szmmctag

  • Sticky Eisloch

    Eisloch

    Es ist kälter geworden am Eisloch
    auch der Himmel hat die Farbe der Kälte
    Die Eingeweide der ausgenommenen Fische
    frieren in den vollen Eimern

    Nur wer die Zeit mitgebracht hat
    findet diesen Winter sein Glück im See

    Im Blick auf das Loch wechseln die Schatten
    es schlafen nicht die Fische nicht die Menschen
    Es ist kälter geworden am Eisloch
    auch der Himmel hat die Farbe der Kälte

    Die Weiden trauern am Rand des Sees
    dort steht ein Dichter im Schneegestöber
    er rezitiert den Faust über den See
    die Fische verziehen sich tiefer vor Schmerz

    Wie viel Faust können Fische im eiskalten Wasser ertragen
    Wie viel Kälte speichert ein gefrorener See
    Einsamkeit auf der Eisfläche voller Ekel vor der Welt
    auch der Himmel hat die Farbe der Kälte

    Gedicht erschienen in der Zeitschrift OSTRAGEHEGE
    und

    im Gedichtband: Gedichte Alles aus einer Hand
    Engelsdorfer Verlag ISBN 3-86703-469-9

    © 2005 MANFRED H. FREUDE

  • Philosophische Hintertreppe

    Auf der philosophischen Hintertreppe.
    Warum heißt es die philosophische Hintertreppe? Weil sämtliche Abläufe und Bewegungen im Vorderhaus zum Tagesgeschäft gehören. Diese sind allgemein bekannt. Diese Hintertreppe wird sehr selten benutzt. Es ist eine Not- eine Behelfstreppe, die als ein zweiter Fluchtweg bei einem Feuer, wenn das Haupttreppenhaus verqualmt ist, benutzt wird. Sollten wir ihren Sinn erkennen, so haben wir bereits das Wesentliche begriffen.

    So kann man es auch sehen: Die Gier des Menschen zeigt sich bei Sendungen wie: Wer wird Millionär. Den meisten Menschen geht es nicht mehr darum eine Million zu gewinnen, vielmehr haben sie alle Angst mit NICHTS nach Hause zu gehen. Das heißt, bei sechzehn oder zweiunddreißigtausend Euro bekommen sie kalte Füsse und grabschen sich den sicheren Betrag.

    Diese Frage nach dem Sein, das der Mensch ist und nicht vielmehr nicht ist. Dieses Gewordensein und sein hinübergehen zum Nichtmehrsein. Heißt es doch, das der Körper stirbt und vergänglich ist. Während die Seele, der Geist bleibt. Bei einem Demenzkranken geht der Geist allmählich, während der Körper noch vorhanden ist. Der Demenzkranke, erinnert sich an Kinderlieder, an die sich der gesunde Mensch nur schwer erinnern würde. Das ganz Besondere ist auch dass er manchmal in diesen Kinderliedern antwortet, und diese Antwort, dieses Kinderlied ist wiederum passend zu diesen Fragen.

    Dieses aus der Welt sein dieses Verstorbenen ist dieses körperliche Ableben und dieses geistige Gewesensein. Welches nicht mehr aus dieser Welt zu löschen ist.

  • Aus dem Buch: Alles Gedichte, Keine Genichte Taschenbuch: 94 Seiten Verlag: Engelsdorfer Verlag (Januar 2006) Sprache: Deutsch ISBN-10: 393914441X ISBN-13: 978-3939144410

    Die leeren Blätter

    Die leeren Blätter,
    werden wir sie jemals beschreiben?

    Die leeren Leinwände,
    werde wir sie füllen?

    Werden wir die Felsen sprengen,
    um uns aus Ihnen unser Bild zu meißeln?

    Den letzten Baum?
    Werden wir ihn umholzen?
    Aus ihm einen Tisch schnitzen, oder ein Kreuz?

    Wenn wir endlich dem Wahnsinn verfallen sind.
    Wenn wir unser Genie überwunden,
    sind alle Blätter beschrieben,
    alle Leinwände bemalt,
    alle Felsen gemeißelt und alle Hölzer geschnitzt.

    Dann werden wir nur noch unsere Werke signieren.

    Und unsere Zeichen in die Welt senden: gezeichnet
    und unsere Unterschrift hinzufügen,

    auf leere Blätter,
    auf leere Leinwände,
    wie Verliebte in Bäume ritzen und
    wie unsere Steinzeitvorfahren auf Felsen spucken.

    Nur unsere Unterschrift.
    Das wird alles sein was uns ausmacht.

    Anleitung: wie ich dichte.

    ich such den Punkt an meiner Stirn
    und denk dahinter wäre Gehirn
    dann meditier ich, schließ die Lider
    und find mich bei den Füßen wieder
    fängt die Erde an zu beben
    entsteht um mir neues Leben
    plötzlich wird mir eisig kalt
    ein Pflänzlein
    dringt durch den Asphalt
    ich stehe da von allen Sinnen
    und das Dichten kann beginnen
    Eins, Zwei, Drei, ein kleiner Keim
    dieses war der erste Reim
    ob ich stehe oder sitz
    warte auf den Geistesblitz
    so als würde es gleich kommen
    wird es wieder weggenommen
    versuch es doch mal aus dem Bauch
    glaube manchmal das geht auch
    plötzlich hab ich es erfasst
    und freue mich dass alles passt
    mir kommt nur etwas in den Sinn
    und alles weitere fließt dahin
    ich stehe da als Geistes Wesen
    und bin bereit es vorzulesen.

    Augenblick

    Die Kunst bewahre ich im Auge
    das ich ausreiße
    für die Musik der Realität
    und Wirklichkeit.

    Die Schatten der leeren Flächen
    signiere ich.
    den Augenblick
    im Namen der Kunst.

    Wenn keiner kommt
    und alles abgehängt
    öffne ich die Tore
    der Tempel, für alle Staunenden.

    DAS FRISCHE JAHR

    so nah kommt schon die Zeit
    so nah zum greifen bald
    das vertraute Jahr ist fast schon kalt

    die Hand die ausgedehnt
    die Hand trägt schwarze Stätten
    das Glied ist krumm von Gicht und weist

    den Fuß der kaum gesetzt voran
    den letzten Schritt der jetzt noch fehlt
    berühren das Alte abzuschließen

    der Schwung hat den Scheitel schon gereckt
    der kleine Schopf bereit und auch das Maul
    noch los zu schreien ehe das frische Jahr eröffnet

    nur ein paar Augenblicke noch
    nur ab und an ein lauter Knall
    die Luft ist zum Erbrechen Klar

    dem gewohnten Jahr fehlt jedes Haar
    dem vertrauten Jahr fehlt jeder Zahn
    und tief geneigt drängt es zum Schluss

    die Zeit sie brennt nun stillzustehen
    die Zeit drängt immer fortzuschreiten
    das frische Jahr es wartet nicht

    das neue Jahr es steht schon klar
    das frische Jahr klatscht einfach ab
    Cool Alter,, und frohes frisches Jahr “.

    ENDE der Harmonien

    Bild der Stille
    schreibt dunkel
    den Ton
    auf fallende Herbstblätter
    die schreien in Trommelfelle
    bevor sie das Moos ergreifen.

    Und der Wald erzittert.
    Ohne Grund fliehen Tiere wild,
    gestört in Städte,
    in vergitterte Räume der Menagerien
    in Museen der Angst.

    Ohne Tänzer und ohne Strom
    erbleichen Bilder unter Sonnenlicht.
    Beenden die erloschenen Projektoren
    die Vorführung.

    Schwarze Augen

    Schwarz und abgrundtief
    entdeckt von rätselhaften Lichtern
    siehst du die Rast ohne Heimat unvergleichlich.

    See der leer vom dunklen Harz genommen
    noch tiefer du je in dich gestaunt
    ersehnend atmest du die tiefe Gunst.

    Erblickt wird nicht das Herzweh
    noch das Blut des wilden Pferdes
    nicht brennendes Feuer das niemals verlöscht.

    Licht aus Süden kannst du durchschauen
    in tanzenden Augen voll Flamenco
    und Tarantella.
    Wo Blicke verwunden sticht
    dein Blick den Tod.

    Spiegelbild

    Sehe
    im Fenster
    ein verkehrtes Bild
    und beobachte
    durch Glas und Unbild
    getrennt vom
    Davor, bestimmt
    Nichts anderes
    als Ich;
    fühle,
    Stille
    dazwischen.

    Trennung

    erblicke
    im Fenster
    ein Spiegelbild
    und sehe
    durch Glas
    und Spiegelbild
    getrennt vom
    davor
    tatsächlich nichts
    anderes
    als ich berühre

    Tango

    Tango tanz ich mit mir selber.
    Der Geiger stimmt den ersten Ton.
    Die Dame wartet auf den Einsatz
    der Boden wurde frisch gebohnert
    und vom Plafond kracht blank der Lüster.

    So tanz ich; als wär´s der Letzte.
    Ein kurzer Augenblick;
    Sie führt, ich stech.
    Gib mir noch ein paar Sekunden
    es eine Ewigkeit zu kosten.

    Der Tango ist schon lang getanzt
    ich steh auf und geh zum Fenster.
    Den schweren Samt reiß ich, zur Seite!
    Und lass das Licht allein dem Saal.

    TÖDLICHER FRIEDEN

    tödlicher Frieden der tauben Panzer
    die rollen und rollen
    nicht wissend wohin noch woher

    und in den Straßen
    und auf den Plätzen
    spielen die Kinder der Landser
    mit Holzpferden und Steinkreuzen

    Die Armen und die Doofen sind geblieben
    die Anderen zog es zum Meer
    wo man den Horizont noch sieht
    den Horizont der einem so fehlt

    Ihr Lacher lacht noch lächerlicher
    glaubt weil ihr im Blut gebadet
    ganz getaucht in schwarzem Blut
    ihr wäret unverwundbar wunderbar

    Hört ihr nicht die Wellen rufen singend
    seht ihr nicht die Wälder brennen fressend
    warum schweiget ihr noch
    die Natur wird’s richten meint ihr hinrichten

    Zeiten

    Der Morgen war
    wo der Frühling
    sang am Mittag
    lebte es
    den Sommer - Tanz
    kein Abend
    weiß schon
    was Herbst vermag
    die Nacht ist still,
    allein im Winter – erinnert –
    der Schlaf:
    erträumt den Tod,
    voraus.

    AUS SCHMERZ

    schwarze Tulpen auf weißem Grund
    schreien aus dem rahmenlosen Bild
    aus Schmerz der gebärenden Welt
    Schattenlos werfen sie graue Blätter
    auf das leichenweiße Tuch
    über dem Abgrund
    des Tischrandes hinaus

    mich ekelt
    die Schlange frisst sich
    aus Schmerz

    Mythos von Sisyphos
    - der wahre philosophische Akt –

    Leichte Todsünde im Schatten
    des Lebens das wert ist
    zu leben oder nicht

    den rock´n roll zu hassen
    der Lust des Wahns
    einmal das Fruchtwasser zu durchschwimmen

    und an das ENDE zu kommen

    Schrei den Tod vom Leib
    Der Schrei der tiefer
    sitzt noch als die Brust
    so tief im Genitalbereich
    mit einer Hand

    die Andere fortgestreckt
    die Hilfe greifend
    wo Hilfe die nicht da
    weil es allein im Schmerz

    den Kopf zum Nacken
    eingeknickt und hoch
    so vor der Brust zum Hals
    die Adern schwellen

    Gesicht verzerrt
    die hübschen Augen fest geschlossen
    die Haare wild und wirr
    die Nase mittendrin

    der Schmerz sitzt fest
    und will und muss
    heraus und mit ihm
    alles Gedärm

    und Herz und Leber
    Lunge Nieren Magen
    nicht vergessen alles
    was dazu und drin

    wo nur der Klagejammer
    kann nicht kommen
    lautloser Aufschrei
    aus Weitgerissenem Maul

    das weit genug
    die ganze Erde auszuspeien
    auf ein einziges Mal
    obgleich es geht doch nicht

    denn nichts geschieht
    und keine Hilfe naht
    armer Mensch in seiner Not
    ach wäre er doch

    o Herr vergib Maria hilf
    wie weh ist uns
    schrei nicht und bleib
    die Hände zu Kreuz

    gewinkelt noch
    vor seinem Busen offenleer
    so schreit es hier
    den Tod vom Leib

    WEINEN DER LEIDENDEN SONNE

    Weinen der leidenden Sonne
    halten wir nicht mehr auf
    es streifen ihre Tränen
    noch immer unsere inneren Schichten

    Weint sich bedeutungsvolle Löcher
    in ihr ausgefülltes goldenes Gesicht
    es gibt keine Worte für Dichter
    zu trösten und ihr Leiden zu hindern

    Unzählbare Horizonte unter gläsernem Himmel
    Sandwüsten inmitten sengender Hitze
    laden die Sonne auf die Postkarten
    unmöglich alle ohne Leiden zu beschreiben

    Weinen der altersschwachen Sonne
    halten wir nicht mehr auf
    wie tief geht noch unsere Trauer
    wenn wir uns nicht mehr offen zeigen

    BLUTENDE LEIDEN PASSION

    In Ansicht des Blutes
    rücken wir enger zusammen
    öffnen die Wasserhähne
    spülen das Blut in die Abflüsse

    Die offenen Wunden können wir nicht stillen
    die Zeichen der Stigmata nicht verbinden
    aus den Augen fließt das Blut
    die Hände und Füße schmerzen

    Kriege brennen sich in unser Fleisch
    bei jedem Wetter kämpfen die Einzelnen
    von hohen Bergen überblicken wir alles
    und erhalten die neuen Gebote

    In Ansicht des Blutes
    rücken wir enger zusammen
    wir nehmen jedes Opfer an
    auch das Blut aller Bäume

    Die geköpften Hähne
    die zerrissenen Tauben
    die geknickten Zweige
    bluten für den Frieden

    ohne das blutende Leiden
    fehlen uns die Symbole
    die uns als Menschen
    Zusammen führen im Blut!

    FERN SEH WELT

    Hänge am Fenster zur Welt
    die mir berichtet
    Rund um die Uhr
    mit Werbeunterbrechung
    so fern zu sehen
    höre vom Neuesten
    aus aller Welt
    immer dabei Krieg
    das Neueste vom Tage
    Aktuell am Zeitgeschehen
    Sieger und Verlierer
    auf der Fensterbank
    betrachte die Nachbarn
    Kommen und gehen
    über alle Sender
    was können wir noch sehen
    was kann man uns noch zeigen
    NEUES folgt nach
    dem Testbild
    mit Musik
    das Wetter

    GEMEINSAMER WORTWECHSEL

    Siehst Du: die ganzen Jahre
    in denen wir versuchten
    gemeinsam Schritt zu halten
    mit den übrigen Menschen
    Haben wir kein Wort gewechselt
    Kein Wort: jedenfalls kein solches Wort
    was nicht führte zu einem weiteren
    Schritt, der uns weiterführte
    weiter in Gedanken und
    in den Pfaden die vor uns
    eingetreten von den Menschentieren
    die uns vorangingen und
    die noch Wussten –
    die noch die Regeln kannten
    vom Wissen das schon lange verbrannt
    in Alexandria in Peking
    unwiederbringlich verloren
    so verloren wie wir
    wenn wir nicht bald den Schritt finden
    der uns weiterführt
    Nur ein Schritt
    der uns weiterführt
    warte noch, mache nicht den
    nächsten Schritt:
    in den Abgrund

    Literarischer Ort
    DICHTERGASSE

    Im Inneren des Ortes
    fern aller leeren Worte
    stehen die Wände dichter.

    Kann ein Wort entkommen?
    Ein Vers, ein ganzer Satz: -
    hinaustreten auf den Platz?

    Aus allen Eingängen
    betreten die Bilder die Ebene,
    ziehen mit Rhythmus und Klang.

    Die Stätte dieses heiligen Ortes
    weiht der Dichtung eine Gasse.
    Kein Wort bleibt Alleine!

    NACHGEBURT
    (Hommage an Franz V.)

    Gehasste Liebe Den Nachgeburten
    Verbrannt und weggeworfen in den Müll
    den Tieren dort im Zoo zum Fraße hingeworfen
    und um so sehr vermisst es fehlt
    ein Teil von mir das ich’s vermiss
    vom Leben nur ein Teil vom Tod
    und doch so jäh entrissen wie ich
    dem Mutterleib mit einer Spachtel ausgekratzt

    wohin bist du gegangen in der Frühe
    Bruder oder soll ich sagen Schwester
    hätt man zumindest dich mir eingepackt und beigegeben
    und legte dann in Windeln fein
    zu Hause dich in einen Reliquienschrein
    so wie die Kirche es tat ein Leben lang
    so schön auf einer schönen Bank
    und auch ein Teil der Nabelschnur dabei
    sollt nicht als Schlange weiterleben
    um mir zu zeigen manchen Weg
    An mancher Gabel angekommen wusste nicht wohin

    Ihr sollt mich führen habt mir gefehlt
    und bleibt mir lebenslang so groß
    gehasste Liebe den Nachgeburten
    verbrannt und weggeworfen in den Müll
    und dann zum Himmel aufgestiegen
    oder geradewegs in die Höll wohin ich folg

    Ach, hätt ich euch doch hier bei mir
    in mancher schweren Stunde Hilf
    so könnte ich die falschen Wege mir ersparen
    und hätt noch Zeit zum Beten
    zum Lernen und zum Klagen von dies und das

    Aber muss es nehmen wie es ist
    den anderen will’s auch nit besser gehen
    das Leben treibt sie so dahin
    und können auch den Halt nicht finden

    Es hilft wohl hier sehr wenig
    wenn ich zeige wie ich leide
    so bittre Qualen mich hier in Gedanken treiben
    und all der weil den Lustigen spiele
    der stets vergnügt dem nichts zu viel
    wenn andere ebenso lustig und vergnügt
    Anderen in die Tasche greifen
    und haben dazu auch noch ihren Spaß
    und sie sind auch doch nur ein Stück von denen
    tragen sie denn nicht wie ich
    gehasste Liebe den Nachgeburten
    verbrannt und weggeworfen in den Müll

    Auch ich hab einst gefeiert TRALALA
    getanzt gesungen auf den Tischen
    als ich die Nacht zum Tag gemacht
    hab nicht gefragt ob du mir fehlst
    vielleicht warst du auch nah dabei
    hast selbst in manchem Bett gelegen
    und konntest mir selber sagen
    was gut und richtig sei

    Doch wie war es damals aus dem Mutterleib
    als wir so jäh getrennt
    Es hat halt nicht sollen sein
    und trotzdem grüß ich dich im nachhinein
    so mach es gut man sieht sich sicher wieder
    so dann wenn das Fleisch zum Fleische kommt

    Riesenroter Mond der aufstieg

    Riesenroter Mond der aufstieg
    brennend mit leidenschaftlichen Küssen
    begrüßt rotes Kalkweißgesicht pausbäckig
    Kinderträume fliehen in glühende Himmel
    Lila Kühe auf goldenen Wolken
    Berge so flach wie Gedanken
    und Meer so steil wie Wünsche

    Sonne Mond und Sterne wahren Geheimnisse
    im Nachtdunklen des Alls
    so verliebt in träumende Galaxien
    wie können wir die neuen Straßen finden
    so zwischen den Gestirnen
    bei welchem Stern kann man noch landen
    mit Flöten auf den Lippen

    Der Weg ist vorgezeichnet programmiert
    die Erde reicht uns lang nicht mehr
    wir greifen mit der Hand nach Sternen
    und auch im Kopf schwirrt`s hin und her
    und liegen doch auf unserer Wiese
    die Blume steckt noch keck im Mund
    wir bleiben wo wir sind

    SCHÖNE KRIEGSBILDER
    sind die blicke der menschen vergeblich gestorben
    wenn sie trafen mit kameras stafeleien und bleistiften
    kommentatoren des elends
    war es das wert das sie stinken schreien starben
    von hass fieber liebe und tod
    vor unseren bildern die wir als erste bewahrten

    bilder von amateuren des abenteuerurlaubs
    bilder der skelette aus afrika
    bilder der sexopfer aus asien
    seht schaut die ansehnlichsten gewaltigsten bilder
    bei häppchen und perlwein zu vernissagen

    malen wir den sterbenden christus mit aller grausamkeit
    auf die leinenwände der t-shirts
    es ist nicht vergeblich gestorben worden
    wie die skelette und die sexopfer
    nicht vergeblich gestorben sind-: un-menschlich

    in unseren augen-: die viel ertragen
    morgen tanzen wir auf den schlachtfeldern
    und die neuen tempel bauen wir auf den gräbern

    wenn unsere augen am elend erstarren
    erstarrt auch das unmenschliche
    das schöne

    Morgue

    -Leichenschauhaus-

    So kalt wenn draußen brennt das Licht
    so drinnen tief das Leben bricht
    die Kühlung lässt das starre Fleisch
    nur noch notiert
    sind allesamt gleich

    so frostig geschlossen liegt im Lot
    so still und ruhig weiht der Tod
    den Frieden der nun eingetroffen
    er geht vorbei
    er lässt das Hoffen

    so ist die Nacht wie Tag so hell
    so wird der Wind von Nebel feucht
    die Stille die den Atem löscht
    sie greift die Hand
    sie stärkt den Arm

    so fühlt der Anfang noch das Ende
    so weiß der Schluss wie es begann
    das frühe Licht wirft weite Schatten
    es ist vollbracht
    lasst es geschehen

    Still ein Blatt

    Der Morgen beginnt
    wacht auf Vögel singt:
    mein Bruder Wels
    schläft tief.
    Wie ich die Sonne rief
    fiel still ein Blatt
    im Wind
    sei stets gegrüßt,
    mein Kind.

    Ein Wort

    Es schlug ein Meister
    ein Wort in den Leib
    Seine Injektion
    treibt er fein
    in die Ader des Blattes ein
    nicht ohne Sinn kein Schrei

    Es schlug ein Gärtner
    ein Wort in das Feld
    wie schnell es spross
    das satte grün
    Zum Winter wuchs ein weißer Baum
    bis alles Gras darüber war

    ADIEU

    DEINE Hand, die eben ich noch hielt
    die zogst du fort, für immer
    gingst den letzten Weg alleine

    Verzeih mir, vieles wollte ich noch sagen
    vergessen ist das letzte böse Wort
    doch das blieb stehen in der Welt
    und ist noch nicht zurückgenommen

    Dein letztes Wort: mach´s gut
    das du mir gabst als letzten Gruß
    gab ich zurück dir, als du schliefst

    Ich weiß, nun bist du fort von hier
    doch weiter trag ich dich in mir
    und nimm dich mit durchs Leben
    Am Gitter

    Kunstmenschen wie wir
    Beim Spielende
    Glattrasiert und Schön
    Fluchen den harten Tag
    Verbittert am Gitter
    Kennend die gleiche Wahrheit
    Während wir alles Richtig machen
    Wählen wir die Worte
    Vor dem Altar

    Einsamer Nie

    Wie einsam und verlassen
    so einsam hängt die volle Brust
    und immer einsam stirbt die Lust
    einmal lieben oder hassen

    Einsam liegt der kalte Leich
    doch so einsam ist die Reise
    und im Kühlhaus ist es leise
    noch so jung und Fell so weich

    Versenkt im Hause wohnt ein Genie
    sucht die Unzugängliche zu finden
    Einsamer will die Einsame
    in Irgendwer ständig in der Ecke

    Für die Menschen sprechen

    Für die Menschen sprechen -
    die Stimmen der Sprachlosen
    der Stummen
    die wortlosen Schweiger
    wie die mundlosen Gesichter

    für die Menschen sprechen –
    die bodenlos am Abgrund stehenden
    der Verlierer
    die nicht über Wasser gehenden
    stehen bis zum Hals im Fluss

    für die Menschen sprechen –
    als Sprecher der verfolgten
    der Entleibten
    aus Käfigen der Schädelgebeine
    denen das Wort wortlos entzogen

    Gewalt

    Du und ich, wir beide
    haben gelernt vom Reden und Schreiben
    mit unserer Sprache zu zeichnen

    Wir beide wissen von den Ansprüchen
    wenn wir den Mund öffnen
    können nicht: nicht antworten

    wenn wir mit den Worten verwunden
    mit unseren Zungen züchtigen
    mit der infektiösen Rolle der Sprache

    Wir verletzen die Ansprüche des Anderen
    Wenn wir den Mund auftun
    und uns der Schrei des Opfers verfolgt

    Rechtfertigen mit unserem Schreiben
    und begeben uns in Komplizenschaft
    Wir trennen uns von den Barbaren

    Plastikblumen

    Welkende Plastikblumen des dorren Frühlings
    erbrechen in kitschige Vasen den Sonnenuntergang
    Das Auge schreibt die Textanalyse
    ordnet die Teile des Erbrochenen
    auf der Suche nach Sprache
    zu gemachten Formen

    Der Torso ist keine Natur
    der Garten ist keine Kunst
    Arkantus, Bärenklau und Lotus sind Formen
    ein Bild heißt unzählige Worte

    Welkende Plastikblumen des dorren Frühlings
    erbrechen in kitschige Vasen den Sonnenuntergang
    Das Auge hat notiert; das Auge hat fotografiert
    und ohne die Nuancen -
    am Ende ist der Mensch
    der Mensch ist; mit seiner Kunst am Ende

    so schaffen wir die Schöpfung neu
    so schaffen wir die Kunst, der Schöpfung
    und ohne Schöpfer schöpfen
    uns selbst am Schopf aus dieser Schöpfung

    Welkende Plastikblumen des dorren Frühlings
    erbrechen in kitschige Vasen den Sonnenuntergang
    was welkt, was erbricht
    schön und erhaben, erhaben und schön
    so stehen wir hier: und staunen

    Stehe nicht

    Ich steh am Abend
    und höre nicht
    Ich steh in der Nacht
    und sehe nicht
    Ich steh am Tag
    und glaube nicht
    Ich stehe im Traum
    und weiß

    Lege mich hin und schlafe.
    In des Augen Blick

    Wirklichkeitsgleichnis

    Bewusstlos trat ich in den großen Raum und nehme Platz
    Falle in die bequemen Sitze zum Träumen
    Den Traum den ich durch einen Spalt betrat
    Hab ich mit Neugier und mit Münze bezahlt

    Schon erscheinen an den Wänden die flackernden Bilder
    Steige ich sofort ein in die bewegten Bilder
    Das Auge gebiert die Bilder sofort
    Geblendet von der Schönheit der Realität

    Nicht täuschend lassen erkenne ich den Raum
    Es bleiben an den Wänden die wahren Bilder
    Begreife ich die Realität meines Sitzplatzes
    Und lasse Bilder an mir vorüberziehen

    Mit allem Wissen meiner Wirklichkeiten
    Verlasse ich nun den geschlossenen Raum
    Und ist eins mit den objektiven Bildern
    Die mich hinaustragen in meine Eigene Welt

    Der Natur gegenüber bleibt der Gedanke dunkel
    Täuschen wir uns nicht, spätestens wenn wir erkennen
    Wenn wir nur den eigenen Leib erkennen
    Und für immer schweigen könnten

    Alte Stunden

    Irgendwann
    Wenn wir die alten Stunden und
    das hermetische Poem
    durchbrochen haben
    zu entfliehenden Träumen der Realitäten
    finden wir keine Titel für unsere Bilder
    Wenn unsere Antitexte gebären
    neue Begriffskräfte
    Unsere Einbildungen sichtbar zu machen
    Beginnen die neuen Zeiträume
    Die Alten Reime gehen vorbei
    Im Geschlossenen Verborgenbleiben
    auch die junge Metapher von Morgen
    Irgendwann ertrinkt der Hochgefluchte Tag im Nichts
    - ich liebe jeden Tag der mir verflucht-
    und wenn ich schrieb wie schön doch alles
    ich glaub ich müsste mich erbrechen

    Frag mich im August

    Frag mich im August
    Sommerende, im letzten Sonnenblick.
    Ich war nie fort
    wie Schnee und Eis
    meine Haut im Sommerwind

    Groß ist der Himmel im Goldfischglas
    immer neue Inseln ohne Land
    Frag mich im August
    Das Gute ist so winzig
    nur was Schlecht ist das bleibt groß.

    Jede Pore stürmt
    meine Haut im Sommerwind
    Frag mich im August
    ich war nie fort
    und war einsam und allein unter den Menschen

    Noch spurt der Sommer
    Alles bleibt Erinnern
    Frag mich im August
    Wartend, wie Wind und Wolken
    meine Haut im Sommerwind

    Spiel ich noch einmal mit den Schlangen
    und singe den bodenlosen Ton mit allen
    Welche Nachricht bringt der Dornenvogel
    an diesen Sommer, Nur Erinnern.
    Frag mich im August

    Himmelsworte

    Gemalte Fensterscheiben scheinen
    wie Himmelsworte bei Sonnenlicht
    Spiegeln Töne auf Betbänken

    Zeilenweise abzulesen
    im goldenen Kirchenschiff
    im Monstranzenschein

    Gemalte Worte eingeschlossen
    in gesegneten Tabernakeln
    Betgedichte hermetische

    Wehe, wehe
    eins entkommt dem Kirchenraum
    zur Kirchentür hinaus

    Wie viele Kerzen müssten wir verbrennen
    um ein entflohenes
    zu bekehren

    Hybride

    Die weiße Orchidee ist eine Blume
    ein Stern im Wasserglas
    und Feuer brennen in den Tonnen

    Hinter den regennassen Fenstern
    tropfen die Schwarzweißbilder zerstört
    und Glut brodelt in den Kratern

    Die Liebe drängt zwischen den Phrasen
    wie Blüten zwischen dem Fels
    wie Schafe zwischen den Fronten

    Die weiße Orchidee ist eine Blume
    ein Stern im Wasserglas
    der weint, wo längst keine Träne mehr

    Hör noch

    Nicht abzuschalten hören eure Ohren
    Noch immer – Immerzu Noch
    Ohren die alle Töne finden im Schneckenreich
    Auch wenn die Worte
    stumm und leer und still

    So müssen alle Ohren weiterhören
    Wenn sich die Augen schon
    zum Schlaf gelegt
    Wenn Flurnachbarn noch Feste feiern
    Auch wer nicht will der hört noch mit

    Kalt schlägt der Ton den Hammer Amboss
    Auch wer nicht hören will der muss erlöschen
    Wenn wir im Parlatorium noch Worte zählen
    Hermetisch schließt das Totengedicht

    Mediterranes

    Verwässert sind die alten Quellen
    Zu viele sind den alten Text durchfahren
    und tranken von dem inneren Quell
    der das Geflecht von neuem speist

    Verdunkelt ist der alte Sternenhimmel
    der stets die Ausfahrt und die Ankunft hat geleitet
    den wir betrachtet schlafend am Olivenbaum
    den Ort an dem die Fahrten wir geträumt

    Es ist nicht leicht auf hoher See der Spur der Schiffe folgend
    die gleiche Spur die sich in Räumen eingeschrieben
    die neu durchmessen belichtet und erfahren
    mit unseren Augenlichtern in die Wasser eingeritzt

    Schönste Afrika

    Blonde Schönste Afrika mein Atem stockt
    es brennt und brennt und brennt
    mein makelvoller Körper
    Dein Stolz mit wehendem Gewand wie
    Erhaben führst du die Krone Afrikas sonnengleich
    Bleib diese Nacht und auch die Anderen
    Im Dunkel meines Herzens
    werde ich weinen um dich
    und früh die Milch von deinen Lippen trinken

    Blonde Schönste Afrika mein Atem stockt
    Es brennt und brennt und brennt
    Mein unheilbares Herz in Tränentrauer
    Und dein gedeckter Tisch am fetten Busen
    Wann werd ich ruhen noch dort schlafen
    Die Schatten die dein Land bedeckt
    In deinen Schenkeln werden sie Ruhe finden
    Barfuss wie sie gekommen waren

    Blonde Schönste Afrika mein Atem stockt
    Es brennt und brennt und brennt
    Ich höre deine Trommelschläge rufen
    Es ist viel Zeit vergangen zum Lernen
    Von den Palmen die du einst gepflanzt
    Fallen die Worte wie reife Nüsse
    Es brennt jedes Zitat und schmerzt
    Es ist dein eigener Kelch
    Du schaffst dir selber deine Qualen

    Süße Honigmilch

    trinken und trinken und trinken
    aus deinen schwarzen Kalebassen
    die süße Honigmilch Afrikas
    Am Morgen wenn wir uns treffen am Brunnen
    Deine schwarze Haut und meine weiße Zunge
    Schicke deine Kläffer zu den Kühen

    trinken und trinken und trinken
    aus deiner jungen schwarzen Milch
    der süßen Quelle die mein Gedicht
    Am Abend wenn du spielst das Spiel
    werde ich schreien in die Nacht
    bis der Panther lauscht
    Dein Lächeln mit weiten Armen stillt den Kelch

    trinken und trinken und trinken
    aus deinen schwarzen Kalebassen
    den öligen Saft deiner Haut
    den Saft deiner süßen Frucht
    Die reif ist wie dein duftender Körper
    der meine Augenlichter jeden Tag versüßt
    Ich werde die Schale holen schenk deinen Körper ein

    Texte wachsen

    Ich weiß nicht ob die Texte wachsen
    Ich weiß nicht ob die Blätter nachgeboren
    werden, gerade aus der Pflanze wachsen
    wie leer ist doch ein Blatt und aderlos

    Im Schriftraum steht der Text. Auf einem Fensterbrett.
    Und wie am Brunnen treibt der Text mir aus dem Ohr
    Der Akt des Schreibens ist mir manchmal peinlich
    Wenn mir so nackt und ohne Wort vor leerem Blatt
    das ich so bilderlos beschreibe. Es fehlt.

