (Der Wald ist totenstill) wo die Nacht nicht die Abendsonne findet (Blutende Leiden Passion) (kleine mädchen so zerbrochen in belgien) (Leben ohne Ende) (Täter in Madrid) (Todesanzeige) (Weder Leben noch sterben)
    über den Schrei (Geburt) Gehasste Liebe ( Nachgeburt) (Narben) schreibe über Lebensfreude und das Singen im Chor
    ( Badewannen Superstar) (Besinger) ( Bass) ( Chormusik ) (Der Chorleiter ) (Der Kirchenchor) (Der Chor hat sich nun aufgestellt) (reich mir den Blues) (Sinfonischer Chor Aachen)
    schreibe über die Politik - Arbeit - Sozial, ( Bauchtänzer )
    (Bitte zugreifen) (Demagoge an BB) (Lotterie mit Arbeitslos) fast fünf Millionen ( DU ) schon mal bessere Zeiten gesehen
    ( Gladiator) der Arbeitslose (Leere Kassen) Sozialstaat die Kassen sind leer (Landflucht der Grosstädter) (Nochmals im Preis gesenkt) über Aachen (Zapperdeus)schreibe über Trost und Hoffnung (Worte) treffen sich im Meer (Satt) genug der Worte, schreibe über das Leben, ( Sinn des Lebens ) der vergebens gesucht (The Lucky Punch der Boxer)

    Neologismus ist außerdem eine Kombination aus Denkmal und Schreibheft und ein Schriftmal wie Denkheft. Das Wichtige im Leben welches den Einzelnen ändert und ein wenig glücklicher machten kann, ist die Reflexion. Der Mensch der reflektiert, verändert. Sei es das er in der Kunst reflektiert, sei es in einer der Wissenschaften. Das Wesentliche im Leben des Menschen sind die Probleme der Nahrungsbeschaffung und der Wohnungsgestaltung, der Kampf um Pfändung und Verhungern. Weiteres hat ausnahmslos die Probleme des Menschen seit der Höhlen bis zu den Wolkenkratzern nicht verändert. Götter tauschen und dafür neue Katastrophen eintauschen. Der alte denkende Mensch veränderte nichts in allem Sprechen und Schreiben.
    Ein dichterisches Heft zum Gedenken und Bedenken des Wissens, ein besonderes Denkmal, geschriebenes Denkmal für notiertes Gedachtes. Gedanken in einem Denkmal ein Denkmal für Gedanken. Ein beschriebenes Denkmalheft.
    Vergänglichkeit im Treibsand versunken. Verloren im Treibsand. In den Sanduhren durchgereicht von einer
    Glaskugel in die andere (oder doch die Gleiche).
    Alles was war, was wert, was teuer.
    Nur einige Wenige, errettet von Lianen gereicht aus dem Nichts. Hochziehen vor dem Herabziehen. Herausziehen aus dem Vergessen.
    Dem Nihilismus, dem Pessimismus die rettende Liane gereicht, sich selber aus dem Treibsand ziehen, das ist die Lösung.

    Tödlicher Frieden zur Interpretation.
    Was geht ständig und überall vor sich? Oft verwechselt mit Kriegen. Die ständig, immer wieder irgendwo und überall stattfinden. Mit Kriegen verwechselt, wohl wegen der Panzer, die Taub scheinen? Taub, wodurch? Taub, wogegen? Ständig wird gewarnt. Von allen Seiten. Wovor? Wofür? Wieder das Vergessen? Wieder das Vergessene? Gibt es Krieg? Gibt es Streit? Gibt es endlich Frieden? Sind die Kriege und die Frieden menschlich, Artefakte? Oder sind sie natürliche Erscheinungen? Wie Unwetter oder Dürren? Alles Fragen. Alles unbeantwortet. Und das Gedicht? Unbeantwortet stellt es die Frage „was kann geschehen? Immer. Jetzt.“ Der intelligente Mensch versagt. Da gibt es nichts wissenschaftlich zu interpretieren. Er steht vor seinem Urteil. Einem Oxymoron. Widersprüchlich, different, paradox. Er spricht aus Angst. Wie der große Dompteur. Wissend, das der Tiger niemals beißt, das er immer spielen will. Historisch rollen die tauben Panzer immer. Ab und an löst sich ein Schuß mitten im Frieden. Ein Attentäter, ein Amokläufer ein Verrückter. Was soll da noch erklären? Der Mensch könnte an seinem Mörder im stillen Tunnel vorbeigehen. Der Mensch erkennt, wenn der Strand ins Meer zurückgeht, ist Gefahr. Es ist nicht mehr schön. Die Kinder sind mit der Geschichte geboren und aufgewachsen. Sie spielen, doch glauben alle an die Unverwundbarkeit. Ihnen wird an diesem Ort nichts geschehen. Tödlicher Frieden. Aber was geschieht? Sie wurden gebadet wie Siegfried im Blut der scheinbaren Unverwundbarkeit. Aber niemand ist unverwundbar. An irgendeiner Stelle klebte das Pflaster der Unverwundbarkeit. Dort ist man verwundbar. Die Natur ruft ihre grausamen Kräfte herbei. Der Mensch, der in der Wüste, lernte seine Häuser nicht mitten in die Oase zu bauen, um diese nicht zu zerstören. Nun baut er seine Villen mitten in die Wälder. Wälder brennen immer. Das ist ihre Natur. Der Mensch wird sich nicht ändern. Das ist seine Natur. Er versucht, die Natur zu ändern. Hinzurichten auf eine neue Schöpfung. Das Gedicht tödlicher Frieden (welches auch dem gleichnamigen Buch seinen Titel gab), wird fast ausnahmslos falsch interpretiert. Man schwankt, bei der Interpretation, zwischen Krieg und Frieden. Das ist falsch! Dies passiert auch berufsmäßigen und geübten Kritikern, Lesern, Poetologen, Sprachphilosophen. Auch wenn das Gedicht, stellenweise von Landsern, Panzern spricht, so handelt es bei genauerem Hinsehen, Hinhören und Betrachten, um diese alltägliche Situation einer Katastrophe, gleich welcher Art, die jedem von uns, zu jeder Sekunde treffen kann. Auch am ruhigsten Urlaubsort kann uns eine explodierende Bombe treffen, sowie eine tödliche Monsterwelle. Das Haus, in dem wir uns gerade befinden, kann sich selber in ein tiefes Erdloch stürzen. Es kann sich zu jeder Zeit die Erde öffnen von Vulkanen oder Erdbeben. Der Regen kann uns, ganze Häuser und Autos wegspülen. Immer und überall kann etwas passieren. Immer und überall kann plötzlich das Friedliche ins Tödliche umschlagen. Die Idylle zur Ruine werden. Das ist Sinn des Gedichtes Tödlicher Frieden. Der Tödliche Frieden. Hier wird immer Krieg angenommen. Das der Krieg tödlich ist, ist wohl schwer zu bezweifeln. Aber es geht hier um Frieden. Nur der Frieden kann tödlich sein; der Krieg ist per se tödlich (nur tödlich und niemals untödlich). Der Frieden hat an sich friedlich zu sein, doch dies täuscht. Frieden ist so wenig friedlich wie Krieg tödlich ist. Attentate, Naturkatastrophen, Mitte, Dunkel, Dämmerung, Leere, Innen, unsichtbare Tornados, Wellen, Wüsten, Tsunami, Feuer, Brandung, Vulkane, Erdbeben, Explosionen, Straßenkämpfe, Schüler, Hacker, Terroristen, was noch? Unsere eigenen menschlichen Aggressionen, ob als vermeintliche Friedensstifter oder als Krawallmacher. Das friedliche Nebeneinander, unsere aufgezwungene freundliche Toleranz, schamlos ausgenutzt, wie die Natur, der wir arglos begegnen an Traumstränden von urplötzlichen Wellen, Erdbeben oder Vulkanausbrüchen überrascht. Begegnen wir unserem Leviathan. Begegnen wir auf der Stille der Friedhöfe nur unseren Toten. Die Sekunden der Stille vor der Atemwende des Todes. Zu dem Gedichtband geht mehrdeutig der Beweggrund hervor. Zunächst zu dem Text, dieser Anlass, das verstärkt berichtet wurde, das die gebräunte Gesellschaft sich nun aufmachte, diesen Tag wieder in ihre Reihen zu bekommen und Aufmerksamkeit zu fordern, die sie auch in jedem Fall wieder erreichte, weil sie ständig zu allen unpassenden Gelegenheiten präsent ist. Solange keine Gegenbewegung erfolgt, bekommt diese haarlose Gesellschaft ihre Plattform, ob negativ oder positiv, sie kommen leider in die Schlagzeilen. Zu seinen Gedichten, die Freude zu diesem Thema geschrieben hat. Da erübrigt sich auch ein Kommentar, was den Dichter hier bewogen hat. Das bewegt gewisse Herren in der Schweiz, in Lichtenstein und am Gardasee sicher nicht. Es gehört aber immer wieder aufgetischt und verstärkt in die Aufmerksamkeit. Das Thema wird leider viel zu sehr, so einfach hingenommen. Zu dem Gedicht Auslandeinsatz ist zu sagen, dass es bei dem ersten Auslandseinsatz, der Abstimmung im Bundestag geschrieben wurde. Wie weit wir heute mit unseren Auslandseinsätzen sind, ist bekannt. Fuß um Fuß bewegen wir uns weiter in die Kriegsgebiete und schaffen es dass wir in fremden Weltmeeren nun mit riesigen Kriegsschiffen kleine aber umso schnellere Piratenboote jagen. Kapitän Hook lässt grüßen und von den Kriegsgebieten kommen die Särge und die Öffentlichkeit nimmt nichts war, oder heißt es wahr? Bei allen Themen von Tod und Frieden, geht es um Berichterstattung und um das Wegsehen. Wir sind doch blind für die Dinge, die geschehen. Selbst bei Amokläufern sehen wir nicht hin, sondern suchen uns Begründungen, die unser Gewissen beruhigen; mit denen wir leben können. Den wahren Grund wollen wir doch nicht sehen. Der ist bei blindwütigen Mördern, Terroristen und Totalitären Personen gleich. Wir aber trennen fein. Beim trennen in grüne, weiße und braune Flaschen, bleiben es doch immer Flaschen. Wir sehen aber nur die Farbe. Dies ist hoffentlich eine kleine Einführung in eine Interpretation, das reicht fürs erste als Erklärung. Weiteres ergibt sich aus seiner kompletten Arbeit. Im Übrigen hat er einen einzelnen Band herausgebracht, mit dem Titel: tödlicher Frieden. Hier geht es darum, dass es im Allgemeinen, keine Sicherheit gibt. Auch nicht in der Natur. Leider werden der Titel und auch einige Gedichte, wie das Gedicht Tödlicher Frieden, oft als einen Text, alleine Wider den Krieg, oder wider das Vergessen, angesehen. Es geht aber darum, dass wir zu keiner Zeit, zu keiner Sekunde sicher sein können, weder vor Krieg, noch vor Erdbeben, noch vor Amokläufern noch vor Hauseinstürzen. Wir leben einfach gefährlich. Na, wenn das keine neue Botschaft eines Dichters ist. Wir leben in gefährlichen Zeiten; der Lachende hat die furchtbare Nachricht nur noch nicht empfangen … der dort ruhig über die Straße geht ist wohl nicht mehr erreichbar für seine Freunde die in Not sind?

    Die Welt – ist eine Scheibe

    Je stärker es dahinter dunkelt
    spiegelst du dich, erkennst
    du deine Seele – im Gedicht!

    Mein Gedicht ist eine Scheibe

    Mein Gedicht ( als Welt )
    ist eine Scheibe ( aus Glas )
    Ich bedeute ( durch ) die Scheibe
    Man erkennt, glaubt, sieht ( Theorie, Wissen ) durch diese Scheibe.

    Mein Gedicht ( die Welt ) ist -
    - „das sich in dieser Scheibe Spiegelnde „
    ( Doxa, Meinung )

    Das Deutbare ist nicht Eindeutig, nicht Begrifflich.
    Lese meine Gedichte: Reflektiere, bilde die Ausnahme, empfinde, betone.

    Vom Hörensagen und Draufsätzen.
    1) Hörensagen ist ein unerklärliches Nachsagen
    2) Draufsätzen ist nicht das Du im Gedicht, nicht das Lyrische Du, nicht das Du des Lesers: es ist das noch nicht erkannte, mitgedachte ich, er, sie, es, wir, ihr, sie der Reflexion der Einbildungskraft

    Das Gedicht, dessen Sprache von Niemand kommt und zu niemandes Ohr gelangt ist wahr, weil es nicht lügt; ist wahr, weil es buchstäblich das Reale aus ihm sagt, ohne Interesse oder Wohlgefallen zu begehren. Von Hörensagen spricht das Gedicht zu jenem, der die Vorstellung von Unbestimmtem und Realitätsbewusstsein für das Realitätsfremde auf die Sätze Draufsätzen ohne diesem Gehorchen zu entfliehen. Diese Blume - dieses Gedicht -, täuscht Imagination, von einer imposanten Größe des Stils, der das Reale verschließt, vor der Induktion, auf die Schönheit, der Blüte. Im Gedicht leuchtet das Hören, von Hörensagen und seinem Draufsätzen, dichterisch. Nur die Wahl der Worte und ihr Aufrufen im Nebeneinanderstellen, erhebt sie zum Licht. Die helle, weiße Leere, des leeren Blattes hat ihre Leere angereichert mit Buchstaben, vom Draufsätzen, zum Punkt bringen. Das Setzen eines Punktes ist die Grenze des Satzes, der aber durch dieses Setzen bereits weiterführt, weiter das man schon erkennt vom Hörensagen. Es spricht in eines Sprache, der zu Niemandem spricht und von keinem her, der das Sagen herstellt, es erscheinen lässt. Aufgehen, Aufblitzen und vergehende Schrift für die Dauer eines Feuerwerks, eines Blitzes, eines Menetekels. Die Transzendenz einer solchen Erscheinung des Aufblitzens bewirkt und vernichtet in eins. Der Draufsatz ist das Gegenteil des Ausdrucks, von Hörensagen her, das Sprachlose der Dichtung. Es scheint das Das Gedicht redet und spricht: hier bin ich, ich bin das Gedicht. Doch ist im Gedicht kein Buchstabe der nicht ständig sieht, beobachtet. So ist das Gedicht, das, wie anfangs erwähnt, nicht lügt, subjektiv paradox; es sieht nicht nur, es erzeugt, produziert Blindes. Das Gedicht ist Ausdruck und ein sich selber Denken. Das hergestellt Blinde, das wovon wir immer behaupten, nicht zu wissen, was es ist, alles ist Ausdruck. Das Gedicht folgt blind, gestaltet somit sein Werden, wohin es von sich aus will und versucht diesem gerecht zu werden. Vom Hörensagen ist das Gedicht. Es trifft sich bei der Sprache die in ihm ist. Der Draufsatz der Schrift als Sprache trifft das Gedicht nur als Schrift. Ihr Hörensagen führt auf die Reflexion der Einbildungskraft. Das Gedicht ist ein Subjektives vom Hörensagen, objektiv erst durch das Draufsätzen des Lesers sowie sich selber erst herstellend in allen Momenten seines Machens. Es wird zu einem Wahren und Unwahren. Draufsätzen, einen Satz hinzufügen, zur Erkenntnis ist immer Sprache die erst in Gang gebracht das Gedicht zum Sprechen, zum Hörensagen zwingt und in sein Innerstes vordringt. Vom Hörensagen ändert das Gedicht, verändert indem es gelesen wird. Wir wissen nicht woher es kommt. Aus welchen Weiten, aus welchen Tiefen, noch wohin es führt. Es ist vom Hörensagen einer Schöpfung und vom Draufsetzen eines Schöpfers, es ist von weit über den Dingen, unerklärlich. Wenn jemand schreibt, er wisse beim Hören eines Gedichtes nicht genau was es bedeutet, so hat er das Wesentliche des Gedichtes schon erfasst. Das Gedicht ist wunderbar und unverständlich und doch fragt es den Leser wovon er weiß, betrachtet er sich im zerbrochenen Spiegel, von Angesicht zu Angesicht. Das Gedicht leistet die höhere sokratische Hebammenkunst aus Theaitetos: zum Entbinden zwingt das Gedicht als Schöpfer, zum Zeugen aber, zum selbst Draufsätzen, hat es dem Geschöpf verwehrt, oder versagt. Die Hybris aber ist: das der Leser zeugt und das Gedicht entbindet. Wovon das Gedicht spricht, gesprochen hat, von dem der Dichter noch nicht weiß, von dem der Leser Hörensagte und nicht weiß oder doch in einem anderen Sinne, in eines Anderen Sinne, vom Hörensagen, und es nicht erklären kann und noch eins Draufsätzen; woraus holt er es dann? Wer war der Schöpfer, wer hat gezeugt und wer hat entbunden und heraufgeholt? Das Gedicht ist weder Zeugung noch Abbildung. Nicht durch das Verleugnen wird das Gedicht wahr. Die Lüge es sei die Sprache bringt es nicht zum Hörensagen. Es entspringt in ihm das es nicht verschweigt. Das Gedicht ist abweichend vom Hörensagen. Es ist einerseits so, anderseits so und seine Klärung ist so. Die Sprache ist vom Draufsätzen, eines Hörensagens, des Gedanken, buchstäblich ist es gebrochen, bricht, in Verse.