    Es reicht nicht an das heilige Wort heran
    vor dem die Heiden niederknien, erstaunt.
    Im Spiegel bist du mir so nah wie unberührbar
    höre ich dich nicht und kann dich nicht verstehen
    Nur meinen Text im Spiegelbild. Der bleibt.

    Was der Toten Gedichte

    und trete ich doch in dieses land
    das so rein so rein wie klares Wasser sei
    was soll ich Gedichte schreiben für die LEBENDEN

    die lebenden haben doch ohnehin keine zeit
    nur die toten sind noch an Gedichten interessiert
    die toten nehmen sich noch zeit
    aus dunklen Augenhöhlen entziffern sie Zeichen
    und tragen ihre Schatten zur Kunst

    und tret ich doch in dieses land
    das so rein so rein wie klares Wasser sei

    tief in die dunkelsten Gräber hinab zum Feierabend
    nur dort kommen die besten Gedichte zusammen
    lassen wir sie laut lesen wie es unsere Väter taten
    und aus den tiefen hören wir die stimmen
    die unsere Gedichte rezitieren mit Fleiß

    und tret ich doch in dieses land
    das so rein so rein wie klares Wasser sei
    was soll ich Gedichte schreiben für die lebenden

    CIELO himmelsblau

    Ich habe diesen Himmel mir nicht ausgesucht
    den ewig hohen den unendlich blauen
    Es sind schon viele aufgefahren
    und kamen nicht zurück
    und auch die untergingen fielen tief.

    Wer sucht schon selbst den Himmel aus
    der ständig weint und brüllt
    und wenn er schlägt mit seinem Zorn
    Wohin soll ich mich wenden ohne Ort?

    Nur an den Straßen gibt es Halt
    doch warten wir doch vergebens oft
    Bewegen uns am gleichen Platz ein Leben lang.

    Ich bin nicht unter diesem Himmel
    Ich bin nicht unter diesem Blau
    Ich bin ein Stern wie alle dort hochfern

    DVORAK Messe in D

    Vom Kyrie Eleison bis Pacem
    klagen wir betrübt das Göttliche
    in die blühenden Töne

    Weiterblättern zwischen Dornen
    Schöpfen den Fluss
    die harten Balken zu tränken
    Wie schön die alte Orgel erblüht.

    Im Segen des Gesangs steigen die Töne
    Zwischen den Zeilen
    Es fließt ein Bächlein zum rasenden Strom
    Lasst noch einmal klingen MOLL

    Wenn aber die Glocken läuten
    in den Himmeln des Agnus Dei
    Fallen Menschen auf die Knie.
    Wie Engelschweben

    Es ist kein Ton zuviel im Raum
    Klagen wir betrübt das Göttliche
    in die blühenden Töne.

    Fraglos

    Fraglos – Fraglos die
    stummen Zeiten still
    und wortlos
    keine Antwort

    Ungefragte Fraglos -
    Stille, Atemräume
    Fragloshauch im
    Kältenebel sichtbar
    Kein Ton atmet, Atemlos
    ein und aus im Stimmenhauch
    nur Gurgeln, Stammeln,
    Stimmlos – Stimmlos
    Fraglos

    Kämest du wieder

    Kämest du wieder weiße Wolke eines Tages
    die von Westen nach Osten fliegt
    Kämest du wieder eines schönen Tages ohne zu wissen
    im frühen September eines schönen Tages

    Weiße Wolke kämest du wieder an diesem schönen
    unendlichen Tag so weiß wie heute jetzt himmelhoch
    Wie du vorbeiflogst mit Brüdern und Schwestern
    Erzähle mir vom Gras von Sand vom Meer

    Kämest du einmal zurück und erzählst eines Tages
    du triffst mich hier wie immer wenn ich nach oben schaue
    ziehst du vorüber im weißen Kleid deiner Unschuld

    Ich werde Trauer tragen und Blut wenn du wiederkommst
    und nie mehr gehen von diesem Platz
    Mein Herz stand über dir es war die Sonne

    Keine Gedichte

    Dies sind keine Gedichte
    Ungeschrieben Ungelesen Ungespurt
    im Sprachzentrum
    Nichts im Ewignichts
    Gehörloses Wortspinnennetz
    ohne Kopf

    Dies sind keine Gedichte
    gefüllter Zeilen im Trauermarsch
    Schmetterlinge flattern
    über den Gräbern
    im Dauerschlaf
    Jetzt sollst du träumen
    und in Gedichte fliehen

    Dies sind keine Gedichte
    Ungeschrieben Ungelesen Ungespurt
    auf diesem nackten Blatt Papier
    unschuldig weiß

    Dies sind keine Gedichte
    die als Gedichte kommen
    und wortlos gehen
    und spurlos verschwinden

    Narrativ kennt jeder

    Narrativ
    der Kulturkreis –
    kennt jeder
    das Allgemeine
    das Erzählerische Wissen –
    kennt jeder
    aber
    das wissenschaftliche
    Wissen
    das Wissenschaftliche,
    beschäftigt die Mathematik
    Zusammenhänge der Natur
    theoretisch
    sehr theoretisch
    kennt jeder

    Kindergarten 1953

    Die kleinen Klapperschlangen spielten
    hinter dem Strich der Reformation
    Wir aber trugen Hirschleder
    ohne wenn und aber

    alles mit Jesulein und Ave Maria
    gab’s Prügel auf dem Schulhof
    hinter der Linie
    bis aufs Blut

    Viel Schlimmeres
    Prügelstöcke nach verlorenem Krieg

    das Schlimmste -:
    Kakaogeld vergessen
    alles Jesulein und Ave Maria
    wenn sich die Klapperschlangen drehten
    gab’s Nachsitzen
    Kein Vergnügen
    Selbst Spielen war Ernst

    Aber heute noch sehe ich wie
    die kleinen Klapperschlangen spielten

    Leser

    Wir, die Lesenden, kennen die Welt
    die verkehrte Welt
    nur aus unseren Büchern.
    Wir, lesen doch mit beiden Augen
    und leben doch in anderen Welten.
    Wenn ich die Türen öffne – STAUNEN

    Wir, die Lesenden, kennen die Welt
    nur von den Hörenden
    erfahren sie
    vergänglich und flüchtig
    teilen wir uns alles mit
    Was schon immer doppelt vorhanden

    Wir, die Lesenden, kennen die Welt
    Hier, nicht ohne den Unterschied
    Wann und wo wir hinausgehen
    von Innen nach Außen
    entsteigt unser Gedicht
    Dunkel dem Licht

    Liebe, du weißt....

    mein Herz fiel, noch ehe es geöffnet
    brennt nun auf kaltem Marmor
    der in der Röte wunder Rosen
    mein Herz tötet, noch ehe es spricht.

    mein Herz zerfloss ehe es geschöpft,
    fließt nun hinauf in die Schöße
    der sich ewig Liebenden
    Mein Herz ertrinkt, ehe es geatmet

    Wo sind die Töne die erklangen
    in der Nacht, am heraufbeschwörten Tag
    als wir uns liebten,

    Wo sind die Schreie die erklangen
    in der Nacht, am heraufbeschwörten Tag
    als unsere Liebe entbrannte. Du weißt.

    Meiner Schreibe

    Der Himmel deckt sich über meinen weißen Schlaf
    Du, schreibst in diesen Gedanken dir
    Dein Wort unter unserem Himmel.
    Komm, komm, hilf mir den Text verschieben

    Der Himmel deckt sich über meinen weißen Schlaf
    Dir gefällt nicht dieser Text der dich beschreibt
    Du glaubst mir das er unbedeutend
    und sich entfaltet so wie du am Abend

    Ach, wenn ich tot bin werd ich Weiterschreiben
    Wort für Wort und Wort
    wird meine Zunge deine Reden schreiben

    Ach wenn ich tot bin werd ich Weiterschreiben
    Wort für Wort und Wort
    und meine gebrochenen Augen von dir lesen.

    Scheinheilig vergangen

    Ich fühle die Worte nicht
    es ist kein Gefühl für Sätze
    weiche und narbte Worte
    stoßen sich ab

    Wie Wasser von herzem Stein
    Wie Wasser von Blau, Genau

    Ich fühle die Worte nicht
    im immer Stromauf - Lachsgleich

    die Worte zu Götterhöhe,
    Trinke auf halbem Wege
    aus dem bitteren Brunnen - scheinheilig

    Ich fühle die Worte nicht
    es ist kein Gefühl für Sätze
    bei den Quellen vergangen

    Schöpfungsstunde

    Nun kommt die Stunde
    in der die Worte aufgestiegen
    heraufgeworfen
    waren da,
    wo vorher nichts
    von ihnen war

    Doch,
    als der Dämmerzustand
    endete
    Da war ich leer und hungernd,
    taumelnd

    Unvergleichlich
    - mit Roger Willemsen und
    Benjamin von Stuckrad-Barre -

    Alles unvergleichlich wie man nachsagt
    aber was soll´s?
    Alles unvergleichlich
    Nicht mit diesem Roger Willemsen
    und auch nicht mit Benjamin von Stuckrad – Barre
    Kein Vergleich
    alles unter den Schein Werfern
    Glücklos, trostlos, langweilig
    Wir haben uns nie geliebt
    Niemals
    aber unser Publikum lacht
    über alles über jeden über all
    wie über den Clown der sich bald
    den Hals bricht.
    alles unvergleichlich wie man nachsagt,
    aber was soll´s?
    Alles über Allem wird schwer und
    Alles wird schwer über uns
    Nicht mit diesem Roger Willemsen
    und auch nicht mit Benjamin von Stuckrad – Barre
    vergleichbar
    vielleicht zwischen den Zeilen
    vielleicht zwischen den Worten
    vielleicht auf der Mitte des Weges
    alles was Menschenmöglich
    von den Ursprüngen der Geschichten
    bis zu deren Sterbebetten
    Alles Unvergleichlich
    Unvergleichlich

    Würgen

    Alles empirisch,
    Schicht um Schicht
    Millionen
    fruchtbare und furchtbare Jahre
    Mit dem Abgrund fängt`s an:
    Tiefschlafschichten
    Versunken – Hocharbeiten ins REM
    Wende der Zeiten

    Friedensfürsten bis zur Grasnabe
    Von Unten.
    Unerreichbar unterm Himmelsblau

    Heilsam; den Schwarzwald sehen?
    Schinderhütte
    Knüppelpfade zu Einsiedeleien
    Anspruch und Ungesprochen
    ungelöste feuchte
    Herzen

    Aachen, Am Hof

    EISZEIT, kalte Brüste
    schwülheißer Hintern
    überall Pflaster

    Chic auf Alt
    Von Römerbad bis Domkeller
    Nur kein Verkehr
    Fühlt ihr es auch wie wir

    Ihr Klingeltöne

    Ihr zerstörten Freizeitler
    Ihr Schleckermäuler schokoladenhäutige
    ihr Liebhaber des edlen Gerstensaftes

    Du liest mein Gedicht

    Du liest
    du liest mein Gedicht
    du liest noch einmal mein Gedicht
    du schweigst, liest noch einmal
    dein Auge tränt über deine Wangen
    das Gedicht ist leicht folglich so schwer
    und dir bekannt wie dir der Text
    es bleibt still während du
    jeden Buchstaben neu betrachtest
    kein Wort zu wenig kein Wort zu viel
    Mein Herz wird schwer ich gehe
    und heute fast ein Jahr vergangen
    Du liest
    du liest mein Gedicht
    du liest mein Gedicht noch immer
    Ich aber seufze!

    EISKALT

    Eiskalt dieses Leben
    unerkannt
    bleiben Illusion und Glaube
    Viele Schichten von Geschichten
    zur Geschichte
    Vom Ursprung zur Distanz

    Beugen wir uns noch
    an der Quelle trinkend
    von Erinnerungen
    Ursprünglich von tiefem Grund
    Geburten folgend
    ohne Eingriff, ohne Götter
    Neuen Bedeutungsschichten

    Der schöne Krug
    den wir zur Quelle trugen
    nur gibt Kraft weiter zu leben

    Es ist der Quell der unter vielen
    unentdeckten Schichten
    unzerstörbar weiterfließt
    ungetrübt noch mit sich selber spielt

    Ijskoud

    Ijskoud dit leven
    onherkennt
    blijven ilusion en geloof
    Veele laage van geschiedenisse
    toe geschidenis
    Van oorsprong toe afstand

    Buigen wij ons nog
    an de bron drinkend
    van herinneringe
    Oorspronglik van diepe grond
    Geboorten volgend
    zonder ingreep, zonder godde
    Niewe betekenenlaage

    De mooie kruik
    deze wij toe de bron gedragen
    maar geeft kracht verder te leven

    Et is de bron die onder veele
    onontdekkte laage
    onvernielt verderstromd
    ongetroebelt nog met zich zelf spelt

    Холодно.

    Ледянaя эта жизнь
    Неопознанная,
    Лишь иллюзии и вера остаются.
    Много сменилось историй
    От рождение к настоящему.

    Но мы все еще склоняемся
    Чтобы пить из родника
    Воспоминаний,
    Первоначально из глубокой причины
    Рождения следуя,
    без вмешательства, без богов,
    Новым сменам придавая значения.

    Прекрасный кувшин
    Мы несли к роднику.
    Только силу дай, чтобы жить продолжать.

    Этот источник под многими
    Еще неоткрытыми слоями
    Продолжает течь,
    Играя еще безмятежно с самим собой.

    Holodno.

    Ledjanaja jeta zhizn'
    Neopoznannaja,
    Lish' illjuzii i vera ostajutsja.
    Mnogo smenilos' istorij
    Ot rozhdenie k nastojashhemu.

    No my vse eshhe sklonjaemsja
    CHtoby pit' iz rodnika
    Vospominanij,
    Pervonachal'no iz glubokoj prichiny
    Rozhdenija sleduja,
    bez vmeshatel'stva, bez bogov,
    Novym smenam pridavaja znachenija.

    Prekrasnyj kuvshin
    My nesli k rodniku.
    Tol'ko silu daj, chtoby zhit' prodolzhat'.

    JEtot istochnik pod mnogimi
    Eshhe neotkrytymi slojami
    Prodolzhaet tech',
    Igraja eshhe bezmjatezhno s samim soboj.

    Ich tauche auf aus meinen Niemandsschichten

    Ich tauche auf aus meinen Niemandsschichten
    Ich tauche auf aus Herz und Kopf
    alles was mir noch fehlt
    drei, zwei, eins – mein´s

    Was ich mir nicht kaufen kann
    dies bisschen Verstand
    was ich mir nicht kaufen kann
    dies bisschen Liebe
    was ich mir nicht kaufen kann
    das zwischen dir und mir
    das was wir „mitmenschlich“ nennen

    In meinem Elternhaus hingen keine toten Schweine
    wurde auch kein Krieg gespielt
    alles bürgerlich, alles spießig

    Ich tauche auf aus den Niemandsschichten
    Ich tauche auf aus Herz und Kopf
    all diese Krankheiten auf der Haut
    mit Worten zuschmieren wie mit Salben
    diese syphillistischen Krankheiten
    des Genius poetica zwischen uns
    immer neu infizierend

    Landschaften zwischen Erzählenden und Hörer
    unter dem Mikroskop – Monaden –
    Schichten um Schichten alles Geschichten
    Verstand, Liebe und Mitmenschlichkeit
    alles Leichenschauhaus, alles pathologisch
    Nahe dem Ufer liegt die Droste im Grase
    Nahe dem Ufer liegt die Droste im Grase
    aus trunkenen Quellen ein Schöpfungsschrei
    aber
    alles so Dicht, Gipfel und Wolken
    nicht Pfarrer Oberlin und Dichter Lenz im Steinthale
    in wahnsinnigen drei Wochen, o Ideale

    Aus verachteter Natur
    werden Menschen zu Holzpuppen.
    Ist dieser Himmel schöner als die Welt?
    Zum Leben das Leben, mit Fleisch und Blut.

    Soviel zwischen Tal und Himmel.
    Graue Wolken mal unten mal oben.

    Escape ins All, schmerzhaft den Kopf im Moos
    aus trunkenen Quellen ein Schöpfungsschrei
    Innen geplagt und zerrissen in Depressionen
    kein Außen. Leere Mitte, nichts anderes.

    Bewusstlos vor all den Träumen erscheinen
    denkbare Bilder; nicht mir, nicht dir
    Ein phalerae für das Heer der aqulifai
    aber alles so dicht, mal unten, mal oben

    Leere, vollkommene Leere - in der Mitte.
    Rechts und links saugen die Ränder ins Zentrum
    doch dies ist wieder eine andere Geschichte
    keine Nänie für Frühgeburten
    Aus trunkenen Quellen ein Schöpfungsschrei.

    Noch richtet sich die Welt nach meinen Worten
    Alles hat doppelte Bedeutung und Kontinuität
    Nichts war und nichts wird sein
    Verkünden ewig wiederkehrend die Wellen

    NICHTS

    Unschlagbar harte Worte in Urgestein
    Ihr steht am Fuß der Schichten
    nach dem Schritt am Bodengrund
    kein Echo – kein Wort
    Schichten und am Anfang Himmel
    Allein, Einsam und Allein
    mit dem Selbst
    mit dem Handgriff den Faden finden
    bleibt: NICHTS
    zwischen Muschelkalksandschichten
    längst verschwundener Meere
    wie wir verschwunden
    Unschlagbar harte Worte in Urgestein
    kein Münchhausen zieht es selbst
    bis die See kommt und aufschwemmt
    bleibt: NICHTS
    Tonlos in den Schichten in Urgestein
    hören, Noch den Knall
    der Entstehung dieser Welt

    Nur im harten Sturmwind
    stehe ich fest

    Nur im harten Sturmwind
    stehe ich fest
    Nur im harten Anflug der Worte an der Klippe
    mit meinen Flügeln
    befestigt mit Bienenwachs
    Wachsworte in eurem Mund
    Schmelzen wie Schaum
    Schäumen wie Schmelz
    Mund voller Wachsworte
    Von dieser Klippe
    Sonnenaufgang, Sonnenuntergang
    aushalten verblendet
    über der Mitte von Wasserhimmelblau
    Nur im harten Sturmwind stehe ich fest
    Nur im harten Anflug der Worte
    an der Klippe
    Zerstört und ruiniert
    mit der Suche nach dem Poeten

    Warum du

    Warum du
    sprichst noch diese Wälder auf die See an
    alle Götter sind verschwunden so wie du

    Allein du
    Gestern noch, ging einer übers Meer
    Verbannt ist von Augustus nach Thomae
    so ins Antiparadies der Gegenwart Berlin
    die Sprache

    Wirklich, diese haben alle ja so Recht
    aber sie meinen es nicht echt
    diese Frage sei mir erlaubt

    Keiner, keiner, Nein nicht einer
    nichteinmal wir selbst am allerwenigsten
    Wenn wir das Alles vorher gewusst hätten

    Alles Gedichte Keine Genichte Taschenbuch: 94 Seiten
    Verlag: Engelsdorfer Verlag (Januar 2006)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 393914441X
    ISBN-13: 978-3939144410

  • Demokratie

    Nach Platon funktioniert Politik, wenn es dem Staat gut geht am besten, in der Diktatur, Monarchie oder Aristokatie. Wenn es dem Volk gut geht, kann ein Alleinherrscher gut regieren. Wenn jedoch die Politik nicht funktioniert, ist die Demokratie die beste Staatsform. Denn, wenn es dem Volk schlecht geht, ist es besser, wenn das ganze Volk mitentscheidet. Die Idealvorstellung in der Medizin, für alle Ärzte, wäre, wenn alle Menschen gesund wären. Im idealen Staat, wenn es allen Menschen gut gegen, brauchte, man keine Politiker mehr. Wenn ein idealer Zustand im Staat herrscht, brauchte man, nur einen Herrscher, der nur das Gute verkündet. Da wir aber ein Krankenstand haben, brauchen wir die Demokratie, damit jeder im Volk die Möglichkeit hat, mit zu entscheiden.

    Selbstbewusst formuliert (schon um 570) der korinthische Politiker Periander, einer der Sieben Weisen: „Demokratie ist stärker als Tyrannenherrschaft.“ Etwa ein Jahrhundert später prägt der Philosoph Demokrit die bemerkenswerte Sentenz: „Die Armut in der Demokratie ist dem vermeintlichen Glück in der Gewaltherrschaft um so viel mehr vorzuziehen wie die Freiheit der Knechtschaft.“

  • Demokratie

    Was fragt Demokratie und Menschennot?
    Den Stein, dass er sagt, dass er spricht, dass er redet? Das Menschenlos fällt in jeden Stein zurück und aus dem Felsen spricht das Donnerwort. Es scheint das Helle nicht und auch das Dunkel leuchtet nicht herein. Diese Flecken auf der Sonne sind nur Schatten der Seelen von Blüten. Wir aber werden uns treffen in der Muttersprache der Menschheit, dann werden wir wissen, was wir sagen wollten. Der Tag, an dem der Anfang war, ging dem Ende voraus da ging ein Mensch. Das alle Tyrannei ein Ende hat zeigt die andauernde Hitze, die von der Helligkeit des Mondes ausging. Was wird der Mond über die Sonne sagen, was der Stein über eine Rose berichten? Lass uns in alle Bilder zurücktreten. Es hat nicht begonnen. Es hat noch nicht begonnen zu strahlen. Laternen bei jeder Friedensfeier, wir ziehen hinaus aufs Feld. Weißt du, was fragt Demokratie und Menschennot?

    © Manfred H. Freude
    Mittwoch, 28. Mai 2014

  • Heideggers schwarzen Hefte

    Die schwarzen Hefte, die Minima Moralia aus Heideggers denken?
    Diese ständige Aufarbeitung von Heideggers Rektoratsrede und Schwarzen Heften, hält von einer ordentlichen Aufarbeitung mit seinem philosophischen Werk ab. Wohlweislich hat sich Heidegger dieser Diskussion entzogen. Heidegger hatte nicht zu Unrecht sehr viele jüdische Freunde. Betrachtet man seine christliche Herkunft aus Messkirch, so hatte er wohl ein differenziertes Verhältnis zu jeder Religion, allerdings ein starkes Gefühl für Heimat. Andererseits liegt es fundamentalistisch orthodoxen Kampfgenossen daran sich nicht mit seinem wohl eher schwierigen philosophischen Werk zu beschäftigen. Sie benutzen sofort diese Totschlagskeule des Antisemitismus. Was wollen sie erreichen? Nichts. Doch sie sind erfolgreich in der Diskriminierung. Ein solches Werk wie Sein und Zeit, hat diese Diskussion einfach nicht verdient. Auf diese Art könnte man alle Künstler und Philosophen und Wissenschaftler fertigmachen.
    An der Flüssigkeit des Sprechens der Kenner und Kritiker, merkt man, das eine Stellungnahme zu dem Denken Heideggers nicht eindeutig sein kann. Es wird unterschwellig unterstellt, man bezieht sich auf Heidegger, dabei bezieht man sich ja nur auf diese Hefte. Das ist unstrittig. Das Zurückhalten und Verbergen dieser persönlichen Hefte Heideggers diente seiner eigenen Ideenfindung und es waren die Notizen seiner unausgesprochenen Gedanken. Sie waren wohl sein Spiel mit dem Geheimnis einer Katze im Sack. Das Wichtigste ist für Heidegger das Geheimnis, das man nicht alles sagt und das man sogar das Wichtigste nicht sagt. Seine Sigetik ist die Kunst des Verschweigens. Sigetik ist nicht einfach seine Spielerei, sondern ein Orakel, welches das Wichtigste bis zum Schluss bewahrt. Das was für Heidegger zu gründen war ist das Tiefste, das Hölderlin gedacht hat. Heidegger liebte Hölderlin als Dichter, aber er verehrte den Philosophen Hölderlin. Worum es Heidegger letzten Endes ging, verwahrte er in diesen schwarzen Heften. Dieses herauslesen von Persönlichem aus diesen Heften, kann man bei jedem herausragenden Menschen vollziehen. Dieser Zwiespalt und vermeintliche Widerspruch trifft wohl auf jeden Menschen zu und dies ist auch das, was er nicht ausspricht. Dies trifft auf Philosophen zu wie auch auf die Dichter. Hölderlin, Nietzsche, Brecht, Mann, Wagner, George, Platon, sind alles Persönlichkeiten, deren Werk man im negativen Kontrast zu ihrem Charakter sieht oder auch sehen kann, ganz wie man dies betrachten will. Das beginnt bei Platon, dessen Staat man heute noch nicht ernsthaft ganz lesen kann, ohne ihn als das grausamste Verbrechen zu lesen, bis zu Gedanken von Stefan George, die bis in den Widerstand gegen Hitler reichen und doch totalitäres Gedankengut beinhalten. Es scheint auch bei Heidegger so, dass er nach einer philosophischen Begründung des Nationalsozialismus ist. Dies ist philosophisch nachvollziehbar und nicht zu kritisieren. Auch heutige Philosophen (wie Sloterdijk) machen das und werden auch in eine Ecke gestellt. Man unterstellt Heidegger eine Enttäuschung über das aufgegebene Rektorat, allerdings entsteht nicht die Frage ob er in das Rektorat gedrängt, oder aus dem Rektorat gedrängt wurde. Die Interpretationen seiner persönlichen Gedanken sind doch abenteuerlich. Wenn man mein Buch Schwaigen&Nichtsz gelesen hat, so kann man nicht aus einem Brief den Wortlaut als sein Gedankengut herausnehmen, denn wenn ich jemanden einen Brief schreibe, so passe ich meinen Inhalt den Gedanken des Empfängers an. Auch Adorno liebte die Gedichte von Horst Wessel und Baldur Benedikt von Schirach und war doch kein Nazi, wenn er hierzu Stellung nahm. Wenn der Saltomortale Heideggers, dass jüdisches Denken, das menschheitliche Denken entwurzelt, so ausgelegt wird, dass ein bestimmtes, persönliches Denken (einer Gruppe, einer Religion) das Ganze menschheitliche Denken zerstört, so könnte man auch hier nicht das Denken Heideggers, im Sinne von antisemitischer Tendenz deuten. Also, wenn einzelnes Denken das Gesamte zerstört, so würde sein persönliches Denken ebenfalls das Gesamte zerstören. Dis kann nicht in seinem gesamten philosophischen Sinne sein. Natürlich kannte Heidegger den jüdischen Geist und natürlich redete er am Stammtisch, wie man eben am Stammtisch redet und nicht wie er denkt. Das macht eben das Reden aus, das man so redet, wie man mit anderen zu reden hat. Wenn ich als Dortmund Anhänger in München bin, rede ich natürlich nicht gegen den FC-Bayern. Also was aus einem Gespräch oder einem Brief herauszulesen ist bedarf doch erheblich mehr als nur eine wortwörtliche Analyse. Man kennt heute auch das, was man "böse Worte" nennt. Auf diese hinzuweisen ist schon ein "Totschlagargument" als inhaltlich nahezu leeres Argument, also Scheinargument, bloße Behauptung oder Vorurteil, von denen der Disputant annimmt, dass die Mehrheit der Diskussionsteilnehmer entweder mit ihm in der Bewertung übereinstimmt oder keinen Widerspruch wagt, da dies in der öffentlichen Meinung auf Ablehnung stößt (siehe auch diese Schweigespirale). Die französische Sprachwissenschaftlerin Marie-Hélène Pérennec stellte eine Häufung von Nazi-Vergleichen seit Ende der 1990er Jahre fest und meinte, "dass der politische Diskurs sich seit einem Jahrzehnt so radikalisiert hat, dass derartige Entgleisungen beinahe allen Rednern passieren können und dass es schwierig wird, zwischen Provokation und Ungeschicklichkeit zu unterscheiden". Es ist nicht abzustreiten, das Heidegger ein Ressentiment gegen Juden im akademischen Bereich hatte (im Übrigen auch gegen Katholiken), dies scheint mir aber bis heute im allgemeinen (allseitigen) Rahmen. Die Scheußlichkeiten, die in Freiburg und um ihn herum geschahen, wurden von ihm nicht als solche erkannt oder wahr genommen. Sein Aussprechen geht aber über Platon und das Unsagbare und Unaussagbare, was wir auch bei Wittgenstein erkennen können. Schweigen kommt dieses Unaussagbare am nächsten. Bei mir heißt es nun Schwaigen, das heißt: Schwaigen ist, dass weder das Gesagte, noch das Verschwiegene die Bedeutung der Meinung ist und sein kann! Heidegger konnte seinen eigenen Ansprüchen genügen. Dies konnte und kann man nicht von jedem Philosophen sagen. Er widersprach seinem Lehrer Husserl in dessen Theorie im Gegensatz zu angepassten Philosophen die lediglich Philosophien übertragen und weiterschreiben, auch mit allen ihren Fehlern. Heidegger war ein dunkler Philosoph, das sicher. Wie jeder zitierte er frühere Philosophen (besonders die Vorsokratiker) aber er besaß die Fähigkeit, so zu zitieren, ohne die Urheber zu nennen und doch nicht als Plagiator zu erscheinen. Durch Hölderlin suchte er den neuen denkenden Schöpfer. Der Idealismus, den Hölderlin mit Schelling, Fichte, Hegel verdichtete. Er fragt 1931, was sollen wir tun? WAS SOLLEN WIR TUN? Kant entwickelt bei dieser Frage u.a. in der Kritik der praktischen Vernunft die Begriffe der Pflicht, des kategorischen Imperativs und der Unterscheidung von Moralität und Legalität. Er entdeckt den Ursprung der Moral in der Autonomie des Willens und sucht mit dem Faktum der Vernunft die Wirklichkeit der Moral zu beweisen. Heidegger wartet auf eine Wendung, eine Kehre. Die Frage, ob das, was die Moral fordert, auch einmal zur dauerhaften Wirklichkeit wird, ist für Kant Gegenstand des Hoffens, freilich nicht eines träumerischen, sondern eines durchdachten ("rationalen") Hoffens. Daran glaubte auch Heidegger. Die Deutschen, das sind diejenigen, von denen Hölderlin spricht. Aber nicht die Nazis, welche ein Massengut der Technik darstellen. Das man im Zuge der Industrie und Technik, auch den Menschen formt und zwar so wie man ihn braucht, das ist doch unbezweifelbar Teil der Staatsform. Heidegger hatte (und dies entsprach auch in anderer Form den Gedanken Stephan Georges und Grafen Stauffenberg) eine andere, aber ähnliche Staatsform auch in Hinsicht auf Platons Staat im Auge. Heidegger von der philosophisch-dichterischen (Hölderlin) Seite und George von elitärer dichterischer Seite. Die Kultur wird zur Grundform der Barbarei, so zitiert Heidegger, was Theodor W. Adorno mit, von einer Kulturindustrie, die in der Lage sei, das Bewusstsein der Menschen so zu "verdinglichen", dass sie in der Abspeisung mit sinnentleerten Produkten zur Affirmation des Bestehenden vermittelst des "Verblendungszusammenhangs" ihrer Kulturerfahrungen gebracht würden, beschrieb. Dies beschreibt Hölderlin vorab im Hyperion: "So kam ich unter die Deutschen. Ich forderte nicht viel und war gefasst, noch weniger zu finden. [...] Barbaren von alters her, durch Fleiß und Wissenschaft und selbst durch Religion barbarischer geworden, tiefunfähig jedes göttlichen Gefühls, verdorben bis ins Mark [...], in jedem Grad der Übertreibung und der Ärmlichkeit beleidigend für jede gut geartete Seele, dumpf und harmonielos, wie die Scherben eines weggeworfenen Gefäßes. Das sind für Hölderlin, Heidegger, Celan und Adorno die Deutschen. Sicher wäre es für alle Deutschen ab 1950 besser gewesen, wenn sie hatten, nicht so gesprochen, wie sie gesprochen haben. Vielleicht waren alle von beiden Kriegen traumatisiert. Der letzte universale Gott, der geheimniskundige, zu entbergende, der ohnmächtige, der die Menschen benötigt. Nur ein Gott kann uns retten, aber nicht wir brauchen ihn, sondern er uns. Scheinbar ist er von Gott abgewandt. Wir lernen auch ein Gott kann irren. Habermas forderte den Diskurs, die Diskussion, das Argumentieren ebenso wie Paul Celan. Aber Heidegger und auch Adorno schwiegen. Der Gedanke des Schwaigens ist der fragende Dichter-Philosoph.
    Wenn heute Kritiker erklären, dass Heidegger auch ein Stammtischnazi war, so galt dies noch in den 60er und 70er Jahren als übliches Stammtischgeschwätz, und davor waren die Erlebnisse in den Kriegen (zumindest unter Kriegsteilnehmern) Thema. Also es verstummten die Gespräche, wenn jemand dabei war, der hier nicht mitreden konnte. So wird auch Heidegger seine Gespräche angepasst haben, so wie er dies bei Celan tat (der Rest ist Schweigen). Wenn er seinen schwarzen Heften anvertraute, wie er die Lage (philosophisch zur Wahrheit) sah, nämlich seine antisemitischen Ressentiment, so braucht dies nicht unbedingt die Auffassung Heideggers gewesen zu sein. Dem Ressentiment einem "heimlichen Groll" liegt einheitlich das Gefühl einer dauernden Ohnmacht gegenüber erlittener Ungerechtigkeit und Niederlage oder persönlichem Zurückgesetztsein zugrunde. Als der Ausdruck des Mangels einer muttersprachlichen Entsprechung ist der Ausdruck wesentlich mit der moral- und demokratiekritischen Philosophie Friedrich Nietzsches verknüpft und der dem moralphilosophischen Begriff zugrunde liegende Gedanke findet sich schon in Platons Dialog Gorgias. Dort trägt Kallikles im Streitgespräch mit Sokrates seine Vorstellung vom "richtigen Leben" vor: "[W]ie könnte wohl ein Mensch glückselig sein, der irgend wem diente? Sondern das ist eben das von Natur Schöne und Rechte, was ich dir nun ganz frei heraus sage, dass wer richtig leben will, seine Begierden muss so groß werden lassen als möglich, und sie nicht einzwängen; und diesen, wie groß sie auch sind, muss er dennoch Genüge zu leisten vermögen durch Tapferkeit und Einsicht, und worauf seine Begierde jedes mal geht sie befriedigen. Allein dies, meine ich, sind eben die Meisten nicht im Stande, weshalb sie grade solche Menschen tadeln aus Scham, ihr eigenes Unvermögen verbergend, und sagen, die Ungebundenheit sei etwas Schändliches, um, wie ich auch vorher schon sagte, die von Natur besseren Menschen einzuzwängen; und weil sie selbst ihren Lüsten keine Befriedigung zu verschaffen vermögen, so loben sie die Besonnenheit und die Gerechtigkeit, ihrer eigenen Unmännlichkeit wegen." Auch wenn es die Welt, genauso wie das Sein, oder nehmen wir auch Gott hinzu, nicht gibt, so ist doch für Heidegger der Schlüssel zu diesen, die Philosophie. Also auch wenn es dies Alles nicht gibt, so ist es doch möglich, also hinter der Tür zu der uns der Schlüssel fehlt.
    Es ist bezeichnend, das Philosophen (und das kenne ich aus der Dichtung von den Literaturwissenschaftlern, die zu Kritikern oder zur Jury-Elite wurden, genau) die sich mit Heidegger beschäftigen, aber zu keiner eigenen Philosophie imstande sind, also wie können sie sich in die Lage versetzen zu jemanden, der sich auf die wichtigen Philosophen bezieht und daraus eine eigene Philosophie macht, aber man kann dann doch nicht sagen es wäre seine eigene "Meinung". Staunen bedeutet diese Ambivalenz, das man Hitler zunächst als dümmlichen Versager (Schule, Gefreiter und Kunstakademie) sieht, auf der anderen Seite doch nun auf gleiche Ebene mit dem großen Philosophen sieht, und ihm Gedankengänge zuschreibt, zu denen er ein längeres Philosophiestudium haben musste.
    Platon würde zu den Schwarzen Heften sagen: Die Schrift "kann sich selbst nicht helfen" und bedarf des Eingreifens ihres Autors, heißt hier: wir können Heidegger dazu nicht mehr befragen (und dies war ihm bewusst).