    Diese Schrift ist ein Sprechen in das Denken des Abonnenten, zur Zeugung persönlicher Ideen.
    Gedichte sind Dialoge, deren Bescheidene sich dem ungeeigneten Leser nur schweigend eröffnen.
    So erkannt, erschließen sich dem Leser, der diese Gedichte mehrfach liest und um Verständnis fragt, immer neue Antworten…

    Das Wichtige im Leben welches den Einzelnen ändert und ein wenig glücklicher macht ist die Reflexion. Der Mensch der reflektiert, verändert. Sei es das er in der Kunst reflektiert, sei es in einer der Wissenschaften. Das wesentliche im Leben des Menschen sind die Probleme der Nahrungsbeschaffung und der Wohnungsgestaltung der Kampf um Pfändung und Verhungern. Weiteres hat ausnahmslos die Probleme des Menschen seit der Höhlen bis zu den Wolkenkratzern nicht verändert. Götter tauschen und dafür neue Katastrophen. Der alte denkende Mensch veränderte nichts in allem Sprechen und Schreiben.

    Ein dichterisches Heft zum Gedenken und Bedenken des Wissens

    Diesen Käfig bitte ich nur wohlwollend zu betreten. Die Anderen bitte ich diesen zu verlassen. Gehen sie wieder nach Hause, an ihre Tischrunde und öffnen sie ihre Fenster zur lärmenden Straße

    Dies sind keine Gedichte
    die als Gedichte kommen
    und wortlos gehen und spurlos verschwinden

    Schweigen zu meinen Texten.
    Zu meinen Texten werde ich schweigen, kann ich nicht sprechen. Sie sind eigenständige Wesen und müssen für sich selbst sprechen. Warum sollte ich auf jede Frage und Meinung antworten? Eine Frage, die bereits eine vorgefasste Meinung impliziert. Wer mehr wissen will, muss die Texte lesen, die Werke kaufen. Nur das bringt ihn näher zu meiner Dichtung. Die ständige Reflexion, das immerwiederlesen, das nachbeten, nur das führt den Leser zu irgendeiner Erkenntnis. Der Text eines Werkes zeigt Persönlichkeit. Diese ist zu respektieren. Diesem Text eine bloße Meinung gegenüberzustellen ist nicht angemessen. Zu den Texten ist zunächst NICHTS zu sagen. Sie erfordern ein Maß an Nachdenken. Worüber man nicht sprechen kann, darüber sollte man schweigen. Es geht in allen Texten immer um die X-Frage. Die Frage lautet: Was ist X? Dieses X ist uns zunächst nicht zugänglich. Es gibt zu den Texten weder eine Meinung, noch überhaupt Meinung, noch sind sie vergleichlich. Ein Text kann sich nur nach jahrelanger Liebe erschließen. Dem Leser, der wie der Wächter, zum Beginn der Orestie, der den Erfolg erkennt. Troja ist gefallen und er beginnt in der Orestie: Zu den Göttern fleh ich um Erlösung von der Pein jahrelangen Wächterdienstes … und an anderer Stelle heißt der gleiche Beginn: Die Götter bitte ich um eine Änderung, um ein Ende meiner Mühen, um ein Ende meines jahrelangen Wachdienstes ... Der Leser als Konsument, nun als Wächter. Er wartet auf Erkenntnis und bewacht gleichzeitig. Er hofft auf eine gute Nachricht. Seine Aufgabe erfüllt sich, sobald er die Nachricht überbringt. Solange über den Text nichts aussagbar ist, kommt es zu keinem Erkenntnisfortschritt. Darüber darf man nicht reden. Aber nach einem erfolgreichen Wächterdienst zeigt sich der Text. Das wahre eines Gedichtes bleibt uns als Menschen unzugänglich. Das ist sehr unbefriedigend.

    Persönliches:
    Wenn man Gedichte liebt, so muss man als Dichterfreund nun anders interpretieren als klassisch psychoanalytisch. Ein Dichter, Lyriker, ein Poetiker, ein Später Schreiber, nach getaner Arbeit. Umfangreich schreibt er Gedichte ( work in progress ). Unter den Poeten ist er ein Zehnkämpfer. Ab und zu muss ich mich auch an leichter Poesie des Alltags austoben, meint er. Schreibt leicht verständliche als auch hermetische Gedichte, Escapistenlyrik, Liebeslyrik, politische Gedichte, philosophische Lehrgedichte, Chormusikdichtung. Schreibt Reimlose Lyrik, in unregelmäßigen Rhythmen wie auch in strengen antiken Metren und Sonette. Er schreibt Essays, Dramen, philosophische Fragmente, Artistisch-konkrete und experimentelle Sprachmagie, Intertextuelle Interpretationen, Narrative Experimente und Dokumente von Selbstreflexion, Fragmentarische Erzählungen und Prosaminiaturen. Gedichte mit moralischem Anspruch, anspruchsvolle Gedichte für eine andere, bessere Gesellschaft; gegen Pseudorealisten gibt es keinen Star keine Diva, keine Konkurrenten oder Konkurrentinnen. Teilweise geheimnisvoll, schwer zugänglich, dunkel. Ich verstehe es nicht und du verstehst es nicht und ich verstehe es doch auf unserer eigenen Ebene und wir wissen das wir es nicht erklären können wovon es spricht und berührt. Es verweigert jede außerästhetische Bestimmung ein mitempfinden von Leser und Gedicht. Betrachte das schöne Gedicht aber steig nicht ein, verzichte, respektiere das Werk und seinen Schöpfer erhaben, nobel.
    Zum Dichter wurde Manfred H. Freude vom Kaufmann (Handwerker – Verkäufer - Bürokaufmann) Inneneinrichter, Gestalter bis zum – Geschmack ist erlernbar - Bauhaus Mit dem Kunststudium entdeckt er die Ästhetik. Als Kunstsammler die Werte. Mit Musik ( Lyrik ) - im Chor ist jeder grundverschieden, deviant, abweichend, hybrid, wie jeder Vers im Gedicht – eingedichtet - wie ein Chor. Mit Philosophiestudium erwirbt er das Wissen vom Nichtwissen und mit dem Lyrikstudium schließt sich seine kulturelle Kompetenz. Er sieht sich selber als: Zeitkritiker, Postromantiker, Sehnsucht nach Frieden. Seine Interessen: Gedichte, Kunst, Philosophie, Kultur, Musik. Die Worte für ein gutes Gedicht suchen wir täglich neu; und in täglich neuen Versuchen und Übungen finden wir die Worte, deren wahres Gehalt nur die Zeit bestätigt!

    Das Lied der Liebe.
    Die Liebe ist etwas Göttliches. Wobei Göttliches in meinem Wortkreis soviel heißt wie Unendliches, Ewiges. Darüber hinaus im Gegensatz, ist die Ehe etwas Menschliches, etwas Endliches, etwas Fremdes, etwas Unnahbares. Von der Liebe lässt sich besser dichten als von der Ehe. Denn die Liebe gehört ineinander, zusammen, während Ehe, eine Koexistenz, von miteinander gefügten Vorlieben, ist. Ehe als eine Zweckgemeinschaft von einem Nebeneinander, zeitlich aus unterschiedlichen Interessen begrenztem, Selbstlosem. Er pflegt sein Fahrzeug, sie pflegt ihren Körper. In der Liebe ist nichts Menschliches, nichts Schönes. Denn Menschliches und Schönes müssen sterben. Man kann begreifen, dass Menschen sich in einer Ehe zusammentun, aber würde man die Liebe begreifen, wäre es sicher keine Liebe. Ehe kann sinnlos sein, aber einen Zweck erfüllen, aber die Liebe erfüllt weder Sinn noch Zweck. Die Liebe ist, wie es in einem alten Schlager heißt: ein seltsames Spiel.

    Die schweigenden Fische sind still im Raum. Die Fangnetze der Fischerflotten haben immer recht. Armut schweigt und die Medien sprechen. Bücher schweigen in Bibliotheken. Auch Menschen haben ihre Stimme abgegeben. Keiner ändert sich. Sein Freund, der Bösewicht, entwendet sein Wort. Der Steckbrief, die Schlagzeile, sucht den schreienden Fisch. Vielleicht habe ich keine Lust? Verkrieche mich in Gedichten. Nimm jeden Atemzug, solange die Luft noch da. Die Farben der Münzen gaukeln noch Werte vor. Ich stehe am Ufer und rufe den Fischen zu: Bleibt bei Eurem Schweigen. Ohne zu erkennen, dass dieses Meer längst abgefischt wurde. Die Welt ernährt Dich, frisst Dich auf. Es bleibt am Meeresgrund ein Stein, ein Anker. Es lebten einst große Dichter im Meer. Noch sind die Legionen unterwegs und suchen nach dem Ahnungslosen. Die schweigenden Fische sind still im Raum.

    Unter Freude verstehe ich nicht eine Temperamentbegeisterung, vielmehr eine allerhöchste Erfüllung und Bereicherung, indem sich der allgemeinste Zustand eröffnet. Dort wo ich als Mensch ver-sage, wo sich meine weltliche Tragik erfüllt, dort geschieht das Größte, indem ich losgelöst vom eigenen Bewusstsein diese Empfindung des Absoluten erst möglich wird. Meine Grüße, diesen Gruß der ganzen Welt<, als ein Funke der Apparition, die wie ein Blitz auftreten, der den barhäuptigen Dichter trifft. Entsprechen einer Trauer, die eine Wende zum Freudigsten erst möglich macht. Nur wer das Gedicht lernt, lernt sein Leben zu dichten. Wenn Du das Gedicht erkennst, erkennst Du auch Dein Leben.

    Kurze biografische Notiz von Faktoren der FREUDE. Es ist immer schwierig, in einer kurzen Geschichte eines Menschen, das Leben zusammenzufassen. Ein sehr komplexer Vorgang. Wenn wir stattdessen auf die Erfahrungen einer Person, die immer gewünscht hat, über die gemeinsamen Konventionen hinwegzugehen und eine menschliche Dimension aufzubauen, und ihrer völlig geistreich zu beschreiben, einmal diese Reise zu beginnen, dann wird es schwierig. Freude. Persönliche Interessen sind lebenswichtig: Ein Buch zu schreiben ist immer schwierig, insbesondere der Dichter, der nicht zum Ende kommt. ... Obwohl nicht zu leugnen ist, dass die Differenz von Unbestimmtem etwas zu tun hat, mit meiner Vergangenheit, ein "Übergang" für meine Gegenwart und noch weniger für meine Zukunft. Meine Absicht mit dieser kurzen Autobiografie und mit dieser persönlichen Geschichte ist eine genauere Beschreibung meines Denkens. Diese Möglichkeit zu bieten, mir zuzusehen, meiner Arbeit und was es bedeutet, für mich, zu einem Dichter und Schriftsteller zu werden. Es ist ein Stück des wirklichen Lebens, das von mir geht, mich auf dem Laufenden hält ... Ich habe versucht, nichts weglassen ... Frauen, Politik, Drogen und alles andere ... Nach allen diesen Jahren der Karriere- und Lebensplanung für alle diejenigen, die sich daran beteiligt haben, möchte ich danken ... mich weiter ... und weiterhin zu unterstützen ... Vielen Dank an alle!!!

    Vielen Dank für das Interview Herr Freude.

    Ich hörte Schweigen.
    In ihren Gesichtern
    Sah ich Worte auf ihren Lippen.
    Roch ihre Namen, die sie mir nannten.
    Lemma, Lemma. Wo sind ihre Zeichen?
    Liegt, liegt es in Deiner Hand?
    Soll es nicht scheuen - noch gescheut nicht.
    Schweigt noch das Haar.
    Vernehmlicher werden die Stimmen.

    Ich hörte schweigen. Ich hörte das Schweigen, das aus den Worten trat. Woher es kam? Ich weiß es nicht. Zu wem es kam? Ich weiß es nicht. Ich hörte plötzlich ein dazwischen. Fragt es sodann erneut und ohne eine Antwort. Dunkel ins Licht geschrien. Die Worte in zu langen Ketten. Was immer das auch heißen möge? Hört ein Schweigen aus den Glockentürmen und Glocken, tonlos rufen. Ohne ihre Glockenklöppel ein stilles Sprechen. In der Andacht der Priaposmesse im Stillen. Sagt aber nichts. Ich antworte erneut. Das war was mich daran erinnert. So und so. Der Wind, der über eine Wiese mähte. Und so, das nur gehört von irgendwem. Fragst Du, woher es kommt, das Schweigen? Egal. Dann hast Du wieder das gehört, was ist.

    Freude des Bösen.
    Wenn wir uns bewegen zwischen dem Guten und dem Bösen, dann werden wir erkennen, dass das Eine, nicht ohne dieses Andere zu erreichen ist. Aber unser heutiges Wissen bringt uns dazu, dass wir uns diesen Begriffen nicht ohne einen gewissen Schutz hingeben können. Geschützter Sex mit der Freude des Bösen. Wer Gut ist, besitzt nur die Freude, dass den Anderen dies nicht zugestanden ist, und wird auf diese Weise Böse. Dem Bösen fehlt etwas Gutes. Nur darum muss es böse sein. Das moralisch falsche Handeln, ist die Freude, dem Guten einen Widerspiegel vorzuhalten. Das Böse steht im Gegensatz zum Guten. Die Freude ist der Gegensatz zur Trauer. Es ist aber, dass dem Guten wie dem Bösen, gleichsam Freude und Trauer zugeschrieben werden sollen. Somit kann das Böse, wie das Gute, Freude und Trauer besitzen. Gegensätze können in ihren vagen Ursprüngen identisch sein. Dieser Gegensatz (Gegenstimme) der gesetzt wird vor dem Eskapismus (Flucht, Fuge).

    Dieses Buch wendet sich an alle Interessierten die Theorie und Sprache als Dialog verstehen. Diese These beleuchtet ein philosophisches Konzept und eine artikulierte Praxis einer sozialen, intertextuellen und intermedialen Technik, dass ein Text mehr besagt, als er eigentlich beschreibt.
    Dieses Buch will jedem Wissbegierigen, apriorisches, sprachliches Denken erschließen. Diese Theorie des Schwaigens braucht nur falsifiziert zu werden. Wie ich gezeigt habe, kann man an dieser These nicht diagnostizieren, ob sie falsch ist. Vielmehr müssen bestehende Theorien (Derrida, Luhmann, Mallarmé, Wittgenstein, Heidegger, Austin, Gadamer) damit überprüft werden, oder anhand eines Experimentes diese Theorie bewiesen werden. Sie ist gegenüber bestehenden Theorien völlig different. Die Sprache ist der unaufhörlich fließende Fluss, in den man nie zweimal steigt. Was ist das, Sprechen? Explikation ist das Wesen des Sprechens zwischen lexikalischem Sprechen und Alltagssprechen. Das unbewegte Ich fordert mit Wiedererinnern und sprachlichem Apriori die Wahrheit. Sprache ist fließend. Wir haben dahin gehend erkannt, dass wir denkend schauen, dass Dinge die wir sehen, eigentlich erst in unserem Kopf gebildet werden. Wir müssen nun umdenken das nicht, wie wir bisher zu beweisen versuchten, die Dinge in unserem Kopf in die Sprache abzubilden sind, sondern dass wir die Schrift und die Sprache durch Hören, über das Sehen denkend, erfassen werden. Es ist doch methodisch nicht nachzuvollziehen, das ein Wissenschaftler denkt, seine Sprache wäre präziser als die Aussage eines welken Blattes. Das ist die Erkenntnis der Poetik.
    Unzweifelhaft scheint Sprache zu „sein“. Aber verstehen wir, was wir uns sagen oder was wir sagen wollen? Reden und Hören sind nur Teil eines Prozesses ohne den Verstand. Ein Verstehen muss erst aufgrund von Interesse gebildet werden. Eine Kompetenz, mit der wir Sprachregeln verwenden, sagt nichts über unser sprechen, vielmehr zeigt sich, dass wir verschiedene Spiele beherrschen. Sprechen ist natürlich und Sprachregeln sind unnatürlich für unser sprechen. Nicht unser Sprechen für unser Denken. Wir reagieren beim Sprechen auf das, was gedacht wird, nicht auf theoretische Linguistik oder Grammatik.
    Über Sprache kann man gut reden, weil wir es mit einem vagen System zu tun haben. Jeder kann etwas sagen und jeder redet bezeugt im sprachlichen Urteil wahres Zeug. Aber wer urteilt? Sprecher oder Hörer? Ist nicht der Sprecher auch Hörer? Zwischen Sprechen und dem Hören ist „Nichts“. Sprachanalytik unterschlägt geflissentlich den gemeinen Umweg vom Ohr zum Gehirn: Unser Denken, wie Sprachliches urteilen, sind wichtig. Ob wir reden oder ob wir schweigen, bleibt für unser verstehen unbenommen. Aber sämtliche Wissenschaft kann nicht so viel Aufwand treiben und différance zwischen Sprache und Sprechen, Kompetenz und Performanz herstellen, ohne diese „differens“ zu erfassen, dass dieses „ens“ zwischen dem Diskurs und dem Ereignis nachträglich unterscheidet. Es ist also nicht ein Schweigen im Sinne von, >nicht reden, vielmehr ein Reden hinter der Rede. Darum nenne ich es „schwaigen“. Wer redet, „schwaigt“ denn die „differens“ zwischen Reden und denken und hören und denken ist nicht damit erklärt, dass man eine Sprache internal oder external verwendet.