    MHF

    1931 bis 1941 und wieder 1944 bis die schwarzen Hefte.
    Was sollen wir tun? Wesen, Massenhafte, Seyn, (Wesen ist niemals Massenhaft) Platon redet von den Vielen. Kulturkritik von 1920 bis 1950, den (wenigen und den) Vielen, die Lärmen und Reden, (Juden des Riesigen, Kennzeichen, Vollendung der Neuzeit, Riesige ist der Widergott des Großen, was in der Geschichte des Seyns abzulehnen ist, Betriebsamkeit war in Sein+Zeit noch das Man) alles Zahlenhafte ist als Leeres und Entscheidungsloses zu sehen. Der Nationalsozialismus ist Barbarei ist seine mögliche Größe ist nicht seine Gefahr, denn sie können hinaustreiben. Wenn die Juden der Gegengott wären, dann bräuchten wir die Juden, damit wir das Wahre finden. Gerede, Banalität des Lebens, wenn Jude das was nicht zum Leben fähig ist, wesenlos. Das Wesen der Wissenschaft ist die Unwissenheit. Die Welt zu Gegenständen. Wer fragt erschüttert die Philosophie. Reden statt tiefer Gedanken. Misanthrop. Kein Geist, nur Versprechen von Haus und Volkswagen, was Nietzsche den letzten Menschen nannte. Technik und Sozialstaat, war alles andere als das griechische Sein.
    Platon: Der Anfang ist auch ein Gott.

    In Frankreichs Beziehung zu Heidegger steht Sartre, in seiner Entfernung von Descartes, von Jaques Derrida und dem Poststrukturalismus auch: Neostrukturalismus, Dekonstruktivismus. "Was also ist ein Text? Heute ist es Alain Badieu: Auch ein Warten auf ein Ereignis, (dies wäre eine Absage an Ethik und Moral) von etwas Unvordenklichem, was schlagartig eintreffen möge.
    Heideggers flammende Hüttenreden, seine Flammenreden, haben ihren Ursprung bei Heraklit seinem Feuer und Bezug zur Wanderjugend. Nikolaus von Autrecourt bestritt die Möglichkeit jeder Metaphysik. Die Kirche erkannte die Sprengkraft solcher Aussagen, und 1346 musste Nikolaus von Autrecourt seine Schriften vor versammelter Universität verbrennen. außer ein paar Briefen scheint nichts auf uns gekommen zu sein. Ein Segen (oder Fluch), dass Heideggers Schriften nicht verbrannt wurden (wann auch immer 1937 oder 1945?).
    "Die Frage nach der Rolle des Weltjudentums ist keine rassische, sondern die metaphysische Frage nach der Art von Menschentümlichkeit, die schlechthin ungebunden die Entwurzelung alles Seienden aus dem Sein als ´weltgeschichtliche´ Aufgabe übernehmen kann", so Heidegger.

    Die Frage nach Antisemitismus ist diese: Nach welchem Antisemitismus. Die Moderne heißt auch, dass jeder, der in irgendeiner Form mit, von oder bei den Nazis gelebt hat, auch indirekt Antisemit war. Wenn man meint, (wie die Basis der schwarzen Hefte Heideggers) die Juden können gut rechnen, so ist dies Antisemitismus. Das Schwaigen ist, dass man nicht die Protokolle der Waisen von Zion, aus der russischen Propaganda des Zaren, nicht gelesen haben muss (was ja ebenfalls nicht aus den Heften hervorgeht), da sich jede publizierte Äußerung von Nazis darauf implizit bezog und dieses grundlegend für Antisemitismus ist, also dem Antisemit mit seinen Äußerungen liegt dies stets schweigend (Schwaigen) zugrunde. Hat die Öffentlichkeit ein Recht für einen moralischen Anspruch, da diese selbst unmoralisch war?
    Zunächst habe sich Hitler zu einem Feind der angloamerikanischen Welt entwickelt, den er bald mit einem ausgeprägten Hass auf einen internationalen Kapitalismus verbunden habe. Erst dadurch sei im nächsten Schritt Hitlers antikapitalistischer Antisemitismus durchgebrochen. Erstaunlich ist einfach bei allen "Sozialismen" des letzten Jahrhunderts die geballte Antiklerikalität und der Kampf gegen elitäre oder dünkelhafte Ständegesellschaft. Nicht zu vergessen parallel rasante Entwicklungen der Technik und Wirtschaft. Wir stehen heute an einen vergleichbaren Punkt nach fast einem Menschenalter halbwegs Frieden in Europa. Wieder wollen Eliten irgendwie international mitmischen und kriegerische Handlungen sind eine politische Option.

  • Weltuntergang

    Die Welt ist untergegangen und goldene Gestirne prangen an unzähligen Nahrungsmitteln, die verkauft werden als Medikamente. Weil alle natürlichen Lebensmittel unbezahlbar werden. Und in den Regalen leuchten die Warnhinweise, dass Verzehr tödlich sein könnte. Nur der Geschmack wurde verändert. Natürlich im Labor, natürlich hinzugefügt worden. Kein Aufstehen und kein Aufstand. Nur diese Beratung, dass es helfen soll, oder Gespräche über die Einnahme. Einnahmen von wem?

    © Manfred H. Freude

  • Vereinsgemeinschaft

    Verein
    Ernsthaft sein ist die Schmach des Einzelnen. Es gibt keine Möglichkeit Energie in einem Verein unterzubringen. Eigeninitiative, eigenes Denken, alles das ist nicht gefragt. Im Gegenteil, es wird, als das Böse, oder als Beleidigung aufgefasst. Die Götter und die Knechte. DAS wird im Verein gebraucht: - keine Soldaten, keine Helden. Die Helden sind alleine; Achill kämpfte alleine im unerbittlichen Zorn. Zorn der im Verein alle verärgert. Selber angreifen und sich beleidigt fühlen, das ist die Art der Banausen. Sie lesen sich die Banalitäten zu und loben sich schleimig. Stehlen die Zeit der Ernsthaften. Und reden sich hymnisch zu. Das Heilige wird zum Törichten. Aber eigene Wichtigkeiten? Jeder ist nur sich selber. Warum ärgere ich mich? Warum ereifere ich mich? Nur weil ich die Häme in ihren Gesichtern sehe, mit der sie mir jede Ernsthaftigkeit absprechen. Auf ein ernsthaftes Wort folgt mit Sicherheit die Widerlegung. Die Gemeinschaft wird gemein. Das Gemeine ist in der Gemeinschaft.

  • Kunst eine Totgeburt.

    Kunst lebt nicht, Kunst ist die Negation der Kunst, die Abscheu vor der Kunst durch die Gesellschaft. Die Kunst muss authentisch sein. Keine Liebe zur Kunst mehr.
    Man muss Kunst lieben, aber man darf nicht verliebt sein in die Kunst. Man muss die Kunst Scheiße finden, ja, das Scheißhaus ist die letzte Kunst. Der Künstler zieht sich selber ab. Die Kunst nicht als das Gemachte, Schöne, Geschmackvolle. Künstler und Kunst als das abgelehnte, Verrückte, nicht lebensfähige und nicht lebenswerte. Nur die verachtete Kunst ist die wahre Kunst. Es erklärt sich das, was nicht in die Kunst passt. Die Antikunst, gegen die Vorstellung von Kunst. Es gibt keine zeitgenössische, moderne Kunst. Der große Künstler macht Kunst gegen sich selbst. Der Künstler stirbt, noch bevor sein Bild fertig ist. Damit ist die Kunst eine Totgeburt. Das große an der Kunst ist nicht das sie rezitiert wird, sondern das sie ignoriert wird.

  • Kulturwechsel

    Manfred H. Freude
    Die Vermarktung eines Werkes (Lyrik) sagt sicher etwas über den Wert aus. Also, wenn etwas gekauft wird, (zu hohem Preis) hat es auch Wert. Nicht umsonst, werden Werke in Massenauflagen, als publikumswirksam bezeichnet (Vergleich Boris Becker oder Dieter Bohlen). Es liegen sicher viele hochwertige Kunstwerke in der Schublade, die nicht einmal veröffentlicht sind, aber was soll das schon. Und dann erhält jemand den Nobelpreis (zu Recht) und die Auflage steigt, obwohl viele behaupten, na ja. Also woran erkennen wir ein großes Werk? An unserem eigenen Gefallen. Sind wir bereit, einen hohen Preis dafür zu zahlen.
    Es geht um Vernunft. Ist das Feuerwerk an Sylvester vernünftig? Auch wenn ich selbst der Ansicht bin, es ist unvernünftig, schaue ich mir es doch gerne an. Dieser Moment der Explosion und des Knalls, das ist es, was ich im Gedicht suche.

  • Ungesagte Ekphrasis

    Ungesagte Ekphrasis

    Über allen Worten
    steht Sinn,
    In allen Worten
    Spürest Du
    Kaum einen Sinn;
    Die Gedanken schweigen im Satz.
    Warte nicht! Nichts
    Zeigt sich in jeder Sprache.

    © Manfred H. Freude
    2014-12-30

  • Schwaigen&Nichtsz

    Die Welt, als alles was der Fall ist, hieße, dass alle Tatsachen, die der Fall sind, eine Logik haben. Dies kann aber, in keinem Fall der Fall sein. Denn alleine der Fall, dass logisch eine neue Welt existiert, ist nicht mit allem, was der Fall ist, logisch zu erklären.

    In einem Gespräch müsste ich (nach der Theorie von Schwaigen&Nichtsz) meinen Gesprächspartnern sagen, dass alles, was sie gesagt haben Unsinn ist. Daraufhin würden diese dann fragen, was denn richtig sei? (Oder sie würden sagen, dass ich auch nur Unsinn rede). Dann könnte ich nach meiner Theorie ebenfalls nur Unsinn sagen. Das mache ich auch. Bis man sagt, man habe den Sinn verstanden. Also noch mal, immer Unsinn (im Sinn für ohne Sinn) reden, bis Einer versteht. Sinn kann nur im jedem einzelnen, objektiven Bewusstsein entstehen. Da gibt es kein richtiges Denken oder Sprechen.

    Der Punkt, als Flucht vor dem Ende und dem Beginn von Anfang löscht Autor und Leser aus. Draußen vor dem objektiven Inhalt. Suizid des Ich. Unbeteiligt am Geschehen. Aber wir sind in der Welt gefangen. Ein Fall der Fälle. ;

  • Der Stadtneurotiker. Woody Allen und McLuhan. Medien. Handy

    Der Stadtneurotiker. Woody Allen meets McLuhan.
    Darf ich nicht meine Meinung sagen, wir leben in einem freien Land, sagt der Columbia-Klugscheißer, Natürlich dürfen sie das, sagt Woody Allen, aber nicht so laut. Wir Menschen reden aber immer laut am Handy. Im Woody Allen Film, sagt McLuhan zu einem intellektuellen Medienprofessor: „Was sie sagen ist völliger Bullshit“ und Woody Allen kommentiert: „Ach wäre es doch immer so“. Das ist, Medien. Inhalte spielen in der Medienwelt keine Rolle. »jeder wird für 15 Minuten berühmt« das war McLuhans Gebet, und Andy Warhol betete es ihm nach. Wenn die Medienöffentlichkeit ins Wohnzimmer einfiele, schrieb er, dann würden sich die Menschen im Gegenzug selbst »veröffentlichen«, sie würden sich »umstülpen wie Amphibien«: den »Panzer nach innen«, die seelischen »Weichteile nach außen«. Wer das sein soll? Es ist der Handybenutzer von heute, der einen voll besetzten Bus ungefragt über seine Trostlosigkeit aufgeklärt. Nach Descartes heißt es nun: »Ich zeige mich, also bin ich.« Wir können den Medien nicht entkommen, auch wenn wir es als Buchleser gerne wollen.

  • Was würden sie für Kunst bezahlen? Was ist Kunst?

    Was würden sie für Kunst bezahlen? Von Manfred H. Freude
    Was würden sie für diesen Satz bezahlen? Was wäre dieser Satz ihnen wert? Einen wertlosen Satz überhört man gerne. In der Kunst, der Musik und in der Sprache gibt es ein ästhetisches Urteil und ein kommerzielles Urteil. Es kann einem noch so gut gefallen. Die Frage ist doch, was würde man dafür bezahlen. Ein Buch, das massenweise gekauft wird, auch wenn es nicht gelesen wird, hat seinen Wert. Wohlgemerkt gekauft und nicht geschenkt. Selbst der röhrende Hirsch oder ein buntes Bild mag schön sein und es mag auch viel Arbeit darin stecken. Letztendlich bleibt diese Frage, ob man es auch kauft und was man dafür bezahlt. Ein guter Künstler, Kunstprofessor an der Hochschule, fragt mich bei jeder Begegnung, wo hast du deine Bücher verlegt. Frage ich ihn vielleicht welches seiner Bilder er verkauft hat? Nichts hat er zu einem großen Preis verkauft. Kein Höchstgebot von Sotheby und kein Werk wurde ihm aus der Hand gerissen. Und auch diese Bilder in den Galerien. Schön, aber sie suchen Käufer. Verstehen sie mich richtig. Ich kenne mich in Kunst aus und sehe auch ein gutes Werk. Aber wenn mir jemand sagt: Dann kaufe es doch? Was wirklich gut ist, verkauft sich auch wie verrückt. Das gilt in der Kunst, wie in der Musik und im Theater und auch bei Büchern. Auch diese Nobelpreise werden nicht vergebens vergeben. Und Bestseller heißen nicht umsonst Bestseller, auch wenn der intellektuelle Leser gerne die Nase rümpft. Ein philosophisches Werk ist erst dann bahnbrechend, wenn es viel rezipiert, gelesen und vergriffen ist. Und wenn die ganze Musikscene ein Werk ablehnt. Es ist ein Hit, wenn es wochenlang an Nummer eins in der Hitparade steht. Und dann kommen wir noch einmal zur Kunst. Was nützt es, wenn die expressionistischen Werke schöne Bilder waren. Keiner hatte es erkannt und niemand kaufte sie. Van Gogh verkaufte kein Werk. Also wann ist die Kunst? Und was ist dann Kunst? Erst spät erkannte man und zahlte Höchstpreise. Dies ist auch so in den Wissenschaften, der Musik, der Literatur. Selbst bei der Herstellung eines Autos stellt sich heraus, das ein sehr gutes Auto sich nicht verkauft. Also warum sollte das dann ein Spitzenmodell oder ein Topmodell sein? Nach 46 Jahren in der Kunst, als Sammler, Student der Kunstgeschichte und vor allem der philosophischen, ästhetischen Theorien bin ich zu der Auffassung gekommen, dass nur der Kommerz das Kriterium für Qualität sein kann. Wenn sie ein unverkäufliches Werk schön finden, dann kaufen sie es doch zu einem Spitzenpreis.

  • Schwaigen&Nichtsz

    Schwaigen I.
    Manfred H. Freude
    Ausgangspunkt des Werkes ist eine kritische Betrachtung der Sprachtheorien aus sprachpragmatischer Perspektive. Die Kombination von Philosophie und Dichtung. Wie bringt man etwas zur Sprache? Was sagt uns das Schweigen (Schwaigen)? Schließlich die sprachanalytischen Fragestellungen um eine wissenschaftliche Sicht auf unsere Sprachpraxis. Durch die sprachanalytische Vorgehensweise werden dagegen die Texte kontrastiert mit der »abendländischen« Philosophie mit den vorher aus sprachanalytischen Ansätzen gewonnenen Überlegungen. Beide Traditionslinien werden somit im Sinne einer kritischen Sprachphilosophie zusammengeführt.
    Unzweifelhaft scheint Sprache zu „sein“. Aber verstehen wir, was wir uns sagen oder was wir sagen wollen? Reden und Hören sind nur Teil eines Prozesses ohne den Verstand. Ein Verstehen muss erst aufgrund von Interesse gebildet werden. Eine Kompetenz, mit der wir Sprachregeln verwenden, sagt nichts über unser sprechen, vielmehr zeigt sich, dass wir verschiedene Spiele beherrschen. Sprechen ist natürlich und Sprachregeln sind unnatürlich für unser Sprechen. Nicht unser Sprechen für unser Denken. Wir reagieren beim Sprechen auf das, was gedacht wird, nicht auf theoretische Linguistik oder Grammatik.
    Über Sprache kann man gut reden, weil wir es mit einem vagen System zu tun haben. Jeder kann etwas sagen und jeder redet bezeugt im sprachlichen Urteil wahres Zeug. Aber wer urteilt? Sprecher oder Hörer? Ist nicht der Sprecher auch Hörer? Zwischen Sprechen und dem Hören ist „Nichts“. Sprachanalytik unterschlägt geflissentlich den gemeinen Umweg vom Ohr zum Gehirn: Unser Denken, wie Sprachliches urteilen, sind wichtig. Ob wir reden oder ob wir schweigen, bleibt für unser verstehen unbenommen. Aber sämtliche Wissenschaft kann nicht so viel Aufwand treiben und différance zwischen Sprache und Sprechen, Kompetenz und Performanz herstellen, ohne diese „differens“ zu erfassen, dass dieses „ens“ zwischen dem Diskurs und dem Ereignis nachträglich unterscheidet. Es ist also nicht ein Schweigen im Sinne von, nicht reden, vielmehr ein Reden hinter der Rede. Darum nenne ich es „schwaigen“. Wer redet, „schwaigt“ denn die „differens“ zwischen Reden und denken und hören und denken ist nicht damit erklärt, dass man eine Sprache internal oder external verwendet.
    Das Menschliche und das Unmenschliche ist der Ausdruck, ist die Sprache. Massenmord und Langeweile einerseits und die Kultur andererseits sind unwiderruflich zu beweisen. Aber Schwaigen stellt uns die Frage, ob nicht schon im Schönen, in der Menschlichkeit selbst, in deren Neigung zur Abstraktion und zum ästhetischen Werturteil, ein radikales Versagen angebunden ist. An der brutalen Faktizität des Nationalsozialismus und der besonderen Blickrichtung auf das innere Leben der deutschen Sprache barbarisch und notwendig, ist der Mensch noch zum menschlichen in der Lage, oder geht das menschliche schon weit über den Menschen hinaus?
    http://www.freude-autor.de/

  • Bewusstsein

    Die Geschichte des Bewusstseins.
    Die Frage stellt sich nach dem Kunstbegriff, und der Begriff Kunst ist ja nicht aus der Natur entstanden, er ist vom Menschen gemacht und daher nicht auf einen Schöpfergott zurückzuführen, vielmehr auf den Menschen. Aus dem Menschen als Gegenstand wissenschaftlicher und künstlerischer Projekte erwächst der sich selbst entwerfende Mensch, der Mensch als sein eigenes Projekt. Die Welt, als alles was der Fall ist, also die gibt es ja, jetzt, und sie wird geformt durch die Mitarbeit des Menschen an dieser Form von Welt, an der Gestaltung und diese Entwicklung ist nachvollziehbar, jedenfalls soweit es den Menschen betrifft. So wie die Menschheit sich auf dem Planeten entwickelt, durch Zeugung und Geburt, so arbeitet jeder Mensch an der Entwicklung eines neuen Menschheitsideals mit.

  • Kunst

    Dahinter zur Kunst.

    Erschrocken vom Anblick
    der Erde
    Scheinbarer Stille meiner
    Raumstation
    Wie Worte um Worte dahinzutreiben

    Zwischen Sternen und
    Kometen Zwischen Schreiben
    und Sprechen
    Zwischen Reden und Schweigen
    Dahinter

    Überfliege ich die
    Buchrücken Aller mir
    zugänglichen Bibliotheken
    Verkürze meine Zeit um einen Titel

    Spreche mir von
    Anbeginn - Sagen wir die Meder -
    Fehlt mir noch Buchstabe, Buchstabe

    Wissen ob es ihn gab
    und er sich findet - Das ich ihn
    hinzufügen kann
    Alle bedeutenden Sätze zu vollenden
    Zur Kunst

    Aachen, 2009-07-28

    ***** Autoreninfo ******
    Manfred H. Freude geb. in Aachen
    Escapistenlyrik, Liebe, Tod, Das Leben, Erfahrungen, Aktuelles, Trauer & Verzweiflung, Wut, Sehnsucht, Klartext, Kritisches, Gedanken, Allgemein, Nachdenkliches, Gefühle
    © 2009 MANFRED H. FREUDE

  • Dichtung

  • Adorno ÄT

    Adorno Ästhetische Theorien Dialektik der Integration und subjektiver Punkte S. 51

    Gewordenen auskommt, auf den Punkt der reinen Subjektivität:
    Die je Eigene und damit abstrakte. Die Bewegung dorthin ist vom extremen Flügel der Expressionisten, bis zu Dada hin, stürmisch antizipiert worden.

    Den Untergang des Expressionismus indessen verschuldete nicht nur der Mangel an gesellschaftlicher Resonanz: Auf jenem Punkt ließ nicht sich beharren,
    Die Schrumpfung des Zugänglichen, die Totalität der Refus,
    Terminiert in einem ganz Armen, dem Schrei oder in der hilflos ohnmächtigen Geste,
    Buchstäblich jenem Da-Da.

    Es wurde wie dem Konformismus so sich selbst zum Spaß, weil es die Unmöglichkeit der künstlerischen Objektivation einbekennt, die doch von jeder künstlerischen Äußerung postuliert wird, ob sie es will oder nicht; freilich, was bleibt schon übrig als zu schreien. Folgerecht haben die Dadaisten versucht, dies Postulat zu beseitigen; das Programm ihrer surrea¬listischen Nachfolger sagte der Kunst ab, ohne sie doch abschüt¬teln zu können. Ihre Wahrheit war das besser keine Kunst als eine falsche, aber es rächte sich an ihnen der Schein der absolut fürsichseienden Subjektivität, die objektiv vermittelt ist, ohne dass sie ästhetisch die Position des Fürsichseins zu überschreiten

  • Was ist Kunst, machen wir uns doch nichts vor.

    Als Lyriker wird man gefragt, wo hast du Deinen Verlag?
    Frage ich vielleicht einen Künstler (Maler) wer hat Dein Werk bestellt?
    Kirche, Staat oder Mäzen? Wo hängt Dein Bild? Im Louvre oder im MoMa?
    Richtige Künstler sind doch die Wenigsten.
    Kunsthandwerker, Anstreicher, Maler … vielleicht. Aber wer hat schon eines seiner Werke für mehrere Millionen verkauft? Ist man ein großer Künstler, wenn man (wie ein Beispiel van Gogh) zu Lebzeiten kein einiges Werk verkauft hat?
    Und als Lyriker? Wer hat schon einen Literatur Nobelpreis?
    Welcher deutsche Lyriker ist nennenswert? Sicher viele, aber keiner Besonders.
    Alles Durchschnitt eben. Der oft Genannte in Dissertationen ist meistens lange tot.
    Und diese Frage was ist Kunst? Doch nur diese, die in einer Auktion Millionen erzielte.
    Nur danach richtet sich Kunst. Wenn sie im Louvre hängt, oder Centre Pompidou oder in Venedig auf der Biennale. Alles gut und schön. Schöne Kunst eben.
    Aber es ist erst Kunst, wenn sie für mehrere Millionen bei einem Sammler oder Oligarchen an der Wand hängt.
    Das war so bei den Päpsten oder den Medici, (was wohl oft das Gleiche war).

  • Nichtsz

    Nichtsz
    Aus dem Nichts kann nichts entstehen, (also nicht dieses oder jenes, sondern beides. Man nennt dies in der Physik auch den Quantensprung) aber alles, was entsteht, ist aus dem Nichts entstanden, denn woher sollte es sonst entstehen? Wenn etwas aus etwas ist, so ist es nicht entstanden, denn es kann nur etwas entstehen, welches aus dem Nichts kommt, aus dem Unbewussten einer Idee zum Beispiel.
    Es muss immer mehr produziert werden. Dieser Gedanke trat bereits bei Adorno und Heidegger in den 60er Jahren auf. Die Technik ist heute das eigene Wesen als Gespenst. Nicht nur dass es aus dem Nichts schafft, es benötigt den Menschen fast nicht mehr; Sie stellt auch das Nichts her. Ein Getränk, das nichts beinhaltet, keinen Zucker, keine Energie, keine Kalorien, nur flüssiger Geschmack ohne Inhalt. Wir stellen allerdings diese Mittel selbst her, sind also Schöpfer des Nichts und gleichzeitig Konsument. Wir sind also zurück in die Höhle und negieren die Wirklichkeit und verkonsumieren die Schatten als Realität. In der Wissenschaft besteht nur der Spezialist, dasselbe monotone Nichtwissen von Welt, welches auch die Person am Fließband hat. Der Chirurg ist ein Künstler, aber er arbeitet nur den gleichen Vorgang nach Diagnosen und Materialien, die ihm vorgeliefert werden. Lässt sich kein sichtbarer Defekt am Körper feststellen, wird die Diagnose auf alles andere im Körper ausgedehnt. Also, (Beispiel) man stellt im Orchester einen Lampenputzer als Flötenspieler ein. Jeder Musiker sagt, dass der nicht Flötenspielen kann. Der Generalmusikdirektor (Oberarzt) sagt, dass man dies feststellen wird. Erst beginnt man nach drei Monaten mit einem Termin beim Klavierexperten, der feststellt, dass er nicht Klavier spielen kann, dann beim Geigeexperten, dann sämtliche Musikinstrumente durch, die man also alle ausschließen kann. Er kann also alle diese Instrumente nicht spielen, darum muss er Flöte spielen können, davon muss man ausgehen. So arbeitet die modernen hoch spezialisierten Universitätskliniken. Vernunft wird hier zum Werkzeug.

    Grund die Menschheit zu retten vor ihren Worten.

  • Alle Künste Baby

    Alle Künste, Baby!

    Was Du auch gesagt hast, und wie Du es mir sagst
    Unterwerfe ich mich, Deinem Schicksal
    Oder trickse mich aus, in der Liebe
    Weine Du nicht um mich, mein Schatz
    Ich habe genau so, wie du es gesagt hast, getan.
    Wir wissen es, wir gehören uns Beiden
    Und es ist schwer zu verbergen
    Wie sie es auch darstellen zu sagen, so
    War es eine schlechte Nachricht für Sie.
    Aber ich habe mich nie versteckt
    Will ich doch niemals so werden wie sie
    Wie jemand, der nicht weiß dass es Liebe ist.

    Sie, die wissen, und mich trafen,
    Sie die wissen, wie es ist. Und ich weiß,
    Dass wir um die bemalten Tränen trauern;
    Der Unterschied ist nur, da sind Einige besser als Andere
    Und die verkleiden sich mit falschen Gewändern.
    Und ich vermute es, dass es keine Andere gibt denn die
    Die manchmal in meinen Schuhen fortrennt.
    Also ich bin nicht betrunken und habe schräge Phantasien
    Scheint sich alles im Kreise zu drehen und zu schreien
    Brut wie Ferkel vom Brüllen aus dem alltäglichen Mist
    Ich bin ein Mensch, ich bin keine Maschine
    Ich verspreche es. Ich schwöre es Dir.
    Das dies alles ist und ich bin nichts mehr.

    Ich sehe .Ich denke. Etwas ist nicht in Ordnung.
    So kommt es zu dem Abschluss,
    Rabenschwarz in einem Dämmerzustand. Unter
    Einer Bettdecke über Berlin. Während das Zirpen
    Im Körper alle automatisiert
    Alle Beine zittern, so dass dieses andere Knochengerüst
    Noch in seinen Grundfesten erschüttert ist.
    Was ist das? Von der Brust reißt es mich
    Vom Ort des Herzens, als ein sehr kalter, geheilter Stein.
    So viel ist passiert, auch hier.
    Liebe hier und liebe es. Kommt her,
    Ihr kleinen Taugenichtse,
    Ihr Abgründe und Narren, ihr. Kommt her.
    Willst du eine Kostprobe erhalten?
    Willst du meine Gedichte? Titan?
    Küsse sind endgültig.
    Meine Lippen sind gehärtet sind bereit zu kämpfen!
    Es gibt nur ein Ende, auf dem zielgerichteten Stellungskrieg.
    Zehn Schritte voneinander entfernt mit dem Rücken zur Wand,
    Zu denen im Zweikampf.
    Ich stehe hier Ihnen den Preis zu zahlen, mit meiner Poesie
    Schmähungen und Dynamit sind bereits, meine kolossalen Worte die explodieren größer und besser denn je.
    Aber ist es das letztendlich wert, einen Feigling in Frage zu stellen, wenn ihn, dann Jemand überhaupt.

    Aber allen Kredit für diese und die Sonne in dein Lachen.
    Sie haben es versucht, und trotzdem. Es ist wie es ist.
    Denn ich liebe wirklich nur Poesie.
    Aber die brennt langsam aus und stirbt
    An einem frühen Morgen beim Duell
    Mit einem festen, festgebrannten Sonnenuntergang
    Unerreichbar in den Augen, in dem Tod des Nackens
    Kunstwerk von den Falschen gewarnt.