    Es ist immer schwierig, in einer kurzen Geschichte eines Menschen, das Leben zusammenzufassen. Ein sehr komplexer Vorgang.
    Wenn wir stattdessen auf die Erfahrungen einer Person, die immer gewünscht hat, über die gemeinsamen Konventionen hinwegzugehen und eine menschliche Dimension aufzubauen und ihrer völlig geistreich zu beschreiben, einmal diese Reise zu beginnen, dann wird es schwierig. Freude …
    Persönliche Interessen sind lebenswichtig: Ein Buch zu schreiben ist immer schwierig, insbesondere der Schriftsteller, der nicht zum Ende kommt.
    … Obwohl nicht zu leugnen ist, dass die Differenz von Unbestimmtem etwas zu tun hat, mit meiner Vergangenheit, ein „Übergang“ für meine Gegenwart und noch weniger für meine Zukunft. Die Eigenart meines dichterischen Denkens folgt aus der Eigenart meiner dichterischen Überzeugung.
    Diese Möglichkeit zu bieten, mir zuzusehen, meiner Arbeit und was es bedeutet, für mich, zu einem Dichter und Schriftsteller zu werden.
    Die Frage nach dem Sinn der Lyrik heißt bei mir:
    Wie kann man in einer bösen Welt glücklich sein?
    Diese Welt ist voller Angst, Schuld, Hass und Zorn. Wenn man Gedichte liebt, so muss man als Dichterfreund nun anders interpretieren als klassisch psychoanalytisch. Ein Dichter, Lyriker, ein Poetiker, ein später Schreiber, nach getaner Arbeit. Umfangreich schreibt er Gedichte (work in progress). Unter den Poeten ist er ein Zehnkämpfer. … ab und zu muss ich mich auch an leichter Poesie des Alltags austoben, nur so kann ich weiterkommen. Ich schreibe leicht verständliche als auch hermetische Gedichte, Eskapistenlyrik, Liebeslyrik, politische Gedichte, philosophische Lehrgedichte. Schreibe reimlose Lyrik, in unregelmäßigen Rhythmen, wie auch in strengen antiken Metren und Sonette. Ich bin Alleingänger und schreibe Essays, Dramen, philosophische Fragmente, artistisch-konkrete und experimentelle Sprachmagie, intertextuelle Interpretationen, narrative Experimente und Dokumente von Selbstreflexion, fragmentarische Erzählungen und Prosaminiaturen …

    Himmel und Hölle
    Der Lyriker Oswald Egger treibt Grundlagenforschung zu den Wechselwirkungen von Mathematik und Poesie: Er begreift beide Denkarten als Verwandte, und schlägt "mit heiterem Ernst" den Haken von einem Kinderspiel (Himmel-und-Hölle, Finger- und Hüpfspiele etc.) zu Musterbildungen in Geometrie und Manuskript. Sprunghaft und stetig parallel geschieht die Geschichte der Ideen. Das macht den Weg des Denkens nachvollziehbar, vom Volkslied, bis hin zur inneren Metrik von topologischen Räumen. (Übrigens Physiker und Mathematiker machen das häufiger) wir sagen: „In China wurde ein fliegendes Einhorn gesehen“. Wir können uns dieses vorstellen, einige Vorstellungen werden sich sehr ähneln.

    Wahrheit zur Freude.
    Wenn wir Wahrheit hören, fühlen wir uns wohl. Dies heißt, wir befinden uns im Konsens. Im Streit fühlen wir uns nicht wohl. Die Wahrheit im Konsens muss immer unsere eigene Wahrheit sein. Auch wenn wir uns nur auf eine Wahrheit geeinigt haben. Wir freuen uns, dass wir einig sind, dass wir einen Konsens haben. Auch wenn hierbei dieser Konsens eine Lüge bedeutet. Beim Streit besteht Diskussionsbedarf. Auch dieser kann Freude bedeuten. Anregung zu fruchtbringenden Gesprächen. Wahrheit zur Freude, (auch Lust) ist immer eine Lüge. Reklame verkündet uns Wahrheit und wirbt mit einer Lüge. Es bedarf einfach um Klarheiten, diese im Gegensatz zu religiösen Glaubensgewissheiten. Es benötigt eine Abkehr von allen scholastischen Wissenschaften. Wahrheit finden wir in der Hinwendung zur deutschen Mystik. Wir müssen die Widersprüche und Gegensätze wieder zusammenführen. Wir müssen begreifen, dass unsere Unterscheidungen von Verstand (Ratio) und der Vernunft (Intellekt) wieder zusammengehören. Das Problem zwischen der Wissenschaft und der Erkenntnistheorie liegt in der unterschiedlichen Verwendung der Logik. Wenn wir sprechen, so argumentieren wir. Diese Argumentation und Sprache liegen aber immer in der Fehlerhaftigkeit von Traditionen. Wahre Aussagen, sollen von nun an, von einer logischen Erkenntnistheorie betrachtet werden.
    Wer beginnt zu denken hat bereits mit einer Vorformulierung seiner Sprache begonnen. Der Fötus scheint in unseren Augen im tiefsten Dunkeln. Aus seiner Sicht ist alles hell und klar. Erst wenn er das Licht der Welt erblickt, beginnt er zu schreien. Dies ist der Moment, wo er dieser dunklen Welt begegnet, dem Unbekannten, dem Ungewissen dort wo er nichts mehr versteht. Seitdem Gott tot ist, haben wir nur noch die Wissenschaft, die Technik, und den Kommerz, an die wir uns halten können. Dies sind unsere Wahrheiten. Diese Wahrheiten können wir nur glauben. Damit können wir auch gut leben. Aber können wir damit auch leben? Können wir in Arbeitslosigkeit und Alter auch geistig überleben? Nur durch Logik und Metaphysik, verwendet durch Vernunft und Verstand, erreichen wir eine höhere, geistige Ebene, die uns aus der Masse hebt, und als Einzelnen wieder Mensch sein lässt. Weltweit sind Gemeinschaften nur in soweit erfolgreich, als diese sich weiterentwickeln. Schillers Idee war diese, das man als Mensch, mit einer ästhetischen Intention, den Dingen so begegnen müsse, dass man sie als eine Apparition von Freiheit erkennen soll. Aber diese zu erkennen würde nur durch geistige Metamorphose geschehen. Nicht einfach so, als würden wir in dem Ding an sich, bereits die Freiheit erkennen. Sondern eben darin: Freude schöner Götter Funke, also diese Apparition.
    Aus der Liebe zur Wahrheit, aus reiner Philosophie heraus, wird die Wahrheit zur Freude. Wahrheit ist nicht das was uns umgibt. Nicht das was wir sehen und was wir reden, vielmehr ist Wahrheit, was wir denken, was uns in dem Moment, in dem wir es erkennen, zur Freude wird. Dies ist uns weder zugänglich, noch können wir es ausdrücken, noch vermitteln, noch kann dies ein Anderer wissen.

    Eskapismus ist nicht dieser immer wieder beschriebene Elfenbeinturm, und wenn schon ein Hölderlinturm, dann ein schwimmender. Kein geistiger, noch ein körperlicher Turm der Abgeschiedenheit von dieser Welt. Es ist kein Ort der Utopie. Der Dichter flieht nicht, hin in etwas. Auch nicht wie die Mannen Kaiser Karls, die sich im Granusturm, mit nur einem unzugängigen Ein - und Ausgang, verschanzten. Dieser beschriebene Elfenbeinturm scheint doch immer ein geistiger zu sein. Dies stimmt aber mit dem Eskapismus nicht überein. Der Eskapist ist nicht von den Dingen fort. Im Gegenteil. Er fliegt über den Dingen. Er ist den Dingen entrückt in eine höhere Position. Bereits beim Stehen auf dem Tisch, erreicht man eine höhere Position. Man ist den Dingen nur entrückt. Dem Wissenschaftler gefällt diese höhere Position, die einem eingeschlossenen im Granusturm doch verwehrt ist.
    Die Frage nach der Tugend, nach dem „Du sollst, du musst“ auf dem Weg zur Elite, zum tapferen Helden, bewährt sich die Tugend als Sackgasse. Zwischen 1780 und 1970 hat sich die männliche Tugend zum Macho-Herren-Herrschergehabe entwickelt. Was ist nun, das den Menschen so einzigartig, vereinzelt und nicht zusammenkommen lässt? Auch in der Sprache kommen wir nicht zusammen. Die Sprache ist different, abweichend, stößt sich gegenseitig ab. Vielleicht kommt es zu gemeinsamen Abstimmungen aus Vernunft, wenn einer oder Beide nachgeben? Die Vernunft jedenfalls hat sich seit der Aufklärung fehlentwickelt. Die Formulation aber, in ihren Köpfen, kann nicht zur Deckung gebracht werden. Dem Druck, dem sie unterliegen, ist ihr Utilitarismus (mein Grund, warum ich dichten muss). Der Utilitarismus, macht sie zu Hamstern, die ständig ihr Rad bewegen müssen. Er macht sie zu einzelnen Helden die alleine getrieben vom Zorn gegen eine ganze Armee von Menschen ankämpfen und sich anschließend wieder in die Reihen einreihen. Der Utilitarismus ist das, was Robinson Crusoe von sich und seinem Freitag fordert (den ihm Freitag aber verweigert, weil sein Denken nicht christlich geprägt war.). Die Frage bei der Begegnung von Menschen ist eine Frage des Utilitarismus. Menschen, die nichts von anderen Menschen brauchen, ziehen wieder auf eine einsame Insel der Freiheit. In der Sprache sucht der Mensch den, der in seinem Sprachspiel ist. Die Frage ist nicht, was kann ich tun, sondern die, was kann ich für mich tun und warum? Das ist die Frage der Ehe. Es gibt hier signalisierte und nicht signalisierte Formen von Utilitarismus. Eine Frage bleibt, ob dieser Utilitarismus angelernt oder angeboren ist? Sicher ist er auch anerzogen. Anerzogen auch auf kulturellen Bedingungen die eine solche Anpassung erfordern. Wenn wir als kulturelle Wesen für Andere in den Krieg ziehen, erhalten wir für diese Tat der Tötung noch einen Orden. Für Menschen die eine Diktatur im Untergrund bekämpften und ihr Leben riskierten, war das schwieriger. Man muss sich nun fragen, ob sie denn auch aus Utilitarismus handelten? So ist auch eine Frage offen, aus welcher Sicht man den Utilitarismus betrachtet? Von allen Seiten meinen wir, denn wie schon am Anfang erwähnt, handelt wohl jeder Mensch aus Utilitarismus, auch wenn er das völlig von sich weist.

  • ine sensationelle Entdeckung. Umstände und Folgen einer literarischen Auszeichnung. Ein Brief vom Jänner 1989 Thomas Bernhard

    Eine sensationelle Entdeckung.
    Umstände und Folgen einer literarischen Auszeichnung.
    Ein Brief vom Jänner 1989
    Thomas Bernhard
    Es ist, lassen Sie mich dies beschreiben, doch einfach alles eine Komödie. Verstehen Sie? Das ganze Leben ist doch ein Schmarrn, eine Farce. Du kommst zur Welt. Da reißen sie dich aus dem Leib. Da fragt keiner, willst du, oder hast noch etwas Lust zu schwimmen, drinnen im Fruchtwasser. Aber du schreist, wie ein Stier und dabei bleibt´s. Ich hab noch keinen gehört, der gefragt wurde. Nur plärren, das kannst du schon. Und dann bist du wieder bei der Mutter. Sie hängen dich an die Zitzen wie eine Kuh. Ist doch so. Bis du stirbst, dann hängen sie dich an den Tropf. Weil du nicht mehr saugen kannst. Das ist doch alles Theater. Von der Komödie bis zur Tragödie. Alles ist drin. Von der Komödie in die Tragödie umkippend und wieder zurück. Das ist doch wie bei den Bauern. Der fährt mit seinem Pferd auf den Acker und dann hin, und wenn er ans Ende und kommt, dann, dann dreht er wieder, und wieder zurück und immer so weiter. Den ganzen Tag. Bis es dunkel wird. Hin und kehrt. Das ist doch immer das Leben. Hin und wieder kehrt. So geht es Tag für Tag. Da kommt man nicht aus. Dann schlägt der Bauer sein Pferd, und wenn er nach Hause kommt, seine Magd und dann wieder seine Frau. Immer so rum. Immer im Kreis. Er kann nicht anders, weil er da drin ist. Und so schlägt auch sein Herz. Aufm Acker und zu Hause und dann hörts auf. Dann schlägts nimmer. Wenn er Glück hat, kommt er an den Punkt, da geht’s nicht mehr weiter, da ist die Grenze. Aber wo die Grenze ist, da geht’s auch drüben weiter. Oder man dreht einfach um und wieder zurück. Wenn er schreit: Mein Gott warum hast Du mich verlassen, weil nichts wächst oder alles dörrt. Dann schaut er zum Himmel. Aber warum zum Himmel? Er schaut von sich weg. Denn wenn er runterschaut, schaut er ja an sich selbst runter. Darum will er auch auf Händen gehen, damit er den Himmel unter sich hat und dann schaut er rauf, in den Dreck. Das ist der Mensch. Ganz einfach. Ganz einfach gestrickt. Unkompliziert. Nicht wie alle versuchen, zu machen oder reinzureden. Im Grunde blöd. Schlau geboren, und wenn er älter wir, der Mensch, wird, er immer blöder, bis er am Ende ganz deppert ist. Sie kennen das ja. Dann kommt ein Doktor und der freut sich über die Depperten. Denn wenn einer klug ist, der braucht nicht zum Doktor, höchstens wenn ein Bein oder ein Arm gebrochen ist. Der Mensch ist immer alleine. Mit sich als Femden, dort begegnet er sich als ein Fremder. Dass er denkt was er sagt, und sagt was er denkt, steht logisch im Widerspruch. Daher sind Lug und Betrug selbstverständlicher als Offenheit und Wahrheit. Wer mit der Zunge redet, ist doch unheimlich, ist verrückt. Wer normal redet, scheint ebenfalls krank zu sein. Manchmal reden alle von Gott und ich werde nervös, weil ich mir darunter niemanden vorstellen kann. Einen Vater, einen Sohn oder irgendeinen Geist? Einmal hat es geklingelt an der Haustür, und da stand in der Tür ein alter Mann und der faselte irgendwas von Wagen kaputt und stehen geblieben, und er fragte nach einer Rohrzange. Aber ich hatte ihn weggeschickt, ich hätte keine Rohrzange und in der Nacht habe ich kein Auge zugetan und immer wieder dachte ich, es war irgendeine Gottheit. Der ist überall, und dann klopft er an, wenn Du gerade keine Zeit hast, weil Du beim Glas Rotwein sitzt oder so. Am anderen Tag bin ich dann zur Kirchen hin und hab eine Kerze angezündet. Ich weiß nicht, ob da Gott war oder Christus oder Maria oder irgendein Heiliger Märtyrer? Irgendwer wird ihm schon Antwort gegeben haben, denn ich hab den alten Mann nie mehr gesehen. Man kann Leute treffen, an der Tür oder auf einem Bahnsteig, aber man sollte sie immer an der richtigen Stelle treffen. Merke dir nur gut wo ihr Herz sitzt. Nur keine Spuren hinterlassen, hörst Du?
    © Manfred H. Freude

  • Krimi mit einer Knarre

    Krimi mit einer Knarre

    Stehe ich noch im Keller der Finsternis, im Leichenschauhaus der Fantasie.
    Reiche mir das Glas, zum Trinken, dem ich etwas hinzumische, das noch
    Natürlicher ist als dieser Tod, der mich noch früh ereilen wird, Violettes.

    So stehe ich vor allen Bänken auf denen die Körper gebahrt vor Gebären.
    An deren Zehen Zettelchen hängen, mit Nummern und Daten zum Abfragen.
    Krimi mit einer Knarre, gezielt zielend, in die geöffnete Brust mit den Ratten.

    Treten die Maden aus den Gedärmen zum Mittagsmahl an der offenen Brust.
    Die Kälte der Fliesen kriecht über die Möbel und an den Wänden entlang,
    Die fensterlos und augenlos, diese Stille betrachten, mit jeder Verachtung.

    Nur diese Zeilen auf einem Brett, beabsichtigen, wie jeder Zug in diesem Spiel,
    Das niemals Leben hieß, aber immer Tod, dass alles geplant ist bis ins Detail.
    Jede Pore der Haut kannte diese Kälte, die hart den Selbstversuch wagte.