    Aber was ist es, das an dieser Zeit ist, was ist das für ein Herz
    Das hört auf zu schlagen bei der Abwägung
    Über die Messer des Schicksals am Hals.
    Und es ist fast so ein wenig, das es weh tut
    Denn es geht alles so verdammt schnell in diesen Tagen
    Ansonsten lass es gut sein, wenn nicht wir, wer dann.
    Sobald ich sehe das zwei Züge zur Flucht nach vorne fahren
    Last und Erbrochenes des Tempos Gegeneinander fahren.
    Zwischen ihnen auf grauem Gefühl, das ein Mann ist,
    Ihm scheint schwindlig zu sein vom Weintrinken
    Er sieht aus wie ich, jedoch mit unterschiedlichen Frisuren.
    Die Bremse kreischt und es ist schnell vorbei
    Hör du, lieber Onkel des Rechts.

    Ich würde wahrscheinlich hinüber springen an der Weiche, jetzt.
    Also habe ich meine Augen geschlossen, springe und flüchte
    Apathie, Poesie und Wein und verstecke meine Gedichte
    Während eines der hübschesten Mädchen
    aus der Bettwäsche als Pause in Minuten
    für ein bisschen Ruhm so, als ob es keine Ruhe gäbe,
    stolz zu sein und schlafen, nachdem ich meiner eigenen Stimme Echo, dass in der Brust der Nacht steckt.
    Es klingt wie folgt: ziemlich schrecklich still.

    Und gerade dann, wenn es sich anfühlt wie ich bin,
    Gleichgewicht in einer schmelzenden Eisscholle
    Irgendwo in der Sahara, wo alle Tränen, die ich entnahm,
    Tätowiert in meiner Haut als Dichtung
    Schmilzt in einer fremden Runde. Eins nach dem anderen
    wird das neue Mädchen in meinem Leben Singen
    In der göttlichen Symphonie: Freude, schöner Götterfunken
    und es ist Magie, so dass ich weinen will. Sie alle, Liebling!
    Alles und nichts. Denn selbst ein Herz bleibt ein Herz
    Unabhängig von der Beschaffenheit und Form, die ich bezweifle,
    Wenn ich wirklich jemanden geliebt habe ein einziges Mal.
    Wie immer, ich war es in dir und nicht umgekehrt.

    So Don't Blame Me, schönes Mädchen, junge Dame.
    Denn, was weißt du über Jungfräulichkeit die noch nie verloren
    Und was weißt du über die Liebe die noch nie erlebt hat?
    Anderen in einen Sog der Sünde. Plagen und Rosen blühen
    Für dich, kleines Ding. Sie haben es verdient.
    Wie sie sagen, Männer sind vom Grunde, Frauen sind Huren
    Das ist um der Kunst willen und ich weiß nicht
    Vielleicht etwas zu vergessen, aber wenn Sie sich nennen
    Die fuck for the Arts, damit wir wissen, fuck nichts.
    Denn es gibt wohl Niemanden, der gelitten hat wie ich,
    Dass ich für die Kunst lebte. Keine, es sei denn. Mein Blut aus meiner Arterie zu lassen, dass seine lebendige Seele, die so dass nur Sehnen und Knochen blieben. Endlich standen sie still.

    Keine Liebe ist ohne Blutvergießen; mein lieber Roman
    Rief ich auf zu halten. Fucking Schädel. Verdammt, er weiß es?
    Ein Traum ist ein Traum, und wir,
    wir leben in unserer eigenen Lügen.
    Es sind verdammt noch mal Fakten.
    Entschuldigen Sie bitte, dass ich auf Reisen bin und bleibe
    Aber ich bin nun müde. Wir stehen im Schatten und der singt schweigend ein Liebeslied
    Ist, wie mein eigener Henker und ich hau mir auf den Kopf, wiederholt, zu spät zum rumlaufen für Sie,
    als wie ich mit Rasseln, flatternden Armen lief und schrie "Schau mich an! - Sieh mir in die Augen Kleines"

    Es gibt keine Fan-Kunst um abzuhacken einen Kopf.
    Kunst ist, um es wieder zu beheben. Ich weiß.
    Ich habe den Preis bezahlt, man hat mich berechtigt etwas Schlaf zu verdienen. Also geben Sie mir eine Krankheit,
    lassen Sie mich wissen, was es heißt, tot zu sein
    Ist zumindest für eine Weile. Es läuft gut mit Krebs oder HIV
    denn es scheint so fucking - in heute.
    Und wenn ich dann liege, so da wie eine Leiche Ich brauche vielleicht ein wenig Sympathie und vielleicht jemanden, der mich ansieht und sagt:
    "Dein armes Ding, es ist eine Schande über dich." Ja, es ist. Vielleicht mit etwas Glück
    Ich habe AIDS, Krebs oder Ebola und sterbe irgendwann.

    Lassen Sie uns den Toast und den Gral, und wenn ich ihn auch mag
    Unseren Jesus, ans Kreuz genagelt. Das ist Kunst und wird zu einem Märtyrer für alle ist das zu sehen.
    Dann, wenn es passiert ist. Ich springe aus dem Grab und das Brüllen das der in seine Lungen pumpt ist für alle Advent.
    Für alle Künste, baby! Alles für die Liebe.
    Offenbar gibt es die Ironie des Schicksals
    Die großen Künstler scheinen erkannt zu werden
    Jeder erst nach seinem Tode. Erweist es sich dann erst was es heißt Größe zu zeigen.
    Ich leide an etwas so unspektakulärem als akute Verzweiflung
    (Gott bewahre) Ich will in meinem eigenen Blut schwimmen, die letzte Glut durchschwimmen.

    Sie schreiben einen Brief und enden mit:
    Auf Wiedersehen, Ihr lieben Unvergessenen!
    Die Liebe ist tot; aber weinet alle nicht mehr für mich.
    Sie waren nie Hass und ich, ich war niemals Liebe.

    © Manfred H. Freude, Nr. 33 von Manfred H. Freude
    Aachen, 2009-12-29

    ***** Autoreninfo ******
    Manfred H. Freude geb. Aachen
    Escapistenlyrik, Liebe, Tod, Das Leben, Erfahrungen, Aktuelles, Trauer & Verzweiflung, Wut, Sehnsucht, Klartext, Kritisches, Gedanken, Allgemein, Nachdenkliches, Gefühle
    © 2009 MANFRED H. FREUDE

  • Das Schöne

    DAS SCHÖNE GEDICHT - DER GESCHMACK - DAS GLÜCKEN
    Ein „schönes“ Gedicht

    Anhand des Gedichtes Todtnauberg von Paul Celan
    werde ich Versuchen mein Verständnis
    von Philosophie, Lyrik, Ästhetik und Ethik zu erklären.

    Dies soll keine wissenschaftliche Bearbeitung des Textes werden, noch werde ich eine Interpretation des Textes liefern (dies ist bereits: siehe Reclam Interpretationen Gedichte von Paul Celan durch den uns bekannten Professor Gellhaus hier RWTH Aachen geschehen, auch aus diesem Grund habe ich dieses Gedicht als Beispiel gewählt ) ich bin hier an einer Meditation über den Text hinaus interessiert.

    Es geht hier um die Wahrnehmung des Gedichtes mit der dieser verbundenen Ethik
    und der Ästhetik dieses Gedichtes.

    Die Sprache eines Gedichtes ist auf die Wahrnehmung angewiesen.
    Wird ein Gedicht nur als eine Abweichung der Sprachnorm verstanden so verfehlt das spezifische der Dichtung seine Absicht.
    Im freien Spiel des Dichters gelingt eine menschliche Selbstüberschreitung.
    Ein Spiel kann wie im Kinderspiel heucheln, es kann andererseits aber auch zu lernen führen
    Wahrnehmung und Vernunft verändern hierbei ihr Verhältnis bei der Suche nach einer Ethik.
    Bereits aus ethischen Gründen verwarf Platon die Künstler, die Dichter.
    Kant: Die Natur ist die Grenze, der Ort der Krise. Die Freiheit ( Moral ) ist das Schöne das Erhabene. Der Mensch aber ist frei dank seiner Vernunft Theorie-Urteilskraft-Praxis. Kant forderte auf selbst zu denken:“ habe den Mut dich des eigenen Verstandes zu bedienen“.
    Wie sollte man dies besser beherzigen oder anwenden als bei einem Gedicht?

    Ein Gedicht zu lesen ( ein Gedichtsurteil ) ist ein ästhetisches Urteil.
    Die Bildung eines reinen Geschmacksurteils – ob ein Gedicht schön ist oder nicht; das Wohlgefallen ( Interesse ) das wir an einem Gedicht finden ist ohne alles Interesse.
    Wenn ich ein Gedicht herstellte, von dem ich wüsste, das es niemand liest oder wüsste, es gäbe gar keine Menschen die es lesen könnten, um hier zu sagen, das Gedicht sei schön, oder ich müsste meinen Geschmack beweisen; dies alles wäre nicht logisch.

    Dies bedeutet ich habe zunächst kein Interesse ein schönes Gedicht zu schreiben, noch hat mein Erstleser ein Interesse ein Geschmacksurteil zu bestimmen.
    Er steht dem Gedicht zunächst gleichgültig gegenüber.
    Das Gefühl einer Lust oder Unlust am Gedicht rein subjektiv ästhetisch ohne logische Erkenntnis über Sinn und Form und Inhalt.
    Es sieht schön aus, es scheint ein schönes Gedicht.

    Nirgendwo spricht ein Mensch so konzentriert wie in der Dichtung.
    Aller Ballast der allgemeinen Verständigungssprache ist entfernt.
    Das Gedicht ist auf seine Zeichen ( Ampel ) reduziert. Die sofort erkannt oder auch erst durch Nachforschungen.
    Hilfen sind hierzu das sprachliche klanghafte Zeichensystem, das über den Rhythmus, Bilder, Metaphern, Bedeutungen bis zu konstanten Mustern reicht.

    Unterschiede finden wir im Gedicht dessen Aussage wir gleich erkennen, wie den verrätselten, hermetischen Gedichten (Benn, Celan) die weitere Lektüren wie Lexiken, Pchyremble, Botanikbücher, etc. verlangen.

    Wichtig ist bereits beim dichten der Anfang: Karl Mickel: „Hier ist der erste Satz so wichtig wie die Startbahn für das Flugzeug: es erhebt sich dort. Dann aber hat es den Boden verlassen...“ Es startet in die verschiedenen Welten der Ideen.
    Jeder individuelle Leser interpretiert das Gedicht in seiner Welt.

    Einbildungskraft führt uns bei einem Gedicht weiter.
    Die Einbildungskraft besitzt eine ethisch Verpflichtung gegenüber dem Anderen.
    Produktive Einbildungskraft und sittliche Verantwortung sind keine Gegensätze.

    Wir erkennen die Form, die schöne Form, nicht beim ersten mal des Lesen oder hören und auch nicht die Struktur des Gedichtes.
    Die Einbildungskraft hilft uns weiter bei Wiedererkennen ( Mimesis) Sie stellt etwas her. Ein neues Gedicht
    Wir kommen den Dingen näher wenn wir näher und öfter und länger hinsehen
    apprehendieren - Wie ist der Gedanke des Dichters dargestellt? Durch die Einbildungskraft und einem sehen von bildhaften Flecken erkennen wir ein Schema.
    Dieses ist jedoch ebenso hart zu erarbeiten wie dem Dichter das Gedicht.

    Beispiel: Ein Urlaubskatalog, alles schön und schöne Bilder und schöne Beschreibungen sehr wahr, aber wenn ich dieses sehr wahre nicht ganz genau lese, habe ich ein großes Problem.

    Das gleiche gilt, wenn ich Platon oder Kant nicht sehr genau lese soweit dies überhaupt möglich ist.
    Dieses Problem habe ich bei den Dichtern.
    Es beginnt damit, wenn ich annehme, der Dichter meint mit diesem „ich“ sich selbst.

    Der Dichter ist kreativ und schöpferisch, nicht nach vorgegebenen sondern durch eigenen Genius schaffend.
    Kant: „ das Genie, das der Kunst die Regel gibt“.

    Die Form eines Gedichtes (als Begriff) vermag nicht der Einbildungskraft, der Sinnlichkeit zu entsprechen, wenn die Sprache nicht dem individuellen entflieht.

    Ist ein Gedicht zunächst schön, hässlich oder verwirrend – das ist nur ohne Interesse.
    Es verlangt der Reflexion
    der Einbildungskraft
    Ich muss zunächst lesen, sortieren – für Benn Gedichte benötige ich einen Pchyremple für andere ein Botaniklexikon usw. und dann vielleicht dann erkenne ich einige Bildflecken die ich zusammenführen kann zu etwas das mir Sinn zu geben erscheint.

    Den Zusammenhang von Ethik und Ästhetik verbürgt die „freie“ Tätigkeit der Einbildungskraft.
    Hierbei ist der Ästhetische Blick auch auf Dinge der äußeren Welt zu richten.
    Wechsel von Ich und Nicht-Ich, Subjekt und Objekt, Innere und Äußere Welt. Der Mensch, kraft seiner schöpferischen Einbildungskraft erzeugt eine Vielfalt durch die er zum Genie wird.

    Das Schöne an dem / einem Gedicht ist zunächst einmal die Abweichung.
    Abweichung die es von normaler Sprache abhebt – das hört sich gut an. – oder es erzeugt Verwirrung.
    Hier muss sich intensiv mit dem Gedicht befasst werden.
    Poetisches Sprechen ist unschuldig, frei pragmatisch.
    Deshalb kann der Dichter schreiben wie es seine Kreativität zulässt. Das normale Sprechen verlangt Ethik – ich meine es gibt keine Moral für das poetische Sprechen.
    Das Gedicht ist nicht nur Literatur und Unterhaltung, es dient in erster Linie der Erkenntnis.
    Das Gedicht unterliegt qualitativen Kriterien wie auch dem Geschmacksurteil.
    Es bietet dem Konsumenten eine intersubjektive Erfahrung.

    Wenn das Gedicht nur schön ist.
    Die Worte bannen. Was ist noch verborgen, was ist noch ungeweckt in diesem Bann.
    Auch dieses Unverständnis kann Leidenschaft wecken, wenn das Gedicht nur schön genug ist.
    Der Anblick des Gedichtes ist ohne Interesse,
    wenn ein Symbol oder ein Weg erkannt ist, beginnt das Arbeitsgedächtnis.
    Wenn aber etwas sofort oder über die Interpretation neu erkannt ist beginnt das Feuerwerk im Gehirn.

    Ästhetische Gesichtspunkte spielen für die Ethik keine Rolle

    Die Lust teilt sich entweder den Sinnen oder den Reflexionsgeschmack.

    Die ästhetischen Gesichtspunkte zu dem Gedicht
    Todnauburg von Paul Celan:

    Wir werden beim Lesen feststellen, das beim Eindringen in diesen Text wir in ein Labyrinth eindringen und uns verfangen.
    Erkennen zunächst das es ein Gedicht ist, an seinem Verstext.

    Die Frage lautet weiter handelt es sich hier um ein Gedicht oder um Lyrik?
    Die Verskunst besteht aus Vers und Sprache.
    Die Bildung eines Gedichtes ist zunächst unabhängig von Regeln.
    Die Abgrenzung = "Definition" von Begriffen klärt durch ihre Abgrenzung von den anderen Begriffen.
    Hierbei wird sich zeigen ob sich ein/dieses Gedicht gegen eine/die Definition/Abgrenzung, Klärung von Begriffen sträubt.
    Dies stellt sich als äußerst schwierig, da sich das Gedicht nicht so ohne weiteres
    auf den einen Begriff bringen lässt.

    Allein die erforderlichen Botanikkenntnisse,: arnika , Augentrost – Heilpflanzen; Bergwohlverleih (Arnica montana) als Wundmittel; Augenwohl, Euphrasia griech. Verb. Erfreuen, erheitern, Mittel gegen Augenleiden; Orchis und Orchis, Knabenkraut wörtlich Hode Orchideenart siehe Gedicht Niemandsrose Rute und Hode = Ermordung der Juden; erleichtern nicht den Einstieg in die Interpretation.

    Es ist wie die Entschlüsselung einer Geheimsprache.
    Wie bei der Entschlüsselung von Hieroglyphen steigt man tiefer in die Archäologie, in die Schichten des Gedichtes ein.
    Wenn einem ein Gedicht gefällt, dann muß dieses einem Anderen deshalb nicht automatisch auch gefallen.
    Geschmack ist subjektiv und oft eine Frage der jeweiligen Stimmung.
    Wenn wir einen wohlgefallen oder Missfallen an diesem Gedicht finden, ohne alles Interesse und dieses Gedicht so beurteilen, nennen wir dies Geschmack.

    Für Kant gibt es wie er betont keine Geschmacksregel die durch Begriffe bestimmen würde was schön wäre.
    Wenn uns das Gedicht ohne Begriff gefällt und erkannt wird, als Gedicht, so nennen wir es schön.

    Literatur: Ethik der Ästhetik Akademie Verlag Christoph Wulf,

  • Weltversionen

    Weltversionen

    Können sie nicht sehen, was vor ihnen ist? Antwort: das kommt darauf an!

    Freitag, 15. Dezember 2006
    Manfred Freude

    Es gab als Beispiel einer Version von Buchveröffentlichungen unter dem Eindruck: die meistens so anfingen: „Auf einer Zugreise von X nach Y kam mir die philosophische Idee...“ dieses im Eigenverlag und ohne fundiertes philosophisches Grundwissen, anschließend an vermeintliche potentielle Stellen verschickt das sei... solche Ergüsse seien gelinde ausgedrückt Papierkorbverdächtig.

    Diesem muss man unter dem genannten wissenschaftlichen Gedanken zunächst eindeutig zustimmen.

    Andererseits gibt dies ein hervorragendes Beispiel für weitere wissenschaftliche Überlegungen nach Goodman nach der diese Ausführung relativ wahr wäre, stellt sich nur die Frage, ob die Aussage überhaupt Sinn hat, und ob sie überhaupt wahrheitsfähig ist. Schriftsteller schätzen es, wenn man sie als Philosophen bezeichnet. Gehen wir davon aus, das der Autor ein philosophischer Schriftsteller ist, dann kann es doch durchaus sein das ein wissenschaftlicher Philosoph auch ein philosophischer Schriftsteller ist.
    Und eine Buch ohne sinnvollen Inhalt erscheint mir doch als etwas sehr philosophisches.
    Philosophie scheint mir etwas exoterisches, nicht esoterisches.

    So berührt hier der Satz – ebenso ernst genommen werden müssen wie die Wissenschaften und das die Philosophie der Kunst mithin als wesentlicher Bestandteil der Metaphysik und Erkenntnistheorie betrachtet werden sollte. Ich gehe bei dem o.a. Buchautor einmal von einem Typ Wolf Biermann aus. Der schreibt Bücher und Briefe aus gegebenen Anlässen. Nun möchten wir aber dem Schreiber keine allgemeinen
    wissenschaftlichen Kenntnisse absprechen, damit täten wir ihm ja unbekannterweise Unrecht.
    Auch ist zu erwähnen, das es gerade große Beispiele wie Herr Johann Wolfgang von Goethe gibt, der ja in haargenau dieser Weise arbeitete!
    Der hochwissenschaftlich, auf ihm unbekannten Feldern, etwa der Medizin, schrieb ( Erfinder des ?Ohrknöchelchens!!!). Nun sagt man, na ja der Goethe. Aber gerade hier sind wir beim Thema: Weisen der Welterzeugung. Er schrieb nämlich so wie oben zitiert, im Eigenverlag ( Eigene Kosten) seine Bücher, ( die sich im übrigen auch noch sehr schlecht verkauften ), was oben angeführte These relativ beweist, das nämlich die Bücher von hochanerkannten Wissenschaftlern viel häufiger verkauft wurden, diese aber heute wie auch diese Wissenschaftler, völlig unbekannt sind. Das Goethe zu seiner Zeit als Schriftsteller unbekannt war, wird bis heute besonders von anerkannten Wissenschaftlern, aus segensreichen Gründen vehement bestritten. Und was beweist dies? Nämlich nichts. Der v.a. Herr Goethe wurde mit dem anderen bekannten Dichter als „die Sudelköche von Weimar“ bezeichnet und abgelehnt. Man beachte zu dem o.a. Beispiel das es so wäre, als das heute ein Verteidigungsminister (das war Goethe zu seiner Zeit ) ein wissenschaftliches Buch schreibt. Man sieht aber gleichzeitig, das aus o.a. Beispiel am dem Beispiel Goethe unzweifelhaft, na sagen wir mal höchstwahrscheinlich, trotzdem Weisen der Welterzeugung entstehen können.

    Natürlich hier wie dort die Fragen: Können sie nicht sehen, was vor ihnen ist? Antwort das kommt darauf an! und Welten werden erzeugt, indem man mittels Wörtern, Zahlen, Bildern, Klängen oder irgendwelchen anderen Symbolen in irgendeinem Medium solche Versionen erzeugt; Hätte also der v.a. Schreiber sein Buch nicht schreiben sollen?
    Wäre damit eine Version einer Welterzeugung geplatzt? Hätte und Wäre.
    Im ersteren Fall Nein im zweiteren Fall Ja! Warum das.
    Ich erkläre es gerne. Zunächst gehe ich davon aus das Goodman sagt, das wenn einer eine Idee oder ein Buch oder eine Meinung nicht äußert, kann auch keine Weltversion entstehen. Soweit. Sehen wir von Buddha einmal ab, wo es ja anders lief, auch von einem Zen Buddhisten, der neun Jahre vor einer leeren Wand sitzt um Erkenntnis, Erleuchtung, Wissen, Weltversion, Welterzeugung zu gewinnen? Was auch immer, Relativ, Fiktionen, Metaphern? (Metapher auch gut, Weisen und Welterzeugung, zwei Dinge werden nicht verglichen, sonder in eins gesetzt. Eine Vorstellung die mehr ist als die Summe ihrer Teile)
    Der Autor musste also dieses Buch schreiben (unbedeutend? im übrigen wie fast alle Bestseller und große Autobiographien in den Büchereien, wer bezweifelt das?) musste dieses Buch schreiben, schöpfen, wenn nicht auch nur für sich? Gehe ich dann soweit zu sagen, es ist wie vorhin auch für Goodman, so auch wenn er später vor seinen Schöpfer tritt (hypothetisch) der ihn nicht fragt ( und das ist ganz wichtig ) welches Buch hast du gelesen, sondern der fragt. „ welches Buch hast du geschrieben“ ! Aber auch hier weiß ich natürlich das nicht das Buch an sich, sondern das Leben gemeint ist, es klingt nur so sehr gut.

    Das Beispiel eines anderen Schriftstellers Felix Salten, nichts wissenschaftliches , sehr unterschiedlich, schrieb Welterfolge wie Bambi und Josefine Mutzenbacher erzeugte er Weltversionen? Für Kinder vielleicht, für Erotiker vielleicht, und doch äußerst unbekannt, deshalb hier erwähnt, weil als Vielschreiber sehr angreifbar, auch von Wissenschaftlern.
    Können sie nicht sehen, was vor ihnen ist? Antwort das kommt darauf an! und weiter was machen sie damit und das wichtige ist die Antwort auf diese Frage... Was macht man damit? nichts? Dann entsteht keine Version; man muss also etwas mit der Antwort machen, also sagen wir dem o. g. Autor, schreiben sie es doch auf, schreiben sie ein Buch. Und genau das was man ihm vorwirft tat er.

    Im übrigen schreibe ich wie sie erkennen über Romanschriftsteller, obwohl ich keine Romane lese und mich doch gut auskenne, eine Eigenschaft die ich im übrigen mit sehr guten Bibliothekaren teile ( lesen sie nur mal Robert Musil, der Mann ohne Eigenschaften: wer sich auf den Inhalt einlässt ist verloren, er wird niemals den Überblick gewinnen )

    Nein, es muss heißen: Ein großzügiger Geist ist kein Ersatz für harte Arbeit
    Das ist selbstverständlich, das setzen wir voraus.
    Es ist alles nur mit harter, ja zu sagen härtester Arbeit und im besonderen o.a. Fall mit wissenschaftlicher oder auch philosophischer Arbeit zu erreichen. Aber dies sei auch gesagt, können wir denn allen oder auch nur einem der v.a. Autoren dieses harte Arbeiten absprechen. Kann nicht auch der Philosoph oder der Wissenschaftler völlig hart arbeiten und dabei sich und seine Arbeit selbst verhärten. Wie Goodman sagt sind nicht die Werke wahr oder falsch, sollten wir nicht besser von den Theorien sagen, sie seien richtig oder unrichtig.

    Gehen wir einmal davon aus Goodman wäre Robinson Crusoe und lebte auf einer einsamen Insel. Wie jener Autor würde er sein Buch: Weisen der Welterzeugung verfassen, ohne sicher zu sein, das je einer davon Kenntnis bekäme.
    Er wird sicher für sich auf der Insel eine Weltweise erzeugen. Weiter?

    Stellen wir den Autor und den anerkannten Wissenschaftler gegenüber. Wer verfügt über mehr Weltweisen. Behandelt der Wissenschaftler seine Familie in der gleichen Weise wie er seine Arbeit verrichtet, spricht er mit ihr in gleicher Arbeitssprache, so wie es Politiker oder Rechtswissenschaftler machen, oder Lehrer die ihre Kinder oder Ehepartner wie Schüler behandeln?

    Nun bezwecke ich aber in diesem Zusammenhang noch einmal auf Heidegger und Hölderlin kommen.
    Heidegger hatte immer wenn er Besuch hatte (auch wenn er alleine nachdachte) in Todtnauberg einen gleichen Rundkurswanderweg. Ich denke das ihm dies zurechtkam, weil er anhand von Steinen, Pflanzen, Bäumen, Wegen, Lichtung, das Ding, das Zeug, das Werk, das sich Lichtende erklären konnte. Eine sicher sehr angenehmere, doch verständlichere, wenn auch nicht unbedingt für jeden anwendbare Methode als auf Bücher hinzuweisen.
    Bloch und Popper verwandten oft in ihren Gesprächen die Redewendungen: „haben sie das gelesen, nein, haben sie dieses Werk gelesen, nein, haben sie mein Werk gelesen, nein, na ja, dann werde ich es ihnen erklären“. Nicht schlecht. Aber sicher hat jeder einen anderen Bücherschrank, andere Leseinteressen, andere Lesegewohnheiten, andere Versionen, andere Welten. Dies ist nicht falsch, kann nicht falsch sein.
    Falsch wäre allerdings, bei dem o.a. Autor, diesen für unwissenschaftlich zu halten dieses oder jenes Buch zu schreiben.
    Meine Frage geht dahin, warum soll nicht ein Atheist ein Buch über Religion schreiben? Warum soll nicht einer ohne Führerschein sich mit Autos auskennen?
    Meine Frage: warum soll einer nicht wählen? Sehen sie nicht wohin es mit der Demokratie geht? Antwort: das kommt darauf an! sagt Goodman und weiter: was machen sie damit ? Eskapismus?
    Er schreibt häufig: das klingt paradox; das seien Ellipsen; Leerstellen; nicht alles was zu allem gehört, gehört auch zum einen; man kann nicht sagen es sei richtig oder sei unrichtig,
    Ich glaube, dass es eine Antwort auf die Frage gibt; aber um uns ihr zu nähern, werden wir das ganze hochtönende Gerede über Kunst und Philosophie preisgeben und uns ganz unsanft auf nüchternen Boden begeben müssen.
    Na, ist das ein guter Satz, der passt mir genau und ich weiß nicht ob Proteste berechtigt sind, wenn ich behaupte, die Antwort kann nur heißen DICHTUNG!
    Natürlich ist dies auch die Antwort und das Ergebnis von Heideggers Ursprung des Kunstwerks,
    und was vorhin von Goodman gesagt wurde ist bei Heidegger das Lichtende, das sich entwerfende, das sich zeigende, das an-wesende.
    Es wäre im Goodman´schen Sinne: Die Welt, die sich ins Werk setzt, die aufgetan im Werk, gleichzeitig in und am Werk, die sich zeigt im Lichtenden, sich in das Licht setzende Zeigen, aus der Unverborgenheit treten, indem es benennt. Welterzeugen durch aufzeigen, Ent-werfen, sich benennen, im Streit (ohne bekämpfen) ein Sich Zeigen.
    Welt zeigt sich nicht: du siehst die Welt, wie du nicht den Berg siehst, er sieht dich.

    Daher geht auch meine Überlegung dahin ob nicht auch ohne Veröffentlichung oder ein Treten nach außen, nur durch die Kraft, das wir jemals davon erfahren, ein Zen-Buddhist vor der leeren Wand, nur anhand der Kraft neun Jahre vor leerer Wand zu meditieren, Weltversion schafft?
    Ich zitiere Goodman: In Wirklichkeit beschäftige ich mich mehr mit bestimmten Beziehungen zwischen Welten als damit, wie oder warum einzelne Welten aus anderen erzeugt werden. Der Zen Mönch zentriert seine Beziehung zwischen der realen äußeren Welt und einem Innern was dem auch sei.

    Dies wiederum bringt mich im Weiterdenken von Hölderlins Hyperion der diese (auch die von Goodman) Überlegungen bereits verworfen hat. Hölderlin war persönlich nicht mit den großen Erkenntnissen seiner Zeit völlig einverstanden, er widersprach Schiller, der ja Kant in seine Prägung brachte ( auch wieder das zuerst angeführte Beispiel des Schreibers aus dem Zug ). Hölderlin, der mit Fichte und Schlegel auf einem Zimmer wohnte, der mit den größten Philosophen seiner Zeit
    sprach und nicht ganz so ernst genommen wurde; ich behaupte weil er den damaligen Bildungsaufträgen widersprach. Der Staatsbeamte Goethe nannte ihn: „ich habe dem Hölderlein empfohlen kleine Gedichte zu schreiben“. Er muss ihn doch irgendwie gewurmt haben. Natürlich ist die Sprache im Hyperion heute gewöhnungsbedürftig, aber wenn man den Sinn dahinter sieht, ist es gleich dem Sinn hinter den Worten Goodmans zu suchen.
    Barbaren von alters her, durch Fleiß und Wissenschaft und selbst durch Religion barbarisch geworden... so beschreibt Hyperion die Griechen und meint auch die Deutschen. Er geht (Hölderlin) davon aus ( entgegen aller Auffassung aller Philosophen seiner Zeit ) Kant, Hegel, Schelling, Fr. Hebbel, Fichte, und aller großen Dichter: Goethe, Schiller, Heine u.v.a. Das die griechische Philosophie nicht der Anfang war sondern das Ende, wie auch v.a. nicht der Fleiß und die Wissenschaft der Anfang war sondern das Ende. Das sich die Griechen von ihrem Ursprung entfernen. Das der Bildungsgang der Griechen unten begann hoch ging und wieder hinab. Während der moderne Bildungsgang zumindest zu Hölderlins Zeit oben anfing, nach unten ging und wieder aufwärts gehen muss. Natürlich ist es auch leicht eine solche Auffassung zu zerstückeln, so schreibt er indirekt auch selber weiter, vielleicht zitiert er Horaz vom zerstückelten Dichter.
    Er endet im Hyperion ähnlich wie Goodman in Weisen der Welterzeugung.
    Hyperion findet die letzte Lösung nicht und zieht sich zurück als Eremit in Griechenland Er schließt:
    Wie der Zwist der Liebenden, sind die Dissonanzen der Welt. Versöhnung ist mitten im Streit und alles getrennte findet sich wieder. Es scheiden und kehren im Herzen die Adern und einiges, ewiges, glühendes Leben ist Alles. So dacht ich. Nächstens mehr.
    Nelson Goodman endet: Meine Leser könnten an dieser letzteren Überzeugung rütteln, wenn sie meinem etwas gewundenen und ebenso verführerischen wie anstrengenden Gedankengang ihre volle Zustimmung gäben.

    Zumindest für Hölderlin gehört zur Wissenschaft, zur Bildung, zur Erkenntnis zur wie er sagt seligen Einigkeit, das Irren.
    Der Bogen wird gespannt von einem Punkt der Einfalt bis zur Bildung. Hyperion sagt dazu: Wir stellen im Wechsel das Vollendete dar, in wandelnde Melodien teilen wir die großen Akkorde der Freude.

    Und Prof. Gellhaus schließt daraus mit und über den beiden Sätzen:
    Sie mein ich! Aber wie nenn ich Sie?

    Beides sind Goodman wie Hölderlin gemeinsam.
    Sie mein ich aber wie nenn ich sie?
    Diese Versionen der Welterzeugung, aber wie nenn ich sie?
    Oder nenn ich sie Weisen der Welterzeugung, aber was mein ich denn?

    Für Prof. Gellhaus liegt die Erklärung bei Hölderlin (aufgrund seiner Gedichte )
    in Sie mein ich: Antwort: der Landmann
    Aber wie nenn ich sie? Antwort: Baum
    Die Erklärung hierzu spare ich an dieser Stelle, mit Hölderlins: Nächstens mehr!

    P.S. kursiv gesetzte Zeilen sind Zitate; meist aus Weisen der Welterzeugung, wenn nicht anders beschrieben.