    Es war die Stille, die den Atem anhielt, ohne mit einer Wimper zu zucken.
    Die Stille, die in den leeren Raum hineinschrie, wie das Geklapper der Knochen,
    Deren Gelenke noch so knarrten, wie die alten Dielen auf einem Dachboden.

    Betrat ich die Leere, die mich ergriff mit dem Atem des Todes, der heranschlich.
    Trat aus der Wand das Bild eines Schattens, der um sich griff, begreifend, dass
    Diese Welt eine Welt der Untoten sei, ein Tanzsaal der Toten mit den Lebenden.

    Mit einer Knarre bewaffnet rief ich diese Worte, die unaussprechlich waren,
    Schrie ihre Namen zu Menetekeln an die Wände, von denen sie herabtropften,
    Wie Geifer herunterflossen, auf den reinen Boden, den unschuldig gesäuberten.

    Zielte auf diesen Schädel, der einst alles speicherte was ein Leben ausmachte.
    Drückte ab. Das Projektil durchschlug das Hirn, den Tisch, und fiel zu Boden.
    Während die Flüssigkeit langsam herausfloss und den sauberen Boden versaute.

    Ich musste den Toten noch einmal töten, weil ich sicher sein musste, so sicher,
    Das nichts heraustrat von dem gespeicherten Wissen, das seit vielen Jahren in
    Diesem Schädel gespeichert war und aufquoll von der Matrix ins richtige Leben.

    © Manfred H. Freude 2232
    Aachen, 2010-05-15

    ***** Autoreninfo ******
    Manfred H. Freude geb. Aachen
    Escapistenlyrik, Liebe, Tod, Das Leben, Erfahrungen, Aktuelles, Trauer & Verzweiflung, Wut, Sehnsucht, Klartext, Kritisches, Gedanken, Allgemein, Nachdenkliches, Gefühle
    © 2010 MANFRED H. FREUDE

  • Alle Künste baby

    Alle Künste, Baby!

    Was Du auch gesagt hast, und wie Du es mir sagst
    Unterwerfe ich mich, Deinem Schicksal
    Oder trickse mich aus, in der Liebe
    Weine Du nicht um mich, mein Schatz
    Ich habe genau so, wie du es gesagt hast, getan.
    Wir wissen es, wir gehören uns Beiden
    Und es ist schwer zu verbergen
    Wie sie es auch darstellen zu sagen, so
    War es eine schlechte Nachricht für Sie.
    Aber ich habe mich nie versteckt
    Will ich doch niemals so werden wie sie
    Wie jemand, der nicht weiß dass es Liebe ist.

    Sie, die wissen, und mich trafen,
    Sie die wissen, wie es ist. Und ich weiß,
    Dass wir um die bemalten Tränen trauern;
    Der Unterschied ist nur, da sind Einige besser als Andere
    Und die verkleiden sich mit falschen Gewändern.
    Und ich vermute es, dass es keine Andere gibt denn die
    Die manchmal in meinen Schuhen fortrennt.
    Also ich bin nicht betrunken und habe schräge Phantasien
    Scheint sich alles im Kreise zu drehen und zu schreien
    Brut wie Ferkel vom Brüllen aus dem alltäglichen Mist
    Ich bin ein Mensch, ich bin keine Maschine
    Ich verspreche es. Ich schwöre es Dir.
    Das dies alles ist und ich bin nichts mehr.

    Ich sehe .Ich denke. Etwas ist nicht in Ordnung.
    So kommt es zu dem Abschluss,
    Rabenschwarz in einem Dämmerzustand. Unter
    Einer Bettdecke über Berlin. Während das Zirpen
    Im Körper alle automatisiert
    Alle Beine zittern, so dass dieses andere Knochengerüst
    Noch in seinen Grundfesten erschüttert ist.
    Was ist das? Von der Brust reißt es mich
    Vom Ort des Herzens, als ein sehr kalter, geheilter Stein.
    So viel ist passiert, auch hier.
    Liebe hier und liebe es. Kommt her,
    Ihr kleinen Taugenichtse,
    Ihr Abgründe und Narren, ihr. Kommt her.
    Willst du eine Kostprobe erhalten?
    Willst du meine Gedichte? Titan?
    Küsse sind endgültig.
    Meine Lippen sind gehärtet sind bereit zu kämpfen!
    Es gibt nur ein Ende, auf dem zielgerichteten Stellungskrieg.
    Zehn Schritte voneinander entfernt mit dem Rücken zur Wand,
    Zu denen im Zweikampf.
    Ich stehe hier Ihnen den Preis zu zahlen, mit meiner Poesie
    Schmähungen und Dynamit sind bereits, meine kolossalen Worte die explodieren größer und besser denn je.
    Aber ist es das letztendlich wert, einen Feigling in Frage zu stellen, wenn ihn, dann Jemand überhaupt.

    Aber allen Kredit für diese und die Sonne in dein Lachen.
    Sie haben es versucht, und trotzdem. Es ist wie es ist.
    Denn ich liebe wirklich nur Poesie.
    Aber die brennt langsam aus und stirbt
    An einem frühen Morgen beim Duell
    Mit einem festen, festgebrannten Sonnenuntergang
    Unerreichbar in den Augen, in dem Tod des Nackens
    Kunstwerk von den Falschen gewarnt.

    Aber was ist es, das an dieser Zeit ist, was ist das für ein Herz
    Das hört auf zu schlagen bei der Abwägung
    Über die Messer des Schicksals am Hals.
    Und es ist fast so ein wenig, das es weh tut
    Denn es geht alles so verdammt schnell in diesen Tagen
    Ansonsten lass es gut sein, wenn nicht wir, wer dann.
    Sobald ich sehe das zwei Züge zur Flucht nach vorne fahren
    Last und Erbrochenes des Tempos Gegeneinander fahren.
    Zwischen ihnen auf grauem Gefühl, das ein Mann ist,
    Ihm scheint schwindlig zu sein vom Weintrinken
    Er sieht aus wie ich, jedoch mit unterschiedlichen Frisuren.
    Die Bremse kreischt und es ist schnell vorbei
    Hör du, lieber Onkel des Rechts.

    Ich würde wahrscheinlich hinüber springen an der Weiche, jetzt.
    Also habe ich meine Augen geschlossen, springe und flüchte
    Apathie, Poesie und Wein und verstecke meine Gedichte
    Während eines der hübschesten Mädchen
    aus der Bettwäsche als Pause in Minuten
    für ein bisschen Ruhm so, als ob es keine Ruhe gäbe,
    stolz zu sein und schlafen, nachdem ich meiner eigenen Stimme Echo, dass in der Brust der Nacht steckt.
    Es klingt wie folgt: ziemlich schrecklich still.

    Und gerade dann, wenn es sich anfühlt wie ich bin,
    Gleichgewicht in einer schmelzenden Eisscholle
    Irgendwo in der Sahara, wo alle Tränen, die ich entnahm,
    Tätowiert in meiner Haut als Dichtung
    Schmilzt in einer fremden Runde. Eins nach dem anderen
    wird das neue Mädchen in meinem Leben Singen
    In der göttlichen Symphonie: Freude, schöner Götterfunken
    und es ist Magie, so dass ich weinen will. Sie alle, Liebling!
    Alles und nichts. Denn selbst ein Herz bleibt ein Herz
    Unabhängig von der Beschaffenheit und Form, die ich bezweifle,
    Wenn ich wirklich jemanden geliebt habe ein einziges Mal.
    Wie immer, ich war es in dir und nicht umgekehrt.

    So Don't Blame Me, schönes Mädchen, junge Dame.
    Denn, was weißt du über Jungfräulichkeit die noch nie verloren
    Und was weißt du über die Liebe die noch nie erlebt hat?
    Anderen in einen Sog der Sünde. Plagen und Rosen blühen
    Für dich, kleines Ding. Sie haben es verdient.
    Wie sie sagen, Männer sind vom Grunde, Frauen sind Huren
    Das ist um der Kunst willen und ich weiß nicht
    Vielleicht etwas zu vergessen, aber wenn Sie sich nennen
    Die fuck for the Arts, damit wir wissen, fuck nichts.
    Denn es gibt wohl Niemanden, der gelitten hat wie ich,
    Dass ich für die Kunst lebte. Keine, es sei denn. Mein Blut aus meiner Arterie zu lassen, dass seine lebendige Seele, die so dass nur Sehnen und Knochen blieben. Endlich standen sie still.