  • Aachener Kunstscene

    AACHENER KÜNSTLER

    Observation
    - ANZEIGE:Yvette Pistor

    Die Aachener und Berliner Aktionskünstlerin Yvette Pistor:
    "Wechselwirkungen zwischen Struktur, Fläche und Material.
    Die Qualität der Farbe. Dieses Zusammenspiel macht meine
    Gemälde aus. Inhalt ? Ein- und Ausblicke - Zustandsbeschreibungen.
    Beziehungsgeflechte. Integration, Isolation, Desorientierung.
    Beherrscht werden und herrschen."

    Europa-Art.de zeigt exclusiv die erste Observation der Yvette Pistor
    (Künstlerin der Künstlergruppe Europa-Art.de)

    (Schnelle Datenanbindung erforderlich ISDN empfohlen besser DSL)

    ANZEIGE: Der aachener Künstler Markus Frings

    Der aachener Künstler Markus Frings und Kunststudent der Akademie für bildende Künste Maastricht
    präsentiert einige seiner Werke. "Das Malen ermöglicht es mir, mich intensiver mit mir und meiner
    Umwelt auseinanderzusetzen.
    Dabei entdecke ich alle möglichen Stile und Techniken immer wieder neu. Wobei das Mittel den Zweck
    erfüllt." NEU! Zur Galerie oder vorher Künstler Info

    Der Objekt- & Modedesigner Tim Strunk welcher die letzten Jahre
    in Spanien zubrachte stellt seine aktuelle Taschenkollektion Barcelona
    vor. "Die Serie >para llevar< - zum Tragen - entstand mit der Idee aus
    gefundenen Materialien und Reststücken transportable Skulpturen zu
    schaffen und damit neue Massstäbe in Design und Gebrauch zu setzen.
    Aus dieser Idee wuchsen robuste, futuristische Taschengebilde, die sich
    noch weitgehend im Gebrauch und Handhabung den herkömmlichen
    Modellen angliedern. Die Formen entstanden nach längeren anatomischen
    Studien und passen sich bequem dem menschlichen Körper an.

    Aachener Kuenstler - Artists of Aix La Chapelle

    Hanns Bolz
    1885 Aachen - 1918 Neuwittelsbach
    "Der Sturm".
    Ausgabe No. 164/165,Juni 1913 4.Jahrgang.
    ohne Titel.
    Holzschnitt auf Titelseite.
    14,5 x 23,5 cm.
    Im Stock bezeichnet:
    Hanns Bolz Originalholzschnitt.
    Biographie
    Am 22.Januar 1885 geboren als Hanns Johannes Nikolaus Paul Hubert Maria Bolz in Aachen, als Sohn einer Kaufmannsfamilie. Volksschule und Gymnasium in Aachen.
    1895 Umzug der Familie nach Köln-Ehrenfeld. Besuch des Gymnasiums in Köln.
    Studium an der Kunstakademie Düsseldorf (?)
    1908-10 Paris (Montmartre u. Montparnasse-Dome).Atelier u.a.in der Rue Gabrielle 49.
    1911-Früjahr 1912 in München (Schwabing).Illustrator beim "Komet".
    Frühjahr 1912 Rückkehr nach Paris (Dome-Kreis).
    Studienreisen nach Madrid, London, Venedig, Oslo.
    1914 bei Kriegsbeginn in München, Teilnahme am I. Weltkrieg, schwere Gasvergiftung mit Teilerblindung.
    1917/18 nach vorzeitiger Entlassung in Köln (bei Otto Freundlich Atelier im Gereonshaus) und München. Befreundet mit Max Ernst.
    Gestorben am 4.Juli 1918 in der Kuranstalt Neuwittelsbach an den Folgen des Kriegsleidens.
    Testamentarische Anordnung zur Vernichtung seiner Werke aus dem Nachlaß.

    Ewald Matare (1887 Aachen - Büderich 1965)
    Phoenix.
    1954
    Eisenguss
    ca.16 x 14 cm
    im Guss monogrammiert,datiert.
    Rückseite Gießerstempel
    Auflage :1500 Exemplare.
    Jahresgabe Kölner KV.
    Erich Müller-Kraus
    (Aachen 1911-1967 Veberöd/Schweden)

    Überschwemmung.
    Gouache.1931.
    12,7 x 11,2cm(15,9 x 11,3cm).
    Monogrammiert,datiert,betitelt.

    Abbildung: Auktion 8/156 v.16.11.2002
    Andreas Sturies,Düsseldorf.

    St. Marien Köln.
    Rückseite.
    Bleistift.
    Betitelt.
    Erich Müller-Kraus
    (Aachen 1911-1967 Veberöd/Schweden)

    Evarist Adam Weber
    1887-1968
    12.04.1919-1930/31 wohnhaft in Partenkirchen,Hausnr.168(bei Witting)

    Am Brunnen.
    209 x 167 mm
    Holzschnitt um 1919
    im Stock monogrammiert
    rückseitig typografisch bezeichnet,
    fälschlicherweise als F.Adam Weber statt E.Adam Weber.

    Aachener Ausstellungen

    Aachener Sammler/Galerien

    Galerie ( Dieter Philipp) Otto57 Ottostraße

    div Galerien Rudolfstraße neben Theater K

    Neuer Aachener Kunstverein Karl von Monschau Alexianergraben
    Ladenlokal rechts von Globus,straßenwärts.

    Schürmann Fotogalerie ..

  • Kotzt nicht so Ästhetisch

    Kotzt nicht so Ästhetisch

    Reich sein nur noch aus Furcht.
    Arm sein nur noch aus Mitleid.
    Dichter sein aus Erbarmen und Schaudern.
    Es ist das Schauderndmachende und erbarmungswürdige Geschehen
    gegen übliche und gewöhnliche Erwartungen.
    Alle und Alles ist schwach, drinnen wie draußen.

    Ich fand alle Farben in ihren Angesichtern
    Ihre Körper verhärtet im Schmerz
    So rutschen ihre Mienen über Stacheldraht
    Folgte mein Blick jener Kugel die traf in Ihre Stirn

    Ich fand die Augen geblendet und gebrochen
    Unter dem Wasser die Pupille sie wog die Wellen
    Ich sah die großen Bäuche der Schiffe gefüllt
    Mit den Sklaven und den Edelsteinen der Einsamkeiten

    Ich fand das ich euch nicht verstehe
    Fühlt ihr mich? seht ihr mich?
    Meine Gefühle sind heute bei euch

    Ich fand ihre Leichen auf allen Straßen
    In allen Häuser gingen die Untoten in schönsten Kleidern
    und faltigen Körpern
    Nur ihre Haare waren falsch wie ihre Gefühle

    Ich fand die Nacht und eine weitere Nacht hinzu
    Immer, immer, immer Nacht und dem Dunkel
    Dunkel immer dunkel zusammen
    Immer und außen im Kampf

    Ich fand keine dieser Klingen scharf genug
    Dünne Scheiben zu schneiden
    Diese Blätter der Kritik an politischen Systemen
    Die im Auftrag Mächtiger gemacht

    Ich fand keine Menschenrechte
    In den leeren Worten der Mächtigen
    Und deren Augenaufschläge
    Diese Spuren im Sand von ständigen Wellen zerstört

    Ich fand ihre Saat der Gewalt
    Aus den Kreisen der Golfspieler
    Von Hubschraubern in die Mengen
    geworfene Granaten die verstümmelten
    Unkenntlich selbstzerstörend

    Ich fresse die ganze Wut in mich hinein
    Und kotze auf alle Arschlöcher
    Bevor ich von krankhafter Leidenschaft
    Mich professionell behandeln lasse

    Manchmal
    ich weiß nicht warum die Sonne aufgeht
    ich weiß nicht warum die Sonne untergeht
    es wundert mich das es mal hell ist und mal dunkel
    Mir scheint gar nichts ist recht

    Manchmal muss man töten
    sich selbst und alles
    jedes Wort zerbrechen
    beginnen an der Ursache
    dem Ausgang aus der Tragödie
    vor Deus ex machina

    Manchmal muss man aus der Tragödie aussteigen
    bevor sie zu Ende ist
    noch vor dem Da Sein
    dieser Geburt der Quelle
    bleibt Erscheinung.
    Nicht Sein und Glanz

    Manchmal verzeiht mir kein Gott
    unverständlich ist mir die Welt und der Tod
    der täglich meine Zeit verkürzt
    wird es Herbst
    und der Schutt sucht sich das längst verdorrte Blatt

    Manchmal beginnt das Ende auf einem Feld
    mit Furcht in einer Furche
    mit einem Korn mit dem Biegen und Brechen des Regens
    zerstört am Ende des Regenbogens

    Manchmal erkenne ich den Wahnsinn
    den ich manchmal als Irrealismus begreife
    Welten die in Gehirnen erzeugt
    von falschem Fleisch degeneriert

    Manchmal diese Todesmücke die jeden mordet unheilbar
    resistent bis zum geht nicht mehr
    und dann alle vor die Panzer spannen
    und sie zieht Menschheit meilenweit

    Manchmal stellen sie aus in Gottes Staat
    und über ihren Köpfen schwebt ein Heiligenschein
    während sie ihre Hosen benässen vor Glück
    Oder ist es ihre Angst – wir sind wieder wer

    Manchmal kannst du für Kunst oder deine Musik
    keinen Euro kaufen nicht mal einen Cent
    oh Freunde, nicht diese Töne
    für euer Gerede kann ich nichts kaufen – alles ist wertlos

    Manchmal trinke ich Bier aus der Flasche
    wenn es brodelt und kribbelt
    klären sich alle Fragen nach Motivation
    Metamorphosen wie Sex der richtig Spaß macht

    Manchmal vielleicht ging es uns noch gut wenn
    wir täten wie die Gläubigen und
    nicht wie alle Verbrecher wären
    und nicht spießig oder sich lustig zeigen

    Manchmal vielleicht macht es noch Spaß
    zu tun was vorgeschrieben und zu wiederholen
    was getan sein muss wie Schimmelpilz an feuchter Wand
    und ständig wiederkommt und geht nicht fort
    was man auch tut

    Manchmal aber sind die Gläubigen wie Sporen
    die im Lufthauch ziehen es gibt für den Glauben kein Land
    oder Verbrecher im Haus der Himmel aber sieht alles
    und wer glaubt wird bald wissen

    Manchmal denke ich warum denke ich
    das ich denke bevor ich denke das wir
    also du und ich waren wir nicht waren wir nicht
    ein Volk von Dichtern und Denkern

    Manchmal ich stand hinter mir und sah
    mich im Spiegel meiner Augen ( Dunkelheiten )
    hörte mich die letzten Worte sprechen: geh zur Seite

    Manchmal bedenke ich aufzugeben
    aber ich stehe weiter es macht soviel Spaß
    egal was alle Frauen sagen etwa
    man könnte nur im Sitzen pinkeln
    Manchmal am Alexanderplatz fährt
    die Hochbahn vorbei oder
    die Straßenbahn kommt und irrt vorbei
    Halt oder nicht Halt es ist alles gleich

    Manchmal gingen sie auf die Straßen
    manche sahen sie aus den Fenstern
    Schließt euch an hinter den Fenstern
    schwenkt den Blick ringsum

    Manchmal wenn es regnet
    haben wir noch die Filme zu sehen
    Politiker außer Kontrolle
    es gibt Regisseure die noch Wahrheiten verbreiten

    Manchmal wissen wir wenn es die Schädel zerreißt
    das wir viel dümmer werden
    wir lieben es öffnen uns gegenseitig die Schädeldecken
    und pissen auf unsere Gehirne

    Manchmal waren wir in Salzburg
    als Österreicher und Italiener sahen wir
    eine heile Welt die unter uns faul und morsch wurde

    Manchmal erlebe ich so etwas wie Endzeit
    wie das warten auf Nichts
    wenn man deine Bilder deportiert
    warten wir auf ihre Rückkehr

    Manchmal krächze ich für mich alleine
    auf diesem steifen Lied das klingt
    als sei Pause im Orchestergraben
    und nur die letzte Geige und Flöte spielt

    Manchmal vergesse ich bei den Worten
    lasse sie fallen in den Orchesterflügel
    und bespucke alle Aboinhaber
    auf ihren festgebuchten Plätzen

    Manchmal wenn vom Minarett
    der Priester ruft schreit es nach Krieg
    und die Dummen Jungen laufen auf die Straße
    und die Mädchen gebären

    Manchmal wenn sie sterben für Jungfrauen
    wer kann da widerstehen
    bei allen Stangen Dynamit
    und einem harmlosen Kinobesuch

    Manchmal ist es ein Gott der ruft
    an den Bushaltestellen denn Nächsten
    Halt beim Öffnen der Hirnschalen
    zerfließt matschig die Masse

    Manchmal steigt er vom Kreuz und
    er weiß genau alles was er sagt kann
    gegen ihn verwandt werden
    das wusste er denn der Prophet war sein Partner

    Manchmal fällt mir ein das seit vielen Jahren
    keine Musik mehr gemacht wird
    keine Musik mehr möglich ist
    und dieses eine Lied das tötet, tödlich

    Manchmal weine ich bei diesen Tönen
    bei den Geräuschen der Züge und dieses Regens
    der Handys spielt mir noch einmal
    das Lied vom Tod ins Ohr

    Manchmal sind wir verlassen von unseren Familien
    vom Erbärmlichen Leben zum Sterben täglich
    und alle Höllenqualen leibhaftig zu erleben

    Manchmal sind wir verblasst im Raumlosen
    hoffnungslos in Krematorien
    ganz verkachelt einschließlich vergammelter Mülltonnen
    wer nun noch keinen Fahrschein hat löst keinen mehr

    Manchmal berichten die Quellen von allerlei Waren
    von allerlei Vieh von unerträglichem Gestank
    von entfesselten Gewalten der Natur unnatürlich
    alles biologisch abbaubar energiereich luftverpestend

    Manchmal sind die Klippen messerscharf und
    die Schwerter der Götter wie Blitze
    Die Zeugnisse ablegen historisch

    Manchmal ist es überraschend das Kinder nach der Schule
    die Kreuzzüge wiederholen durch die Ämter und Burgen Administrationen und Formularen unüberwindlich
    wie reißende Bäche und Wasserfälle unbesiegbar

    Manchmal hörten sie die Flöten der Rattenfänger
    auf göttlichen Befehl und den Predigten ins Meer
    getrieben in Qualen und Leid

    Manchmal finde ich das ich zu dir gehöre
    das ich den Platz gefunden habe auf dieser Welt
    das ich mit dir spazieren ging am Fluss mit deinem Leben

    Manchmal glaubte ich jeden anderen zu treffen
    kannte nicht das Appartement
    das mit meinem Lebenswerk begann: Heute

    Manchmal wenn die Besten treten
    unter die Geregelten die Ordentlichen
    die alles Richtigmachen
    zerstören die Weisen und brechen unverdaut

    Manchmal treten die Armseligen den Armen
    die Reichen verschleppt treten zu den Heiligen reichlich reichen die Armen weinselig

    Quält euch zum Leiden Geborene
    Augen gebrochen Seelen gebrochen Rosengekrönte
    bevor diese Stricke reißen werdet ihr hängen
    ihr hört eure Schreie

    Rosengekrönte seht eure Gesichter
    Augen und Zungen hängen zu den Ohren hinaus
    Nur eure Schöpfe eure Haare – seht ihr
    zum Leiden Geborene Brüder, quält euch

    Es ist nicht so das ich auf eine Entdeckungsreise ging
    bin ich doch kein Liebhaber und ein Orgasmus keine Kunst,
    es ist einfach so als wollten sie immer wieder schwanger werden

    Es ist nicht so verzweifelnd wie Armut zwischen Grauen und Leid
    keine Vorstellung von Widerstand und Schweigen
    es ist nicht das Geld oder die Macht. Sind sie es nicht?

    Es ist nicht so das ich es gerne sehe
    wenn mein Gehirn so daliegt
    auf den kalten Fliesen
    wenn ich mich selber erschieße –
    kann mir nicht gefallen

    Es ist nicht so oder so
    wenn ich sie berühre wie mit einem Anderen Menschen
    der mir entgegentritt und
    begegnet und spricht wie mit mir so bin ich

    Es ist nicht so Heilig, heilig dieser neue Gott
    den wir so lange schon erwartet
    heilig egal auch wenn er Hörner trüge oder
    einen Pferdefuß er könnte niemals schlimmer sein

    Es sind zu viele die nicht mehr
    in sich selbst zurückkehren die keine Welt mehr
    finden werden die nichts in sich
    fauliges Gedärm in sich wo nichts

    Es waren Einige
    Meine Waffen sind die Gedichte
    ich habe keine Pump Gun
    ich gehe nicht zurück in die Schulen zum Töten
    schicke meine Gedichte in die Köpfe
    die in die Schulen gehen wie Viren

    Aachen, 2007-01-03
    Zwischentext Vorlese aus Machina Rettung
    © 2007 MANFRED H. FREUDE
    www.myblog.de/freude

  • Philosophische Perspektiven der Kunst

    Tabelle philosophische Perspektiven der Kunst

    Theodor Adorno Ästhetische Theorie
    Nelson Goodman Sprachen der Kunst
    Weisen der Welterzeugung
    Martin Heidegger Ursprung des Kunstwerks
    Artur C. Danto Die Verklärung des Gewöhnlichen
    Symbolischer Ausdruck und das des Selbst
    Metapher und Erkenntnis
    John Dewey Kunst als Erfahrung
    Gilles Deleuze Francis Bacon Logik der Sensation
    Max Raphael El Greco Porträt eines Kardinals
    Heinrich Wölfflin Das Erklären von Kunstwerken
    John Berger Das Leben der Bilder und die Kunst des Sehens
    Maurice Merleau-Ponty Der Zweifel Cezannes
    Paul Klee Das bildnerische Denken
    Erwin Panofsky Ikonografie und Ikonologie
    Ernst W. Gombrich Die Grenzen der Ähnlichkeit

  • Manfrede H. Freude

    FREUDE, Manfred H.
    Dichter, Philosoph, Dramatiker, Essayist, Herausgeber

    Geb. in Aachen. Gewohnt und gelebt hat er immer in Aachen in NRW. Lyriker, Dramatiker, Essayist und Philosoph. Er ist einer der vielseitigsten „Wortakrobaten“ unter den deutschsprachigen Poeten. Außer Lyrik schreibt er philosophische Essays und sprach- und dichtungswissenschaftliche Theorien. Seine Themen sind: Das tragische Bewusstsein, das sagende Schweigen in Schwaigen&Nichts, Eskapismus, Supervaluationismus, Extrem-Hermeneutik, Zorn als kreative Selbst-Motivation, Skeptischer-Poststruktualismus, Post-Dialogphilosophie. Zwei seiner Theaterstücke wurden öffentlich aufgeführt. Seit 2005 hat er über 10 Theaterstücke geschrieben und über 30 Bücher veröffentlicht. Aufführung: Debüt öffentliche Bühnenaufführung in Koblenz, am Theater Konradhaus auf der Festung Ehrenbreitstein, mit Spiegel der Ideale und Faust Arbeitswelten; Sein Debüt: Alles Gedichte-Keine Genichte 2005; Kunst-, (Ästhetik-), Philosophie-, (Lyrik-), Sprachen-, Literaturstudium an der RWTH Aachen. Erste Gedichte 1968. Neuere Gedichte ab 2002. Zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften, Seine Gedichte wurden vertont, im Rundfunk übertragen und übersetzt in Russisch, (Kyrillisch), Niederländisch, Englisch, Tschechisch. Siemens Projekt: Gedicht: „Zukunft“ Auflage 10 Tausend für Hochschulen und Gymnasien; Er ist Projektleiter der Silbenschmiede, einer Einrichtung des Literaturbüros Euregio Maas-Rhein, die jeden Monat eine Lesung veranstaltet. Mitglied im Autorenkreis und im Literaturbüro Euregio Rhein-Maas. Lyrische Texte, Storys, Dramen, Kurzgeschichten, Escapistenlyrik, Philosophische- Poetologische - Essays und Kunstgeschichtliche - Essays, intertextuelle Interpretationen; narrative Experimente und Dokumente von Selbstreflexion; fragmentarische Erzählungen; Prosaminiaturen; Interpretationsübungen; Insgesamt veröffentlichte er 25 Gedichtbücher von über 40 Büchern. Letzte Veröffentlichung: Schwaigen&Nichtsz, die unerhörte Wende, Sprachphilosophie, 480 Seiten in Hardcover und Softcover und Eskapismuslyrik, Literaturtheorie sowie die Biografie Todeszug KZ Ravensbrück hin und zurück.

    Kunst-, (Ästhetik-), Philosophie-, (Lyrik-), Sprachen-, Literaturstudium an der RWTH Aachen. Erste Gedichte 1968. Neuere Gedichte ab 2002; ab 2003 erste Internetveröffentlichung. Zahlreiche Veröffentlichungen, verschiedene Lyrikbücher; Siemens Projekt: Gedicht: „Zukunft“ Auflage 10 Tausend für Hochschulen und Gymnasien; Debüt 2005 mit - Keine Genichte – Alles Gedichte, Gegenwartslyrik, weitere Bücher Denkheft und Schriftmal, Treibsand und Lianen, Mallorkinische Reise, Tödlicher Frieden, Alles aus einer Hand. Aufführung: Debüt öffentliche Bühnenaufführung in Koblenz, am Theater Konradhaus auf der Festung Ehrenbreitstein, mit Spiegel der Ideale; und im da Faust Arbeitswelten; Manfred H. Freude ist Projektleiter der Silbenschmiede, einer Einrichtung des Literaturbüros Euregio, Rhein-Maas, die jeden Monat eine Lesung veranstaltet. Lyrische Texte, Haiku, Zitate, Storys, Dramen, Kurzgeschichten, Escapistenlyrik, Philosophische-, Poetologische-Essays- und Kunstgeschichtliche-Essays, intertextuelle Interpretationen; narrative Experimente und Dokumente von Selbstreflexion; fragmentarische Erzählungen; Prosaminiaturen; Interpretationsübungen; u. a. Mitglied im Autorenkreis und Literaturbüro Euregio Rhein-Maas. Ich, der Betrachter meiner Gedichte. Ich glaube an das, was mich zum Dichten treibt. Projektleiter der Silbenschmiede des Literaturbüros Euregio Rhein-Maas Aachen, Mitglied des Literaturbüros Euregio-Rhein-Maas Aachen.

    Persönliches:
    Biografische Aufklärung darf nicht mit der existenziellen Welt, in der die Menschen eingetaucht sind, verwechselt werden. Seine Themen sind: Das tragische (nicht Dialektik) Bewusstsein, das sagende Schweigen in Schwaigen&Nichts, Eskapismus, Supervaluationismus, Extrem-Hermeneutik, Zorn als kreative Selbst-Motivation, Skeptische-Diskursphilosophie, Poststruktualistische-Dialogphilosophie. Wenn man Gedichte liebt, so muss man als Dichterfreund nun anders interpretieren als klassisch psychoanalytisch. Ein Dichter, Lyriker, ein Poetiker, ein später Schreiber, nach getaner Arbeit. Umfangreich schreibt er Gedichte (work in progress ). Unter den Poeten ist er ein Zehnkämpfer. Ab und zu muss er sich auch an leichter Poesie des Alltags austoben, meint er. Schreibt leicht verständliche als auch hermetische Gedichte, Escapistenlyrik, Liebeslyrik, politische Gedichte, philosophische Lehrgedichte, Chormusikdichtung. Schreibt reimlose Lyrik, in unregelmäßigen Rhythmen wie auch in strengen antiken Metren und Sonette. Er schreibt Essays, Dramen, philosophische Fragmente, artistisch-konkrete und experimentelle Sprachmagie, intertextuelle Interpretationen, narrative Experimente und Dokumente von Selbstreflexion, fragmentarische Erzählungen und Prosaminiaturen. Gedichte mit moralischem Anspruch, anspruchsvolle Gedichte für eine andere, bessere Gesellschaft; gegen Pseudorealisten gibt es keinen Star keine Diva, keine Konkurrenten oder Konkurrentinnen. Teilweise geheimnisvoll, schwer zugänglich, dunkel. Er versteht es nicht und du verstehst es nicht und ich verstehe es doch auf unserer eigenen Ebene und wir wissen dass wir es nicht erklären können wovon es spricht und berührt. Es verweigert jede außerästhetische Bestimmung ein Mitempfinden von Leser und Gedicht. Betrachte das schöne Gedicht aber steig nicht ein, verzichte, respektiere das Werk und seinen Schöpfer erhaben, nobel. „… seine Gedichte zeichnen sich durch sensible, poetische Wahrnehmung des Alltags und durch einen liedhaften Ton aus. Sprachgenau hält sie Abschied, Unverständnis, Zurückweisung fest und bringt in stimmungsintensiven Bildern die Natur zum Sprechen …“
    Zum Dichter wurde Manfred H. Freude vom Kaufmann (Handwerker – Verkäufer - Bürokaufmann) Inneneinrichter, Gestalter bis zum – Geschmack ist erlernbar - Bauhaus. Mit dem Kunststudium entdeckt er die Ästhetik. Als Kunstsammler die Werte. Mit Musik (Lyrik) - im Chor ist jeder grundverschieden, deviant, abweichend, hybrid, wie jeder Vers im Gedicht – eingedichtet - wie ein Chor. Mit Philosophiestudium erwirbt er das Wissen vom Nichtwissen und mit dem Lyrikstudium schließt sich seine kulturelle Kompetenz. Er sieht sich selber als: Zeitkritiker, Postromantiker, Sehnsucht nach Frieden. Seine Interessen: Gedichte, Kunst, Philosophie, Kultur, Musik. Sein Werk ist vor allem als Lyriker bedeutend. Er ist auf der Suche nach der Wahrheit, so auch in seiner Poesie.. Er wird oft als Dichterphilosoph bezeichnet, da viele seiner Gedichte sehr philosophisch waren. Die Worte für ein gutes Gedicht suchen wir täglich neu; und in täglich neuen Versuchen und Übungen finden wir die Worte, deren wahres Gehalt die Zeit bestätigt!

    Stationen u. a. :
    Kaufmann, Handwerker, Dichter, Dramatiker, Philosoph, Essayist, Unternehmensberater, Makler, Kurator, Rhetoriker, mit Sprachbildung und Chorgesang. Kunst-, Musik-, Philosophie- und Lyrik. Angestellt und Gasthörerstudium an der RWTH Aachen, Philosophie, Kunstgeschichte, Sprachen + Literatur (Schwerpunkte Ästhetik und Lyrik); aktives Mitglied im Literaturbüro in der Euregio Maas-Rhein und dem Lyriktreff und als Projektleiter der Silbenschmiede.

    Arbeitsgebiete:
    Gedichte, Gegenwartslyrik, lyrische Texte, Haiku, Limericks, Zitate, Storys, Kurzgeschichten, Escapistenlyrik, Philosophische-, Poetologische-Essays-, und Kunstgeschichtliche-Essays, Intertextuelle Interpretationen; Narrative Experimente und Dokumente von Selbstreflexion; Fragmentarische Erzählungen; Prosaminiaturen; Interpretationsübungen; Schreibt über WORTE, über Gedanken, über Zeit und Zeiten, über Tod, Abschied und Einsamkeit und den WEG, – SINN - Liebe – Kunst – Vergänglichkeit – Politik – Hoffnung – Leben weit über 3.500 Gedichte und Prosa, Dramen und philosophische Texte;

    Veröffentlichungen, Anthologien (Auswahl):
    LuuP e.V. im Park Goethestraße 2003 und 2005, VDK Chor + Konzert Heft 3/2004 Nr. 116 - Chormusik; Literamus 27 – Älterwerden 3-88746-749-6; Buchanthologie: Ein Zeichen von Dir, - Liebeslyrik Liebesgedichte 204 Seiten, Juni 2005 ISBN Nr. 3-938607-25-4 Die Vielfalt unterschiedlicher Liebesgedichte, die der Band enthält: Nachtlicht eines schönen Abends, In Liebe So war die Liebe wie der Tag, Venus, Herz, fasziniert. Beziehungshumor, Leidenschaft, Erotik und stille, nachdenkliche Zeilen sind zu entdecken; Bundesgartenschau 2005; CD "Frühlingsgefühle- ein Sommernachtstraum" der Gruppe 4w. Text "Frühlingstrauminstinkte" interpretiert auf Hörbuchanthologie CD; Die Junge Akademie Berlin: Gedicht: „Welche Sprache spricht Europa“ bei Wanderausstellung Berlin; Sommerfelder Buchverlag Anthologie: Leben in der Großstadt; Okt.2005 Gedichtband „Beziehungsweise“ MBVerlag; 2005 Bibliothek deutschsprachiger Gedichte ausgewählte Werke Band VIII, Gedicht: „Zeitsphären in memoriam G. Benn u. E. Lasker – Schüler“; OSTRAGEHEGE - Zeitschrift für Literatur und Kunst Gedicht „Eisloch“ MRZ 2006; Jahrbuch 2006 des Kunstraum für Lyrik, Anthologie „Jeder Friedensgedanke ein Gedicht“; Preisträger Anthologie Farbenfroh mb Verlag ISBN 978-3-9811136-6-2 € 12,95; Preisträger Anthologien Markus Ferst, Winterrast, Schwarzes Afrika und Gefüllte Artischocken - Erotische Geschichten ISBN 3-86703-528-8; Drachenblume Märchengeschichte; 2007 Bibliothek deutschsprachiger Gedichte; Ausgewählte Werke Band X Gedicht: „Liebe der Nacht“; Brentano-Gesellschaft, Frankfurter Bibliothek des zeitgenössischen Gedichts 2007, Gedicht: Zweiter Stock; Hölderlin-Gesellschaft engere Auswahl unter 9 für den Vortrag Hölderlin-Jahr 2008; Matjes, mild bis makaber, ISBN 978-3-00-027878-5 9,90 €; Versnetze_zwei, 2009 von Axel Kutsch, Verlag Ralf Liebe, Gedicht: Grenzfälle; Kunstraum-Lyrikwettbewerb, Jeder Friedensgedanke ein Gedicht, Frieden und Freiheit, mv-buchhandel Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat, Edition Octopus; Kulturhauptstadt2010, Gedicht Castrop-Rauxel; Versnetze_drei, von Axel Kutsch 2010 Verlag Ralf Liebe, Gedicht: Natürliche Zeichen; verschiedene Anthologien; Lange Lesenacht Leerzeichen Hochschulradio 2010, 2011 + 2012; Lange Lesenacht Leerzeichen Hochschulradio am 1.3.2014 übertragen; 2013 Anthologie Spuren aus 30 Jahren Literaturbüro Euregio Maas-Rhein ISBN-13: 978-3732281565; 2014 deutsch-tschechische Anthologie "Über den Dächern das Licht - Nad střechami světlo" ISBN: 978-80-7272-505-2, ISBN: 978-80-7272-506-9 (pdf), ISBN: 978-80-7272-507-6 (ePub); Frankfurter Bibliothek, Brentano Gesellschaft 2014 Gedicht: Meine Fenster schließe ich; Versnetze 9 Anthologie Axel Kutsch Verlag Ralf Liebe 2014; Buchhandlung Schmetz/Vennen, "Der "Aachener Kanon der Literatur" - 100 kostbare Tipps für Buch-Liebhaber" aus Aachen;

    Preisträger: CD für Schüler und Schulen Horicons 2020 CD Locando-Siemens Projekt: „Zukunft“ Auflage 10 Tausend; Mein Nietzsche, Ein Projekt des Nietzscheforums München. 198 Seiten Verlag Traugott Bautz GmbH, ISBN 978-3-88309-543-1;
    DRAMEN und Theaterstücke: Aufführungen: erste öffentliche Bühnenaufführung eines Kurzdramas: Spiegel der Ideale, In Koblenz am Theater Konradhaus auf der Festung Ehrenbreitstein 2007; 2008 Vorspiel zu Faust-Arbeitswelten; weitere Dramen: 1848, Machina oder die Rettung für 4 und 25 Personen, Prinzenraub bis zu 250 Personen; Diogenes-Masturbation; weitere Literarische Lesungen

    Lesungen (Auswahl): Autorenkreis; Aachener Barockfabrik; Café Couleur Aachen; Lousberglesung im Rahmen der Aachener Literaturtage 2005 der Stadt Aachen; Lesung St. Severin, 5.5.2006 Eilendorf; Eigene Lesung LYRIK im Haus der Dommusik - Domsingschule Aachen 27.09.2006, Rundfunk Weihnachtslesung Peter Heuser Antenne Aachen 100,1, 25.12.2007 19-21:00 Uhr; 23.02.2008 Silbenschmiede Zeitungsmuseum Aachen; 13 Aachener Lyriker lesen am 29.02.08 im Gartensaal Institut Française; am 23.07.2009 im Rahmen der Leselust Literaturbüro Aachen, Atrium; Am 29.08.2009 in Aachen in Haus Löwenstein; Am 30.10.2009 im Haus der Dommusik in Aachen auf dem Katschhof; 2010 Lesung Lauter Liebe im Café Opera; 19.Dez.2010 L__rzeichen Viktoriastraße, 24h Lesung übertragen Hochschulradio; 27.08.11 Leerzeichen Lesung Mit freundlichen Grüßen; 17.12.11 Lange Lesenacht Hochschulradio; 21.07.11 Quadrum Domkreuzgang; 21.10.2011 Spätlese Café Opera; 26.-29.Jan. 2012 Hochstadter Stier, Weßling; Projektleiter seit 2011 der Silbenschmiede des Literaturbüros Euregio Maas-Rhein Aachen; Lange Lesenacht Leerzeichen Hochschulradio2012 und 2013; Anthologie 30 Jahre Spuren Literaturbüro Euregio Maas-Rhein; 2013 Lange Lesenacht Hochschulradio am 1.3.2014 übertragen; Deutsch-Arabischer Lyriksalon 10/2014 in Aachen im Couvenmuseum, und Bonn im Institut Française;

    Buchveröffentlichungen (Auswahl) :

    1. 1848 Theaterstück ISBN: 978-3-8442-1590-8 Hardcover
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2012, 17,75 €

    2. Alles aus einer Hand ISBN: 3-86703-469-9
    Freude, Manfred H.. - [Leipzig] : Engelsdorfer Verl., 2007, 8,70 €
    3. Das ganze Jahr ISBN: 9783844227185
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2013, 14,85 €
    4. Denkheft und Schriftmal ISBN: 3-939404-67-5
    Freude, Manfred H.. - [Leipzig] : Engelsdorfer Verl., 2006, 9,80 €

    5. Dichter im Gedicht, Edition Freude spezial ISBN-13: 978-3-86901-152-3
    126 Seiten, Freude, Manfred H.. - Leipzig : Engelsdorfer Verlag, 2009, 9,95 €
    6. Die schweigenden Fische ISBN-13: 978-3-86268-239-3
    141 Seiten, Untertitel: Edition Werk Band 7 - Lyrik & Dichtung 2010, 10,00 €
    7. DIOGENES Masturbation Theaterstück n. n. V.
    8. ESKAPISMUSLYRIK ISBN: 978-3-8442-2180-0
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2012, 13,80 €

    9. FREIHEIT Ich bereue Nichts! Theaterstück ISBN: 978-3-8442-1590-8
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2012, 8,95 €

    10. FREUDE Das dichterische Werk ISBN 978-3-86858-188-1
    2002 - 2006 Freude beim Lesen, Gebundene Ausgabe 2009, 29,90 €
    11. Freude des Bösen ISBN: 978-3-8442-1184-9 Hardcover
    128 Seiten, Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2011, 22,75

    12. Gedichte vom laufenden Meter ISBN: 978-3-8442-1924-1
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2012, 9,95€

    13. Gesang einer Nachtigall ISBN: 978-3-8442-5697-0 Hardcover
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2013, 27,45 €
    14. HIMMEL&HÖLLE Theaterstück ISBN: 978-3-8442-1736-0
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2012, 9,85 €

    15. Hinter dem Sprechen ist Nichtsz. Sprachphilosophie. ISBN: 978-3-8442-8916-9
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2014, 14,80 €
    16. Ich hörte Schweigen. Werk Band 8, ISBN-13: 978-3-86268-755-8
    83 Seiten. Freude, Manfred H.. - Leipzig : Engelsdorfer Verlag, 2012, 7,99 €.