    Keine Liebe ist ohne Blutvergießen; mein lieber Roman
    Rief ich auf zu halten. Fucking Schädel. Verdammt, er weiß es?
    Ein Traum ist ein Traum, und wir,
    wir leben in unserer eigenen Lügen.
    Es sind verdammt noch mal Fakten.
    Entschuldigen Sie bitte, dass ich auf Reisen bin und bleibe
    Aber ich bin nun müde. Wir stehen im Schatten und der singt schweigend ein Liebeslied
    Ist, wie mein eigener Henker und ich hau mir auf den Kopf, wiederholt, zu spät zum rumlaufen für Sie,
    als wie ich mit Rasseln, flatternden Armen lief und schrie "Schau mich an! - Sieh mir in die Augen Kleines"

    Es gibt keine Fan-Kunst um abzuhacken einen Kopf.
    Kunst ist, um es wieder zu beheben. Ich weiß.
    Ich habe den Preis bezahlt, man hat mich berechtigt etwas Schlaf zu verdienen. Also geben Sie mir eine Krankheit,
    lassen Sie mich wissen, was es heißt, tot zu sein
    Ist zumindest für eine Weile. Es läuft gut mit Krebs oder HIV
    denn es scheint so fucking - in heute.
    Und wenn ich dann liege, so da wie eine Leiche Ich brauche vielleicht ein wenig Sympathie und vielleicht jemanden, der mich ansieht und sagt:
    "Dein armes Ding, es ist eine Schande über dich." Ja, es ist. Vielleicht mit etwas Glück
    Ich habe AIDS, Krebs oder Ebola und sterbe irgendwann.

    Lassen Sie uns den Toast und den Gral, und wenn ich ihn auch mag
    Unseren Jesus, ans Kreuz genagelt. Das ist Kunst und wird zu einem Märtyrer für alle ist das zu sehen.
    Dann, wenn es passiert ist. Ich springe aus dem Grab und das Brüllen das der in seine Lungen pumpt ist für alle Advent.
    Für alle Künste, baby! Alles für die Liebe.
    Offenbar gibt es die Ironie des Schicksals
    Die großen Künstler scheinen erkannt zu werden
    Jeder erst nach seinem Tode. Erweist es sich dann erst was es heißt Größe zu zeigen.
    Ich leide an etwas so unspektakulärem als akute Verzweiflung
    (Gott bewahre) Ich will in meinem eigenen Blut schwimmen, die letzte Glut durchschwimmen.

    Sie schreiben einen Brief und enden mit:
    Auf Wiedersehen, Ihr lieben Unvergessenen!
    Die Liebe ist tot; aber weinet alle nicht mehr für mich.
    Sie waren nie Hass und ich, ich war niemals Liebe.

    © Manfred H. Freude, Nr. 33 von Manfred H. Freude
    Aachen, 2009-12-29

    ***** Autoreninfo ******
    Manfred H. Freude geb. Aachen
    Escapistenlyrik, Liebe, Tod, Das Leben, Erfahrungen, Aktuelles, Trauer & Verzweiflung, Wut, Sehnsucht, Klartext, Kritisches, Gedanken, Allgemein, Nachdenkliches, Gefühle
    © 2009 MANFRED H. FREUDE

  • Gute Gründe

    Bevor man Krieg beginnt, oder einen Streit anfängt, muss man alle seine „guten Gründe“ über Bord werfen. Denn diese „guten Gründe“ sind die falschen (bösen) Argumente, von denen der Andere die andere Hälfte besitzt.
    © Manfred H. Freude

  • Aprilwetter am Dom

    Aprilwetter am Dom

    Trübe ist der schwache Tag
    Am alten Dom auf neu geputzt
    Die Brunnen sind so kalt
    Und auch die Bäume kahl, noch immer

    Ein eisiger Wind treibt zwischen
    Sonnenschein und Hagelregen
    Und fegt mit surren
    durch die Blumenstände

    Vor den Cafes die Tische bleiben leer
    Für die Tauben, die dort warten, fällt nichts ab
    Und mancher Schirm gibt heut sein Letztes
    Macht am Ende doch noch schlapp

    In den kleinen Gassen ringsherum
    Da spielt der Wind mit alten Blättern
    Und fegt die Leute dort zusammen
    Die ihre Hände fest vergraben in den Taschen

    Und hat am Himmel endlich
    Die Sonne sich durchgesetzt
    Und schneidet in die kalte Welt
    Mit etwas Wärme beißend Licht

    Am Platz wo´s windgeschützt und etwas Sonne
    Da sammelt sich manchmal Mensch und Tier
    Die Sonnenstrahlen zu genießen
    Auch wenn sie so ganz kurz nur hier

    Aachen, 2004-04-06
    Natur, Jahreszeiten, Das Leben, Aktuelles, Gedanken, Allgemein, Nachdenkliches, Gefühle
    © 2004 MANFRED H. FREUDE

    http://www.epubli.de/shop/buch/Kontraverse-Manfred-H-Freude-9783844266931/30553

  • Kinder

    "Es gibt keinen Leitfaden dafür, wie man als Junkie und Rock’n’Roll-Star ein Kind erziehen sollte. Irgendwann kann man ihnen nur sagen: ,Du bist mein Sohn. Wir sind eine Familie.‘ Aus Weisheiten des Keith Richards.
    Die Menschen die geboren werden müssen flexibel sein. Sie werden bereits so geboren, wie sie in dieser Weltgebraucht werden. Das heißt, es werden keine Kinder geboren, vielmehr wird dann geboren, wenn man es sich erlauben kann, das Kind bereits in die Rolle eines geigespielenden Wunderkindes zu schaffen.

  • Was macht ein Gedicht zu einem Gedicht?

    Was macht ein Gedicht zu einem Gedicht und was zu einem guten Gedicht?
    In ihrem Buch »Das verspielte Papier« versucht Kerstin Hensel eine »didaktische Handreichung über den Umgang mit Lyrik«. Sie gibt Auskunft über das notwendige Rüstzeug des Dichters und über das Spannungsfeld zwischen Genie und Handwerk. Gedichte müssen bestimmten kunstgerechten Gesetzen folgen, die nur von jenen übertreten werden dürfen, die mit ihnen genauestens vertraut sind. Was aber geschieht mit der Masse, die diese Gesetze frei unterschreiten? Für Monika Rinck darf die Schwierigkeit des Gedichts nicht hinter die Komplexität der Welt zurückfallen. »Woher wüsste ich« schreibt sie, »ohne das Gedicht, dass es dort, wo es mir die Sicht verstellt, überhaupt etwas zu sehen gibt?« Noch ist für uns die Welt so weit, dass wir ihre Grenzen nicht erahnen, noch irgendwie sagen können. Die Grundlagen dichterischen Schreibens für alle die schon immer wissen wollten, was Dichtkunst eigentlich ausmacht.
    Aber was macht denn ein Gedicht zu einem Gedicht und was zu einem guten Gedicht? Dichtung ist Denken in Konzentration. Ein Gedicht ist konzentriertes Gedankengut.
    Jede Prosa ist ein Gedicht, wenn sie gut durchdacht ist und wir kennzeichnen sie zum Gedicht, indem wir sie in eine dichterische Form setzen.
    Ein Gedicht sind Reflexionen von bereits Gesagtem. Aus einem unfähigen Leben heraus schreibt der leidenschaftliche Dichter seinen Schrei in die Welt. Er kann auf keine Reaktion hoffen, denn im Leben fand er keine Reaktion. Der Alltag ist Gegenstand des gebrochenen Dichters. Wir konsumieren und vergessen dabei die letzte Vergangenheit. Das Wort ist bereits zerbrochen, ehe es der Dichter ergreift. Die Masse ist nur alleine, der Einzelne ist sich entfremdet und fortgezogen. Er ist selbst nicht zu Hause. Es gibt einen Ausweg aus den Romanen, aus der Prosa. Es gibt die Hoffnung in der Lyrik.
    Unser Goethe von heute ist ein armseliger Poet. Seine Herrlichkeit ist fern von dieser Welt und fern von allen Träumen. Der Mythos Goethe ist nur noch seine schöne Dichtung. Aber der NEUE Dichter wird niemals zu Deutschlands BESTEN mehr zählen.
    Das Problem und die Stärke der Dichtung ist, dass sie Fragen aufwirft und keine Antworten gibt. Es zählt zur Dichtung, wenn man verdichten kann, aber wer das falsche Argument als Beweis anführt, erweitert seine Kompetenz zum Schriftsteller. Die Gesellschaft, die von den Menschen selbst gewählt wurde, tut den Menschen nicht gut. Die Aufgabe des Dichters, nicht des Politikers, ist es, dies zu ändern. Der Politiker ist ein Teil der Gesellschaft und versucht diese zu bewahren, der Dichter ist Wächter und Rufer zugleich.
    © Manfred H. Freude

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