    17. In einem kalten Garten, Werk Band 9 ISBN-13: 978-3-95744-027-3
    110 Seiten Freude, Manfred H.. - Leipzig : Engelsdorfer Verl., 2014, 9,00 €
    18. KATALOG alle Werke; ständig aktualisiert, nur bei Epubli 6,95 €
    19. Keine Genichte - alles Gedichte ISBN: 3-939144-41-X
    Freude, Manfred H.. - Leipzig : Engelsdorfer Verl., 2005, 9,40 €

    20. KontraVerse zur Kontroverse 10 Jahre 2003-2013 ISBN Nr.: 978-3-8442-6693-1 Hardcover 828 Seiten 754 Gedichte Freude Manfred H. epubli, 2013, 57,45 €
    21. Lieder der Liebe 100 Liebesgedichte ISBN 978-3-86858-439-4
    132 Seiten, Verlag Shaker Media 2010, 12,95 €
    22. Machina oder Die Rettung Theaterstück SHM 00.000-0.00539
    Rollenbuch Arbeitsbuch A4 März 2010, 12,00 €
    23. Mallorkinische Reise ISBN: 3-86611-189-4
    Freude, Manfred H.. - [Mammendorf] : [Pro-Literatur-Verl.], c 2005, 19,95 €

    24. Meindichten, ISBN: 9783844252460 - 132 Seiten
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2013, 12,95 €
    25. Mit freudischen Grüßen ISBN 978-3-86268-460-1
    59 Seiten, Freude, Manfred H.. - Leipzig : Engelsdorfer Verl., 2011, 8,80 €

    26. Parmenides Lied der Natur Philosophie, n. n. V. 6,95 €
    27. Schlagwort & Dichterstreit ISBN-13: 978-3-86901-153-0
    Freude, Manfred H.. - [Leipzig] : Engelsdorfer Verlag 2009, 12,00 €
    28. SCHWAIGEN & NICHTSZ Hardcover ISBN: 978-3-8442-1662-2
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2012, 69,95 €

    29. SCHWAIGEN & NICHTSZ Softcover ISBN: 978-3-8442-1887-9
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2012, 59,85 €

    30. SPIEGEL der IDEALE Theaterstück ISBN 978-3-8442-1530-4
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2011, 8,95 €

    31. Todeszug KZ Ravensbrück Hin und Zurück ISBN: 9783844238129
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2013, 10,95 €
    32. Tödlicher Frieden Edition Freude ISBN: 3-86703-111-8
    Freude, Manfred H.. - [Leipzig] : Engelsdorfer Verl., 2006, 15,00 €
    33. Treibsand und Lianen ISBN: 3-939404-64-0
    Freude, Manfred H.. - [Leipzig] : Engelsdorfer Verl., 2006, 13,00 €

    34. Unaussprechlichkeit; Seiten ISBN: 9783844238129
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2014, 9,85 €
    35. Vom Hörensagen & Draufsätzen ISBN: 978-3-86703-709-9
    146 Seiten, Freude, Manfred H.. - [Leipzig] : Engelsdorfer Verl., 2008, 10,70 €
    36. WAHRHEIT zur FREUDE - WAHRHEIT-DICHTUNG-PHILOSOPHIE
    ISBN: 978-3-8442-2029-2 Freude, Manfred H., Berlin: epubli GmbH 2012, 12,90 €
    37. Weihnachtsausgabe; jährlich aktualisiert, nur über Epubli
    38. Widerwort und Widerstreit Edition Werk Band 6 ISBN: 3-86858-365-3
    Verlag Shaker Media Untertitel: - Lyrik & Dichtung, 2010, 14,90 €
    39. Wunden des Daseins, Lyrik, ISBN: 978-3-73751-439-2
    56 Seiten, Hardcover Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2014, 14,95 €
    40. Wieso es kein ICH gibt. ISBN: 9783844294200 88
    Seiten. Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2014, 9,85 €

    40 Bücher, davon 25 Lyrikbände
    Bestellung in jeder Buchhandlung, beim Verlag Shaker, Epubli und Engelsdorfer, im Internet und bei AMAZON; leihweise in vielen Bibliotheken in Aachen in der Städtischen Bücherei und RWTH Bibliothek, Lyrik-Kabinett München und Literatur Archiv Marbach in Leipzig, München, Dresden,
    Erfurt, Bonn, Tokio und vielen weiteren.

    Theaterstücke und Dramen

    1. 1848 Deutschland in der Krise Buch Epubli Verlag
    2. Amok I + II
    3. Bakchen als Theaterstück Sprech-Chor
    4. Das Buch des Salomon Liebeslied
    5. Diogenes Masturbation Blaue Pillen
    6. Faust Arbeitswelt Vorspiel Aufgeführt Koblenz / Festung Ehrenbreitstein 2009
    7. Himmel und Hölle Bedingungsloses Grundeinkommen
    8. Lied der Lieder Parmenides Philosophie
    9. Linzertorte Adolf Hitler und Ludwig Wittgenstein in Linz
    10. Machina oder Die Rettung Angst Schuld Hass Zorn Arbeitsbuch Rollentext SHAKER
    11. Prinzenraub Altenburg
    12. Regie Hoffnungslos
    13. Spiegel der Ideale Aufgeführt Konradhaus Koblenz / Ehrenbreitstein 2007

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    manfred h. freude
    im Bestand: Gesamter Bestand Wissenschaftlicher Bücher, Philosophie, Germanistik, Theater
    - alphabetisch geordnet

    1. 1848 Theaterstück ISBN: 978-3-8442-1590-8 Hardcover
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2012, 17,75 €

    2. Alles aus einer Hand ISBN: 3-86703-469-9
    Freude, Manfred H.. - [Leipzig] : Engelsdorfer Verl., 2007, 8,70 €
    3. Das ganze Jahr ISBN: 9783844227185
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2013, 14,85 €
    4. Denkheft und Schriftmal ISBN: 3-939404-67-5
    Freude, Manfred H.. - [Leipzig] : Engelsdorfer Verl., 2006, 9,80 €

    5. Dichter im Gedicht, Edition Freude spezial ISBN-13: 978-3-86901-152-3
    126 Seiten, Freude, Manfred H.. - Leipzig : Engelsdorfer Verlag, 2009, 9,95 €
    6. Die schweigenden Fische ISBN-13: 978-3-86268-239-3
    141 Seiten, Untertitel: Edition Werk Band 7 - Lyrik & Dichtung 2010, 10,00 €
    7. DIOGENES Masturbation Theaterstück n. n. V.
    8. ESKAPISMUSLYRIK ISBN: 978-3-8442-2180-0
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2012, 13,80 €

    9. FREIHEIT Ich bereue Nichts! Theaterstück ISBN: 978-3-8442-1590-8
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2012, 8,95 €

    10. FREUDE Das dichterische Werk ISBN 978-3-86858-188-1
    2002 - 2006 Freude beim Lesen, Gebundene Ausgabe 2009, 29,90 €
    11. Freude des Bösen ISBN: 978-3-8442-1184-9 Hardcover
    128 Seiten, Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2011, 22,75

    12. Gedichte vom laufenden Meter ISBN: 978-3-8442-1924-1
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2012, 9,95€

    13. Gesang einer Nachtigall ISBN: 978-3-8442-5697-0 Hardcover
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2013, 27,45 €
    14. HIMMEL&HÖLLE Theaterstück ISBN: 978-3-8442-1736-0
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2012, 9,85 €

    15. Hinter dem Sprechen ist Nichtsz. Sprachphilosophie. ISBN: 978-3-8442-8916-9
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2014, 14,80 €
    16. Ich hörte Schweigen. Werk Band 8, ISBN-13: 978-3-86268-755-8
    83 Seiten. Freude, Manfred H.. - Leipzig : Engelsdorfer Verlag, 2012, 7,99 €.

    17. In einem kalten Garten, Werk Band 9 ISBN-13: 978-3-95744-027-3
    110 Seiten Freude, Manfred H.. - Leipzig : Engelsdorfer Verl., 2014, 9,00 €
    18. KATALOG alle Werke; ständig aktualisiert, nur bei Epubli 6,95 €
    19. Keine Genichte - alles Gedichte ISBN: 3-939144-41-X
    Freude, Manfred H.. - Leipzig : Engelsdorfer Verl., 2005, 9,40 €

    20. KontraVerse zur Kontroverse 10 Jahre 2003-2013 ISBN Nr.: 978-3-8442-6693-1 Hardcover 828 Seiten 754 Gedichte Freude Manfred H. epubli, 2013, 57,45 €
    21. Lieder der Liebe 100 Liebesgedichte ISBN 978-3-86858-439-4
    132 Seiten, Verlag Shaker Media 2010, 12,95 €
    22. Machina oder Die Rettung Theaterstück SHM 00.000-0.00539
    Rollenbuch Arbeitsbuch A4 März 2010, 12,00 €
    23. Mallorkinische Reise ISBN: 3-86611-189-4
    Freude, Manfred H.. - [Mammendorf] : [Pro-Literatur-Verl.], c 2005, 19,95 €

    24. Meindichten, ISBN: 9783844252460 - 132 Seiten
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2013, 12,95 €
    25. Mit freudischen Grüßen ISBN 978-3-86268-460-1
    59 Seiten, Freude, Manfred H.. - Leipzig : Engelsdorfer Verl., 2011, 8,80 €

    26. Parmenides Lied der Natur Philosophie, n. n. V. 6,95 €
    27. Schlagwort & Dichterstreit ISBN-13: 978-3-86901-153-0
    Freude, Manfred H.. - [Leipzig] : Engelsdorfer Verlag 2009, 12,00 €
    28. SCHWAIGEN & NICHTSZ Hardcover ISBN: 978-3-8442-1662-2
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2012, 69,95 €

    29. SCHWAIGEN & NICHTSZ Softcover ISBN: 978-3-8442-1887-9
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2012, 59,85 €

    30. SPIEGEL der IDEALE Theaterstück ISBN 978-3-8442-1530-4
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2011, 8,95 €

    31. Todeszug KZ Ravensbrück Hin und Zurück ISBN: 9783844238129
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2013, 10,95 €
    32. Tödlicher Frieden Edition Freude ISBN: 3-86703-111-8
    Freude, Manfred H.. - [Leipzig] : Engelsdorfer Verl., 2006, 15,00 €
    33. Treibsand und Lianen ISBN: 3-939404-64-0
    Freude, Manfred H.. - [Leipzig] : Engelsdorfer Verl., 2006, 13,00 €

    34. Unaussprechlichkeit; Seiten ISBN: 9783844238129
    Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2014, 9,85 €
    35. Vom Hörensagen & Draufsätzen ISBN: 978-3-86703-709-9
    146 Seiten, Freude, Manfred H.. - [Leipzig] : Engelsdorfer Verl., 2008, 10,70 €
    36. WAHRHEIT zur FREUDE - WAHRHEIT-DICHTUNG-PHILOSOPHIE
    ISBN: 978-3-8442-2029-2 Freude, Manfred H., Berlin: epubli GmbH 2012, 12,90 €
    37. Weihnachtsausgabe; jährlich aktualisiert, nur über Epubli
    38. Widerwort und Widerstreit Edition Werk Band 6 ISBN: 3-86858-365-3
    Verlag Shaker Media Untertitel: - Lyrik & Dichtung, 2010, 14,90 €
    39. Wunden des Daseins, Lyrik, ISBN: 978-3-73751-439-2
    56 Seiten, Hardcover Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2014, 14,95 €
    40. Wieso es kein ICH gibt. ISBN: 9783844294200 88
    Seiten. Freude, Manfred H.. - Berlin : epubli GmbH, 2014, 9,85 €

  • Existens der Lyrik

    Marcel Beyer Grafit: „Lyrik ist heute nicht mehr die Gattung, in deren Tiefe wir nach einem von den Wörtern verschlüsselten Sinn suchen und nach einer entscheidenden Auslegung unserer Existenz. Wir lesen Gedichte kaum als Metapher der Wirklichkeit oder als Orientierung für unser Leben. Eher hoffen wir, in ihnen der Konkretheit einer Welt neu zu begegnen, die uns ferngerückt ist - und zerfallen in eine überwältigende Vielfalt der Möglichkeiten. Denn alles soll ja möglich sein in unserem Alltag, nichts scheint notwendig oder unmöglich, wir leben hinter den Vorzeichen von Konjunktiv und Kontingenz, sodass wir uns nach dem Indikativ des Konkreten sehnen und nach einer Sprache, deren Verbindlichkeit die Dinge präsent macht."

    Es zeigt deutlich, ja deutlicher, dass jedes Wort, jeder Text, Unsinn, also ohne Sein, ist. Dass die Wirklichkeit ohne Grund ist, wie auch Sprache ohne Denken ist, dies scheint nun gewiss. Die wahren Dinge könnten auch nicht sein. Und was denken wir, wenn wir diesen Text lesen? Wir denken Nichtsz, denn denken ist nicht wie essen und trinken, bei denen es eine Erfahrung gibt. Was ist das, was wir gerade denken? Können wir unser denken beschreiben? Hinter unserem sprechen ist Nichtsz.
    Hinter dem Sprechen liegt Nichtsz: Sprachphilosophie Schwaigen
    Mein Buch vom März 2014
    von Manfred H. Freude

    Aber was steckt hinter der heutigen Lyrik? Welcher Sinn nach dem Grund unserer eigenen Existenz? Wieso es kein ICH gibt: Mein Ich, ist nur eine missverstandene Bedeutung meines Sprachgebrauchs. Mein Buch vom Mai 2014
    von Manfred H. Freude (Autor)
    Wieso es kein ICH gibt. Ich weiß nicht, ob ich noch wach bin oder gerade noch träume. Noch niemals bin ich mir selbst begegnet. Selbst kenne ich mich nur aus Spiegeln, mich selbst habe ich niemals betrachtet. Ich könnte nicht einmal richtig Skeptizismus betreiben, und wenn ich konsequent wäre, was wüsste ich von der ganzen Welt, ich wäre nicht einmal Solipsist. Als Skeptiker muss man an die Wahrheit glauben, es zumindest versuchen, sonst würde man Nihilist. Ausgangspunkt dieser These, dass es „mich für mich nicht gibt“ wäre, dass ich die Anderen sehe und als Andere erkenne, so wie ich meinen Körper nur als einen Anderen erkennen und nur teilweise sehen kann; denn weder mein Gesicht, noch jemals meinen Rücken, könnte ich jemals sehen, außer im Spiegel als so über einen Anderen. Mich gibt es nicht und vielleicht bin ich auch nur der Einzige, den es nicht gibt, auch wenn ich die Anderen erkenne und sie mich. Das Spiegelbild ist ein Abbild dessen, der sich zu sehen wünscht. Aber wer ist das denn, der das wünscht, der darauf beharrt, dass ich mich erkennen soll? Es müsste einer sicher sein, doch wer ist sich so gewiss, dass er mir meine Selbsterkenntnis anpreist? Da muss bereits ein böser Dämon oder Teufel sein, dass er mir meine Selbsterkenntnis aufdrängt. Die große Frage ist seit fast dreitausend Jahren, was ist denn Selbsterkenntnis und dazu sind doch die Allerwenigsten überhaupt in der Lage, das hat sich doch erwiesen. Was ist nun so wichtig an diesem Punkt? Nun ja, eigentlich ist dies so klar zu erkennen, doch schon Descartes behauptet ja: Ich denke, also bin ich. Wenn wir von dem denken, welches an sich bereits problematisch scheint, hier einmal absehen, so fragt sich ja erst, woher er dieses Ich eigentlich (wie auch Hume erkannte so viele Philosophen ebenfalls) kennen? Hume jedenfalls erkannte es nicht, jedoch in einem vielleicht viel Geringeren, weil auch widerlegten (von Kant) Maße als ich. Hier schreibe ich schon ich, obwohl ich ja behaupte, dass ich das/mein ich nicht kenne. Ich schreibe also vom Ich, wie von einem Anderen, mir viel Näherem. Ich denke, also ist dort intern ein Denken, das denkt, und das zeigt, dass es auch noch mindestens eine externe Welt gibt, nämlich dieses Ich, zu einer weiteren materiellen realen Welt, außerhalb des Denkens.

  • Schwaigen

    2469) Man müsste eigentlich SCHWEIGEN über so viele schwierige Themen in unserer Zeit, aber so schweigen, wo wir eigentlich etwas sagen müssten, so geschwiegen, dass jeder sich schämen muss, weil man sich aufgrund der dummen Kommentare und Erwiderungen nichts zu sagen trauen würde.

  • Der Arabische Frühling endete in der Nacht.

    Der Arabische Frühling endete in der Nacht.
    Die Dunkelheit vertilgte die Stimmen und viel Blut floss durch die Straßen in die Welt.
    Nichts mehr war wie früher, als der Muezzin noch nach Gott rief.
    In diesem Gemetzel ließ Allah sich nicht mehr sehen.
    Der Welt stockte der Atem und sie schwieg, denn es war der letzte Frühling auf der Welt und es war niemals mehr Sommer oder Winter.
    Alles was geboren wurde starb noch in dieser einen Nacht.
    Der Arabische Frühling riss sich beide Augen aus, denn er wollte das Elend nicht mehr sehen.
    Er sprengte seine Augen in die Luft, denn er wollte nicht, dass diese dem Feind in die Hände vielen. Der Arabische Frühling entstand, als der Anfang des Endes der Menschen begann und jede Hoffnung des Schöpfers endete in dieser Nacht.

    © Manfred H. Freude
    Montag, 27. Oktober 2014

  • Keiner weiß

    Keiner weiß etwas, einige meinen etwas zu wissen, Sokrates (Laches/Theatet/Menon) wie er nicht weiß, so meint er auch nicht. Ich weiß es nicht, darum meine ich auch nicht. Die Frage lautet, gibt es das Identische im Vielen? Ja? Wo? Ort? In der Sprache, indem wir die Frage stellen. Es ist der Zusammenhang von Sprache und dem Allgemeinen.

  • Manfrede H. Freude

    Seine Gedichte sind eine motivische Darstellung der Einsamkeit, des Vergänglichen, sowie ein melancholischer Sprachduktus in der Tradition pessimistischer Literatur. F. gebraucht seine Lyrik in einer stark verschlüsselten, dichten, meist ungereimten Sprache von großer Eindringlichkeit. F. versucht, die Stellung der Lyrik neu, modern zu justieren. In der Gegenwart verankert seine poetische Sprache deutliche Dichtkunst. Die Verwendung eines lakonischen, bisweilen philosophisch, fragmentarischen Stils, heben beständig die Korrespondenz zwischen Inhalt und Aufbau hervor.

  • Mein Junkmailordner ist so leer. Von Manfred H. Freude

    Mein Junkmailordner ist so leer.
    So leer.
    Schreib mir doch einmal eine Mail.
    Das finde ich so geil.
    Ich weiß nicht kommen nun noch mehr.
    Neue Mails
    Mein Junkmailordner ist so leer.
    So leer.
    Wo krieg ich neue Emails denn her.
    Mein Posteingang in allen Ehren.
    Den muss ich stets von Junkmails leeren.
    Sie sind alle nun gelöscht.
    Mein Junkmailordner ist so leer.
    So leer.
    Ungelesen glaub es hackte
    Ungesehene Kontakte
    Mein Junkmailordner ist so leer.
    So leer.
    Mag die Mails nicht mehr.

    Freitag, 10. Oktober 2014
    © Manfred H. Freude

  • Antiengel

    Antiengel:
    Du bist alleine, für Dich alleine, da ist keiner auch kein Engel. Da ist niemand draußen. Nur drinnen ist nichts das Du finden kannst und doch ist dort etwas, das Platon die Ideen nannte und spätere Philosophen einen Gottesbeweis und Kant nannte es Vernunft oder auch transzendentale Vernunft.

    Alle Engel sind schrecklich. Rilke stellt dem Menschen die „Gegenbilder" von Tier und Engel gegenüber. Engel und Tier sind frei von Widersprüchen des menschlichen Bewusstseins. „Der »Engel« der Elegien hat nichts mit dem Engel des christlichen Himmels zu tun... Der Engel der Elegien ist dasjenige Geschöpf, in dem die Verwandlung des Sichtbaren in Unsichtbares, die wir leisten, schon vollzogen erscheint. Für den Engel der Elegien sind alle vergangenen Türme und Paläste existent, weil längst unsichtbar, und die noch bestehenden Türme und Brücken unseres Daseins schon unsichtbar, obwohl noch (für uns) körperhaft dauernd. Der Engel der Elegien ist dasjenige Wesen, das dafür einsteht, im Unsichtbaren einen höheren Rang der Realität zu erkennen. Daher »schrecklich« für uns, weil wir, seine Liebenden und Verwandler, doch noch am Sichtbaren hängen.“

    Diese zwei Dinge "Metapher und Religion“. Jede Religion interpretiert ihre Metaphern in der gleichen Weise zu einem bestimmten Modell. Solche Unterschiede sind tendenziell weitgehend entfernt davon, von dogmatischen Prinzipien einer bestimmten Religion grundlegend bestimmt zu werden. Es stellt einen sprachlosen Beitrag dar, Standpunkte aus den drei großen Religionen innerhalb des Monotheismus darzustellen: dem Judentum, Christentum und Islam. Das Fassungsvermögen fasst eine breite Palette von theologischen Themen aus Mystik und Religion. Sie enthält Fallstudien, die die Methodik der heutigen Gelehrten oder Metaphern verwendet. Das Volumen große Herausforderungen zu Mainstream Metaphorologie. Es stellt eine bedeutende Reihe von Entdeckungen, Instanzen und neue Deutungsmuster dar. Tatsache ist, es sind die Mythen, die weitererzählt und immer weitererzählt werden, die gehört und immer wieder gehört werden, nur das macht sie glaubwürdig. Nicht diese wissenschaftlichen historischen Nachweise und Fakten. Die Tatsache über einen Kaiser, der Rom niederbrannte, einen Kaiser der alle Neugeborenen eines Stammes töten ließ, und dann diese Schreckensherrscher und Massenmörder, deren wahre Geschichte, vor dem Hintergrund der Erzählungen romantisiert werden, sie verwischen zu sauberen Erzählungen. Wessen Tatsache? Der Historiker oder die Tatsache der Tatsache? Widersprüche und endlose Regresse.

  • Fest der Liebe

    Das Fest der Liebe wird aber von den Menschen nicht wahrgenommen; anderenfalls würden sie ihm die größten Heiligtümer und Altäre errichten und die größten Opfer darbringen.

    Vorher hatten die Menschen kugelförmige Rümpfe sowie vier Hände und Füße und zwei Gesichter mit je zwei Ohren auf einem Kopf, den ein kreisrunder Hals trug. Die Gesichter blickten in entgegengesetzte Richtungen. Mit ihren acht Gliedmaßen konnten sich die Kugelmenschen schnell fortbewegen, nicht nur aufrecht, sondern auch so wie ein Turner, der ein Rad schlägt. Es gab nicht nur zwei Geschlechter, sondern drei: Manche Kugelmenschen waren rein männlich, andere rein weiblich, wiederum andere – die Androgynen hatten eine männliche und eine weibliche Hälfte.

    Aber der Mensch wurde aus Lehm erschaffen, danach wurde ihm der Lebensatem eingehaucht. Er gab den Tieren Namen, fand aber kein zweisames Gegenüber. Schließlich fiel er in einen tiefen Schlaf, ihm fehlte nun eine Rippe. Wurde immer von „dem Menschen“ gesprochen, erkennt Adam in der Begegnung mit dem neuen Wesen in sich den Mann und in seinem Gegenüber die Frau.

    Maria war unbefleckt in anderen Umständen. Aus diesem Grund begibt sich Josef mit seiner hochschwangeren Verlobten Maria nach Betlehem. Als sie dort ankommen, kommt Maria in die Wehen und bringt ihren ersten Sohn zur Welt.
    Verfolgt von König Herodes, befiehlt der, in Erfüllung des Prophetenwortes den Kindermord zu Betlehem, vor dem sich Maria und Joseph mit dem Kind, von einem Engel gewarnt, in Ägypten in Sicherheit bringen können. Nach Herodes’ Tod gehen sie nach Palästina zurück und siedeln sich in Nazaret an.

    Liebe ist ein mächtiges Gefühl und mehr noch eine innere Haltung positiver, inniger und tiefer Verbundenheit zu einer Person, die den reinen Zweck oder Nutzwert einer zwischenmenschlichen Beziehung übersteigt und sich in der Regel durch eine tätige Zuwendung zum anderen ausdrückt. Auch wenn Liebe kein bewusster oder rationaler Entschluss der Liebenden ist, muss sie deswegen nicht als irrational betrachtet werden. Die moralische Grundierung unterscheidet Liebe daher auch vom reinen Trieb. Also, die Frage lautet doch, was treiben wir da eigentlich?

  • Menschen lügen

    Alle Menschen lügen immer, und das Sprechen ist eine Lüge weil es auch die Wahrheit (Blut, Geist) verschweigt. Die Lüge der meisten ist die Lüge als Methode, sie lügen meist unbewusst und dies ist wohl die schlimmste Lüge, da es so ist, wenn man weiß dass man lügt, kann man seine Lüge ändern.

    Leopold Sacher-Masoch/ Don Juan von Kolomea:
    Überhaupt, mein Bester, haben Sie schon bemerkt, wie eigentlich jeder Mensch ein Lügner ist? Nur gibt es zwei Arten, und danach kann man die Menschen einteilen, in solche, welche andere belügen, das sind die materiellen Menschen, von denen man so in den Büchern liest, und dann die Idealisten, wie die Deutschen sie nennen - die sich selbst belügen.

    Lüge.
    Meine Lügen gehören mir nicht alleine. Weiß, ich nicht, dass ich lüge. Nie waren meine Lügen, meine Lügen. Glaube mir nicht. Dies ist keine Lüge. Denn ich lüge immer. Was eine Lüge ist von meinem Verschwinden, trat hinter unserer Wahrheit hervor. Dies nur einmal erwähnt, als eine Lüge. Müssen wir uns nur unserer gespaltenen Zungen, sicher sein. Lügen – bedeutet weniger. Wozu, Schweigen? Erzähle mir Liebe: Belüge mich jetzt. Zähle mich zu Deinen Lügen. Töte mich. Damit ich glaube an Deine Leere: Lügen. Belüge mich jetzt: Erzähle mir Liebe. Töte mich. Zähle mich zu Deinen Lügen. Lügen. Damit ich glaube an Deine Leere.
    Dunkle, abgrundtiefe Gedichte voller Schweigen. Einsamen des Einsamen, immer auf Suche nach Letztem. Sprachspiele, intellektueller und tiefer Gedanken. Wirken mit Verschweigen.

    Die Wahrheit lügen.
    Wir müssen die Wahrheit lügen. Anders können wir den Begriff der Wahrheit nicht erfassen. Sprachlich können wir belügen, darin der Sprache immer unsere Gedanken verbergen. Gerade dies aber öffnet uns das Denken. Das Erkennen von Sprache und Schrift ist stets ein Versuch von Bedeutung. Wir lieben das, was wir versprechen. Gerade diese Liebe macht uns blind. Blind für jede Wahrheit. Auch der wahre Text wird durch ein Wort verraten. Damit fällt die Wahrheit. Wird Opfer. Das Opfer wird zum Neubeginn. Durch Lüge und Verrat wird die Wahrheit so zur heiligen Märtyrerin. Dies könnte man für einen erotischen Vorgang der Dichtung halten. Wir entfernen uns von der Wirklichkeit. Gerade die Lügen öffnen unseren Blick auf Wahrheit, die erscheint. Wenn die Wahrheit besiegt und der Verräter gefasst ist, beweist sich die Wahrheit in ihrer Stärke. Sprache als die Wahrheit, steht im Verrat zwischen Judas und Petrus. Die Welt ist alles, was die Lüge ist. Wenn wir die Fenster schließen, schließen wir auch unsere Augen vor der Wahrheit. Wir bleiben mit unseren Lügen im Haus. Die Schwierigkeit, heute Wahrheit zu beschreiben, liegt bei unserem Verlust der Naivität. Bei unseren Bildern und Texten wird die Wirklichkeit zur Lüge und zur alltäglichen Sprache. Wer die Wahrheit nicht für sich selbst erkennt, hat diese nicht verdient. Die Dinge sind nicht das was sie zu sein scheinen. Eine Kathedrale ist kein Bauwerk. Wer das glaubt, ist ein Ignorant. Wer ohne Interessen ist, zerstört alle Werke durch sein Bloßes anschauen. So werden Kathedralen auch nicht von Architekten gebaut, sondern von Dichtern . Alles, was eine Lüge ist, lenkt nur von einer Wahrheit ab. Die Lüge hat keine Wahrheitsbedingung, denn sie ist bedingungslos wahr. Jeder Richter, versucht nur Lügen zu erkennen. An Wahrheit verschwendet er nicht im entferntesten Gedanken. An Wahrheit kann man höchstens glauben. Aber man sollte den Irrtum vermeiden. Der Philosoph liebt die Wahrheit und kennt ihre Probleme. Wenn er sie wüsste, wäre die Philosophie am Ende. Doch schon die Dichter wussten, was die Götter taten. Lügen, stehlen, ehebrechen, und sich gegenseitig betrügen. Das waren Homer und Hesiod, dass nur des Menschen Schimpf und Schande, das was Lüge und Wahrheit ist, nur abstrakte Werte sind. So zeigt die Logik bei Xenophanes, dass die Lüge schön ist, denn wenn der Dichter sie verkündet, ist es nicht mehr die Wahrheit. Nur wer die Wahrheit sagt, aus seinem Standpunkt, der hat bereits gelogen. Er lügt die Wahrheit, weil er selbst nicht weiß, was er verschweigt. Der Mensch spielt mit der Lüge gegen die Natur. Er entfremdet sich bei allem Fortschritt. Statistisch ist er asozial. Er sagt: Wir alle sagen die Wahrheit, darum müssen die anderen Lügen. Das ist die große Lüge. Wer lügt, der denkt. Wir fühlen dass, wer sich der Wahrheit verpflichtet, sich selbst belügt. Dass man die Wahrheit erkennt, ist Bewusstsein und Erfahrung. Das Erkannte ist das Bewusstsein von Nichts. Den Irrtum zu vermeiden, ist der Glaube der Wahrheit. Die Lüge ist das Material, aus dem die Welt ist. Ist weder Geist noch Materie. Die Lüge ist der Tod der Wahrheit. Sie schafft die Wahrheit beiseite und somit Platz für eine neue Wahrheit. Die Wahrheit wird nicht nur meist verschwiegen. Bei der allgemeinen Wahrheit fehlen einem die Worte. Ich weiß, nicht warum Wissenschaftler unbeirrt versuchen, ihre Arbeit zu erklären. Das könnten die Dichter und die Philosophen besser. Erklären ist eine Gebühr für die Philosophie. Wissenschaftler und Künstler arbeiten nicht beide kreativ. Es entsteht durch die Masse eine Harmonie durch das Gleiche, Fehlerhafte. Der Wissenschaftler als Erfinder erfindet, weil er kreativ sein will. Darum glaubt der wissenschaftliche Wissenschaftler, der nur forscht, er wäre auch kreativ. Wer erinnert und glaubt, den wahren Vorgang zu rekonstruieren, lügt. Was ich essen soll, ist alles Lüge. Keine Wahrheit. Keine Natur in Lebensmitteln. Von Handelsketten zu den Etiketten. Alles wahre Lügen. Diese Widersprüche sind sämtlich Ausdruck einer Gier. Unser Verstand differenziert nicht zwischen Natur und Kultur. Sie können nicht zusammen, denn es herrscht Inzestverbot. Für den Glauben der Wahrheit steht nun die Präsenz der Lüge. Statt eines Zentrums gibt es nur noch die Funktion. Statt des festen Ortes, nur noch den Nichtort. Durch die Abwesenheit des Zentrums wird alles zum Diskurs. In Wahrheit aber wissen wir nichts, und nicht mal das wissen wir wirklich. Alles was wir wissen ist Lüge. Auch der Glaube, die Nichtexistenz Gottes sei wissenschaftlich erwiesen. Wahrheit und Lüge vom Blut. Jedoch die Lüge und die Wahrheit wären fruchtlos. Wahnsinn und Vernunft scheinen keine gegensätzlichen Begriffe. Wahrheit kann man nur wahr vertreten. Wer nicht seine eigene Wahrheit glaubt, lebt im Widerspruch mit sich und sollte lieber schweigen. Wer die Wahrheit besitzt, der kennt die Lüge nicht, doch wer lügt, weiß, was wahr ist. Bereits die frühen Mönche kopierten die Lügen ihrer Vorgänger. Heute werden die Lügen schneller im Internet verbreitet. Dieses, was wir zwischen Wahrheit und Lüge denken, ist als eine Idee des Geistes, der Grund aller Dinge. Schauspieler sind Diebe und Lügner, denn ob sie gut oder schlecht spielen, es wurde ihr Lohn bereits vorher an der Kasse bezahlt und sie stellten nicht den Text vor, vielmehr stellt das Publikum den Text nach. Wer nicht die Wahrheit lügt, sagt nicht die Wahrheit. Der Mund redet anders als das Auge. Ich denke man muss Wahrheit lügen; nur durch diese Zusammenführung. Den Kontrapunkt einer Fuge oder dem Escape als Wende zwischen Wahrheit und Lüge. Gleichgültigkeit als ein Escape, eine Flucht vor Ethik und Moral, einer verlogenen Welt, der wahren Macht. Man darf nicht glauben. Kein Glaube. Keine Ideale. Die Werte zählen nicht, denn was zählt ändert sich. Wir wissen zu wenig über die Wahrheit und Lüge. Wer als Vorbild bleibt, bleibt unter der Oberfläche. Jenseits von Geld (wenn man's hat) nur die Formen der Unwahrheit. Aber auch die Lüge hat längst die Grenze der Wahrheit weit überschritten. Sein oder nicht Sein, das ist keine Frage, das ist eine Lüge. Nur die Texte sind wahr. Die Realität ist eine Lüge. Doch ist der Traum mir das Realste und für mich das Wahrste. Wahrheit scheint ein Geschmacksurteil und das Böse bleibt eine Stilfrage. Warum tragen wir ständig diese Lügen mit uns? Diese Geldscheine, von denen wir nur den Schein kennen, und diese Wertpapiere, von denen wir wissen, dass ihr Wert nicht mal das Papier wert sein kann. Selbst diese gültigen Zahlungsmittel von Münzen sind selten aus dem Wertstoff, den sie repräsentieren. In Wahrheit sind wir die Angeschmierten. Wahrheit und Lüge, und wir, mit dem Interesse, dem dazwischensein, vereint im Chor, am Kontrapunkt vor der Fuge, der Flucht. Wir entziehen uns der Wahrheit der Lüge. Werden wie Kinder bei der Frage, ob wir unsere Hände gewaschen haben. Immer mehr wird man im Alter zu Bekenntnissen gedrängt. Es gibt keine wahre Antwort. Lügen immer. Weil wir an die Wahrheit glauben, lügen wir die Wahrheit. Wir können die Wahrheit von der Lüge nicht mehr unterscheiden. Wenn wir sie durchs Fernrohr oder im Mikroskop betrachten. Es geht nicht darum, ob jemand lügt oder die Wahrheit sagt. Das scheint mir unwichtig. Belanglos. Ich kann jemanden nicht dazu bringen, das zu sagen, was ich gehört haben will. Ich muss selbst erkennen, was ich als Wahrheit oder Lüge für mich erkennen will. Alles Andere hieße, nur mich selbst zu belügen. Das kann mir jeden Tag passieren. Wenn die Verpackung oder der Umschlag vielversprechender war als sein Inhalt. Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Die Wahrheit zu sagen und zu wissen, dass man lügt, oder die Wahrheit zu sagen und nicht zu wissen, dass man lügt. Die Lüge in der unteren Arbeitswelt heißt entweder du beutest die Arbeit aus, oder die Arbeit beutet dich aus.

    Alle lügen
    Alle lügen, alles Schweine
    auch Du
    Du und ich, wir
    Lügner? Vielleicht
    nur noch NICHT
    oben, ohne Gelegenheit
    wie alle auf dem Gipfel
    tut mir leid, was?
    noch nicht oben, oder
    das ich noch nicht lüge?

    Alles Lügen
    Den ganzen Tag umgeben von Lügen:

    Abends auf meinem Kopfkissen
    schön verpackt: Lügen
    „schreibe nicht, arbeite, sagt man mir,
    ..da ist ein Mann, schwer gearbeitet,
    schwer reich geworden.“

    wieder diese Lügen,
    lege mich schlafen:
    träumt schön weiter
    Diese Lügen vom Leben
    Diese
    Bin ich, so traurig
    Verschwindenden Landschaften
    Vorbei
    Für eine Melodie
    Für ein Dankeschön
    Ziehenden Drähten vorsingend
    Vorbei
    Vorbei und Vorbei

    Ich bin so traurig
    Nach diesen Lügen vom Leben
    Diesen Wolken oben dunkelschwer
    Tragen viele von Leidenstropfen
    Neben den Schienen hohen Mauern

    Alles ist vorbestimmt
    In der Mitte Türme und Schüsse
    Vorbei
    Vorbei und Vorbei

    Ich bin so traurig
    Nach diesen Lügen vom Leben
    Lügen

    Meine Lügen und deine Lügen
    lassen mich nachdenken
    Alle Wahrheiten
    sind hell wie des Tages Licht

    Worte brechen sich an den Zähnen
    Unworte liegen sanft auf der Zunge
    Mit der Hand schließe ich den Mund
    nach dem Aussprechen der Wahrheit

    Lügt mein Mund
    während mein Herz Wahrheit bewahrt
    Ist es Lüge oder wahr
    lassen mich die Lügen nachdenken

    Gleiche ( isjos )
    Lyrik fragt und Lyrik lügt

    Lyrik fragt!
    Das wir das nur meinen
    In aller Wissenschaft:
    Was ist Wissen? Wichtig!
    Motiv ist Wahrheitsforschung -

    Fragen nach dem Sinn
    Das kann die Wissenschaft nicht klären
    Aber die Lyrik

    Sie weiß nicht; Sie erklärt nicht -
    Ist da ohne Interesse
    Das wir dass nur meinen
    In aller Wissenschaft

    Alles sprechende Worte
    Vielsagende Verse
    Nicht wissend – fragend
    darum
    Lyrik fragt

    Lyrik lügt!
    Von ihren Sockeln wahrgenommen
    Werden: Dieses - ich liebe Dich, ja ja ja -
    Keime aus den Furchen
    Welches schaffst du schon

    Gedankenlose Stimmungen von Sonnen
    Aufgängen und Untergängen betrachten
    Sterbendschönes

    Lügen: alles Verlachen: alles Vergnügen
    Stoffe aus grobem Gewebe
    Nur die Fröhliche ist Verhärtet
    Nichts will der Fremde

    Wenn der Landmann pflügt
    Und wendet sich von Reihe zu Zeile
    Zum Vers

    Dichterlüge? Lügt der Dichter?
    Kann ein Dichten lügen?
    Diese Frage nach der Moral wird seit jeher Dichtern vorgeworfen. In der Presse: Es gibt nichts mehr zu berichten, was Schlagzeile machen könnte, bisher aus einem machen könnte. Schon gar nicht die Wahrheit ist für den Leser interessant. Es müssen Lügen sein, erfundene Schlagzeilen. Nur über das was nicht sein kann, was nicht sein darf wird Interesse geweckt. Jeder Mensch ist Dichter und dichtet sich seine Welt zu Recht. Am Morgen liest er seine Zeitung. Die darin enthaltene Story hörte er bereits im Radio. Am Vorabend berichtete man darüber im Fernsehen. Wer nun denkt er wäre Erstleser dieses Zeitungstextes, ich meine, wer denkt er ginge völlig ohne Vorwissen an diesen Text, ohne dieses Vorwissen, würde man seinen Verstand ausschalten, der irrt. Was aus der Zeitung spricht ist nur subjektiv. Oder genauer, es ist objektiv, wird aber nur subjektiv wahrgenommen. Es ist sehr einfach. Begegnet uns ein Chinese, und spricht uns in seiner Landessprache zu, so verstehen wir seine Sprache nicht, aber immerhin werden wir etwas verstehen. Im einfachsten Fall verstehen wir Nichts, wir verstehen, dass wir nichts verstanden haben, also haben wir etwas verstanden. Nämlich das, wenn einer zu uns in einer uns unverständlichen Sprache spricht wir nichts verstehen. Hätte er allerdings geschwiegen, so hätte er in jedem Fall zu uns gesprochen, das hieße, wir hätten verstanden, das ist ein Chinese, dessen Sprache verstehen wir nicht. Was ist das Schweigen? Das Schweigen ist kein Verschweigen, weder Absichtliches noch ein Unabsichtliches. Man schweigt von etwas, das man nicht weiß dass man etwas verschweigt. Man sagt, aber man sagt etwas nicht. Man sagt nichts, was man denkt und verschweigt. Oder da ist nichts, man weiß nichts. Kann also auch nichts sagen, denn über nichts kann man auch nichts sagen. Da ist aber etwas, man versucht darüber zu reden. Man beginnt darüber zu reden. Alexander von Humboldt begegnet dem Urwald, er ist beeindruckt von seiner Größe und der Artenvielfalt. Er erkennt, dass er alles wohl niemals erfassen wird. Er beginnt mit dem ersten Blatt das er zeichnet dass er sorgfältig zwischen zwei Seiten presst. Mit diesem Darstellen des ersten Blattes, verschweigt er gleichzeitig die unendliche Artenvielfalt. Über bestimmte Themen will man nicht reden, darum palavert man über belanglose Dinge. Es geht aber nun darum, das man grundsätzlich verschweigt und zwar Dinge die man nicht ausdenkt, die man nicht aus formuliert die man nicht ausformulieren kann. Mit jedem Aussprechen, der Historiker und der Archäologe können nicht erkennen, das sie mit der Sprache nicht die Vergangenheit erklären sondern die Vergangenheit verschweigen. Alle Dichter und Denker beschäftigte dieses Thema auf der einen oder anderen Weise. Auch wenn ihnen nicht einmal die Frage bewusst war, was mehr spricht, die Rede oder das Schweigen. Welche Rede und welches Schweigen hätte ihre Frage heißen müssen. Des gleicht der Frage nach Ebbe und Flut. Man kommt zu dem Ergebnis, das die Flut immer wieder zurückkommt. Es ist aber das Wasser, das bei Ebbe zurück geht. Fußnote, wir zitieren einen Satz zum Thema Fußnote: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Dann geben wir die Fußnote an: aus § 1 Grundgesetz. Ein sehr guter, richtiger Satz. Wahrer, schöner, bedeutender Satz. Sicher dies alles. Aber spricht der Satz auch aus sich? Der gleiche Satz bei einer Beerdigungsfeier, in einem Glückskeks, der Satz auf einer Plakatwand oder einer Todesanzeige. Er besitzt Referenz und Objekt. Ist also ein richtiger Satz. Wer spricht an, wer ist angesprochen? Das Volk ist angesprochen, weiß das es angesprochen ist. Woher? Aus dem Schweigen, aus dem nicht gesagten. Aus dem Wissen. Es spricht die Bundesregierung, sie spricht an. Sie zitiert das Grundgesetz. Sie verweist auf das Grundgesetz. Ohne nachzudenken erkenne ich den Sinn aus meinem Unterbewusstsein. Ich weiß, dass ich angesprochen bin. Kann ich mir die Situation der Anwendung dieses Satzes vorstellen, so habe ich mich von diesem Satz bereits entfernt. Der Satz ist nicht meine Vorstellung. Wie bei den Speisen, muss ich die einzelnen Komponente nachvollziehen, schmecken. Gibt es einen Grund für die Regierung mir diesen Satz nun vorzustellen? Zwischen meinen Vorstellungen und denen der Regierung diesen Satz vorzustellen, sind Welten, die erst erarbeitet werden müssen. Welten die der Fall sind und entfernt von diesem Satz liegen. Die auch nicht aus diesem Satz hervorgehen. Die außerhalb der Bedeutung dieses Satzes liegen. Was bedeutet hier: Grundgesetz als Fußnote? Im öffentlichen Verkehrsmittel greift ein in jeder Hinsicht minderbemittelter Mann eine andere Person an. Wir fahren dazwischen: bitte lassen sie diesen Mann in Ruhe. Wir tun unsere Pflicht. Wir sind stolz, wir haben sehr recht, das Gesetz ist hinter uns. Wir verheimlichen uns selbst gegenüber, das wir keinen Gedanken verschwenden, aus welchen sozialen Problemen und Brennstoffen der Angreifer einer solchen Handlung fähig war. Wenn wir etwas schönes sehen, verheimlichen wir das hässliche, wenn wir etwas böses sehen, verheimlichen wir das Gute. Mit jedem Wort, mit jedem Satz, verheimlichen wir. Mit der Fußnote unterstellen wir. Wir unterstellen, mit dem Aufstellen der Fußnote, dass der Leser nicht weiß, dass der Satz aus dem Grundgesetz ist und nicht aus der Methode. Platon wünschte die Dichter aus dem Staat. Er wollte ihnen nicht erlauben in einem gut regierten Staat zu leben, bewies, dass alleine die Götter alleine schon mehr wert waren, als die mit Schauspielern geehrt sein wollten (Gottesstaat II 14).

  • Stadtsurfer

    ERZÄHLUNG

    Stadtsurfer von Manfred H. Freude
    Hoch oben auf der Spitze der Eisen- und Stahlkonstruktion der Burtscheider Brücke stehe ich.
    Den Süden im Rücken - den Norden im Blick. Unter mir Autos, darunter die Züge.
    Nach Osten führt sie die Schienen ins Land, Richtung Alte Welt.
    Nach und aus Westen rumpelt der Käsetransport.
    Schräg gegen Südwesten, bergauf lotsen die Direktionen Warschau- via Brüssel-Paris die Richtung Belgikistan.

    Surfe im Flug. Flying in the Wind hoch oben über den Drähten der Oberleitungen auf den Stahlkonstruktionen, dem Brückenbogen.
    Wo wir als Kinder trotz aller Verbote öfter gespielt. Mutproben nannten wir das.
    Vor mir im Norden die Silhouette von Lousberg mit Salvatorberg.
    Davor die Stadt mit Dom als Korn und die Türme des Rathauses als Kimme.
    Schussfahrt und mit Schwung im Aufwind der Silhouettenberge hinauf ins Weltall.

    Unter mir musizieren fluchen, gewittern und klirren die Züge.
    Mit konstanter Verspätung. Stolz tragen sie ihr Emblem - die Bahn, keck auf ihren Nasen.
    Stromlinienförmige Schienenraketen.
    Aus der Zukunft, auf Gleisen in die Vergangenheit, unaufhaltbar. Aus Futurum ins Perfektum.
    Geisterzüge ohne Rauch.
    Den Rauch, den wir als Kinder so tief einatmeten. Noch eine Lunge voll. Oh, das war der Duft von Ferne, von Sehnsucht nach der fernen großen weiten Welt, von Fernweh, Sucht nach der Entfernung nach der Distanz.
    Surfabenteuer, wo surfen noch lange nicht ausgedacht war.

    Wie hält man sich, wie ist der Wind?
    Ein Bein vor dem Anderen, das Standbein belasten und die Arme horizontal ausgebreitet.
    Die Stadt liegt mir zu Füßen. Die Stadt, so ruhig, beschaulich, friedvoll, idyllisch so verschlafen.
    Wer ahnt schon da unten, welch gewagtes, akrobatisches Stück ihm hier oben geboten wird? So etwas zu sehen fahren manche nach Las Vegas.
    Doch mir fällt ein, es gibt noch eine Familie, die zwischen Türmen, oder über Flüsse, auf einem dünnen Seil gehen.
    Ja das ist fantastisch das, ja genau das ist es, es muss im Blut sein.
    Zwischen den Häuserfluchten bewegt sich der Verkehr.
    Rabengeschwader und Taubenkompanien umkreisen ihre Innenstadt-Reviere.
    Sie kennen die besten Aufwinde und die attraktivsten Landeplätze.

    Zur Rechten zeigt mir eine aufwendige High-Tec-Kugelkonstruktion auf dem Hochhaus, am Bahnhofsvorplatz das Wetter an.
    Bestes Surfwetter. Steigende Temperaturen. Sonne.
    Über der Stadt klarer blauer Himmel und beste Sicht.

    Die Segel sind gesetzt. Hier oben weht eine leichte, kühle Brise.
    Das Meer ist nicht zu sehen, wahrscheinlich auch die falsche Richtung. Aber der Wind
    Erzählt von der Nordsee, von Küsten, von der Salzluft. Er hat einige kleine Wolkenstreifen mitgebracht, die heiter und ausgelassen vor der Brücke hertanzen.
    Sie rufen: „Komm, segele uns hinterher“.

    Leicht gehe ich etwas in die Beuge, balanciere mit ausgebreiteten Armen. Dabei ziehe ich einmal die rechte Hand, und abwechselnd den linken Arm vor meinen Körper und schaue über die Stadt. (Wie de Caprio auf der Titanic) wie Leonardo di Caprio auf der Titanic. „Ich bin der Herr der Welt“, rufe ich. Todesmutig.
    Der Herr des Windes, der Robby Nash, weltbester Surfer, ich bin der Robby Nash von der Brücke. Von meiner Brücke, der Burtscheider Brücke.
    Ein Bild von Surfer! Ein Motiv für Bahnbrecher, für Lebenskünstler, für Optimisten. Bildende Künstler hätten mich so in Bronze gegossen und in den Marmor geschlagen.
    Aber tief.
    Eine gefährliche, waghalsige Geschichte ohne Frage, aber wer nicht wagt, der erhält nicht den Kick.
    Für den Kick geht es schließlich hier in der Höhe, für den Kick und für den Augenblick,
    Für den Moment, wenn die Arme ausgebreitet sind und sich der blaue Himmel öffnet.
    Es kann nur einen geben.
    Dagegen ist Bunjee-Springen wirklich Seniorensport.
    So stehe ich dort an der Spitze des Brückenbogens und lasse mir den Wind um die Nase musizieren.
    Der Wind, ja ich kann ihn spüren, direkt spüren, es wird mir kalt.
    Plötzlich ein lauter Knall, Glassplitter, das Fenster zum Schlafzimmer ist aufgeflogen.
    Ich wache auf und sehe aus dem offenen Fenster die Stadt, die so ruhig daliegt,
    Den Lousberg, den Salvatorberg und die schwarzen Raben, die ihren Landeplatz suchen.

  • Weinet nicht

    Weinet nicht
    Verliert nicht den Glauben.
    Stellt Euch vor, Ihr spielt das Spiel: Ich sehe was, was du nicht siehst.
    Ihr greift die Zeitung.
    Die Stellenanzeigen.
    Und seht, Mensch, die meinen ja Dich.
    Abitur, Studium, Professur, Administrator, Betriebswirtschaftsstudium,
    Magier, Magister, Manager,
    Abschluss in Philosophie, Wirtschaftswissenschaft, Medizin,
    Mathematik, Ingenieur.
    Nicht älter als 24 Jahre, langjährige Erfahrung, hervorragende Sprachkenntnisse.

    Mensch. Klasse. Hasste ja alles, kannste ja alles.
    Kerl die meinen ja Dich.
    Toll.
    Da fällt Dir plötzlich ein. Irgendwo muss da ein Haken sein.
    Richtig.

    Richtig. Der Haken: Die wollen nichts bezahlen.
    Von leistungsgerechter Entlohnung,
    Branchenüblicher Bezahlung ist die Sprache
    In Klammer steht: Lohn über dem Landesdurchschnitt.
    Von welchem Land?
    Aha, da steht es ja.
    Klein gedruckt: Kinder bevorzugt.

    © 2003 Manfred H. FREUDE

    Manfred H. Freude
    20.09.2003

    ***** Autoreninfo ******
    Manfred Hubert Freude (* geb. in Aachen NRW)
    Kunst-, Musik- und Lyrik,
    *****************

  • Schwaigen&Nichtsz

    //Dieses Buch wendet sich an Sprachphilosophen, Geisteswissenschaftler, Philosophen, Lyriker, Autoren und alle Interessierten, die Theorie und Sprache als Dialog verstehen. Diese These beleuchtet ein philosophisches Konzept und eine artikulierte Praxis einer sozialen Technik. Alle Sprachphilosophie ist unmoralisch! Der Sprache generell zu diktieren, ob sie wahr oder falsch sein muss, zeigt von einer niederen Gesinnung.
    Einfach Sprechen, so lautet der poetische Diskurs. Bedingung eines Glückens von Sprechakten, ohne Wahrheit oder Aufrichtigkeit zu bedenken. Interesselos und verantwortungslos. Lügen, so wie diese Wissenschaftler, die behaupten, entweder mein Traktat ist das Ende des Diskurs oder wir Schweigen. Man spricht eben so oder so. Während Platon meint, man könne nur aufrichtig sprechen (das ist doch sehr persönlich). Die alten Griechen waren verantwortungslos, zu Recht. Das bekam Sokrates zu spüren. Zu Hause wird Wein getrunken, im Gefängnis aber wird Schierling getrunken; also bitte schön getrennt. Die Wahrheit ist eine Hure. Sie verkauft sich dem Nächsten, Besten.
    Schwaigen verwendet viel philosophischen Scharfsinn darauf, eine Lücke in der Sprachphilosophie von Wittgenstein zu Derrida und von Austin zu Heidegger erkenntnistheoretisch zu deduzieren. Sprache als naives Wohlgefallen, immer mit einem Interesse. Aber welchem Interesse? Diese Frage wäre zuerst zu klären. Sprache als eine Zweckmäßigkeit ohne einen Zweck. Welche Funktion des Sprechens hier vorliegt, spielt keine Rolle. Auch wenn die Form (eine wissenschaftliche) eine mehr oder weniger wichtige Bedeutung vorstellen sollte. Wir reden zu viel. Wer zu viel redet, ist der Sprache nicht mächtig. Oft tritt ein Gerede an die Stelle, wo eher ein Schweigen angebracht wäre. //

  • Wissen ist:

    Wissen
    Griech. episteme, lat. cognitio , engl. knowledge: Wissen gehört zu den Bedingungen, unter denen etwas erklärt werden kann oder auch nicht. Wissen ist erstens dieses, was man kennt, weil man es sehen kann, gesehen hat oder zeigen kann. Also ich zeige: Dies ist ein Buch, oder: Dies ist ein Auto. Also Kennen, man kennt etwas, hat es schon einmal gesehen. Man sieht und findet bestätigt, weil man es sieht. Die zweite Form von Wissen ist das Können. Man kann eine Fertigkeit, also nicht nur vom Sehen, sondern man kann es auch. Man hat nicht nur einen Angler angeln gesehen, sondern man kann es auch. Man kann es auch zeigen: siehe her, so geht das. Der Bäckermeister, der seinem Lehrling zeigt: Schau her, so mache ich das. Der Lehrling kennt es, weil er es gesehen hat, der Meister kann es, weil er es kann. Dies war auch bei den Griechen zur Zeit des Sokrates so. Aber der Bäckermeister hat das Problem er kann sein Können, ohne es zu zeigen nicht erklären. Er kann sein Können nur zeigen, sieh her. Man muss Philosophieren vom nicht sinnlich wahrnehmbaren Seienden (Sein), das in den Bereich der Physis, der Natur, transzendiert. Also man muss lehren können, Metaphysik betreiben, erklären können, wie man angelt, ein Auto baut, Brot backt.
    © Manfred H. Freude

  • Ophelia Wasserleiche

    Ophelia
    In der Tradition der Wasserleichenpoesie
    Ophelia und die Wasserleichen:
    und die Rimbaudrezeption im deutschen Expressionismus
    Shakespeares Hamlet- Ophelia
    Ophelia is a fictional character in the play Hamlet by William Shakespeare. She is a young noblewoman of Denmark, the daughter of Polonius, sister of Laertes, and potential wife of Prince Hamlet.
    Rimbaud Rimbauds Gedicht "Ophélie", genauer gesagt Karl Klammers Übertragung löste bei den deutschen Expressionisten eine wahre "Schwemme" sogenannter "Wasserleichenpoesie" aus:
    Georg Heym Gedicht "Die Tote im Wasser"
    als Beispiel expressionistischer Wasserleichenpoesie
    Die bedeutendsten Werke aus diesem Kontext sind von Georg Heym "Die Tote im Wasser" (1910) , "Ophelia" (1910) und "Tod der Liebenden im Meer" (in zwei Fassungen) Georg Heyms "Die Tote im Wasser" ist das früheste und gleichzeitig ein charakteristisches Beispiel der expressionistischen "Wasserleichenpoesie".
    Gottfried Benn "Schöne Jugend" (1912) aus dem Morgue-Zyklus, von Paul Zech "Wasserleiche", von Armin T. Wegener "Die Ertrunkenen" (1917), bei Georg Trakl findet man Anlehnungen an das Motiv in "Wind, weiße Stimme" und in "Westliche Dämmerung" (1911).
    Bertolt Brecht kann sicherlich nicht mehr zu den Expressionisten gerechnet werden. Aber, weil bei keinem Autor die "Wasserleiche" so zahlreiche Bearbeitungen erfahren hat: "Ballade vom Liebestod", "Gesang aus dem Aquarium", "Dunkel im Weidengrund" und die "Legende der Dirne Evlyn Roe",
    Sein Gedicht "Vom ertrunkenen Mädchen" (1920) hat das Bild um neue Blickwinkel bereichert, den Motivkreis damit auch abrundet.
    Manfred H. Freude „Ophelias Brust“ (30.05.2010) ein Gedicht nach einer wahren Tat: Im Comersee bei Laglio, wo der US-Schauspieler George Clooney lebt, ist eine tote Frau entdeckt worden. Sie wurde Opfer eines Verbrechens. Auch sein Gedicht „Ophelia“ von 23.09.2006 über den Tod einer Welpenhündin.
    Walter Jens und „Die rote Rosa" Berühmte Wasserleichen (weiblich) Rosa Luxemburg, Landwehrkanal Ophelia am Landwehrkanal Als aber das Wasser Monate später, es -war Frühling geworden, den Leichnam, ihn ausspeiend, preisgab, erkannten die Freunde sie nicht, denn ihre Augen waren zu Höhlen geworden, ihre Wangen glichen riesigen Dellen, der Mund wuchs in die Nase hinein, drei Zähne standen wie Spieße hervor, und sie war schwarz und nackt. . .
    Paul Celan In dem Band Atemwende von 1967 steht das folgende Gedicht: COAGULA// Auch deine / Wunde, Rosa.

    Gedichtbeispiele

    "OPHELIA" -

    William Shakespeare (1564-1616)
    Hamlet III, 5 (0)

    Personen:
    Gertrude, Königin von Dänemark und Hamlets Mutter
    Polonius, Oberkämmerer und Vater Ophelias
    Hamlet, Sohn des vorherigen und Neffe des jetzigen Königs

    Königin. Habt Ihr mich ganz vergessen?
    Hamlet. Nein beim Kreuz!
    Ihr seid die Königin, Weib Eures Mannes Bruders,
    Und – wär` es doch nicht so! – seid meine Mutter.
    Königin. Gut, andre sollen zur Vernunft Euch bringen.
    Hamlet.
    Kommt, setzt Euch nieder; Ihr sollt nicht vom Platz,
    Nicht gehen, bis ich Euch einen Spiegel zeige,
    Worin Ihr Euer Innerstes erblickt.
    Königin.
    Was willst du tun? Du willst mich nicht ermorden?
    He, Hilfe! Hilfe!
    Polonius (hinter dem Vorhang). Hilfe! he! herbei!
    Hamlet. Wie? was? eine Ratte? (Er zieht)
    Tot! Für ´nen Dukaten, tot!
    (er tötet Polonius mit einem Stoß durch den Vorhang).
    Polonius (hinter dem Vorhang).
    O ich bin umgebracht!
    Königin. Weh mir! Was tatest du?
    Hamlet. Fürwahr, ich weiß es nicht: ist es der König?

    William Shakespeare (1564-1616)
    Hamlet IV, 7 (0)

    Königin. Es neigt ein Weidenbaum sich übern Bach
    Und zeigt im klaren Strom sein graues Laub,
    Mit welchem sie phantastisch Kränze wand
    Von Hahnfuß, Nesseln, Maßlieb, Kuckucksblumen,
    Die lose Schäfer gröblicher benennen,
    Doch zücht'ge Jungfraun tote Mannesfinger;
    Dort, als sie aufklomm, um ihr Laubgewinde
    An den gesenkten Ästen aufzuhängen,
    Zerbrach ein falscher Zweig, und nieder fielen
    Die rankenden Trophäen und sie selbst
    Ins weinende Gewässer. Ihre Kleider
    Verbreiteten sich weit und trugen sie
    Sirenen gleich ein Weilchen noch empor,
    Indes sie Stellen alter Hymnen sang,
    Als ob sie nicht die eigne Not begriffe,
    Wie ein Geschöpf, geboren und begabt
    Für dieses Element. Doch lange währt' es nicht,
    Bis ihre Kleider, die sich schwer getrunken,
    Das arme Kind von ihren Melodien
    Hinunterzogen in den schlamm‘gen Tod.
    ...

    Arthur Rimbaud (1854 - 1891) (Übertragung von Karl Klammer)
    Ophelia (1) (2)

    I.
    Auf stiller, dunkler Flut, im Widerschein der Sterne,
    geschmiegt in ihre Schleier, schwimmt Ophelia bleich,
    sehr langsam, einer großen weißen Lilie gleich.
    Jagdrufe hört man aus dem Wald verklingen ferne.
    Schon mehr als tausend Jahre sind es,
    dass sie, ein bleich Phantom, die schwarze Flut hinzieht,
    und mehr als tausend Jahre flüstert schon sein Lied
    ihr sanfter Wahnsinn in den Hauch des Abendwindes.
    Die Lüfte küssen ihre Brüste sacht und bauschen
    zu Blüten ihre Schleier, die das Wasser wiegt.
    Es weint das Schilf, das sich auf ihre Schulter biegt.
    Die Weiden über ihrer hohen Stirne rauschen.
    Im Schlummer einer Erle weckt sie hin und wieder
    Ein Nest, aus dem ein kleines Flügelflattern schlägt.
    Die Wasserrosen seufzen, wenn sie sie bewegt.
    Ein Weiheklang fällt von den goldnen Sternen nieder.
    II.
    Ophelia, bleiche Jungfrau, wie der Schnee so schön,
    die du, ein Kind noch, starbst in Wassers tiefem Grunde:
    weil dir von rauer Freiheit ihre leise Kunde
    die Stürme gaben, die von Norwegs Gletschern wehn.
    Weil fremd ein Föhn, der dir die Haare peitschte, kam
    Und Wundermär in deinen Träumersinn getragen;
    weil in dem Seufzerlaut der Bäume und im Klagen
    der Nacht dein Herz die Stimme der Natur vernahm.
    Weil wie ein ungeheures Röcheln deinen Sinn,
    den süßen Kindersinn, des Meeres Schrei gebrochen;
    weil schön und bleich ein Prinz, der nicht ein Wort gesprochen,
    im Mai, ein armer Narr, dir saß zu deinen Knien.
    Von Liebe träumtest du, von Freiheit, Seligkeit;
    du gingst in ihnen auf wie leichter Schnee im Feuer.
    Dein Wort erwürgten deiner Träume Ungeheuer.
    Dein blaues Auge löschte die Unendlichkeit.
    III.
    Nun sagt der Dichter, dass im Schoß der Nacht du bleich
    die Blumen, die du pflücktest, suchst, in deine Schleier
    gehüllt, dahinziehst auf dem dunklen, stillen Weiher,
    im Schein der Sterne, einer großen Lilie gleich.

    Georg Heym (1887 - 1912)
    Die Tote im Wasser (1) (2)

    Die Masten ragen an dem grauen Wall
    Wie ein verbrannter Wald ins frühe Rot,
    So schwarz wie Schlacke. Wo das Wasser tot
    Zu Speichern stiert, die morsch und im Verfall.
    Dumpf tönt der Schall, da wiederkehrt die Flut,
    Den Kai entlang. Der Stadtnacht Spülicht treibt
    Wie eine weiße Haut im Strom und reibt
    Sich an dem Dampfer, der im Docke ruht.
    Staub, Obst, Papier, in einer dicken Schicht,
    So treibt der Kot aus seinen Röhren ganz.
    Ein weißes Tanzkleid kommt, in fettem Glanz
    Ein nackter Hals und bleiweiß ein Gesicht.
    Die Leiche wälzt sich ganz heraus. Es bläht
    Das Kleid sich wie ein weißes Schiff im Wind.
    Die toten Augen starren groß und blind
    Zum Himmel, der voll rosa Wolken steht.
    Das lila Wasser bebt von kleiner Welle.
    - Der Wasserratten Fährte, die bemannen
    Das weiße Schiff. Nun treibt es stolz von dannen,
    Voll grauer Köpfe und voll schwarzer Felle.
    Die Tote segelt froh hinaus, gerissen
    Von Wind und Flut. Ihr dicker Bauch entragt
    Dem Wasser groß, zerhöhlt und fast zernagt.
    Wie eine Grotte dröhnt er von den Bissen.
    Sie treibt ins Meer. Ihr salutiert Neptun
    Von einem Wrack, da sie das Meer verschlingt,
    Darinnen sie zur grünen Tiefe sinkt,
    Im Arm der feisten Kraken auszuruhn.

    Georg Heym (1887 – 1912)
    Ophelia (1) (2)

    Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten,
    Und die beringten Hände auf der Flut
    Wie Flossen, also treibt sie durch den Schatten
    Des großen Urwalds, der im Wasser ruht.
    Die letzte Sonne, die im Dunkel irrt,
    Versenkt sich tief in ihres Hirnes Schrein.
    Warum sie starb? Warum sie so allein
    Im Wasser treibt, das Farn und Kraut verwirrt?
    Im dichten Röhricht steht der Wind. Er scheucht
    Wie ein Hand die Fledermäuse auf.
    Mit dunklem Fittich, von dem Wasser feucht
    Stehn sie wie Rauch im dunklen Wasserlauf,
    Wie Nachtgewölk. Ein langer, weißer Aal
    Schlüpft über ihre Brust. Ein Glühwurm scheint
    Auf ihrer Stirn. Und eine Weide weint
    Das Laub auf sie und ihre stumme Qual.

    Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiß.
    Der Felder gelbe Winde schlafen still.
    Sie kommt, ein Vogel, der entschlafen will.
    Der Schwäne Fittich überdacht sie weiß.
    Die blauen Lider schatten sanft herab.
    Und bei der Sensen blanken Melodien
    Träumt sie von eines Kusses Karmoisin
    Den ewigen Traum in ihrem ewigen Grab.
    Vorbei, vorbei. Wo an das Ufer dröhnt
    Der Schall der Städte. Wo durch Dämme zwingt
    Der weiße Strom. Der Widerhall erklingt
    Mit weitem Echo. Wo herunter tönt
    Hall voller Straßen. Glocken und Geläut.
    Maschinenkreischen. Kampf. Wo westlich droht
    In blinden Scheiben dumpfes Abendrot,
    In dem ein Kran mit Riesenarmen dräut,
    Mit schwarzer Stirn, ein mächtiger Tyrann,
    Ein Moloch, drum die schwarzen Knechte knien.
    Last schwerer Brücken, die darüber ziehn
    Wie Ketten auf dem Strom, und harter Bann.

    Unsichtbar schwimmt sie in der Flut Geleit,
    Doch wo sie treibt, jagt weit der Menschenschwarm
    Mit großem Fittich auf ein dunkler Harm,
    Der schattet über beide Ufer breit.
    Vorbei, vorbei. Da sich dem Dunkel weiht
    Der westlich hohe Tag des Sommers spät.
    Wo in dem Dunkelgrün der Wiesen steht
    Des fernen Abends zarte Müdigkeit.
    Der Strom trägt weit sie fort, die untertaucht,
    Durch manchen Winters trauervollen Port.
    Die Zeit hinab. Durch Ewigkeiten fort,
    Davon der Horizont wie Feuer raucht.

    Gottfried Benn(1886 – 1956)
    Schöne Jugend (1)

    Der Mund eines Mädchens, das lange im Schilf gelegen hatte,
    sah so angeknabbert aus.
    Als man die Brust aufbrach, war die Speiseröhre so löcherig.
    Schließlich in einer Laube unter dem Zwerchfell
    fand man ein Nest von jungen Ratten.
    Ein kleines Schwesterchen lag tot.
    Die andern lebten von Leber und Niere,
    tranken das kalte Blut und hatten
    hier eine schöne Jugend verlebt.
    Und schön und schnell kam auch ihr Tod:
    Man warf sie allesamt ins Wasser.
    Ach, wie die kleinen Schnauzen quietschten!

    Bertolt Brecht (1898 – 1956)
    Vom ertrunkenen Mädchen (1)

    Als sie ertrunken war und hinunterschwamm,
    von den Bächen in die größeren Flüsse,
    schien der Opal des Himmels sehr wundersam,
    als ob er die Leiche begütigen müsse.
    Tang und Algen hielten sich an ihr ein,
    so dass sie langsam viel schwerer ward.
    Kühl die Fische schwammen an ihrem Bein.
    Pflanzen und Tiere beschwerten noch ihre letzte Fahrt.
    Und der Himmel ward abends dunkel wie Rauch
    und hielt nachts mit den Sternen das Licht in der Schwebe.
    Aber früh ward es hell, dass es auch
    noch für sie Morgen und Abend gebe.
    Als ihr bleicher Leib im Wasser verfaulet war,
    geschah es (sehr langsam), dass Gott sie allmählich vergaß.
    Erst ihr Gesicht, dann die Hände und zuletzt erst ihr Haar.
    Dann ward sie Aas in den Flüssen mit vielem Aas.

    Peter Huchel (1903 - 1981)
    Ophelia (1)

    Später, am Morgen
    Gegen die weiße Dämmerung hin
    Das Waten von Stiefeln
    Im seichten Gewässer,
    Das Stoßen von Stangen,
    Ein raues Kommando,
    sie heben die schlammige
    Stacheldrahtreuse.
    Kein Königreich,
    Ophelia,
    wo ein Schrei
    das Wasser höhlt,
    ein Zauber
    die Kugel
    am Weidenblatt zersplittern lässt.

    Weitere Gedichte oder Dichter zum Thema:

    Christoph Meckel: Ophelia
    Bei Walter Hinck:Vom Tod in der Stacheldrahtreuse

    Quellenangaben:
    (0)
    William Shakespeare: Hamlet, Prinz von Dänemark. Reclam Verlag Ditzingen 1969.

    Die Gedichte sind folgenden im Internet veröffentlichten Arbeiten zum Thema als Zitat entnommen:
    (1)
    Mag. Brigitte Poppernitsch (BRG Spittal / Drau): Expressionismus. Vergänglichkeit und Verfall.
    URL: http://vdeutsch.eduhi.at/literatur3/ex_verfall_vtfg.htm#Shakespeare
    (Abruf am 11.03.2009).
    (2)
    Barbara Glöckler: Ophelia und die Wasserleichen. Die Rimbaud-Rezeption im deutschen Expressionismus.
    URL:http://www.erlangerliste.de/express/expres3.html#T3___##0##___ (Abruf am 11.03.2009).

    Mit den gewählten Großzitaten aus den oben genannten Arbeiten werden keinerlei kommerziellen Zwecke verfolgt und sie dienen einzig dazu auf eben diese Arbeiten und die darin zitierten Dichter hinzuweisen. Sollte ich wider Erwarten Rechte von Verlagen oder Autoren verletzen, werden die entsprechenden Inhalte sofort von dieser Seite genommen werden.

    Ophelias Brust
    Im Comersee bei Laglio, wo der US-Schauspieler George Clooney lebt, ist eine tote Frau entdeckt worden. Sie wurde Opfer eines Verbrechens.
    Der Abend der noch früh begann
    Noch ehe die Nacht zum Zuge kam
    Lag unterm Nest der Schilfrohrdommel
    Ein Körper grausig war sein Fund.

    Er treibt mit halb durchtrenntem Hals
    Vorm Küchenfenster: Gesicht nach unten.
    Ein makelloser Körper. Sehr fein und sehr gepflegt.
    Lange Beine. Schöne Figur. Wie die eines Stars.
    Sie war nur mit einem weissen T-Shirt
    Und einem schwarzen Slip bekleidet.

    Ein Identifikationsversuch mittels Fingerabdrücken verlief negativ:
    Die Frau war nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten.
    Das tote Mädchen trug Dessous. Einen schwarzen Slip.
    Das Spitzenhemdchen hat man ihr
    Über ihren üppigen Busen bis unters Kinn geschoben.
    Der Anblick erschüttert mich zutiefst,

    Der Gerichtsmediziner stellt laut „Pathologen Blick“ fest,
    Dass das Opfer Geschlechtsverkehr hatte,
    Als ihm der Hals durchtrennt wurde.
    Offenbar benutzte der Mörder dazu ein Beil.

    Bei der Toten handelte es sich um eine junge Frau
    Sie wurde bereits seit Wochen vermisst.

    Oberhalb ihres Busens befand sich zudem ein kleines Tatoo
    Zwei Tätowierungen zeichnen den Körper:
    Ein kleiner Liebesgott auf ihrer rechten Brust,
    Auf der rechten Schulter ein Sonnen-Motiv.

    Die Polizei geht davon aus,
    Dass die Leiche seit Tagen im Wasser trieb
    Die unbekannte Frau war wahrscheinlich Opfer
    Eines Sexualdeliktes geworden.

    Sie hatte sich einer Brustvergrösserung unterzogen,
    Wie die Autopsie ergab. Die Polizei geht davon aus,
    Dass die Frau einen Schlag an den Kopf erhielt,
    Bevor man ihr den Hals aufschlitzte.
    Anschliessend wurde sie in den See geworfen.
    Zur letzten Reise auf dem stillen See.

    © Manfred H. Freude
    Aachen, 2010-05-30

    ***** Autoreninfo ******
    Manfred H. Freude geb. Aachen
    Escapistenlyrik, Liebe, Tod, Das Leben, Erfahrungen, Aktuelles, Trauer & Verzweiflung, Wut, Sehnsucht, Klartext, Kritisches, Gedanken, Allgemein, Nachdenkliches, Gefühle
    © 2010 MANFRED H. FREUDE

    Ophelia

    Von der Straße beim Nachhauseweg
    Fing man jenen kleinen Welpen
    Den man tief im Keller im Verlies
    Füttert und zu trinken gibt um Jahre
    Lehrt die Hündin Männchenmachen
    Hand und Schnauze abzulecken
    Bis der liebe Gott vergaß-:
    Nicht das arme Hundetierchen
    Auf den Knien menschlichweich
    Brach einzig weiches Kinderherz
    Weint vom Keller den Beton
    Als die Hündin schwamm hinaus
    Sich der Fänger nahm sein Leben

    Aachen, 2006-09-23
    © 2006 MANFRED H. FREUDE
    www.myblog.de/freude

    Ophelia 2010
    Einen ausnehmend eiskalten Winter zwanzigzehn. Lediglich die Beine der Leiche schauten aus der Schneewehe, und die steifgefrorene, veilchenblaue Leiche schrie stumm, zahnlos in den nachtkalten Sehnsuchtshimmel. Ich bin tot. Du killtest mich nur mit Deinem Herzen. Jetzt möchte ich zum Selbstmord, aber wann werde ich gehen? Mir ist so klirrendkalt, dort ist so viel Herzschmerz. Ich will nicht noch einmal ihren Namen hören. Mehr anzeigen, immer mehr anzeigen. Stoppt die Lügen, und ich sage euch goodbye, für immer goodbye.

    © Manfred H. Freude
    Aachen, 2010-05-31
    © 2010 MANFRED H. FREUDE

    Die Wasserleiche.
    Zur Identifizierung eines Unbekannten.
    Bitte um Mithilfe an die Öffentlichkeit.

    In Höhe des Kraftwerks Lichterfelde zog die
    Wasserschutzpolizei
    Den Körper aus dem Teltowkanal.
    Passanten hatten eine im Wasser treibende Leiche entdeckt.
    Anhaltspunkte für Fremdverschulden
    Ergaben sich bei der Ermittlung nicht.

    Groß und schlank, dunkelblonde, graumelierte Haare,
    Buschige Augenbrauen, blaugrüne Augen und unrasiert.

    An der rechten Hand fehlten,
    Am Zeige- und am Mittelfinger
    Das Fingerendglied, am Ringfinger das halbe Endglied.

    grau-blau kariertes Sakko der Marke „New fast“, Größe 24, ein beigefarbenes Oberhemd der Marke „Schiesser“, Größe 39, ein weißes Unterhemd der Marke „Basic concept“, Größe M 5, einen Herrenslip derselben Marke, Größe M 5, ein Paar weiße Socken, eine graue Stoffhose, der Marke „Finnegan“, Comfort stretch“, Größe 24, mit schwarzem Ledergürtel und braune Schuhe der Marke „Groß H.L.Blak“, Größe 41.

    In den Sarg legte man einen Strauß Agapanthus.

    © Manfred H. Freude, Nr. von Manfred H. Freude
    Aachen, 2010-11-14

    ***** Autoreninfo ******
    Manfred H. Freude geb. Aachen
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    © 2010 MANFRED H. FREUDE

  • Dvorak D Moll

    DVORAK Messe in D

    Vom Kyrie Eleison bis Pacem
    klagen wir betrübt das Göttliche
    in die blühenden Töne

    Weiterblättern zwischen Dornen
    Schöpfen den Fluss
    die harten Balken zu tränken
    Wie schön die alte Orgel erblüht.

    Im Segen des Gesangs steigen die Töne
    Zwischen den Zeilen
    Es fließt ein Bächlein zum rasenden Strom
    Lasst noch einmal klingen MOLL

    Wenn aber die Glocken läuten
    in den Himmeln des Agnus Dei
    Fallen Menschen auf die Knie.
    Wie Engelschweben

    Es ist kein Ton zuviel im Raum
    Klagen wir betrübt das Göttliche
    in die blühenden Töne.

    © Manfred H. Freude

  • Senf

    Senf - Moutarde

    Als die Erde wahr und klar,
    Rein noch, wie ein Senfkorn war.

    Knackt ein Korn einmal im Mund,
    Schmeckt wie lecker, wie gesund.

    In des Lebens Kürze.
    Ist am wichtigsten die Würze.

    Wer des Lebens Senf nicht schmeckt.
    Hat noch nicht am Dessert geleckt.

    Nehmen wir den Senf im Fass.
    Greifen wir den richtigen Spaß.

    Ist er erst mal auf der Zunge,
    Greift er Atem und auch Lunge.

    Er gebiert auch auf dem Gaumen,
    Was Gehirn uns zeigt in Träumen.

    Senf. Das zählt zum Hochgenuss.
    Gibt dem Leben noch mal Schuss.

    Senf. Das gibt dir echte Wärme.
    Räumt den Magen und die Därme.

    Und beim Essen ist stets vorn,
    Was beim Weizen ist das Korn.

    Drum verpasse nicht dem Leben.
    Deinen Senf dazuzugeben.

    Manfred H. Freude 8.8.2003 Aachen
    © 2003 Manfred H. FREUDE

  • Tiefblaues Ledersofa

    Tiefblaues Ledersofa

    Tiefblau felsengleich steht das Ledersofa, Tiefblau
    liegt es im Meer des Raums
    tritt aus der Wand, trat und stand, kaiserblau
    schön und schön
    hatte so viel ertragen, vertragen soviel
    und still, schweigsam im Raum, Enzianblau
    gleich und Ausgleich steht dort
    im Raum das Ledersofa und schweigt
    von der Haut der gefalteten und
    getragen die Häute, die Nackten
    getragen, den Schweiß, den Schweiß ertragen vertragen
    und Haut und Stängel und Knospen
    und von den Mündern den Vielen
    oder allen Zungen, den Zungen
    war stark und stand, war stark
    trug alle Schwachen und Schatten der Schwachen
    und lagen und träumten mit Räuschen
    und tiefblau liegt es felsengleich, kaiserblau
    Enzianblau gleich und Ausgleich geliebt
    von allen Nichtgeliebten, gleich
    Kaiserblau, schön und schön
    hatte so viel ertragen, so viel

    Aachen, 2006-04-24
    © 2006 MANFRED H. FREUDE

  • Das Experiment

    Das Experiment
    von Manfred H. Freude

    als er das Messer nahm, das kalte, stille, glatte, abgehärtete, silberne Messer aus Solinger Qualitätsedelstahl eisgehärtet; wusste er noch nicht wie sich das nackte, kahle, offene, schiere Fleisch verhalten würde, das Fleisch das er tagelang in der geheimen, ja sagen wir einmal geheimnisvollen geheimen, seiner vertraulichen Brühe, die er über Jahre entwickelt und ausgebrütet hatte, in dieser Brühe hatte er das Fleisch eingelegt und es war so geworden, wie er sich dieses Fleisch vorgestellt hatte. So rosig rosarot, so zart und weich, so saftig und jung, so jung wie eben nur junges Fleisch sein konnte und das war sein Ziel, junges Fleisch zu kreieren. Ja, altes Fleisch formen, aufpeppen, auffrischen mit Botox hinterspritzen, mit Silikon hinterspritzen, mit Hormonen behandeln, das alles konnten Sie, aber seine neue
    Erfindung, sein Geheimnis, seine neueste Erkenntnis, an der er schon Jahre herumgearbeitet hatte, herumgedoktert, entwickelt, gebildet, experimentiert hatte, nein, das konnten Sie nicht, das wussten Sie nicht. Keiner wusste sein Geheimnis. Und dieses Experiment heute sollte den Durchbruch bringen, mit diesem Experiment heute würde er den Durchbruch schaffen. Keiner
    würde dahinterkommen, wie er das geschafft hatte, keiner würde hinter sein gehütetes Geheimnis kommen, denn er hatte dieses Geheimnis gespeichert auf seinem Rechner, den er nun startete und ... ERROR alle Daten waren gelöscht.

  • Das Schultertuch Teil II

    Das Schultertuch Teil II

    Hommage an George Simenon-
    Von Manfred H. Freude
    2003-11-03

    ...Es war ein Jahr vergangen.
    Nichts hatte sich wesentlich verändert. Nicht im Viertel, nicht in der Straße und schon gar nicht bei den Duron´s.
    Das Viertel war nur noch etwas schmutziger, die Häuser noch etwas heruntergekommener, ja sogar der Himmel schien sich dem anzupassen und war noch etwas düsterer, feuchter.
    Es wurde weiter in der gleichen Tonart gejammert, wie seit Jahren,
    denn das Leben war schwer, hart und schwer.
    Die Wasserkannen, die täglich treppauf und treppab geschleppt wurden, schienen auch immer schwerer zu werden,
    aber noch mehr schien das Herz schwerer zu werden.
    Herzen, schwer wie Blei, oder schwer wie Stein? Wie konnte Marie Duron das sagen? Es kann wohl niemand selber erklären, dessen Herz schwer ist wie.. ja, wie schwer?

    Wie schwer kann doch so ein Herz werden, wenn der Körper dabei immer schwächer wurde.
    Sicher reichte das Geld nicht mehr. Weder vorne und hinten, besonders wenn der Monat zu Ende ging.
    Hungern musste man nicht, aber immer das Gleiche essen, wer mag das schon, und wer konnte dabei gesund bleiben.
    Im Übrigen musste Frau Duron oft soviel arbeiten, das zum Essen gar keine Zeit blieb, ja sie so müde war, dass sie keinen Hunger verspürte.
    „Iss du nur sagte sie dann immer wieder zu ihrem Mann“.

    Seit dieser „dummen Geschichte“ war Marie Duron ihrem Mann noch ergebener.
    Schuldgefühle hatten sich tief in ihr Herz gebohrt.
    Warum, so fragte sie sich immer wieder hast du dich so dumm angestellt.
    Was hast du nur falsch gemacht?
    Niemals würde sie eine Antwort finden, weil sie immer dort suchte,
    wo nie eine andere Antwort zu finden war.
    Wie schämte sie sich, wenn Frau Cassieux ihr auf der Straße begegnete.

    Immer glaubte sie ein Lächeln, ja sogar ein inneres Lachen in Frau Cassieux Gesicht zu sehen. Sie sah, wie Frau Cassieux ihren rechten Mundwinkel zusammenzog, ihr rechter Nasenflügel bebte, wie wenn einer lachen oder weinen wollte. Und ihre Unterlippe schob sich vor, fas unmerklich, aber weit genug, dass man eine gewisse Herablassung bemerken konnte, gerade so als käme jeden Augenblick ein gezischtes ...phhfff... aus den Lippen.
    Abfällig, so als würde sie denken, so dumm kann doch keiner sein.

    Seitdem Frau Cassieux nun Witwe war und das Erbe ihres Mannes angetreten hatte, war sie nun auch noch viel eleganter gekleidet und stolzierte wie ein Mannequin, na ja, sagen wir wie eine Straßenschönheit die Straße entlang.

    Es war ja kaum ein Jahr vergangen und wie hatte sich Frau Cassieux doch äußerlich verändert.
    Sie trug ein schwarzes Kleid, aber.. und das bemerkte sicher nicht nur Frau Duron, das Kleid war um diese Zentimeter über dem Knie zu kurz, bei denen man sagte, das es unanständig, ja man konnte auch sagen schamlos aussah.
    Und dem war lange nicht genug.
    Frau Cassieux trug zuweilen zu diesem schwarzen Kleid eine pinkfarbene Jacke. Natürlich war der nicht hier aus Lüttich, nein direkt aus Paris, das wusste jeder in der Straße. Schließlich hatte es Frau Cassieux oft genug wiederholt, beim Metzger, beim Bäcker und im Käsegeschäft.
    Dazu trug sie bei Regen und Sonne ein pinkfarbenes Stockschirmchen und ihre Lippen waren ständig knallfarbenpink geschminkt. Was nicht nur Herrn Duron schon aufgefallen war: „Hast du gesehen“ sagte er zu seiner Frau.
    Aber sicher hatte sie gesehen, selbstverständlich hatte sie gesehen.
    Das war doch wohl kaum zu übersehen.
    Wie konnte sie es nur wagen. Diese Person. Kannte sie denn kein Schamgefühl.
    Der arme Herr Cassieux, das hatte er wirklich nicht verdient, wenn er dies nur einmal sehen konnte.
    Frau Duron hatte immer mehr Mitleid mit Herrn Cassieux und fand immer mehr gute Eigenschaften an dem Toten, der ja nun nur noch ein Häufchen Asche war.

    Und mehr noch verabscheute sie diese Person dieses Frauenzimmer, wie sie von ihr sprach.
    Sie schämte sich vor Frau Cassieux, der sie häufig ungewollt, beide wohnten schließlich in der gleichen Straße, auf dem Trottoire, begegnete. Doch wenn sie ihr begegnete, war wieder dieses demütigende Gefühl.
    Frau Duron schämte sich ehrlich.
    Ja, da sie auch nicht, wenn sie der Frau Cassieux begegnete, auf die andere Straßenseite gehen wollte, würde sie am liebsten in den Erdboden versinken.
    Ja, sie würde am liebsten in den Erdboden versinken und dann hinter Frau Duron wieder aus der Erde herauskommen. Und ohne sich umzusehen weitergehen.

    Diese aufgetakelte Person dachte sie.
    Während sie, „die arme Frau Duron“, so bezeichnete sie sich auch häufiger selbst, noch immer das schäbige Schultertuch trug.

    Aber sauber, das musste man wohl sagen, sauber war es, auch wenn es öfter nach Pommes frites roch, oder nach Zigarren und Kneipenrauch.
    Wenn sie öfter für ihren Mann die Fritten holen, oder in der
    Stammkneipe ihrem Mann einen Humpen Bier holen musste.
    Und wenn die anderen dann fragten: „Na Frau Duron, wie geht’s ihrem Mann?“ „Immer noch keine Arbeit“ „Warum kommt er nicht selber mal vorbei?“
    „Bestellen sie ihm doch schöne Grüße“.

    Und dabei gab es so schöne neue Schultertücher.
    Selten ging sie in der Etalage des großen Kaufhauses nachsehen, ob dort noch das schöne neue bunte Schultertuch hing, das ihr so gut gefiel. So eines hätte sie sich gerne gewünscht.
    Nur leisten konnte sie es sich nicht, wer sollte das denn bezahlen können.
    Daran war ja nicht einmal Weihnachten zu denken.
    Das alles brauchte Frau Cassieux sich nicht zu fragen.

    Wie gut musste es ihr wohl gehen? Neid kam wieder auf.
    Oft kamen die Gedanken von Neid in ihr auf.
    Und es vergingen kaum Stunden oder Tage, an denen sie nicht daran denken musste, wie dumm und gedemütigt sie sich gefühlt hatte und wie schlau doch Frau Cassieux sich angestellt hatte.

    Sie hätte gerne mit Frau Cassieux getauscht.
    Sicher, vorher, bevor Frau Cassieux ihren eigenen Mann umbrachte, ging es Frau Cassieux auch gut, aber heute?
    Heute ging es ihr doch noch viel besser. Heute konnte sie tun und lassen, was sie wollte.
    Und sie brauchte nur zu schnipsen und jeder Wunsch wurde ihr erfüllt.

    Ganz zu schweigen von Wassereimern heraufschleppen, oder in die verrauchten Kneipen zu gehen, wo alle wussten und tuschelten und guckten.

    Der feine Herr saß ja zu Hause und war zu feige alleine in die Kneipe zu gehen.
    Hier saßen ja meist nur Arbeiter und Taugenichtse und dafür war der feine Herr Bankangestellter ja zu fein.

    Es konnte ja auch sein, das einer der Leute fragte, was ist mit meinem Geld, das er auf der Bank, in der ihr Mann angestellt war, gelassen hatte.
    Und ohnehin konnte sie nicht verstehen, warum die Bank bankrott gemacht hatten und warum der feine Herr Direktor im Gefängnis saß. Dieser feine Herr.
    Er war immer so nett und freundlich gewesen.
    Und wie war das, als die Bank geschlossen hatte und ihr Mann mit seinen Kollegen um den Küchentisch saßen und alles beredeten.
    Wie war das, als sie alle bedienen musste.
    Fritten und trinken.

    Alle sagten da – ich hab doch nichts getan -.
    Was soll das nun wieder heißen. Ich hab doch nichts getan.
    Wenn keiner etwas getan hatte,
    Dann musste die Bank ja Konkurs machen. Keiner was getan.
    Genau wie heute.
    Der Mann sitzt zuhause, wenn er nicht gerade das Arbeitslosengeld abholt.
    „Habe nichts getan, das sagen Sie alle“, sagte sie wieder leise vor sich hin, als sie bepackt mit einem großen Korb vom Marche, kam.

    Aber, wie kann ich jammern, wie kann ich klagen, wie kann ich mich beschweren? Dachte Marie Dudon.
    Bin ich doch selber am meisten Schuld.
    Schuld am kläglichen Schicksal der Familie.
    Wie könnte es uns allen heute besser gehen.
    Vielleicht mit einem feinen Häuschen, und wenn nicht in der Stadt, so doch auf dem Land, wo uns keiner kennt.
    Und mit so einem kleinen Startkapital und etwas Ansehen steigen auch die Möglichkeiten, für den Mann, wieder eine ihm gefällige Arbeit zu bekommen.
    Aber ich habe ja wieder einmal alles vermasselt.

    Ein Glück, das ich ihm niemals etwas davon erzählt habe, dachte sie noch.
    Wer weiß, dann würde er noch mehr sich bedienen lassen und es sie richtig spüren lassen, das sie nie einen ordentliche Arbeit und besonders nie so eine
    schöne Tätigkeit, wie ein Angestellter einer Bank, hatte.
    Damals, ja damals, da hatte Sie ihn angehimmelt, und die Eltern hatten noch zu ihr gesagt: „Nimm den Duron, der hat eine gute Stelle, eine solide Stelle, der ist bei der Bank, da kann einem nichts passieren, da hat man ausgesorgt.“
    Bei der Bank, ja bei der Bank.. und so weiter.
    Man hat gar nicht mehr aufgehört ihr die Ohren Vollzututen, das ihr schließlich
    nichts anderes Übriglieb, als den Duron zu nehmen.

    Dabei gab es damals noch jemanden.
    Jemanden der die Straße fegte.
    Sicher, da sagten alle, was willst du denn mit dem.
    Aber er sah gut aus. Nicht so schmächtig wie ein Bankangestellter und er war auch immer ein guter Tänzer. Sie trafen sich immer sonntags, als am Maasufer der Marche anfing bei Stella Artois zum Tanz.

    Und heute. Manchmal trifft sie ihn auf der Straße. Er sieht noch immer sehr gut aus. Ist noch immer bei der Stadtreinigung. Aber er ist auch gleichzeitig bei der Stadt angestellt, mit allem Pipapo und was sonst noch dazugehört.
    Also sagen wir einmal: sichere Position, gutes Gehalt. Kurz, aus heutiger Sicht wäre er klar die bessere Partie.

    Das Schicksal hat es eben so eingerichtet, dass sie alles falsch machte.
    Alles, was sie anpackte, ging schief.

    Und als sie so weiterging und nachdachte, lief sie einem älteren Mann in die Hacken, der geradestehen geblieben war.
    Einem Mann der sich auf seinen
    Stock stützte und dem sie genau auf den Absatz seines rechten Schuhs trat, sodass er dort nur in seiner Wollsocke stand.

    Der Mann drehte sich um und sie erschrak und stand wie versteinert da.
    Ihr Mund war weit geöffnet.
    Der Unterkiefer hing locker als hätte ihr Zahnarzt gefragt, öffnen sie einmal den Mund.
    Alle Farbe war, wie man erkennen, konnte aus ihrem Gesicht gewichen und sie war unfähig irgendein Glied ihres Körpers und wäre es nur der kleine Finger, zu bewegen.
    Nur ihre Augen verrieten, dass sie nicht gestorben war, obwohl sie nur geradeaus starrten und sie blickte geradewegs ins Gesicht von Herrn Cassieux
    der mit seinem Stock auf sie zeigte und fragte:
    „Sie sind doch Frau Duron aus der Rue de la Constitution.“

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  • Religion und Moral

    Religion und Moral
    Zu sagen: Philosophie beschäftigt sich immer mit Moral ist doch Bullshit. Der Philosoph, der beginnt die Gräuel der Welt und die Kriegshandlungen und Massaker aufzuzählen, hat doch nichts von Moral verstanden. Diese Terroristen haben doch ebenfalls eine Moral. Ihre Moral heißt auch, die Ungläubigen zu töten. Sokrates rät doch nicht zu klären, was alles die Moral beweist, sondern vielmehr erstmal zu sagen was Moral denn eigentlich ist? Hierfür gibt es keine Erklärung. Es gibt auch nur unsere Moral, weil es diese Moral der Anderen gibt. Die Art und Weise, wie das Problem formuliert wird, ist bereits irreführend. Alles was täuscht, wie dieses Wort Moral im Munde der Unmoral, muss von den wahren Philosophen, Sokratikern und Dichtern benannt werden. Diese Moral, die man von dir anfordert, von denen die selbst die Unmoral verschuldet haben. Du fühlst dich schuldig, und gleichzeitig bietet man dich für die Moral dein Statement (deinen Senf) abzugeben. Doch die wahren Ursachen bleiben unangetastet und die Planungen der Unmoralischen laufen weiter, bereits unter deiner Einbeziehung und Veränderung der Weltmoral. Bedenke erst, das du nicht der Moralapostel der Welt bist und statt deine Moralkeule zu schwingen, erst prüfst ob die Bilder und Texte die dir zugeführt werden, deiner Wahrheit entsprechen. Also denke erst.

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